Ausgabe 25/13 (Spezial: Transatlantic Trade and Investment Partnership)

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Text of Ausgabe 25/13 (Spezial: Transatlantic Trade and Investment Partnership)

  • J u b i l u m2003 - 2013

    P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    25 Sonntag , 23 . Jun i 2013

    Editorial

    Transatlantic Trade and Investment Partnership Obamas Freihandelsofferte auf dem Prfstand

    SPEZIAL > SEItE 10

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    Gewitterwolken ber den Finanzmrkten weltweit. Ein gewalti-ges Unwetter droht. Aber die Flut ist, anders als bei unwetterarti-gen Regenfllen blich, bereits da. Immer hher steigt der Pegel, doch es entsteht denen, die in den Fluten waten, kein Schaden. Verkehrte Welt! Die drohenden Gewitterwolken beziehen sich auf das Versiegen der Strme der Geldstrme. Mit 85 Milliarden US-Dollar werden die Mrkte bislang geflutet, Monat fr Monat. Das knnte nun ein Ende haben, so der Fed-Chef Ben Bernanke. Die Aktienmrkte reagieren heftig. Bernankes Wort war, so gesehen, in der vergangenen Woche wichtiger als das des US-Prsidenten Obama vor dem Brandenburger Tor. Trotzdem beschftigen wir uns in unserem Titelthema mit dem geplanten transatlantischen

    Handelsabkommen TTIP, denn hier liegen Chancen gerade fr den heimischen Markt. In zweierlei Hinsicht geht es bei uns auch an anderer Stelle um Amerika. Wir werfen einen genaueren Blick auf den brasilianischen Aktienmarkt und wir stellen ein Unternehmen vor, dessen Strategen ebenfalls gespannt dorthin blicken drften: Adidas. Fuball-WM und Olympia stehen bevor. Die Schatten, die das mit sich bringt, kommen von den drohenden Gewitterwolken der Armut und der lahmenden Konjunktur in Mittelamerika, ver-bunden mit sinkenden Aktienkursen. Womit sich der Kreis schliet.

    HerzlichIhre Redaktion von BRSE am Sonntag

  • SONNTAG, 23. JUNI 2013

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    AKTIEN & MRKTESchliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: Brasilien Abstieg eines Brsenstars . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . 5Aktie der Woche: adidas . . . . . . . . . . . . . . 6

    SPEZIALTransatlantic Trade and Investment Partnership. . . . . . . . . . 10

    UNTERNEHMENUnternehmen der Woche: Siemens . . . . . 13News: FedEx, Oracle, Adobe, German Pellets, Micron, Value Relations GmbH. . . . . . . 15

    FONDSFonds der Woche: DNCA Invest Eurose. . . . . . . . . . . . . . . 17Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

    ZERTIFIKATEZertifikate-Idee: Amazon-Capped-Bonus-Zertifikat . . . . 20Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

    ROHSTOFFERohstoff der Woche: Mais . . . . . . . . . . . 22Rohstoffanalysen: Baumwolle, Gold, Mageres Schwein, WTI . . . . . . . . 23

    LEBENSARTRefugium der Woche: Das Kameha Grand Hotel . . . . . . . . . . . 24Produkt der Woche: Sommer, Sonne, Liegestuhl . . . . . . . . . . 25Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 26

    WAS DENKEN SIE BER DIESES THEMA? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de

