Comparative physical education and sport

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    25-Aug-2016

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  • In der abschlief~enden Zusammenfassung wurden folgende Empfehlungen an die durch die verschlechterte Arbeitsmarkt- Situation betroffenen Gruppen und Insti- tutionen gerichtet:

    S portlehrkr~ fte: J Ausbau der sportlichen Vielseitigkeit - - f r i . i h z e i t i g e ehren- und nebenamtlidae

    Mitarbeit in Vereinen - - E r w e r b zus~itzlicher Qualifikationen

    (Spradaen, Organisation, Trainer- scheine)

    - - Bereitsdaaft zum mobilen und flexiblen Einsatz

    - - Entwicklung yon Eigeninitiativen.

    Vereine/VerbSnde: hauptamtliche Besch~iftigung yon Lehr- kr~iften (auch auf dem Weg yon ABM- Maflnahmen) Priifung, ob eine teilweise AblSsung der ehrenamtlichen Obungsleiter durch hauptamtliche Lehrkr~ifte mSglich ist.

    Ausbildungsinstitute (Universit~iten): eingehende Belehrung der Studienbe- werber iiber die gesunkenen Berufs- chancen

    - - strenge Auswahl bei der Zulassung zum Studium bundesdeutsche Vereinheitlichung der Ausbildungsg~inge rnit dem Ziel mSg- lichst grof~er Mobilit~it keine Einrichtung neuer Ausbildungs- g~inge ohne konkreten Nachweis des gegebenen Bedarfs.

    Scbul- und Kuhusverwaltung: - - voile Einhaltung der Stundentafeln

    Erteilung yon Sportunterricht nur durch fachlich ausgebildete Lehrkr~ifte Abbau von Oberstunden bei planm~i~i- gen Lehrpersonen

    Bericbte

    - - Priifung yon Maflnahmen wie Verklei- nerung der 12bungsgruppen, Job-Shar- ing, vorgezogener Ruhestand.

    Das Akademiegespr~ich ,Sport als Arbeit- geber ~ ist als ein mutiger Versuda zu wer- ten, die rich aus der zunehmenden Arbeits- losigkeit der Sportlehrer ergebenden Pro- bleme und Aufgaben darzustellen sowie Wege und Maf~nahmen zu ihrer Bew~ilti- gung aufzuzeigen. Niemand, sei es aus der Kultusverwaltung oder aus der Sportorga- nisation, daft sich dem aus dieser schwie- rigen Lage ergebenden zwingenden Appell verschlief~en. Es ist sehr zu wiJnschen, dat~ in B~Ide kompetente Vertreter des DSB, der KMK, der Ausbildungsinstitute und der Berufsorganisationen zusammen- kommen, um gemeinsam und auf breiter Basis der Sache und den jungen Mensdaen dienende praktikable LSsungen zu erar- beiten. F. Lorz

    C o m p a r a t i v e P h y s i c a l E d u c a t i o n a n d Sport.

    4. Internationales Symposium yore 29.4.--5.5. 1984 in Malente

    Das ,4th International Symposium for Comparative Physical Education and Sport" - - mit Englisch als Konferenz- sprache -- , das yore 29. 4.--5. 5. 1984 in Malente stattfand, spiegelte in Themen und Fragestellungen Situation und Proble- matik der Vergleichenden Erziehungswis- senschaft im allgemeinen und der verglei- chenden Sportp~idagogik (und des Sports) im besonderen wider, dies um so mehr, als hier Vergleichende Sportp~idagogik im internationalen Bereich gewagt wurde. Ist schon die Sportwissenschaft als solche eine recht junge Disziplin, so ist es die Ver- gleichende Sportp~idagogik, die sich als

