Ausgabe 03/13 (Spezial: USA - Wirtschaftsperspektiven 2013)

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Text of Ausgabe 03/13 (Spezial: USA - Wirtschaftsperspektiven 2013)

  • P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    der Deutsche gilt ja gemeinhin als Schwarzmaler, der immer und immer wieder Probleme durchkaut, ber diese klagt und dabei eventuelle positive Dinge ausblendet. Eine Verallgemei-nerung ist jedoch nicht angemessen, gibt es hierzulande doch immer wieder Stimmen, die ein Ende der ewigen Miesmache-rei und stattdessen eine Konzentration auf die positiven Dinge fordern. Dies gilt wohl auch bei der Bewertung konjunktu-reller Entwicklungen. Wie gro dabei jeweils das Verhltnis zwischen Schwarzmalern und den Daueroptimisten ist, lsst sich nur schwer beziffern. Es drfte aber in jedem Fall sol-che und solche geben. Auch die Meinungen ber den jngst gemeldeten Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes

    2012 gehen sicherlich auseinander. Whrend manch einer eine robuste Wirtschaft mitten in der Schuldenkrise sehen und damit zuversichtlich ob der weiteren Entwicklung gestimmt sein knnte, werden andere durch die deutlich nachgelassene Wachstumsdynamik sowie insbesondere den Konjunkturrck-gang im zweiten Halbjahr zum Schwarzmalen verleitet, weil damit deutlich wird, dass die Krise in der Eurozone Deutsch-land immer strker trifft.

    Herzlichst,Ihre Redaktion von BRSE am Sonntag

    Editorial

    3 Sonntag , 20 . J anuar 2013

    Das US-Imperium schlgt zurck

    SPEZIAL > SEItE 8

  • SoNNtAg, 20. JANUAR 2013

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL SERIE UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    AKtIEN & MRKtE

    Schliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: China trendwende? . . . . . . . . . . . . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, EURo StoXX 50 . . . . . . .5Aktie der Woche: PULSIoN Medical Systems . . . . . . . . . . . 6

    SPEZIAL

    USA - Wirtschaftsperspektiven 2013 . . . . 8

    SERIE

    Aktienanleihen teil 2 . . . . . . . . . . . . . . . .11

    UNtERNEHMEN

    Unternehmen der Woche: Lautsprecher teufel gmbH . . . . . . . . . . . 13News: eBay, Intel, general Electric . . . . . . 14

    FoNDS

    Fonds der Woche: DWS Japan opportunities . . . . . . . . . . . .15Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

    ZERtIFIKAtE

    Zertifikate-Idee: RWE-Capped-Bonus-Zertifikat . . . . . . . 18Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

    RoHStoFFE

    Rohstoff der Woche: Mais . . . . . . . . . . . . . .20Rohstoffanalysen: Lebendrind, gold, Platin, Palladium. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    LEBENSARt

    Refugium der Woche: Hotel Seiyo ginza, tokio . . . . . . . . . . . . . . 22Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22Coffeetable-Favourites: Meilensteine im Prestel Verlag . . . . . . . . 23Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

    WAS DENKEN SIE BER DIESES tHEMA? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de

    Schliekers Woche

    Reinhard Schlieker

    ZDF Wirtschafts-korrespondent

    Es ist faszinierend zu sehen, wie der Kampf um Mittel der nrd-lichen EU-Lnder neue Fronten, neue Verbndete schafft in Europa. Das ge-meinsame Interesse mag bei einigen tat-schlich der Erhalt der gemeinschaft sein, aber ber den tag hinaus denken sicher auch viele

    schon allein, um bestehende, durchaus ver-traute Strukturen zu erhalten. Die gemein-same Haftung ist ja seit dem Machtwort der EZB zu ihren geplanten Anleihekufen mehr oder weniger festgezurrt und wird erst wie-der in die Diskussion geraten, wenn es ans Bezahlen geht. Dann aber sicherlich sehr vehement, denn mancher wird erst da auf-wachen und sehen, dass mitgefangen auch wirklich mitgehangen bedeutet. Bisher ging es glimpflich ab, und, man muss es der Fair-ness halber sagen, die betroffenen Lnder von griechenland bis Irland haben massive Lasten geschultert, um den Weg aus dem Schlamassel zu finden. In Portugal mussten Staatsdiener auf 30%, Rentner auf 15% ihres Einkommens verzichten. Weder in Deutsch-land wre so etwas ohne Brgerkrieg zu ma-chen noch erst recht in Frankreich, wobei in Frankreich etwas hnliches durchaus ntig werden knnte, in Deutschland zum glck wohl nicht.Die harten Unterschiede innerhalb der EU sind historisch bedingt und werden auch so schnell nicht berwunden wer-den. Innerhalb der Bundesrepublik haben wir die gemeinschaftshaftung aber schon seit Jahrzehnten und im Alltag regt sich kaum jemand auf bis vor einigen Jahren. Da lief die Sache aus dem Ruder. hnlich wie in der EU, auch deren demografischer Entwicklung sehr hnlich, zahlten immer weniger sogenannte Reiche fr immer mehr Arme. Bei uns heit das Anglei-chung der Lebensverhltnisse und das gebot dafr findet sich (nur indirekt) im grundgesetz. Den Verfassungsvtern und

