Ausgabe 23/13 (Spezial: Türkei)

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Text of Ausgabe 23/13 (Spezial: Türkei)

  • J u b i l u m2003 - 2013

    P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    23 Sonntag , 09 . Jun i 2013

    Editorial

    Trkischer Zorn verschreckt Investoren

    SPEZIAL > SEItE 10

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    eine Protestwelle mit Toten und weit ber 4.000 Verletzten er-schttert die Trkei. Auslser war ein einzelnes Bauvorhaben, doch schlaglichtartig wurden Verletzlichkeit und Zerrissen-heit des gesamten Staatsgebildes deutlich. Auch 90 Jahre nach Atatrks Grndungsakt, dem der Holocaust an den Armeniern und die Vertreibung der Griechen voranging, sind tiefe Wunden im Land am Bosporus zu bemerken.Ministerprsident Erdogan versucht bislang, die aktuelle Protestwelle, die doch so tief blicken lsst, herabzuspielen. Er spricht von Randa-lierern, ja, von Terroristen, und gibt sich kampflustig. Im Schatten der Proteste strebt er aber und das beunruhigt auch die Brsianer hin zu einer stark islamisierten Gesellschaft. Die uralte, vielfltige

    Kultur, die sogar die Osmanen noch tolerierten: in der Trkei scheinen derzeit auch ihre letzten Reste keine Zukunft zu haben.Die politische Unsicherheit irritert Investoren, die Konjunktur am Bosporus flaut ohnehin seit etwa zwei Jahren ab. An der Brse in Istanbul brachen die Aktienkurse ein, die trkische Lira wurde er-neut abgewertet. Mehr dazu lesen Sie im Spezial dieser Ausgabe. Doch das ist nur eines unserer Themen. Auch zum drohenden Handels krieg mit China und den volatilen Aussichten an den Aktien mrkten mchten wir Sie informieren.

    HerzlichstIhre Redaktion von BRSE am Sonntag

  • SONNTAG, 09. JUNI 2013

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    AKTIEN & MRKTESchliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: Lettland Aus Lats wird Euro . . . . . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5Aktie der Woche: Intel . . . . . . . . . . . . . . . 7

    SPEZIALTrkei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

    UNTERNEHMENUnternehmen der Woche: Lechler GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13News: Voestalpine, Tesco, Ciena. . . . . . . 14

    FONDSFonds der Woche: DWS Top Dividende . . . . . . . . . . . . . . . 15Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

    ZERTIFIKATEZertifikate-Idee: Mnchener Rck-Bonus-Zertifikat Pro . . . 17Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

    ROHSTOFFERohstoff der Woche: Kakao . . . . . . . . . . . 19Rohstoffanalysen: Mageres Schwein, Mais, Platin, Zucker. . . 20

    LEBENSARTProdukt der Woche: Headboards schlafen wie im Grand Hotel . . . . . . . . . 22Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 23

    WAS DENKEN SIE BER DIESES THEMA? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de

    Die Europer, ge-nauer gesagt die EU, noch genauer gesagt die Europische Kommission, haben die beneidenswerte Fhigkeit neben vielen anderen , mit schlafwandlerischer Sicherheit Sachen zu erfinden, die besten-falls nutzlos, meist aber grotesk schd-lich sind. Das mag

    auch daran liegen, dass die Kommission eine Machtflle besitzt, vor der bald jeder in Europa kapitulieren muss, und in der Schlange derjeni-gen, die resigniert ihre Waffen abliefern wollen, steht der gesunde Menschenverstand stets an prominenter Stelle.Die Vorgnger und Vorvorgnger statteten die Kommission mit ihren unveruerlichen Rechten aus, und die heutigen Regierungen entsandten dorthin Leute, die bestenfalls als Knallchargen Dienst tun, das aber laut und deutlich. Ein Handelskommissar namens De Gucht kann so behaupten, er tue ja nur seinen Job, wenn er Strafzlle gegen chinesi-sche Solarpaneele erhebe elf Prozent bis Ende August, danach 47 Prozent. Die Menschheit wre wohl besser dran, wenn der Mann auf die Ausbung seines Job verzichten wrde. Denn die Herstellung solcher Module ist fr Europa keine wichtige Industrie: es ist keinerlei High-Tech, die chinesische Preisgestaltung trifft nur eine verschwindend kleine Teileinheit der Solarindustrie dem groen Rest schadet der EU-Strafzoll, denn die Preise werden steigen. Das betrifft alle Lieferanten von Komplettsys-temen. Hierzulande, wohlgemerkt.Natrlich beziehen die chinesischen Firmen alle Werkzeugmaschinen und Ausrstung aus Europa, und zustzliche Technologie zu den Zellen und Paneelen kauft das Land auch hier: ehe es seine Module weltweit exportiert. Der Handelskommissar hat den Wettbewerb im Selber-ins-Knie-Schieen klar fr sich entschie-den. Das sieht auch Bundeswirtschaftsminister

