Bindung, Sozialverhalten und Selbstkonzept in der ...· Bindung, Sozialverhalten und Selbstkonzept

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  • Bindung, Sozialverhalten und

    Selbstkonzept

    in der Übergangssituation des

    Schuleintritts

    Inaugural-Dissertation

    zur Erlangung des Doktorgrades der

    Philosophischen Fakultät

    der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

    vorgelegt von

    Christine Kern

    Dezember 2005

  • Vorsitzender des Promotionsausschusses: Univ.-Prof. Dr. Ulrich von Alemann Begutachtung: Univ.-Prof. Dr. Gabriele Gloger-Tippelt Univ.-Prof. Dr. Christine Schwarzer Tag der Disputation: 13. April 2006

  • Für meine Eltern

  • Die vorliegende Arbeit wurde in der Abteilung für Entwicklungspsychologie und

    Pädagogische Beratung des Erziehungswissenschaftlichen Institutes der Heinrich-

    Heine-Universität Düsseldorf ausgeführt.

    In dieser Zeit haben mich viele liebe Menschen unterstützt. Insbesondere möchte ich

    Frau Univ.-Prof. Dr. Gabriele Gloger-Tippelt für die Überlassung des Themas, ihre

    intensive Betreuung, sowie ihre liebevolle und großzügige Unterstützung danken. Als

    meine Doktormutter zeigte sie immer reges Interesse am Fortgang und guten Gelin-

    gen dieser Arbeit. Mein besonderer Dank gilt vor allem ihren zahlreichen Anregun-

    gen und ihrer konstruktiven Kritik, die für mich äußerst wertvoll waren.

    Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Mitarbeitern des Teams, die an dieser

    längsschnittlichen Studie beteiligt waren. Ohne sie wäre die Datenerhebung nicht

    möglich gewesen. An dieser Stelle gilt mein Dank natürlich auch allen Eltern und

    Kindern, ihren KindergärtnerInnen und LehrerInnen für die langjährige Teilnahmebe-

    reitschaft an der Studie.

    Herrn Dr. Jürgen Vetter danke ich für seine Diskussionsbereitschaft, seine Ratschläge

    und Hilfe zur Lösung statistischer Probleme, sowie die Bereitschaft zur kritischen

    Durchsicht des Manuskriptes dieser Arbeit. Frau Univ.-Prof. Dr. Christine Schwarzer

    danke ich für Ihre Bereitschaft zur Begutachtung dieser Arbeit und Ihr Interesse am

    Thema. Frau Dr. Lilith König und Herrn Dipl. Psych. Olaf Lahl danke ich für Ihre

    Anregungen und Ihre Hilfsbereitschaft. Für die emotionale Unterstützung und ihr

    stets offenes Ohr danke ich unserer Sekretärin Frau Sigrid Bruckmann.

    Besonderer Dank gilt der Graduiertenförderkommission, die mich mit einem Rekto-

    ratsstipendium im Rahmen der Graduiertenförderung während meiner Arbeit finan-

    ziell großzügig unterstützte.

    Schließlich danke ich meiner Familie und meinen Freunden, die auch in schwierigen

    Zeiten immer für mich da waren.

  • Zusammenfassung

    Bindung, Sozialverhalten und Selbstkonzept in der Übergangssituation des

    Schuleintritts

    Entwicklungspsychologisch ist die Bindung zwischen dem Kind und seinen primären

    Bezugspersonen grundlegend und richtungsweisend für seine gesunde Persönlich-

    keitsentwicklung. In dieser Studie wurden die Beziehungen zwischen der Bindungs-

    repräsentation (erhoben im Geschichtenergänzungsverfahren, Gloger-Tippelt & Kö-

    nig, 2002) und dem Bindungsverhalten (erhoben in der Fremden Situation für

    Vorschüler, Marvin & Cassidy, 1992) einerseits und dem Selbstkonzept (Harter

    Skalen), dem Sozialverhalten und der Bewältigung des Schuleintritts (projektinterner

    Fragebogen zur subjektiven Einschätzung für Eltern und Lehrer) andererseits un-

    tersucht. In die Untersuchung wurden 69 Kinder (30 Mädchen, 39 Jungen ) im

    durchschnittlichen Alter von 6.7 Jahren (3. Messzeitpunkt), sowie ihre Eltern und

    Lehrer einbezogen. Die Übereinstimmung zwischen den Verfahren zur Erhebung der

    Bindung lag bei 50%. Bezüglich einer Beziehung zwischen Bindung und der

    Bewältigung des Schuleintritts ergaben sich für beide Verfahren signifikante

    Unterschiede für den Bereich Gutes Arbeitsverhalten aus Lehrersicht und der

    Bindungsqualität. Die Bereiche Veränderung, Belastung und Anpassung in Bezug auf

    den Schuleintritt zeigten sich als jeweils unabhängig vom Bindungsstil der Kinder.