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  • Bericbte

    integrierter Teilbereich der Sportp~idagogik versteht, erst recht. Die Vergleichende Sportp~idagoglk sieht, ebenso wie die Vergleichende Erziehungs- wissenschaft, ihre Aufgabe darin, Ziele, In- halte, Strukturen, Organlsationsformen und Entwi&lungstendenzen unterschied- licher Erzlehungssysteme mit angemessenen wissenschaftlichen Methoden vor dem Hin- tergrund der hlstorischen, wlrtschaftlichen, politischen, geographischen und soziokul- turellen Verh~iltnisse zu beschreiben, zu analysieren und zu erkl~iren, um durch Vergleiche bessere Einsichten zu gewinnen. Um den Antworten auf die Fragen nach den Objekten vergleidaender sportp~id- agogischer Forschung und nach den anzu- wendenden Verfahren n~iherzukommen, waren im Programm des Symposiums vier Tagesthemen vorgesehen:

    - -Inhalte und Forschungsmethoden der Vergleichenden Sportp~idagogik (und des Sports);

    - - Vergleichende Untersuchungen: Leibes- erziehung (Sportunterricht) in der Schu- le;

    --Vergleidaende Untersuchungen Leibes- erziehung und Sport au~erhalb der Schule;

    --Lehrveranstaltungen in Vergleichender Sportp~idagogik in der Sportlehreraus- bildung und an sportwissenschaftllchen Hochschuleinrichtungen.

    Gmre~. (Tiibingen) verwies darauf, dat~ sich die Sportwissenschaft als eine relativ junge Wissenschaft immer noch auf der Suche nach ihrer Identit~tt befinde. Bd allem Bemiihen um interdisziplin~ire Arbeit diirften die besonderen Anliegen yon Sport und Leibeserziehung als zentrale Problem- stellungen nicht aus dem Auge verloren werden. Die Einsicht, dai~ im Bereich der Sportp~idagogik der Austausch yon Erfah- rungen, die gegenseitige Information und

    der wissenschaftlich fundierte Vergleich vort gr~Jf~ter Bedeutung seien, sei vorhan- den; nur fehlen weitgehend noch die insti- tutionellen Voraussetzungen, so dab breit- gefiicherte Fragen und Probleme vorerst nicht befriedigend beantwortet werden kSnnten. WIT.L~CZm (Bielefeld) befa~te sich in seinem wissenschaftstheoretischen Referat vorwiegend mit der Methodenfrage. Ein- gangs stellte er fest, dat~ im letzten Jahr- zehnt in der Bundesrepublik Deutschland ein Riickgang der Publikationen zur Theo- rie der Sportwissenschaft festzustellen sei. Er fiihrte den Riickgang solcher Publika- tionen darauf zuriick, dab mit der Institu- tionalislerung der Sportwissenschaft als akademischer Disziplin das Bediirfnis nach wissenschaftstheoretischer Begriindung zu schwinden scheine. Auflerdem sei die wis- senschaftstheoretische Diskussion an einem Punkt angelangt, wo sie die Relevanz ftir die praktisdae Forschungsarbeit zu verlie- ren drohe. Neben dem Forschungsobjekt sei, so Wm- T.IMCZm, die Forschungsmethode ein zen- trales Kriterium jeder wissenschaftlichen Disziplin. Dadurch gewinne ebenfalls die Frage einer interdisziplin~iren Methodik der Sportwissenschaft an Bedeutung. Die Theorie des Irrtums wird yon WmLIMCZm als zentrales Merkmal wissenschaftlicher Forschungsmethoden angesehen. Damit so11 gesagt werden, dat~ wissenschaftliches Ar- belten im Grunde eine st~indige Berichti- gung yon Irrtiimern sei, um so eine An- n~iherung an die Wahrheit zu erreichen. Da solche Theorien der IrrtiJmer schon in den Mutterwissenschaften der Teildisziplinen der Sportwissenschaft vorl~igen, h~ilt es WILLIMCZIK nicht fiir sinnvoll, fiir die Sportwissenschaft eine eigene Theorie der Irrtiimer zu entwi&eln.

