Analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie im Vergleich: Techniken, Indikation, Evaluation S. Theilemann Anmerkung (Steffen Theilemann):

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  • Folie 1
  • Analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie im Vergleich: Techniken, Indikation, Evaluation S. Theilemann Anmerkung (Steffen Theilemann): Der Vortrag wurde am 07.01.09 am IPP mit dem Ziel gehalten, eine Diskussion anzuregen, die sich dem oben genannten Thema widmet. Die hierzu verwendeten und nachfolgend abgebildeten Folien entstammen weitestgehend einer Vorlesungsreihe, die ich auch als Fortbildung anbiete (vgl. hierzu meine Homepage unter www.dr-theilemann.de).
  • Folie 2
  • Analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie im Vergleich: Techniken, Indikation, Evaluation Gliederung 1. Das psychoanalytische Modell zur Symptomentstehung 2.Techniken und Indikation von analytischer und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie 3. Evaluation 4. Schlufolgerungen 4.1. Zur Differentialindikation 4.2. Zur Ausbildungsproblematik
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  • Das topische Modell System Bw System Vbw System Ubw Zensur = Abwehrschranke System Unbewutes (Ubw) -Triebwnsche nach Besitz, Motorik, Macht u. Sexualitt -Narzitische Wnsche nach Strke, Gre u. Anerkennung -Wnsche nach Ganzheit u. Beziehungen zu Menschen
  • Folie 4
  • Strukturtheorie nach Freud Ich ber-IchEs / Ubw. Realitt Folge: Konflikte zwischen verschiedenen unbewuten Wnschen, zwischen unbewuten Wnschen und dem ber-Ich und zwischen Unb. / ber-Ich und dem Ich
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  • Allgemeines Schema zur Symptombildung Mobilisierung von bestimmten unbewuten Wnschen / Strebungen Kontrre unbewute Wnsche / Strebungen Vernderung des Ich / Selbst Kompromilsung als Symptom, z.B. Zwang o. krperliche Strungen berforderungszeichen als Symptome, z.B. massive Angst, die Selbst- steuerung zu verlieren Versuchung / Versagung von (ubw.) Wnschen / Strebungen Erleben von Selbstvernderung als Symptom, z.B. Selbstunsicherheit berforderung des Ich Konflikt im ICH
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  • Symptomentwicklung per Kompromibildung TriebverstrkungAbwehr Versuchung / Versagung von ubw. Wnschen / Trieben Symptom als Resultat der Einwirkung der Abwehr auf den Trieb bzw. als Kompromi aus Trieb und Abwehr das Ich entwickelt Angst Konflikt
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  • Entwicklung einer Zwangsstrung unter einer analen Versagungssituation bewute Ebene unbewute Ebene bewute Ebene anale VersuchungAuslser: Partner erkranktanale Versagung innerer Konflikt: Wunsch, anale Triebe ungeregelt zu leben und Wunsch, diese zu kontrollieren, damit nichts Bses passiert oder: Es ber-Ich jetzt mu ich mich zgeln Angst vor bestrafender Reaktion des Objektes Aggression gegen das Objekt Abwehr der aggressiven Impulse Zwang Affektisolierung und Verschiebung Ungeschehen machen Reaktions- bildung gefhllose Vorstellung, Kind mit dem Messer zu tten Putzzwang (unsaubere Wnsche ungeschehen machen) genaues Einhalten geplanter Tagesablufe Ich will aber machen was ich will
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  • Struktur- bzw. Integrationsniveaus des Ich -Gutes strukturelles Integrationsniveau - relativ leistungsfhiges Ich -Miges strukturelles Integrationsniveau - mig leistungsfhiges Ich durch Konzentration des Ich auf die Bewltigung von Minderwertigkeitsgefhlen -Geringes strukturelles Integrationsniveau - nur geringes Leistungsniveau des Ich dadurch, da das Selbst und die Objekte als nur gut oder nur bse, insofern bewut und unbewut als extrem erlebt werden