    ihren Interpreten vom gericht in Karls-ruhe schwebte ein Schreckgespenst vor Augen: Arme Agrarlnder mit rckstndi-gen Strukturen vereint in einem Staate mit wohlhabenden Industriestandorten, jeder Urlaubstrip eine Zeitreise. Der Lnderfi-nanzausgleich war die Lsung und ist heute das Problem. Inzwischen zahlen drei Ln-der fr den Rest im Jahr etwa 8 Mrd. Euro. Hamburg, einst sprichwrtlich fr die rei-chen Pfefferscke, hat sich aus der Spenden-gala jngst verabschiedet. Hessen, Baden-Wrttemberg und Bayern zahlen weiter, es ist wie bei den zehn kleinen Negerlein: Jedes Jahr fehlt einer mehr. Nun wollen Hessen und Bayern dagegen klagen, dass sie jhrlich mehr abdrcken mssen. Denn die Angleichung der Lebensverhltnisse kann ja wohl nur eine Annherung bedeu-ten. De facto aber leben manche ganz gut mit gebremstem eigenen Schaum, was die heimische Sanierung angeht, von den Zu-schssen anderer: Schlemmen ohne Reue? Man knnte diesen Eindruck gewinnen, wenn man sieht, dass beispielsweise Berlin jedes Jahr den gegenwert eines nicht funk-tionierenden Flughafens kassiert und damit weiteren Unsinn anstellt. Die Kernfrage in Hessen: Warum kann das Empfngerland Rheinland-Pfalz kostenlose Kinderbetreu-ung anbieten, das geberland Hessen ne-benan muss sich so etwas aber verkneifen und berweist stattdessen? Das ist die Krux mit der Solidaritt: Man gibt gerne, wenn eigenes Bemhen um Besserung auch beim Empfnger zu sehen ist. Der Anreiz dafr ist in unserem System nicht da die Euro-zone ist da fast schon weiter. Hchste Zeit also, dass das Bundesverfassungsgericht ein paar Pflcke einschlgt. Am besten auch noch zgig, ehe die letzten drei Musketiere selbst k. o. sind.

    Die Bundesmelkmaschine

    bRSE am Sonntag 03/1 302

  • Continental: Umsatz ausgeweitetDer Reifenproduzent und Automobilzulieferer Continental (WKN: 543900) erhhte den Umsatz im vergangenen Jahr von 30,5 auf rund 32,7 Mrd. Euro. Ende oktober 2012 hatte das Management einen Anstieg auf mehr als 32,5 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Die um Sonderposten bereinigte operative gewinnmarge stieg von 10,1% auf 10,7%. Im laufenden Jahr sollen trotz der sich verschrfenden Absatzkrise in Europa mehr als 34 Mrd. Euro umgesetzt und erneut eine zweistellige Marge erzielt werden.

    JPMorgan: GewinnsprungDie US-grobank JPMorgan (WKN: 850628) erhhte den gewinn im Schlussquartal von 3,73 auf 5,69 Mrd. US-Dollar. Je Aktie legte der gewinn von 0,90 auf 1,39 US-Dollar zu. Analysten hatten 1,16 US-Dollar prognostiziert. Der Umsatz zog von 21,47 auf 23,65 Mrd. US-Dollar an. Im gesamtjahr legte der gewinn von 18,98 auf 21,28 Mrd. US-Dollar beziehungsweise von 4,48 auf 5,20 US-Dollar je Aktie zu. Im Vergleich zu 2011 schrumpfte der Umsatz von 97,23 auf 97,03 Mrd. US-Dollar.

    Goldman Sachs: berschuss fast verdreifachtDas geschft brummt: Im vierten Quartal steigerte goldman Sachs (WKN: 920332) den gewinn von 1,01 auf 2,89 Mrd. US-Dollar. Der gewinn je Aktie zog auch dank einer deutlich gesunkenen Aktienzahl von 1,84 auf 5,60 US-Dollar an. Experten hatten nur mit 3,66 US-Dollar je Anteilschein gerechnet. Im Vergleich zur Vorjahresperiode klet-terte der Umsatz von 6,05 auf 9,24 Mrd. US-Dollar. Prognose: 8 Mrd. US-Dollar. 2012 steigerte goldman den berschuss von 4,44 auf 7,48 Mrd. US-Dollar, den Umsatz von 28,81 auf 34,16 Mrd. US-Dollar.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL SERIE UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    tERMINE DER WoCHE

    22.01. 11:00 DE ZEW, Index Kon-junkturerwartun-gen Jan.

    22.01. 16:00 USA Verkufe beste-hende Huser Dez.

    22.01. - Japan Bank of Japan, Ergebnis der Ratssitzung

    24.01. 02:45 China Einkaufsmanage-rindex verarb. g. (HSBC) (1. V.) Jan.

    24.01. 10:00 EWU Einkaufsmanager-indizes (1. Verf-fentlichung) Januar

    25.01. 10:00 DE ifo geschfts-klimaindex Januar

    25.01. 16:00 USA Verkufe neuer Huser Dezember

    ZItAt DER WoCHE

    Die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 sowie die Schuldenkrise in der Eurozone haben die entwickelten Industriestaaten weitaus hrter getrof-fen als die Schwellenlnder.

    Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PricewaterhouseCoopers (PwC) Deutsch-land, kommentiert eine neue Studie von PwC, wonach sich die gewichte in der globalen ko-nomie in den kommenden Jahrzehnten deut-lich zugunsten der heutigen Schwellenlnder verschieben werden.

    ZAHL DER WoCHE

    +2,2 Mrd. EuroInmitten der europischen Schuldenkrise hat der deutsche Staat 2012 erstmals seit fnf Jahren wieder einen berschuss erzielt: Bund, Lnder, Kommunen und Sozialversicherungen nahmen zusammen 2,2 Mrd. mehr ein als sie ausgaben. Der berschuss entspricht 0,1% des BIP, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

    SAP: Operativ weniger verdientIm vierten Quartal schrumpfte der von SAP (WKN: 716460) erzielte operative gewinn nach ersten Berechnungen von 1,67 auf 1,59 Mrd. Euro. Die operative gewinnmarge s