    PosTng~warrv (Hamburg) behandelte aus der Sicht der Vergleichenden Erzie-

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  • hungswissenschaft, nicht speziell der Sport- p~idagogik, die Frage nach dem Wesen, den Zielen und Methoden vergleichender erzie- hungswissenschaftlicher Forschungsarbeit. Dabei gehe es datum, Gemeinsamkeiten, KhnIichkeiten und Unterschieden in den verschiedenen Erziehungssystemen nachzu- spiiren und die Frage zu beantworten, welche Faktoren die Ursache fiir die unter- sd~iedlichen Systembildungen sind und wie evtl. solche Systeme nach einem entspre- chenden Lernprozef~ aufgrund vergleichen- der Studien ver~indert werden k/Snnen. Quantitative und qualitative Forschungs- methoden seien in der Vergleichenden Er- ziehungswissenschaft anwendbar. Inter- essante Beispiele aus der Arbeit der Inter- nationalen Gesellschaft fiir Vergleichende Erziehungswissenschaft gaben Aufschluf~ iiber m/Sgliche pragmatische Konsequenzen vergleichender Forschungarbeit. In einem Korreferat forderte ZEIGLER (Kanada) bessere Methoden zur genaue- ten Erforschung der speziellen Probleme yon Sport und Leibeserziehung, um diese im Zusammenhang mit den jeweiligen kul- turellen Umfeldern zu verstehen und sie auch als Teil der zukiinftigen Entwicklung zu deuten. Daraus kiSnne dann die Vorstellung er- wachsen, wie mit den rich wandelnden Werten und Normen der Welt und Gesell- schaft Schritt gehalten werden kann. Bis dahin sei es allerdings noch ein weiter Weg; denn die Vergleichende Sportp/idagogik stehe noch in ihren Anf~ingen, und es fehl- ten bis jetzt die Wissenschaftler, die als Spezialisten diese Aufgabe iibernehrnen k/Snnten. In seinem Referat .Limitations and Foun- dations of Comparative Physical Edu- cation and Sport through Language and Terminology ~ zeigte BEYEa (Karlsruhe), der seit mehreren Jahren mit einem inter- nationalen Team an einem dreisprachigen

    Berio~te

    W/Srterbuch der Sportwissenschaft arbeitet, die Grenzen und M~Sglichkeiten verglei- chender sportwissenschaftlicher Forschung mit Hilfe yon Sprache und Terminologie auf. Dabei wurde deutlich, wie behutsam in der internationalen Diskussion und im internationalen Vergleich mit sportwissen- schaftlichen Begriffen umgegangen werden mug, weil rich oft hinter formal identi- schen Begriffen unterschiedliche Begriffs- inhalte oder gar unterschiedliche sport- wissenschaftliche Konzeptionen verbergen. Das Problemfeld der Linguistik wurde yon KNEYER (Kiel) in einem weiteren Referat unter Verweis auf die internationale The- saurusarheit der Sportdokumentation be- handelt. Zum Einstieg in das Thema der verglei- chenden sportp~idagogischen Forschung im Bereich der Schule gab REHBEaN (Kiel) einen Uberblick fiber Formen, Ziele und Entwicklungstendenzen der Leibeserzie- hung (des Sportunterrichts) in den Schulen der Bundesrepublik Deutschland. Als Er- gebnis seines Referats und des sich anschlie- ~enden Referats yon HANKE ZU Fragen der Unterrichtsforschung und der Sport- lehrerausbildung wurde eine internationale Arbeitsgruppe gebildet, die sich in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit den- selben Meflinstrumenten gezielt mit ausge- w~ihlten Problemen der schulischen Leibes- erziehung in verschiedenen L~indern befas- sen will. Unter Hinweis auf Defizite der bisherigen internationalen vergleichenden sportp~idagogischen Forschung gab POOLEY, der PrEsident der ISCPES, einen t~ber- blick fiber bi- oder multinationale For- schungsarbeiten. SA~NDE~S (Queensland) referierte fiber eine umfangreiche Fragebogenaktion der UNESCO, wobei 21 der 29 Mitglieds- staaten der asiatischen und pazifischen Re- gion erfat~t und fiber die Leibeserziehung in ihren Grund- und HiSheren Schulen be-

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  • Berichte

    fragt wurden. Es sollte fiber Ziele, Pro- gramme, Ubungsst~tten, finanzielle Hit- fen und Lernerfolge Aufschluf gegeben werden. Dabel wurde deutlich, daf soldae breit angelegten Untersudmngen in so heterogenen L~indern wie denen des asia- tlschen und pazifischen Raums, die Austra- lien und die U.S.S.R. ebenso erfassen wie Sri Lanka oder Papua Neu-Guinea, eine Fiille yon Unwiigbarkeiten und Unsicher- heiten einschliet~en, die den Aussagewert sehr relativieren.

