Der schnellste Weg zu aussagekräftigen .Der Ausweis muss Referenzwerte wie gültige Rechtsnormen

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    Mathias Linder

    Der schnellste Weg zu aussagekrftigen Energieausweisen

    1. Zusammenfassung

    In der EU-Richtlinie ber die Gesamtenergieeffizienz von Gebuden vom 16. Dezem-ber 2006 wurde festgelegt, dass bei Gebuden mit einer Gesamtnutzflche von ber 1.000 m, die von Behrden und von Einrichtungen genutzt werden, die fr eine groe Anzahl von Menschen ffentliche Dienstleistungen erbringen und die deshalb von die-sen Menschen hufig aufgesucht werden, ein hchstens zehn Jahre alter Ausweis -ber die Gesamtenergieeffizienz an einer fr die ffentlichkeit gut sichtbaren Stelle an-gebracht wird.

    Der Ausweis muss Referenzwerte wie gltige Rechtsnormen und Vergleichskennwerte enthalten, um den Verbrauchern einen Vergleich und eine Beurteilung der Gesamt-energieeffizienz des Gebudes zu ermglichen. Dem Energieausweis sind Empfehlun-gen fr die kostengnstige Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz beizufgen.

    Die Gltigkeitsdauer des Energieausweises darf zehn Jahre nicht berschreiten.

    Die Richtlinie sollte von den Mitgliedsstaaten eigentlich sptestens bis zum 4. Januar 2006 in nationales Recht umgesetzt werden. In Deutschland ist dies nun durch die No-vellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2007 erfolgt, die das Bundeskabinett am 27.06.2007 beschlossen hat. Die Aushangpflicht fr ffentliche Gebude wird dann ab dem 1. Juli 2009 greifen..Die folgenden Hinweise sollen die Kommunen dabei un-tersttzen, schnell zu aussagekrftigen Energieausweisen zu kommen.

    2. Vorgaben der neuen Energiesparverordnung (EnEV) 2007

    Im Referentenentwurf der neuen EnEV wird unter 16 Absatz (3) ausgefhrt:

    Fr Gebude mit mehr als 1.000 m Nettogrundflche, in denen Behrden und sonsti-ge Einrichtungen fr eine groe Anzahl von Menschen ffentliche Dienstleistungen erbringen und die deshalb von diesen Menschen hufig aufgesucht werden, sind Ener-gieausweise nach dem Muster des Anhangs 7 auszustellen.

    Der Eigentmer hat den Energieausweis nach dem Muster des Anhangs 7 an einer fr die ffentlichkeit gut sichtbaren Stelle auszuhngen; der Aushang kann auch nach dem Muster des Anhangs 8 oder 9 vorgenommen werden. Der Anhang 7 eignet sich wegen seiner 4 Seiten nicht gut fr den Aushang. Daher werden hier nur die Anhnge 8 und 9 wiedergegeben.

  • Anhang 8: Muster Aushang Energieausweis auf der Grundlage des Energiebedarfs

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    Anhang 9: Muster Aushang Energieausweis auf der Grundlage des Energieverbrauchs

  • Der Aussteller hat Energieausweise nach 16 auf der Grundlage des berechneten E-nergiebedarfs oder des gemessenen Energieverbrauchs auszustellen.

    Fr die Berechnung des Energiebedarfs ist fr Nichtwohngebude ausschlielich die neue DIN V 18599 Energetische Bewertung von Gebuden anzuwenden.

    Dieses Normenwerk erfordert einen sehr hohen Berechnungsaufwand, so dass davon auszugehen ist, dass im Rahmen der Aushangpflicht fr ffentliche Gebude haupt-schlich Energieausweise auf der Basis des Energieverbrauchs erstellt werden. Die Daten fr den Energieverbrauch sollten im Rahmen des kommunalen Energiemana-gements ohnehin zur Verfgung stehen. Auerdem hat der Energieverbrauchsausweis den Vorteil, dass die wichtigen Bereiche der Betriebsfhrung und des Nutzerverhaltens mit erfasst werden. Hier gibt es gerade im kommunalen Bereich ein hohes Einsparpo-tenzial.

    Nach 19 ergibt sich der Energieverbrauchskennwert aus dem Durchschnitt von min-destens drei aufeinander folgenden Abrechnungsperioden. Dabei ist eine Witterungs-bereinigung nach den anerkannten Regeln der Technik vorzunehmen.

    Sind Manahmen fr kostengnstige Verbesserungen der energetischen Eigenschaf-ten des Gebudes (Energieeffizienz) mglich, hat der Aussteller des Energieausweises dem Eigentmer anlsslich der Ausstellung eines Energieausweises entsprechende, begleitende Empfehlungen in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen auszu-stellen (Modernisierungsempfehlungen nach Anhang 10).

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    Anhang 10: Muster Modernisierungsempfehlungen zum Energieausweis

  • 3. Richtlinie Energieverbrauchskennwerte

    Nach 19(3) der EnEV knnen bei der Ermittlung von Energieverbrauchskennwerten Vereinfachungen verwendet werden, die vom Bundesministerium fr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium fr Wirtschaft und Technologie im Bundesanzeiger bekannt gemacht worden sind. Der Entwurf einer sol-chen Bekanntmachung liegt mit Datum vom 16.11.2006 im Internet vor (www.bbr.bund.de).

    Danach erfolgt zunchst die Zuordnung zu Gebudetypen aus dem Bauwerkzuord-nungskatalog. Bei Mischnutzungen kann eine flchengewichtete Mittelung der Ver-gleichskennwerte erfolgen.

