Ausgabe 44/12 (Spezial: Technologiekonzerne)

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  • SPEZIAL > SEItE 9

    P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    zynisch knnte man sagen, manche Katastrophen kommen wie gerufen. Diesmal war es nun der die US-Ostkste verheerender Wirbelsturm Sandy. Sogar die US-Brsen mussten wegen ihm eine zweitgige Zwangspause einlegen. Der amtierende US-Prsident knnte indes Rckenwind im Wahlkampf bekommen haben, hatte er doch die Chance, sich als Macher zu prsentie-ren. Und auch fr viele Medien war der Monstersturm ein gefundenes, die Titelseiten und das TV beherrschende und fr jede Menge unsglicher Internet-Liveticker sorgendes Fressen. Berichte ber den Hurrikan und seine gewaltigen Zerstrungen sind zwar legitim, die mancherorts an den Tag gelegte Art und

    Weise ist jedoch fragwrdig. Allerdings gingen dadurch andere wichtige Themen unter, die es wert wren, sich ebenso ausfhr-lich zu widmen. Dazu gehrt die jngst gemeldete Rekordar-beitslosigkeit in der Eurozone, die grere Diskussion ber die Rettungspolitik und auch den Sinn des Euro nahelegt. Mittler-weile zwar sicherlich schon ermdend bleibt aber auch der Nie-dergang Griechenlands ein Thema. Und dann ist da ja noch die hanebchene Geschichte zu den deutschen Goldreserven.

    Herzlichst,Ihre Redaktion von BRSE am Sonntag

    Editorial

    44 Sonntag , 4 . November 2012

    Aufstieg und Fall der

    Technologiekonzerne

  • AKTIEN & MRKTE

    Schliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: China Nachhaltige Hoffnungsschimmer?. . . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, FTSE Greece Index. . . . . . .5Aktie der Woche: Sartorius . . . . . . . . . . . . 6

    SPEZIAL

    Technologiekonzerne . . . . . . . . . . . . . . . . 9

    UNTERNEHMEN

    Unternehmen der Woche: WMF. . . . . . . 12News: Bayer, Drgerwerk . . . . . . . . . . . . 13

    FONDS

    Fonds der Woche: BL-Global 50 . . . . . . 14Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

    ZERTIFIKATE

    Zertifikate-Idee: Danone-Capped-Bonus-Zertifikat . . . . . 16Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

    ROHSTOFFE

    Rohstoff der Woche: Blei . . . . . . . . . . . . . . .18Rohstoffanalysen: Baumwolle, US-Bauholz, Orangensaft, Platin . . . . . . 19

    LEBENSART

    Event der Woche: Mythos Atelier . . . . . . . . 20Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Coffeetable-Favourites: Skitouren . . . . . 21Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 22

    SONNTAG, 4. NOVEMBER 2012

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    Der veritable Austritt Grobritanniens aus der Europischen Union ist kein un-denkbares Szenario mehr. Das ist eine erschtternde Fest-stellung, denn die Briten auf ihrer Insel, die nun gefhlt im-mer weiter vom Fest-land wegdriftet, sind und waren doch ein skurriles, aber sehr

    beliebtes Vlkchen und bereicherten die Euro-per mit ihrem Humor und ihrem Knigshaus, mit schrgen Vgeln und tatkrftigem Gro-machtmilitr, das einst Falkland bezwang. Das ging offenbar ganz gut, weil man wei, wie man Inseln beherrscht, jedenfalls besser als das mit Wsten und schiitischen Smpfen gelun-gen ist, obwohl ja Lawrence von Arabien Nun gut, wir geraten ins nostalgische Schwr-men, das soll hier nicht sein. Aber man erin-nert sich: Einst wollten die Deutschen Eng-land dabeihaben, zu Zeiten Adenauers, als der Traum von Europa noch gar nichts Albtraum-haftes hatte. Damals sperrte sich Charles de Gaulle und es schien wie ein Witz, dass die frisch besiegten Feinde die Briten hereinho-len wollten, diejenigen aber, denen das Ver-einigte Knigreich mehr oder weniger das Leben gerettet hatte, ihre Vettern von jenseits des Kanals lieber drauen halten wollten. Es bewies alles nur den ewig gltigen Satz, dass Nationen keine Freunde haben, nur Interes-sen. Nirgendwo sieht man das deutlicher als in den tglichen Irrungen und Wirrungen der EU. Der 7-Jahres-Haushalt der Gemeinschaft erhitzt die Gemter, und das wohl auch zu Recht, denn dort wird alles teurer. Aber die Brsseler Spitzen erwarten halt angesichts der Integration stetigen Machtzuwachs; hinzu kommen die vielen (genauer: mindestens 27) Egoismen und dann noch die allseits bekannte Krise. Optimisten nehmen ja an, dass die EU gelutert aus jener Krise hervor-gehen wird, aber das sind sehr weitsichtige und abgeklrte Kpfe dem Normalbrger erschliet sich die strahlende Zukunft derzeit eher nicht. Dem britischen Normalbrger