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  • Unterschiede zwischen analytischer, tiefenpsychologisch fundierter und psychoanalytisch-interaktioneller Einzelpsychotherapie Analytische Psychotherapie Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Psychoanalytisch- interaktionelle Psychotherapie Indikation-bei zahlreichen u./o. chronifizierten unbewuten Konflikten -bei aktuell wirksamen unbewuten Konflikten -deutlich sichtbare Auslser -Strungen auf niederem Strukturniveau (Borderlinestrungen) Technik-Frderung der Regression -kaum Fokussierung -Therapie zumeist im Liegen -Analytiker kaum strukturierend und aktiv -Einschrnkung der Regression -Fokussierung -Therapie zumeist im Sitzen -Analytiker vermehrt strukturierend und aktiv -Einschrnkung der Regression -Therapie zumeist im Sitzen -Prinzip Antwort -bernahme von Hilfs-Ich- Funktionen -Klarifizierung von Affekten Zielgrundlegende Bearbeitung und Vernderung mglichst vieler Konfliktfelder Bearbeitung und Vernderung von einzelnen Konflikten oder Beziehungs- mustern (von Foci) Frderung der Ich-Stabilitt (u.a. durch die Frderung der Mischung von gut und bse des Selbst und der Objekte) Dauer80 300 h bei 2 4 Sitzungen wchentlich 25 100 h bei 1 2 Sitzungen wchentlich 80 300 h bei in der Regel 1 2 Sitzungen, selten 3 4 Sitzungen wchentlich
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  • Grundprinzipien analytischer Psychotherapie Widerstand Unbewute frhkindliche Wnsche Belebung unbewuter frhkindlicher Wnsche Integration frhkindlicher Wnsche ins Ich Realittsangemessene Umsetzung von unbewuten Wnschen Bewutmachung unbewuter Wnsche innerhalb der Therapie
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  • Grundprinzipien analytischer Psychotherapie Widerstand gegenwrtige (pathologische) Gesamtdynamik Aktivierung der regressiven Dynamik (Belebung der bertragung) Vernderung der regressiven Dynamik (Vernderung der bertragung) vernderte (weniger pathologische) Gesamtdynamik Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten bertragungs- und Gegenbertragungsanalyse
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  • Unterschiede zwischen analytischer, tiefenpsychologisch fundierter und psychoanalytisch-interaktioneller Einzelpsychotherapie Analytische Psychotherapie Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Psychoanalytisch- interaktionelle Psychotherapie Indikation-bei zahlreichen u./o. chronifizierten unbewuten Konflikten auf reifem und mittlerem Strukturniveau des Ich -bei aktuell wirksamen unbewuten Konflikten -deutlich sichtbare Auslser -Strungen auf niederem Strukturniveau (Borderlinestrungen) Technik-Frderung der Regression -kaum Fokussierung -Therapie zumeist im Liegen -Analytiker kaum strukturierend und aktiv -Einschrnkung der Regression -Fokussierung -Therapie zumeist im Sitzen -Analytiker vermehrt strukturierend und aktiv -Einschrnkung der Regression -Therapie zumeist im Sitzen -Prinzip Antwort -bernahme von Hilfs-Ich- Funktionen -Klarifizierung von Affekten Zielgrundlegende Bearbeitung und Vernderung mglichst vieler Konfliktfelder Bearbeitung und Vernderung von einzelnen Konflikten oder Beziehungs- mustern (von Foci) Frderung der Ich-Stabilitt (u.a. durch die Frderung der Mischung von gut und bse des Selbst und der Objekte) Dauer80 300 h bei 2 4 Sitzungen wchentlich 25 100 h bei 1 2 Sitzungen wchentlich 80 300 h bei in der Regel 1 2 Sitzungen, selten 3 4 Sitzungen wchentlich
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  • Zur Effektstrke Berechnung (Fricke & Treinies 1985) d = M (EG) M (KG) / SD (KG) Einteilung Klein: d von mind. 0.2 und kleiner als 0.5 Mittel: d von 0.5 und kleiner als 0.8 Gro: d von 0.8 und grer
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  • RCTs zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie (tfP) - nach Brandl, Y. u.a.: in Forum Psychoanal 2004 (20),13-125 - Strung (ICD)Anzahl RCDs Effekt- strke VergleicheSonstiges Depression (F3) 6262 0,90-2,80tfP=CBT (Metaanalyse) tfP+Pharmaka>Pharmaka Angststrungen (F40-42) 40,95-1,99tfP=CBTSymptomreduktion von 75% Belastungsstrun- gen (F43) 7>0,80tfP=Desensibilisierung (eine der Studien) Somatoforme Strungen (F45,48) 5=1,351 Jahr Follow up: ES=1,20 Estrungen (F50)6signifikant wirksam tfP=CBT (Bulimie) tfPCBT (bergewicht)tfP+med. Behandlung > med. Behandlung (Ulcus) Persnl.- u. Verhal- tensstrungen (F6) 5signifikant wirksam BPS: ES-Gesamtrating tfP= 1,31; CBT=1,00 Abhngigkeit und Mibrauch (F1,55) 6signifikant wirksam tfP=CPT (Opiatabh.) tfP=CBT (Kokainabh.) tfP=CPT (Alkoholmi.)
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  • Praxisstudie Analytische Langzeittherapie (Rudolf et al. 2004)
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  • Definition der Behandlungsgruppen
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  • GSI- Vergleich mit anderen Studien 1,37 1,34 1,34 0,95 Effektstrken Brockmann 2002 Leichsenring in press T- Werte - Faktor Zeit ist signifikant (p