BASISWISSEN KENNLEUCHTEN - hella.com .KENNLEUCHTENFIBEL Mit der neuen Kennleuchten-Fibel wenden wir

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    BASISWISSEN KENNLEUCHTEN

  • KENNLEUCHTEN�FIBEL Mit der neuen Kennleuchten-Fibel wenden wir uns an all diejenigen, die direkt oder indirekt mit Kennleuchten arbeiten, sie beschaff en oder einfach mehr darüber wissen möchten.

    Dieser Personenkreis trägt, jeder in seiner Zuständigkeit, Verantwortung für die Sicherheit von Menschen, Fahrzeugen und Ladung. Ob das nun in der Landwirtscha� , im kommunalen Sektor oder als Fahrer auf der Landstraße ist. Die richtige Kennleuchte am Fahrzeug kann die Sicherheit ganz wesentlich erhöhen.

    Wir möchten mit dieser Fibel dazu beitragen, die Entscheidung zu erleichtern, die richtige Kennleuchte für die passende Anwendung zu fi nden. Diese Entscheidung ist nicht einfach und wir möchten, dass Sie sie mit dem Wissen dieser Fibel auf eine fundierte Basis stellen können.

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    WANN MUSS / DARF EINE KENNLEUCHTE EINGESETZT WERDEN UND WARUM?

    §38 StVO Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht

    (1) Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öff entliche Sicher- heit oder Ordnung abzuwenden, fl üchtige Personen zu ver- folgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten. Es ordnet an: „Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaff en“.

    (2) Blaues Blinklicht allein darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet werden.

    (3) Gelbes Blinklicht warnt vor Gefahren. Es kann ortsfest oder von Fahrzeugen aus verwendet werden. Die Verwendung von Fahrzeugen aus ist nur zulässig, um vor Arbeits- oder Unfallstellen, vor ungewöhnlich langsam fahrenden Fahr- zeugen oder vor Fahrzeugen mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung zu warnen.

    §52 StVZO Zusätzliche Scheinwerfer und Leuchten

    (3) Mit einer oder mehreren Kennleuchten für blaues Blinklicht (Rundumlicht) dürfen ausgerüstet sein

    1. Kra� fahrzeuge, die dem Vollzugsdienst der Polizei, der Militärpolizei, der Bundespolizei oder des Zolldienstes dienen, insbesondere Kommando-, Streifen-, Mannscha� stransport-, Verkehrsunfall-, Mordkommissionsfahrzeuge,

    2. Einsatz- und Kommando-Kra� fahrzeuge der Feuerwehren und der Einheiten und Einrichtungen des Katastrophen- schutzes und des Rettungsdienstes,

    3. Kra� fahrzeuge, die nach dem Fahrzeugschein als Unfall- hilfswagen öff entlicher Verkehrsbetriebe mit spurgeführ- ten Fahrzeugen, einschließlich Oberleitungsomnibussen, anerkannt sind,

    4. Kra� fahrzeuge des Rettungsdienstes, die für Krankentrans- port oder Notfallrettung besonders eingerichtet und nach dem Fahrzeugschein als Krankenkra� wagen anerkannt sind.

    Der Einsatz und Gebrauch von Kennleuchten im Straßenverkehr wird in der Straßenverkehrsordnung (StVO) / Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) geregelt. Sie geben vor wann und wie Kennleuchten einzusetzen sind.

    (4) Mit einer oder, wenn die horizontale und vertikale Sicht- barkeit (geometrische Sichtbarkeit) es erfordert, mehreren Kennleuchten für gelbes Blinklicht (Rundumlicht) dürfen ausgerüstet sein

    1. Fahrzeuge, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung von Straßen oder von Anlagen im Straßenraum oder die der Müllabfuhr dienen und durch rot-weiße Warnmarkierungen (Sicherheitskennzeichnung), die dem Normblatt DIN 30 710, Ausgabe März 1990, entsprechen müssen, gekennzeichnet sind,

    Die StVZO §52 (4) Nr.1 besagt also, dass mit Vorhandensein der oben defi nierten Warnmarkierung an einem Fahrzeug die Verwendung von gelben Rundumleuchten ohne zusätzliche Genehmigung möglich ist.

    2. Kra� fahrzeuge, die nach ihrer Bauart oder Einrichtung zur Pannenhilfe geeignet und nach dem Fahrzeugschein als Pannenhilfsfahrzeug anerkannt sind. Die Zulassungsstelle kann zur Vorbereitung ihrer Entscheidung die Beibringung des Gutachtens eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfers für den Kra� fahrzeugverkehr darüber anordnen, ob das Kra� fahrzeug nach seiner Bauart oder Einrichtung zur Pannenhilfe geeignet ist. Die Anerkennung ist nur zulässig für Fahrzeuge von Betrieben, die gewerblich oder innerbetrieblich Pannenhilfe leisten, von Automobilclubs und von Verbänden des Verkehrsgewerbes und der Autoversicherer,

    3. Fahrzeuge mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung, sofern die geneh- migende Behörde die Führung der Kennleuchten vorgeschrie- ben hat,

    4. Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Ausrüstung als Schwer- oder Großraumtransport-Begleitfahrzeuge ausgerüstet und nach dem Fahrzeugschein anerkannt sind. Andere Begleitfahr zeuge dürfen mit abnehmbaren Kennleuchten ausgerüstet sein, sofern die genehmigende Behörde die Führung der Kenn- leuchten vorgeschrieben hat.

