Ausgabe 04/13 (Spezial: Zertifikatemarkt 2013)

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Text of Ausgabe 04/13 (Spezial: Zertifikatemarkt 2013)

  • P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    schon Theodor Fontane wusste: Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf. In geldpo-litischer Hinsicht ist es gerade hip, Geld aus dem Nichts zu schaffen. Jngst hat die japanische Notenbank angekndigt, bei diesem riskanten Spiel noch eine Schippe draufzulegen. In Ermangelung von Alternativen bleibt ihr scheinbar nichts anderes brig, als so zu versuchen, die eigene Whrung ab-zuwerten, um das Versprechen der Regierung einzulsen, die Konjunktur anzukurbeln. Der jahrelange, nutzlose geldpoli-tische Wahnsinn in Japan wird damit auf eine neue Stufe ge-hoben. Erschreckend ist dabei, dass immer wieder die gleichen

    Mittel genutzt werden, in der Hoffnung, dass sie diesmal zum gewnschten Ziel fhren. Wirtschaftswachstum lsst sich aber nicht verordnen, schon gar nicht mit aus dem Nichts ge-schaffenem Geld. Auch viel hilft in diesem Fall nicht viel. Im Gegenteil: Erstens wird dadurch der weltweite Whrungskrieg weiter geschrt. Zudem verschrft dies die ohnehin extrem schlechte Haushaltslage Japans. Aber auch immense Schulden und Staatsdefizite sind ja derzeit in Mode.

    Herzlichst,Ihre Redaktion von BRSE am Sonntag

    Editorial

    4 Sonntag , 27 . J anuar 2013

    SPEZIAL > SEItE 8

    Zertifikatemarkt 2013

  • SoNNtAG, 27. JANUAR 2013

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL SERIE UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    AKtIEN & MRKtE

    Schliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: Japan Nicht kleckern, sondern klotzen! . . . . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, EURo StoXX 50 . . . . . . .5Aktie der Woche: SAP . . . . . . . . . . . . . . . 6

    SPEZIAL

    Zertifikatemarkt 2013. . . . . . . . . . . . . . . . 8Gastbeitrag: Jrg Moritzen . . . . . . . . . . . .11

    SERIE

    Aktienanleihen teil 3 . . . . . . . . . . . . . . . 12

    UNtERNEHMEN

    Unternehmen der Woche: t&A . . . . . . . 14News: Apple, Google, Nokia . . . . . . . . . . . 15

    FoNDS

    Fonds der Woche: LBBW Global Warming . . . . . . . . . . . . . 16Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

    ZERtIFIKAtE

    Zertifikate-Idee: Quanto-Discount-Silber-Zertifikat . . . . . 18Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

    RoHStoFFE

    Rohstoff der Woche: Baumwolle . . . . . . . . .20Rohstoffanalysen: Mais, Brent, orangensaft, Zink. . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    LEBENSARt

    Refugium der Woche: Windsor Hotel toYA Resort & Spa . . . . . 22Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22Coffeetable-Favourites: Koen Vermeule Dreamer . . . . . . . . . . . 23Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

    WAS DENKEN SIE BER DIESES tHEMA? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de

    Schliekers Woche

    Reinhard Schlieker

    ZDF Wirtschafts-korrespondent

    Grobritannien lebt von seinem Empire und betrachtete es stets als eine Art gott-gewollte Segnung fr das gesthlte Insel-volk, das seit 1066 jeder Invasion wider-stand, seinerseits da-gegen alle mglichen Erdteile maximal-invasiv behandelte. Imperiale trume

    waren denn auch nur verpnt, wenn sie bei-spielsweise von einem deutschen Kaiser aus-gingen: Imperial wurde ein Schimpfwort, Empire hingegen nicht.Auf die weltweite Bedeutung hat sich der Brite seit Jahrhunderten vorbereitet die Schpfer der legendren Asterix-Comics zeichneten schon das Bild des etwas dn-kelhaft wirkenden antiken Britanniers, der mit stiff upper lip am Lagerfeuer sitzt und stocksteif sein heies Wasser mit Milch trinkt, dergestalt darber sinnierend, ob nicht die Eroberung Indiens mitsamt der dort verfgbaren Ausbeute an feinstem tee nicht schon genetisch verankert war, als man in den Pariser Salons noch nicht einmal toiletten kannte (und sonst wo natrlich auch nicht). Bei dieser Sicht der Dinge muss das Schicksal des Knigreichs wie ein stets schmerzender Stich vorkommen. Die Ln-dereien jenseits der Weltmeere sind verloren; Grobritannien ist darauf zurckgeworfen, sich mit den Kleingeistern vom europi-schen Kontinent herumzurgern. Das trieb den Premierminister Ihrer Majestt, David Cameron, dieser tage dazu, eine Schimpfka-nonade gleich zweimal abzulassen: Daheim, um die Anhnger einer Weg mit Europa-Partei mglichst wieder in einstellige Um-frageregionen zurckzutreiben, andererseits in Davos beim World Economic Forum, um zu signalisieren, dass der Brite sich nicht von Bleistiftspitzern in Brssel vorschreiben lsst, wie er zu leben hat. Schade eigentlich, dass die vorgetragene Emprung und die selbst-gewisse Vorlesung darber, wie man es ein-zig richtig macht in der Wirtschaft, darauf

