7a. Morphologische Untersuchungen zur Frage der Retraktion, der sekundären Quellung und der Lysierbarkeit von Thromben

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    11-Jul-2016

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  • Wissenschaftliche Ausstellung 1209

    8. Bei normaler Faktor XIII-Aktivit~t daft eine ungest6rte Fraktur- heflung erwartet werden.

    l~iir die Wissenschaftliche Ausstellung yon E. G6gler et al. : 6. Chirurgie am Un/allort wurde kein Manuskript eingereicht.

    7a. Morphologische Untersuchungen zur Frage der Retraktion, der sekundiiren Quellung und der Lysierbarkeit yon Thromben

    R. GOTTLOB, U. P6TTING (a.G.) und G. SCHATTENMANI~T (a.G.) Abteilung fiir Experimentelle Chirurgie

    der I. Chirurgischen Universit~tsklinik Wien

    ~riihere Untersuchungen haben gezeigt, dal3 in Thromben ausgedehnte Ver&nderungen stattfmden, die die M6glichkeit einer Lyse mit Strepto- kinase beeinflussen. Mit der Retraktion kommt es nicht nur zu einer Herabsetzung des Wassergehaltes um 10/0, sondem auch zu einer Ex- pression des aktivierbaren Plasminogens, das quantitativ in das Serum ausgedriickt wird. Etwa 2 Tage nach der Gerinnung kommt es zu einer ,,sekundttren Quellung". Die Gerinnsel nehmen Fliissigkeit aus der Um- gebung (Serum oder Plasma) wieder auf. I)adurch dringt Plasminogen wieder in die Gerinnsel ein, die Gerinnsel werden wieder in reiner Strepto- kinase lysierbar.

    Bisher war in der Literatur weder ein Anhaltspunkt dafiir zu finden, ob klinische Gerinnsel retrahieren, noeh konnte der Nachweis erbracht werden, dal3 klinische Gerinnsel dieser sekund~ren Quellung ~ats~chllch unterliegen. Einzig konnte nachgewiesen werden, dab ~ltere klinische Gerinnsel in reiner Streptokinase besser lysierbar sind als frische Gerinnsel (Gottlob et al., 1968a; Gottlob et al., 1968b).

    Eigene Untersuchungen an In vitro-Gerinnsein, experhnentellen und klinischen Thromben haben nur ergeben, dal~ ein morphologisches Sub- strat fiir die Retraktion bei allen Gerinnungsformen zu fmden ist, und zwar sowohl in vitro als auch in vivo. Die Erythrocyten verlieren mit der Retraktion ihre Hantelform, sie werden dicht aneinandergedr&ngt und nehmen im Schnitt eine unregelm~l~ig gelappte Form an. Der H6he- punkt dieser Verdichtung wird am 1. Tag nach der Gerinnung beobachtet. Am 2. Tag nach der Gerinnung kommt es zu einer beginnenden H~molyse. Einzelne Erythrocyten verlieren ihren Ht~moglobingehalt. Vorher nehmen sie eine polyedrische l~orm an, am Schnitt erscheinen sie poly- gonal, stellenweise fast regelm~13ig. Vom 4. Tage an nehmen die H~mo- lyseerscheinungen zu, gleichzeitig verlieren die Erythrocyten ihre poly- gonale Form oder die in den Randbezirken vorherrschende Stechapfel-

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    form und werden kugelig. Etwa yore 7. Tage an finder man Areale, die nur aus Blutschatten bestehen und eine netzartig-wabige Struktur aufweisen.

    Bei experimentellen Thromben finder man die gleichen Erscheinun- gen, nut setzt die H~molyse wesentlich fr/iher ein. AuSerdem findet man die bereits bekannten randst/~ndigen Areale aus Thrombocyten und Fibrin, yon der auch Balken in das Thrombusinnere eindringen. Die Ver/~nderungen der Erythrocyten sind sonst vollst/~ndig identisch wie bei den In vitro-Gerinnseln. Auch bei klinischen Thromben finden wit die gleichen VerhKltnisse. Hinzu kommt eine starke Speichert/~tigkeit, wobei sowohl H/~moglobin als auch Fett yon Leukocyten sp/~ter yon Makrophagen gespeichert werden.

    Untersuchungen, yon welchem Zeitpunkt an die Reorganisation des Thrombus so weir fortgeschritten ist, dal3 eine Lyse nicht mehr mSglich sein dfirfte, haben ergeben, dal3 dieser Zeitpunkt wesentlich sp/~ter ein- tritt, als bisher in der Literatur angenommen wurde. Unsere morphologi- schen Untersuchungen decken sich bier mit klinischen Resultaten, die dafiir sprechen, dab Thromben der Arteria femoralis etwa bis zu 3 Monaten nach der Gerirmung, Thromben der Arteria iliaca und der Aorta jedoch noch wesentlich sp/~ter lysefahig sind. Auch bei venSsen Thromben dfirfte die Lysierbarkeit wesentlich 1/~nger andauern, als es den bisherigen Ansichten entspricht.

    Die Untersuchungen wurden an Semidfinnschnitten durchgefiihrt. Bei gleichzeitiger Anwendung des Phasenkontrastverfahrens wird eine optimale Auswertung der einzelnen Pr/~parate ermSglicht.

    Die Untersuehungen wurden zum Teil zusammen mit L. Stockinger (Histo- logisch-embryologisches Institut tier UniversitKt Wien, Vorstand: Prof. Dr. A. Pi- schinger) und mit I. Klos (Chirurgische Abteilung des Krankenhauses der Stadt Wien Lainz, Vorstand: Primarius Dr. H. Denek) durehgefiihrt. Fiir ~berlassung yon operativ gewonnenem Thrombenmaterial sind wit den Herren Piza, Wagner BShmig und Briicke der I. Chirurgisehen Universitatsklinik zu besonderem Dank verpflichtet.

    Literatur Gottlob, R., Blfimel, G., Piza, F., BShmig, H. J., Brfieke, P.: Die Lysierbarkeit

    operativ gewonnener menschlicher Thromben verschiedenen Alters in SK. Wien. med. Wschr. 118, 222 (1968a).

    -- -- -- Briicke, P., BShmig, H. J.: Studies on thrombolysis with streptokinase. II. The influence of changes due to age in thrombi and whole blood clots. Throm- bos. Diathes. haemorrh. (Stuttg.) 19, 516 (1968b).

    Fiir die Wissenschaftliche Ausstellung von R. Gottlob: 7b. ,,Rasterkleben" -- eine neue Methode zur chirurgischen Gewebsvereinigung wurde kein Manuskript ein- gereicht.

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