    Rsler so, den man auf dem Familienunterneh-mertag in Berlin fragen konnte. Die Strafzlle sind Nonsens, 17 EU-Lnder sind dagegen, aber vor 2014 werden sie nicht gefragt werden. Was den Fragesteller erstaunt, ist die resignie-rende Nonchalance, die mit dieser Feststellung einhergeht. Auch wenn der Minister immerhin zugibt, dass solche Strafzlle auch deshalb ver-mintes Gelnde sind, weil man ja gerade der ganzen Solarchose in Europa definitiv nicht nachsagen kann, dass sie vllig staatsfrei abliefe. Die deutsche EEG-Frderungspolitik wrde China, wre man dort entschlossen, gute Grnde geben, weitere Einfuhren zu stoppen. Wenn man berdies die traditionelle europi-sche Agrarpolitik betrachtet und danach noch Lust versprt, sich die Struktur- und Regio-nalfrderungen anzusehen, die es hierzulande gibt, dann kann man ermessen, was bei stren-ger Betrachtung an Strafzllen auf Europa zu-kommen msste. Welch ein Glck, dass hier noch ein paar Dinge erzeugt werden, die die Welt braucht! Wehe uns, wenn das mal nicht der Fall sein wird.In der Geschichte sind Zlle und sonstige Handelshemmnisse fter der scheinbar gns-tige Ausweg aus Krisen gewesen gentzt hat es nie. Als England seine Industrie im 19. Jahrhundert schtzen wollte, indem an-dere Lnder gezwungen wurden, Herkunfts-bezeichnungen auf ihre Gter zu schreiben, wirkte das wie ein Konjunkturprogramm fr den Kontinent: "Made in Germany" wurde zum Qualittsmerkmal, ja, zum Ehrenemb-lem jeder Maschine, jedes Werkzeugs, jedes Stahlrohrs. Das eigene Knie haben die Briten damals zielsicher getroffen. Das knnte man in Brssel wissen, aber dort scheint man den Schuss nicht gehrt zu haben.

    Der Knieschuss-Wettbewerb

    Schliekers Woche

    Reinhard Schlieker

    ZDF Wirtschafts-korrespondent

    bRSE am Sonntag 23/1 302

  • Morphosys: Ausblick optimistischerAngesichts einer Vorauszahlung von GlaxoSmithKline (WKN: 940561) in Hhe von 22,5 Mio. Euro hat Morphosys (WKN: 663200) die Einnahmen-Prognose fr 2013 von 48 bis 52 Mio. auf 68 bis 72 Mio. Euro erhht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll statt -18 bis -22 Mio. Euro nun -2 bis +2 Mio. Euro erreichen. Der britische Pharmakon-zern wird einen Antikrper (MOR103) von Morphosys zur Behandlung von rheumatoider Arthritis weiterentwickeln und vermarkten.

    Ahold: Gewinnsprung dank Beteiligungsverkauf Der in Europa und in den USA aktive niederlndische Handelskonzern Ahold (WKN: A0MZBE) vervielfachte den Gewinn im ersten Quartal von 285 Mio. auf 1,95 Mrd. Euro. Der Verkauf der schwedischen Lebensmittelkette ICA hatte das Ergebnis mit 1,75 Mrd. Euro aufpoliert. Aus fortgesetzter Geschftsttigkeit schrumpfte der Gewinn von 257 auf 208 Mio. Euro. Der Umsatz legte von 9,72 auf 10,12 Mrd. Euro zu. Statt fr 500 Mio. Euro sollen nun eigene Aktien fr insgesamt 2 Mrd. Euro zurckgekauft werden.

    Voestalpine: Dividende steigtVoestalpine (WKN: 897200) erhhte den berschuss im Geschftsjahr 2012/13 (Ende: 31. Mrz) dank reduzierter operativer Kosten von 413,27 auf 521,93 Mio. Euro. Der Vorsteu-ergewinn (EBT) legte von 504,37 auf 654,66 Mio. Euro zu. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) steigerte der sterreichische Stahlkonzern den Gewinn von 704,19 auf 853,63 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte dagegen von 12,06 auf 11,52 Mrd. Euro. Aktionre sollen an der Gewinnentwicklung mit einer von 0,80 auf 0,90 Euro erhhten Dividende beteiligt werden.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    MAN: Warnung vor GewinneinbruchDie im MDAX notierte VW-Tochter MAN (WKN: 593700), die Wolfsburger halten 75% des Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbauers, muss im zweiten Quartal fr ver-schiedene Risiken weitere 146 Mio. Euro zurckstellen. Anfang April waren bereits 140 Mio. Euro zur Seite gelegt worden. Im Gesamtjahr soll der Umsatz das Vorjahresniveau erreichen. Die Umsatzrendite werde jedoch ganz erheblich unter dem Wert von 2012 liegen, warnte der Vorstand. Im vergangenen Jahr hatte MAN 15,8 Mrd. Euro umgesetzt und eine Umsatzrendite von 6,1% erzielt (2011: 9,0%).

    Zynga: AusgespieltDer eng mit Facebook (WKN: A1JWVX) verbandelte kalifornische Spieleentwickler Zynga (WKN: A1JMFQ) streicht aus Kostengrnden 18% seiner Stellen. 520 Mitarbeiter mssen bis August gehen, verschiedene Standorte werden geschlossen. Auf diese Weise sollen vor Steuern jhrlich 70 bis 80 Mio. US-Dollar eingespart werden. Zunchst wird der Stellenab-bau das zweite Quartal allerdings mit 24 bis 26 Mio. US-Dollar belasten, das dritte Quartal mit 2 bis 5 Mio. US-Dollar. Zynga prognostiziert vor diesem Hintergrund fr das laufende Quartal 28,5 bis 39 Mio. US-Dollar Verlust.

    HHLA: Verbannung aus MDAXMit Wirkung zum 24. Juni wird die Hamburger Hafen & Logistik AG (WKN: A0S848) kurz HHLA aus dem MDAX verbannt. Der freie Platz geht an den Brsenneuling LEG Immobilien (WKN: LEG111). Aus dem SDAX fliegen Constantin Medien (WKN: 914720) und IVG Immo-bilien (WKN: 620570). Neu in den Index werden HHLA sowie RTL Group (WKN: 861149) auf-genommen. DAX und TecDAX bleiben unverndert. Die nchste planmige Index-berprf