    Zum Thema der vergleichenden Forschung im au~erschulischen Bereich sprachen BROOM (Vancouver) und KROCER (GSttin- gen). BRooM verwies auf e~ne Reihe von Themen, die im internationalen Vergleida aufgearbeitet werden mtiften: Analysen nationaler Sportsysteme, das Verh~iltnis yon Sport und Staat, die finanzielle Unter- stikzung yon Spitzenathleten, die Vorbe- reitung yon Nationalmannschaften, Schul- und Ausbildungsprobleme junger Spitzen- athleten usw. KR0CER wies in Erg~inzung und im Gegensatz zu BROOM darauf hin, daft es nicht gentige, einzelne Sportsysteme als Subsysteme bestimmter Gesellschafts- strukturen zu analysieren, sondern daf man auch den kritischen Vergleich durch- fiihren mfisse. Das sei allerdings nur mSg- lich, wenn man die zu vergleichenden Sportsysteme genau kenne. Beim Versuch, die leistungssportliche Uberlegenheit der Leistungssportsysteme der soziallstischen Staaten des Ostens gegenfiber den frelheit- lichen und marktwirtschaftlich orientierten Staaten des Westens zu erkl~iren, kam KRiJCER ZU interessanten Antworten. Die These, dab das planwirtschaftliche System dem marktwirtschaftlichen fiberlegen sei, k~Snne angesichts der groflen Defizite der sozialistischen Planwirtschaft in bestimm- ten Produktionsbereichen nicht aufrecht- erhalten werden. KR/SCER sieht den wesent- lichen Grund ftir die Uberlegenheit darin,

    daf das Leistungssportsystem in den plan- wlrtschaftlich orienfierten L~ndern voll- st~indig in das dortige Gesellschaftssystem integriert ist, anders als in den marktwirt- schaftlich orientierten L~indern des Westens. Hier sei man insofern auf dem falschen Wege, als man sich an zentralistischen Planungsmethoden sozialistischer L~inder orientiere, sida nidat auf die Sdirken der freiheitlichen Gesellschaftssysteme besinne und den Leistungssport als Subsystem in das eigene gesellschaftliche System einordne, d. h. sich auf der Basis yon Freiheit, unbe- hindertem Wettbewerb und Chancengleida- heit entfalten lasse. KROGER vertrat die Meinung, daft ein Leistungssportsystem um so effektiver funktioniere, je grSer der Grad der Ubereinstimmung zwischen Ge- sellschaftssystem und Lelstungssportsystem Sel. In einer Reihe yon Kurzreferaten wurden Projekte und methodische Verfahren der Vergleichenden Sportp~idagogik, u. a. auda ein deutsch-polnisehes Projekt (KR~JGER/ KUDLORZ), vorgestellt. In Erg~inzung zu den vorausgegangenen theoretischen Informationen tiber Sport und Leibeserziehung in der Bundesrepublik Deutschland erhielten die Teilnehmer Ein- blicke in die sportpraktische Arbeit des allgemeinen Hochschulsports und der Sportlehrerausbildung am IfSS der Uni- versidit Kiel. Im offiziellen Teil des Sym- posiums wurden die Teilnehmer vom Kul- tusminister des Landes Schleswig-Holstein, yore Priisidenten der Stadt Kiel, vom Pr~isidenten der Universit~it Kiel und yon einem Vertreter des Landessportbundes begrfi~t. Damit wurde die Bedeutung der Veranstahung unterstrichen. Bleibt noch zu erw~ihnen, dab es Prof. Haag und Sport- direktor Pastuch mit ihren Mitarbeitern gelang, eine Atmosph~ire zu schaffen, in der sich die 56 Teilnehmer aus zwSlf L~in- dem wohlfi~hhen. E. BErma

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