Dein Spiegel 0714

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Dein Spiegel

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  • FOTOS: THILO THIELKE

    Cindy zum Beispiel gehrte rei-chen Franzosen, die in dem afrika -nischen Land Elfenbeinkste lebten.Wilderer hatten Cindy als Baby vonden Eltern geraubt und an Menschenverkauft. Drei Jahre spter wolltendiese den Schimpansen nicht mehrhaben und gaben ihn an Tierschtzerab.

    Etwa ein Drittel der Tiere in Chim-funshi kommen aus der Nhe, ausdem Land Kongo. Dort leben Schim-pansen in Freiheit, werden aber oftvon Wilderern gejagt. Andere Tierewurden aus Neuseeland, Haiti oderDubai zu den Tierschtzern gebracht.Louis kmmert sich seit drei

    Jahren intensiv um die Schimpan-

    sen aus dem Waisenhaus. Eigentlich lebt er in Berlin und arbeitet als Unternehmensberater. Doch 2011starb pltzlich sein lterer Bruder Stephan und der hatte bereitsvor vielen Jahren von Chimfunshi erfahren und es sich zur Aufgabe gemacht, den Schimpansen zuhelfen.

    BEINAHE IN FREIHEIT

    Dein SPIEGEL 07 | 2014 45

    Hier ist es gemtlich: Die Schimpansen fhlen sich drauen in der Naturwohl. Frher waren sie

    als Haustiere bei reichen Familien eingesperrt oder

    mussten im Zirkusauftreten.

    sen sind etwa siebenmal so stark wieMenschen. Ihr Gebiss ist so krftigwie das eines Lwen. Seit zehn Jahren lebt Cindy nun

    schon in einem riesigen Freigehege.Es befindet sich im Norden Sambias,direkt an der kongolesischen Grenze mitten in Afrika also. Chimfunshiheit die Anlage, sie ist die Heimat

    Die beiden verstehen sich gut.Entspannt lehnen SebastianLouis und die Schimpansen -dame Cindy Rcken an Rcken imGras und genieen den Sonnenschein.Weit und breit ist kein Wrter zu se-hen. Es ist ein Bild des Friedens unddoch ist Sebastian Louis aus Berlinganz schn mutig. Denn Schimpan-

    von rund 130 Schimpansen. Cindyund die anderen leben nicht frei.Aber es geht ihnen hier besser als in ihrem vorherigen Leben. Diemeisten kommen aus schlimmen Ver-hltnissen, erzhlt Sebastian Louis.Viele wurden geqult, und einige haben ihre Eltern durch Wilderer verloren.

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    Freunde: Sebastian Louis

    und Cindy.

    Auf einem riesigen Freigelnde in Afrika leben 130Schimpansen. Sie sind zwar gefangen, aber es gehtihnen gut. Frher wurden sie von Menschen geqult.

  • Jetzt will Sebastian Louis dasLebenswerk seines Bruders fort-

    setzen, und deshalb fhrt er mindes-tens zweimal im Jahr nach Sambia undverbringt mehrere Wochen mit denSchimpansen. Diese Arbeit hat mirdie Augen geffnet, sagt SebastianLouis, wir mssen viel mehr tun, umdie Menschenaffen zu beschtzen.Und Schutz ist ntig: Weil die Men-

    schen immer mehr Flchen des Ur-walds besiedeln, bleibt weniger Raumfr die Tiere. Auerdem machen Wil-derer Jagd auf die groen Affen: Das

    46 Dein SPIEGEL 07 | 2014

    FOTO

    S O

    BEN: TH

    ILO THIELK

    E; CHIM

    FUNSHI (U

    .)

    Trauriger Blick: Die Schimpansen haben Schlimmes erlebt. Jetztmssen sie erst wieder lernen, Menschen zu vertrauen.

    Mahlzeit! Wenn der Tierpfleger kommt, wird es an der Essensausgabe voll.

    Vor mehr als 30 Jahren ttetenWilderer die Familie des Schim-pansenbabys Pal. Eine Kugel hatte die Mutter des Jungtiers gettet und Pals rechten Kieferdurchschlagen. Damals kmmer-te sich die Englnderin SheilaSiddle um das Tier und zog denkleinen Schimpansenjungen mitder Flasche auf.Pal berlebte, und Sheila be-schloss, eine Auffangstation frSchimpansen zu grnden. Daswar der Beginn von Chimfunshi. Mittlerweile ist Chimfunshi ein

    groer Betrieb. 70 Fami lien lebenauf dem Gelnde also fast 400Personen. 60 Angestellte km-mern sich um die 130 Schimpan-sen. Es gibt sogar eine eigenekleine Schule fr die Kinder undeine Rinderzucht mit rund 600Tieren. Noch lebt Chimfunshiberwiegend von Spenden undder Untersttzung aus dem Aus-land, sagt Sebastian Louis. DieRinderzucht soll den Menschen,die in Chimfunshi leben, nun dieMglichkeit geben, den Betriebselbst zu finanzieren.

    Fleisch der erwachsenen Tiere wird oftgegessen, die Jungen werden als Haus-tier gehalten oder an Zoos verkauft.In arabischen Lndern oder in

    China finden es einige reiche Leuteschick, einen Schimpansen als Haus-tier zu haben. Das 13-jhrige Schim-pansenmdchen Alice beispielsweiselebte bei einer Familie, a mit denMenschen und schaute gemeinsammit ihnen fern. Am Ende konnte siesogar die Fernbedienung bedienen.Das klingt vielleicht ganz s, ist aberberhaupt nicht artgerecht.

    In Chimfunshi drfen sich die Tierevon den frheren Qualen erholen. Das 40-jhrige SchimpansenmnnchenToto etwa. Jahrelang war Toto in einem Zirkus im sdamerikanischen Chile gehalten worden. Er musste Biertrinken, Zigaretten rauchen und sichzum Gesptt der Besucher machen.In Freiheit lebt Toto auch heute

    nicht. Auch heute stt er noch anZune. Aber heute hat er viel, vielmehr Platz als frher. Und die Men-schen qulen ihn nicht mehr, sie be-schtzen ihn. Thilo Thielke

    DAS AFFENDORF

    Sambia

    In dem Dorf leben Menschenund Schimpansen. Die Kinder der Tierpfleger haben dort sogar eine eigene Schule.