    schon mal gar nicht, und der hat einen Draht zu seinem Wahlkreisabgeordneten, der da-raufhin bereit ist, seinem eigenen Parteichef im Parlament eine krachende Niederlage bei-zubringen und ihn wie einen begossenen Pu-del nach Brssel zu schicken. Er soll dort den bekannten Spruch von Margaret Thatcher zu Gehr bringen: I want my money back, und man denkt sich frmlich die eiserne Lady dazu, wie sie in Chruchtschow-Manier mit dem Schuh aufs Pult haut. Dafr ist Premi-erminister Cameron nicht gemacht, fr eine Erluterung, warum die Briten Europa brau-chen, aber auch nicht. Es ist aber so. Jenseits der von Strategen bereits entworfenen neuen Kraftlinien in einer EU ohne die Insulaner, mit Schweden und Dnen und Polen und ei-ner neuen Sdschiene, drngt sich doch erst einmal der Gedanke auf, dass Grobritannien viel beizutragen hat; dass es gar nicht schlecht ist, eine Prise Marktwirtschaftsradikalismus zumindest im Portfolio der 27 zu haben, und dass die weltweite Bedeutung der Europer schon von allein schrumpft, da braucht man nicht noch Austritte. Andererseits auch wenn die emotionalen Aktionen und Reak-tionen jeweils Entfremdung zwischen den aneinander geketteten EU-Mitgliedern erken-nen lassen: Emotionen helfen ja nicht weiter. Man sollte auch mal in den besseren politi-schen Kreisen ganz offen schimpfen und wet-tern und dann das rationale Alltagsgeschft verrichten. Im Krisenkampf geht sowieso schon so viel verloren, was man eigentlich als Grundsubstanz angesehen hatte. Schade, dass es keine glaubwrdige Simulation gibt, die allen Beteiligten ihr Schicksal ohne Europa vor Augen fhren knnte so bleibt nur der Rckblick, aber der sollte eigentlich berzeu-gend genug sein.

    Britain go home?

    WAS DENKEN SIE BER DIESES THEMA? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de

    Schliekers Woche

    Reinhard Schlieker

    ZDF Wirtschafts-korrespondent

    bRSE am Sonntag 44/1 202

  • Lufthansa: Umsatz und Gewinn erhht Im dritten Quartal steigerte die Lufthansa (WKN: 823212) den Gewinn von 498 auf 645 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn zog von 664 auf 783 Mio. Euro an, der operative Gewinn von 610 auf 648 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte von 7,82 auf 8,31 Mrd. Euro. Keine konkrete Prognose wagt die Fluggesellschaft fr das Gesamtjahr. Nur so viel: Der operative Gewinn soll bei stei-gendem Umsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Von Januar bis Ende September schrumpfte der operative Gewinn von 724 auf 628 Mio. Euro.

    Linde: Weiteres SparprogrammLinde (WKN: 648300) erhhte den Gewinn im dritten Quartal auch dank der ber-nahme von Lincare von 305 auf 327 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn legte von 392 auf 417 Mio. Euro zu. Der Umsatz zog von 3,44 auf 3,89 Mrd. Euro an. 2012 sollen Umsatz und operativer Gewinn im Vergleich zum Vorjahr nach wie vor zulegen. Seit Jahresbeginn stieg der operative Gewinn um 8,5%. Von 2013 bis 2016 will der Industriegaseproduzent und Anlagenbauer seine Kosten um weitere 750 bis 900 Mio. Euro reduzieren.

    Continental: Quartalsgewinn verdoppeltNoch brummt das Geschft: Der Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental (WKN: 543900) verdoppelte den Gewinn im dritten Quartal auch aufgrund einer geringeren Steuerbe-lastung von 228,4 auf 466,7 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn legte von 393,5 auf 606,0 Mio. Euro zu, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 635,7 auf 745,1 Mio. Euro. Der Um-satz stieg von 7,71 auf 8,13 Mrd. Euro. 2012 will Conti nach wie vor mehr als 32,5 Mrd. Euro umsetzen. Ab Januar erhhte sich der Umsatz von 22,59 auf 24,64 Mrd. Euro.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    TERMINE DER WOCHE

    05.11. 16:00 USA ISM-Index (Dienstleis-tungsgewerbe) Oktober

    06.11. 12:00 DE Auftragseingangs-index verarb. Gewerbe September

    07.11. 12:00 DE Produktionsindex produzierendes Gewerbe September

    08.11. 08:00 DE Umsatzindex verar-beitendes Gewerbe September

    08.11. 13:45 EU EZB, Ergebnis der Ratssitzung

    09.11. 02:30 China Verbraucherpreise und Industrieproduktion Oktober

    09.11. 15:55 USA Verbraucherstimmung Uni Michigan (1. Umfr.) November

    ZITAT DER WOCHE

    Wir sind im Zeitplan.Der Erffnungstermin 27. Oktober 2013 fr den knftigen Berliner Groflughafen muss nach Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden der Berliner Flughafengesellschaft dem regie-renden Berliner Brgermeister Klaus Wowereit (SPD) nicht erneut verschoben werden.

    ZAHL DER WOCHE

    +1,5 bis +2 Mrd. EuroDie Abschaffung der Praxisgebhr bringe je nach Berechnung 1,5 bis 2 Mrd. Euro, ver-kndete Rainer Brderle vor Kurzem. Doch nun macht die Wirtschaft kurz vor dem Spitzentreffen der Koalition Front gegen das Vorhaben, die Praxisgebhr abzuschaffen.

    Deutsche Brse: berschuss halbiertAnleger bleiben angesichts des unsicheren Umfeldes der Brse fern: Im dritten Quartal brach der Gewinn der Deutschen Brse (WKN: 581005) von 320,0 auf 163,9 Mio. Euro ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sackte von 333,8 auf 245,4 Mio. Euro ab. Der Umsatz schrumpfte von 604,7 auf 530,7 Mio. Euro. Die Prognose, im Gesamtjahr 1,20 bi