    angelegt zu sein schien, zweifelnde Sympa-thisanten endgltig ber den Kanal zu trei-ben. Denn jenseits der Polarisierung gibt es definitiv britisch-kritische Anstze, was man auch hier besser machen knnte. Nicht dazu gehren allerdings die mit Stolz hervorgeho-benen Leistungen Londons auf dem Gebiet des Eindampfens von Sozialleistungen zum Beispiel. Schon vor Cameron war das briti-sche Sozialsystem nicht ppig und die Frde-rung von Bildung und rmeren Jugendlichen hat auch nicht funktioniert. Hin und wie-der wird ja mal hingeschaut von auswrts, wenn brgerkriegshnliche Zustnde nicht nur in den verfallenden Einwandergebieten, sondern auch in brgerlichen Vierteln ihre opfer fordern. Die kontinentaleuropische berversorgung und der Pamperismus, der gottvaterhnliche Staat in manchen Ln-dern, der ttschelt und lenkt, ist aber nun ja auch nicht das Wahre eine Mischung wre nicht schlecht, aber schon das Wort Kompromiss lsst Cameron offensichtlich frsteln. Das verhindert leider gute Chancen und er gab in Davos beim Weltwirtschafts-forum ein nicht ganz so gnstiges Bild eu-ropischen Problembewusstseins ab. An-dere Kontinente haben ganz andere Sorgen. Solche, die Grobritannien aber durchaus noch bekommen kann: fehlende Industrie, fehlende Mittelschicht zum Beispiel. Fr Cameron war es ein Merkmal hchst an-sehnlicher Internationalitt, als er hervorhob, dass Briten und Inder gemeinsam die neueste Version des Jaguars entwickeln. Nun, zum einen gehrt der Autohersteller den Indern und zum anderen drngt sich unwillkrlich der Gedanke auf, dass Briten frher einmal Autos auch ganz allein bauen konnten.

    Milch zum heien Wasser?

    bRSE am Sonntag 04/1 302

  • Drgerwerk: Eigene Prognose berbotenIm vergangenen Jahr steigerte Drgerwerk (WKN: 555063) die EBIt-Marge nach vorlufi-gen Berechnungen von 9,5% auf 9,7%. Anfang November hatte der Lbecker Medizin- und Sicherheitstechniker fr 2012 eine operative Gewinnmarge im mittleren Bereich der Prognose-spanne von 8,0% bis 9,5% in Aussicht gestellt. Der Umsatz zog von 2,26 auf knapp 2,4 Mrd. Euro an. 2013 soll die EBIt-Marge voraussichtlich 8,0% bis 10,0% erreichen. Das vollstn-dige Zahlenwerk sowie eine konkretisierte Prognose will Drgerwerk am 12. Mrz vorlegen.

    Beiersdorf: Jahresumsatz erhhtDer fr seine Marken Nivea und tesa bekannte Kosmetik- und Klebstoffprodu-zent Beiersdorf (WKN: 520000) steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr von 5,63 auf 6,04 Mrd. Euro. organisch wuchs der Umsatz um 4,7%. Anfang November 2012 hatten die Hamburger einen Anstieg um 3% bis 4% in Aussicht gestellt. In der Kosmetiksparte zog der Umsatz von 4,70 auf 5,05 Mrd. Euro an, in der Klebstoffsparte von 937 auf 992 Mio. Euro. Die operative Gewinnmarge (EBIt-Marge) soll wie prognostiziert rund 12% erreicht haben.

    IBM: Erwartungen bertroffenIBM (WKN: 851399) erhhte den berschuss im Schlussquartal dank reduzierter Kosten von 5,49 auf 5,83 Mrd. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn von 4,62 auf 5,13 US-Dollar an, vor Sonderposten von 4,71 auf 5,39 US-Dollar. Umsatzwachstum verzeichnete le-diglich das Software-Geschft der entsprechende Spartenumsatz kletterte von 7,65 auf 7,92 Mrd. US-Dollar. Der Gesamtumsatz sank von 29,49 auf 29,30 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten 29,1 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 5,25 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten erwartet.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL SERIE UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    tERMINE DER WoCHE

    28.01. 13:30 US Caterpillar, Ergebnis 4. Quartal

    28.01. 14:30 US Auftragseingang fr langlebige Gter Dezember

    30.01. 11:00 EU Geschfts- und Verbraucherstimmung Januar

    30.01. 15:00 US Federal Reserve Bank Ratssitzung

    31.01. 08:00 DE Auenhandelspreise Dezember

    31.01. 08:00 DE Einzelhandelsumsatz Dezember

    01.02. 14:30 US Arbeitsmarktdaten Januar

    ZItAt DER WoCHE

    Der Kapitn hat die Binde. Und der Kapitn ist der Parteivorsit-zende. Die Sturmspitze ist der Spitzenmann, der vorne die tore schieen soll. Und das bin ich.

    Nach monatelangem Fhrungsstreit in der FDP erlutert Fraktionschef Rainer Brderle seine und Philipp Rslers Rolle mittels Fuballsprache.

    ZAHL DER WoCHE

    +5,1 Mio.Mehr als fnf Jahre nach Ausbruch der Fi-nanzkrise wird die globale Arbeitslosigkeit 2013 laut Expertenprognosen erneut deut-lich steigen. Im Laufe des Jahres muss mit zustzlichen 5,1 Mio. Menschen ohne Job gerechnet werden, warnt die Internationale Arbeitsorganisation ILo.

    Siemens: Weniger verdientDer von Siemens (WKN: 723610) im ersten Geschftsquartal (Ende: 31. Dezember) erzielte berschuss schrumpfte von 1,38 auf 1,21 Mrd. Euro. Je Aktie fiel der Gewinn von 1,54 auf 1,40 Euro. Der Gewinn aus fortgefhrter Geschftsttigkeit ging von 1,31 auf 1,30 Mrd. Euro zurck. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Umsatz von 17,86 auf 18,13 Mrd. Euro zu. Der Auftragseingang sank von 19,79 auf