    Das Leben ist vol-ler berraschungen, und manches Ei auch. Spielzeug von Schokolade um-hllt? Den Kinder-Verfhrungsschlager von Ferrero liebt die ganze Welt. Die ganze? Nein, ein groes Land leistet hartnckig Wider-stand. Seit ber 80 Jahren kommt so

    etwas nicht in die Tte, denn in den Vereinig-ten Staaten sind Swaren nicht zum Verkauf zugelassen, welche nichtessbare Bestandteile in ihrem Inneren tragen. Das ist schn fr-sorglich gedacht, damit nicht etwa jemand auf Spielsachen beit, man wei ja, wie wichtig gut geformte Gebisse in den USA sind. Nun denn

    was aber ist mit Kirschen? Mit sen zumin-dest, denn Sauerkirschen sind ja nicht s, aber Skirschen knnte man auch als S-Waren verkaufen, oder? Pfirsiche? Mirabellen? Als Ihr Autor das letzte Mal Pfirsiche probiert hat, war das Fruchtfleisch s, der Kern aber hart und ungeniebar, der Zahnschmerz nachhaltig. Dies sind also nur einige wenige jener Fragen, die vielleicht nicht die Menschheit, wohl aber Heerscharen von Juristen und Handelskom-missaren ab sofort bewegen werden wie eine TV-geprfte Wippe das Kind. Die Vereinig-ten Staaten verfgen entgegen der eigentlich verbreiteteren Ansicht, dass man dort recht locker sei, ber ein brokratisches Gestrpp nebst fremdlndisch anmutender Regulierung, die sich gewaschen hat. Schon die Warnhin-weise auf Leitern ("Vorsicht beim Herunter-fallen") oder Autorckspiegeln ("Das Unheil knnte nher sein als es Ihnen vorkommt") sind legendr. Bei den forcierten Freihandels-gesprchen dieser Tage, von Prsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel nochmals be-krftigt, geht es zur Sache. Knifflig aber wer-den jene "nichttarifren Handelshemmnisse" wie Kraut und Rben. Der Zoll spielt im Ver-gleich eigentlich kaum eine Rolle und sowieso

    seine Kosten nicht ein. Erstaunlicherweise konnte man sich ohne Zank gleich mal auf die franzsische Forderung einstellen, dass Film, Medien und Musik nicht verhandelbar seien Frankreich schtzt diesen Bereich, kann aber auch nicht verhindern, dass sich Schauspieler selbst zollfrei exportieren, wie unlngst M. Depardieu, wenn auch nicht nach Amerika. Wirtschaftsforscher und Branchenverbnde listen derweil die milliardenschweren Vorteile, aber eben auch die Probleme auf, die zu bewl-tigen sind: Maschinen und Elektrogerte etwa sind nicht kompatibel zwischen der Alten und der Neuen Welt, das fngt mit dem Strom-schlagschutz an und hrt mit der Farbe von Prfetiketten noch lange nicht auf. Deutsche Exporteure fertigen oftmals zwei Versionen ei-ner Apparatur: Eine fr die ganze Welt, eine fr die USA. Mssen dort etwa Khlschrnke und Haartrockner extra sicher sein, weil das allgemeine Stromnetz hchst unsicher ist und von jedem besseren Sturm weggepustet wird? Das sind bse Fragen, die der Handelsdiplo-mat nicht stellen sollte. Umgekehrt wird man in Kentucky nicht begreifen, warum mit Chlor desinfizierte Hhnchen hier eine irrationale Furcht auslsen, oder sogenannter Genmais allgemeine Hysterie. Wie viele europische Be-sucher hat nochmal Florida jedes Jahr? Und es-sen die dort auch mal was zwischendurch? Und kehren heil wieder zurck? Es sei die Prognose erlaubt, dass der Freihandel kommen wird, aber wohl mit einem dazugehrigen Regelwerk im Bibelformat. Dennoch ein paar Bereiche drften brigbleiben, bei denen man feststellen wird: Mit den Gepflogenheiten des jeweils an-deren lsst sich auch leben. Ei, berraschung!

    Ei, berraschung!