    Darüber hinaus gab es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der

    Bewältigung des Schuleintritts und der Qualität des Selbstkonzeptes der Kinder.

    Bezüglich des Sozialverhaltens und der Bewältigung des Schuleintritts ergaben sich

    signifikante Zusammenhänge in Teilbereichen dieser Konstrukte. Zwischen den

    Bindungsgruppen im Geschichtenergänzungsverfahren und der Qualität des

    Selbstkonzeptes der Kinder ergab sich kein signifikanter Unterschied. Auf der

    Verhaltensebene konnten Unterschiede zwischen den Bindungsgruppen in der Höhe

    des Selbstkonzeptgesamtwertes gezeigt werden. Ein Unterschied zwischen den

    Bindungsgruppen und dem sozialen Verhalten bestätigte sich sowohl für das

    Geschichtenergänzungsverfahren als auch für die Fremde Situation. Die signifikanten

    Ergebnisse beziehen sich hier jedoch nur auf einzelne Teilbereiche des Sozi-

    alverhaltens und unterscheiden sich zudem in den Verfahren. Zusätzlich ließ sich in

    vorliegender Untersuchung die zeitliche Stabilität des Selbstkonzeptes, sowie des So-

    zial- und Problemverhaltens (CBCL) über den Schuleintritt hinweg überprüfen.

  • Summary

    Attachment, social behavior and self-concept in the transitional situation of

    school entry

    In the context of developmental psychology the attachment relationship between a

    child and its primary caregiver is basic and pioneering for a child`s healthy personal-

    ity development. The present study investigated the connection between attachment

    representation (assessed by the attachment story completion task in doll play, Gloger-

    Tippelt & König, 2002), attachment behavior (using the Strange Situation procedure

    for pre-school children, Marvin & Cassidy, 1992), self-concept (Self-concept Harter

    Scales), social behavior and the way of coping with school-start (projectinternal ques-

    tionnaire for teachers` and parents` subjective point of view) in pre-school and early

    school age. This study is based on a sample of 69 children (30 girls, 39 boys) at the

    mean age of 6.7 years (3. point of measurement), their parents and teachers. The cor-

    respondence between these two methods examining attachment styles was 50 %. Sig-

    nificant associations between attachment and the way of coping with school-start be-

    came obvious between the good working behavior in school and childrens` quality of

    attachment. Change, stress and adaptation in relation to school-start turned out to be

    independent from childrens` attachment styles in both methods. Furthermore, there

    was no significant relation between the way of coping with school-start and childrens`

    self-concepts. With respect to the social behavior and childrens` coping behavior with

    school-start, only in some of these constructs significant relations became obvious.

    No significant relation could be found between attachment classifications in the story

    completion task (GEV-B) and the quality of childrens` self-concepts. Significant rela-

    tions between the attachment classification groups and the quality of social behavior

    could be turned out for both methods. Though, in this context, significant results have

    only been found in some aspects of the social behavior and they have been even dif-

    ferent for the strange situation and the story completion tasks. In the present study it

    was also possible to check the stability over time of childrens` self-concepts and so-

    cial and problem behavior (CBCL) before and after school entry.

  • Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

    1. Einleitung und Entwicklung der Fragestellung ....................... 1

    2. Theoretische Grundlagen ...................................................................... 4

    2.1 Bindungstheorie und Bindungsforschung - Konzepte und ausgewählte Befunde .....................................................

    4

    2.1.1 Das Bindungskonzept .......................................................................... 4

    2.1.2 Interindividuelle Unterschiede im Bindungsverhalten ................ 9

    2.1.3 Methoden der Bindungsforschung in der mittleren Kindheit .... 11

    2.1.4 Die Fremde Situation im Kleinkindalter ......................................... 13

    2.1.5 Bindungsklassifikationen .................................................................... 16

    2.1.5.1 Die sichere Bindung (Typ B) ........................................................ 16

    2.1.5.2 Die unsicher-vermeidende Bindung (Typ A) ............................... 17

    2.1.5.3 Die unsicher-ambivalente Bindung (Typ C) ................................. 18