    Alle anderen Fahrzeuge, die nicht gekennzeichnet sind und nicht unter die weiteren Punkte des § 52 StVZO fallen, benötigen eine Ausnahmegenehmigung nach §70 StVZO. (Eine Ausnahmegenehmigung erhalten Sie in der Regel in den zuständigen Landesämtern).

    EINLEITUNG

  • WELCHE KENNLEUCHTEN SIND FÜR DEN STRASSENVERKEHR ZUGELASSEN? � DIE ECE�R65 RICHTLINIE

    Eine Kennleuchte darf nur dann im öff entlichen Straßenverkehr eingesetzt werden, wenn sie die ECE-R65 Richtlinie erfüllt. Die ECE-R65 ist die europäische Richtlinie für Kennleuchten. Sie gibt die zu erreichenden Lichtwerte, Lichtverteilung, Befestigungsvorgaben etc. vor. Nadchzulesen auch unter www.unece.org (United Nations Economic Commission for Europe)

    RICHTLINIEN

    Befestigung Die Kennleuchte [Warnleuchte] muss so beschaff en sein, dass nach ihrem korrekten Anbau am Fahrzeug keine Verstellung möglich ist (ECE-R65 5.2). Die Bauform und Befestigung muss der DIN14620 entsprechen. Die Kennleuchte selbst kann folgende Formen haben: A, B1, B2 oder C.

    Das große E-Prüfzeichen (hier ) zeigt, ob die Kennleuchte die ECE-R65 Richtlinie erfüllt und somit eine Zulassung besitzt.

    Form A Form B1 Form B2 Form C

    Legende:

    e1 = EMV-Prüfnummer CE = CE-Kennzeichnung E1 = Prüfzeichen

    TA1 T = 360 ° A = Amber (gelb); B = Blue (blau) 1 = Nacht; 2 = Tag und Nacht TA1 = gelbe Kennleuchte mit Nacht-Pegel laut ECE-R65 TA2 = gelbe Kennleuchte mit Tag- und Nacht-Pegel laut ECE- R65

  • | 54RICHTLINIEN

    LICHTINTENSITÄT VON KENNLEUCHTEN

    Besonders wichtig, um im dichten Straßenverkehr aufzufallen, ist die Lichtstärke, die Warnleuchten abgeben. Die Lichtstärke wird grundsätzlich in Candela (cd) gemessen, wobei sich diese Angabe wie folgt errechnet: 1 cd = 1 Lux auf 1 m Entfernung.

    Eine Rundumleuchte gibt je nach Stellung des Refl ektors unter- schiedlich viel Licht ab. Aus diesem Grund wird in diesen Fällen die Spitzen-Lichtstärke gemessen. Die Einheit hierfür lautet Peak-Candela, abgekürzt cd (p).

    Je = die eff ektive Lichtstärke in einer gegebenen Richtung sowohl für das umlaufende Lichtbündel als auch für die still- stehende, gleichzeitig blinkende Lichtquelle.

    Die eff ektive Lichtstärke ist ein entscheidender Wert für die Erfüllung der ECE-R65.

    Speziell in den USA und Japan werden gerne eindrucksvolle Lichtwerte genannt, da diese Länder andere Meßmethoden haben. Der direkte Vergleich zu europäischen Herstellern ist in der Regel nicht möglich.

    Bei der Lichtintensität kommt es darauf an, wie effi zient die Glühlampe, Xenon-Blitzröhre oder LED die von der Elektronik abgege- bene Energie in sichtbares Licht umwandelt. Entscheidend ist auch das optische System inklusiv Lichthaube, dass das Licht steuert.

    Als Faustregel gilt: � Im Industriebereich sollten Warnleuchten fünfmal heller als das Umgebungslicht sein. � Im Einsatz auf der Straße zehnmal heller als das Umgebungslicht.

    cd (Lichtstärke)

    t (Zeit) t (Zeit)

    cd (Lichtstärke)

    Lichtintensität hoch Lichtintensität gering aufgrund breiter Streufl äche

    1 Intensität 2 Periode

    Legende:

    Jm: Maximale Lichtstärke (cd) C: Zeitkonstante, C = 0,2 sec T: Periodendauer J: Momentanwert der Lichtstärke (cd) F: „Form-Faktor“

  • Lichtverteilung nach ECE-R65

    4 m

    Bremsweg

    28,5 m

    15,7 m

    70 cd+ 8°

    70 cd- 8°

    100 cd0°

    Grafi k 1

    Positivbeispiel: Im Umkreis von 25 Metern ist das Warnsignal aus jeder Richtung zu erkennen.

    Lichtwerte nach ECE-R65

    Die zu erreichenden Lichtwerte werden mit Hilfe der eff ektiven Lichtstärke angegeben. Eine Kennleuchte der Farbe Gelb muss beispielsweise bei Nacht mindestens eine Lichtstärke von 70 cd (candela eff ektiv) bei einem Vertikalwinkel von + 8° erreichen.

    Eine blaue Kennleuchte muss hingegen bei Nacht 25 cd bei einem Vertikalwinkel von + 4° erreichen.

    Je in cd (candela) Blau Gelb Rot

    0° 50 100 (Nacht)

    230 (Tag) 50

    4° 25 – 25

    8° – 70 –

    ECE�R65

    Richtig

  • | 76RICHTLINIEN

    ECE�R65

    Lichtverteilung nach ECE-R65 (E-Prüfzeichen)

    Die Kennleuchten müssen nach den Vorschri� en der ECE-R65 so beschaff en sein, dass bei betriebsüblicher Verwendung trotz der dabei au� retenden Schwingungen ihre einwandfreie Wirkung sichergestellt bleibt und dass sie die in dieser Regelung vorge- schrieben