    Schliekers Woche

    Reinhard Schlieker

    ZDF Wirtschafts-korrespondent

    bRSE am Sonntag 25/1 302

  • At&t: bernahmephantasiebernahmephantasie beflgelte zu Wochenbeginn die gesamte Telekombranche: Ge-sucht waren neben der Deutschen Telekom (WKN: 555750) auch Telefonica Deutschland (WKN: A1J5RX), Freenet (WKN: A0Z2ZZ) und Drillisch (WKN: 554550). Auslser war ein Bericht der Tageszeitung El Mundo, wonach AT&T (WKN: A0HL9Z) ein Auge auf die hochverschuldete spanische Telefonica (WKN: 850775) geworfen habe, aber am Widerstand der spanischen Regierung gescheitert sei. Telefonica dementierte den Bericht.

    Kabel Deutschland: Bieterkampfberraschendes Tauziehen um Kabel Deutschland (WKN: KD8888): Nachdem sich die britische Mobilfunkgesellschaft Vodafone (WKN: A0J3PN) nach monatelangen Spekula-tionen offiziell um den im MDAX notierten Kabelnetzbetreiber bemht, ist pltzlich auch der US-Medienkonzern Liberty Global (WKN: A0ET06), zu dem bereits Kabel Baden-Wrttemberg sowie Unitymedia gehren, an einer bernahme interessiert. Vodafone und Liberty sollen etwa 85 Euro je Aktie bieten.

    Red Hat: Umsatz und Gewinn erhhtIm am 31. Mai beendeten ersten Geschftsquartal steigerte der US-Linux-Spezialist Red Hat (WKN: 923989) den berschuss von 37,46 auf 40,39 Mio. US-Dollar. Je Aktie zog der Gewinn von 0,19 auf 0,21 US-Dollar an, vor Sonderposten von 0,30 auf 0,32 US-Dollar. Der Vorsteuergewinn legte von 55,09 auf 57,70 Mio. US-Dollar zu, der operative Gewinn von 50,91 auf 56,62 Mio. US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum klet-terte der Umsatz von 314,73 auf 363,26 Mio. US-Dollar. Experten hatten mit 360 Mio. US-Dollar Umsatz und 0,31 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten gerechnet.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    H & M: Weniger verdientDer Gewinn der schwedischen Bekleidungskette Hennes & Mauritz (WKN: 872318) sank im zweiten Geschftsquartal (Ende: 31. Mai) von 5,22 auf 4,65 Mrd. Schwedische Kronen (540 Mio. Euro). Vor Steuern schrumpfte der Gewinn von 7,05 auf 6,12 Mrd. Kronen, im operativen Geschft von 6,89 auf 6,02 Mrd. Kronen. Der Umsatz (ohne Um-satzsteuer) stagnierte bei 31,64 Mrd. Kronen. Gleichzeitig erhhten sie die Umsatzkosten von 12,12 auf 12,30, die Vertriebskosten von 11,81 auf 12,33 Mrd. Kronen. Die Verwal-tungsausgaben stiegen von 845 auf 985 Mio. Kronen.

    BMW: Neuzulassungen brechen einSchwache Zulassungszahlen aus Europa das tiefste Mai-Niveau seit 20 Jahren belas-teten BMW (WKN: 519000) und VW (WKN: 766403). Lediglich Daimler (WKN: 710000) verzeichnete im vergangenen Monat ein leichtes Zulassungsplus von 0,7%. Bei BMW brachen die Neuzulassungen um 7,2% ein, bei Volkswagen um 2,8%. Noch dra-matischer sah die Statistik bei PSA Peugeot Citroen (-13,2%), General Motors (-11,3%), Fiat (-10,8%) und Renault (-10,0%) aus. Im Vergleich zur Vorjahresperiode schrumpften die Neuzulassung in der EU im Mai um 5,9% auf 1,04 Mio. Fahrzeuge.

    Microsoft: Verzicht auf bernahmeWenn die eigene Software auf den Smartphones von Nokia (WKN: 870737) luft, knnte auch gleich die gesamte Handy-Sparte des einstigen Weltmarktfhrers in Eigenregie be-trieben werden, dachte sich offenbar Microsoft (WKN: 870747). Entsprechende ber-nahmeverhan