    Danach ist die Energiebezugsflche zu berechnen. Dies ist die Summe aller Netto-grundflchen (NGF) eines Gebudes. Zur Vereinfachung finden sich Faktoren zur Um-rechnung der Bezugsflche auf die NGF in der Anlage 1.

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    Anlage 1: Umrechnungsfaktoren zur Berechnung der Bezugsflche

    Es folgen dann die Formeln zur Berechnung des Heizenergieverbrauchskennwertes (inkl. Witterungsbereinigung) und des Stromverbrauchskennwertes. Auerdem werden hier Vergleichswerte fr den Heizenergieverbrauchskennwert und den Strom-verbrauchskennwert in der Anlage 2 wiedergegeben.

  • Anlage 2: Vergleichswerte fr den Heizenergieverbrauchskennwert und den Strom-verbrauchskennwert (Auszug)

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    Auerdem sind Tabellen zur Ermittlung der Heizwerte aus Mengeneinheiten, zur Zu-ordnung der Postleitzahlen zu Wetterstationen, sowie Klimafaktoren fr verschiedene Wetterstationen und Abrechnungszeitrume beigefgt. Dies sollten allerdings Daten sein, die im kommunalen Energiemanagement ohnehin verfgbar sind.

    4. Empfehlungen zur Umsetzung

    4.1 Klassenlabel statt Bandtacho

    In den Anlagen zum Entwurf der EnEV wird der so genannte Bandtacho zur Anzeige der Energieeffizienz verwendet. Es gibt jedoch gute Grnde zur Darstellung das ein-gngigere Klassenlabel zu verwenden:

    In der europischen Normung gibt es einen eindeutigen Vorzug fr das Klassenla-bel.

    Klassenlabel nach prEN 15217

    Das europische Display-Projekt mit 134 Stdten aus 23 europischen Lndern verwendet ebenfalls das Klassenlabel.

    Bei einer Umfrage in ber 100 Kommunen sprachen sich nur zwei fr den Bandta-cho und alle anderen fr das Klassenlabel aus.

  • Ein Feldversuch mit Befragung von Nutzern ffentlicher Gebude ergab, dass das Klassenlabel fr den ungebten Betrachter leichter verstndlich ist als der Bandta-cho.

    Im Bereich der ffentlichen Liegenschaften gibt es viele unterschiedliche Gebude-arten, so dass die Angabe eines Wertes auch fr Fachleute kaum aussagekrftig ist.

    Die Energieeffizienz ist beim Klassenlabel viel leichter kommunizierbar (Klasse B statt ziemlich weit links auf dem Bandtacho).

    3.2 Festlegung der Klassengrenzen

    Im Auftrag des Bundesministeriums fr Verkehr, Bau und Wohnungswesen (BMVBS) wurden beim Institut fr Erhaltung und Modernisierung im Bauwesen (IEMB) Energie- und Wasserverbrauchswerte fr ffentliche Gebude gesammelt. Bis Ende 2006 stan-den mehr als 13.600 Datenstze aus Bund, Lndern und Kommunen zur Auswertung zur Verfgung. Die Klassengrenzen wurden nun so festgelegt, dass sich in jeder Ener-gieeffizienzklasse gleich viele Gebude wiederfinden.

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    Klassengrenzen fr die Heizenergiekennzahl

  • Klassengrenzen fr die Stromkennzahl

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    Klassengrenzen fr die Wasserkennzahl

    4.3 Vorschlag zur Darstellung

    Als Vorschlag fr einen Energieausweis mit Klassenlabel wird hier zunchst der 1. Ent-wurf fr einen Energieausweis der Stadt Frankfurt wiedergegeben. Hier wurden einige sinnvolle Ergnzungen zu den Vorlagen aus dem Entwurf der EnEV vorgenommen.

  • Unter Nutzung ist nachvollziehbar, wie sich die Vergleichswerte flchengewichtet aus den einzelnen Gebudenutzungen nach Bauwerkzuordnungskatalog zusammenset-zen.

    Unter Verbrauch sind die Kennwerte fr Heizenergie, Strom und Wasser dargestellt. Die Darstellung des Wasserkennwertes ist in der EnEV nicht gefordert, aber eine sinn-volle Zusatzinformation. In der EnEV ist eine Mittelung ber mindestens drei Perioden (Jahre) ohnehin vorgeschrieben. Wenn die zeitliche Entwicklung der Kennwerte eben-falls dargestellt wird, gewinnt der Ausweis an Aussagekraft.

    Zustzlich werden hier auch die Kosten dargestellt, da diese Gre fr Laien noch ein-facher verstndlich ist als ein spezifischer Verbrauch.

    Es folgen Erluterungen zur erfolgten Klassifikation. Schlielich werden bauliche Ma-nahmen mit ihrem Kosten/Nutzen-Verhltnis und Manahmen zur Optimierung von Be-trieb/Nutzerverhalten mit ihrem Einsparpotenzial aufgefhrt. Dadurch wird die ber-schlgige Wirtschaftlichkeit der Manahmen sofort erkennbar und man vermeidet all-gemeingltige Plattitden mit geringer Aussagekraft.

    Durch die Verabschiedung der EnEV durch Bundesrat und Bundeskabinett wurde die Verwendung des Bandtachos verbindlich festgelegt. Daher wurde ein 2. Entwurf ange-fertigt, der die Vorteile des Klassenlabels mit dem Bandtacho verbindet.

    Die Tabellen mit den Klassengrenzen und eine Excel-Vorlage fr den Energieausweis sind im Internet verfgbar unter: www.stadt-frankfurt.de/energiemanagement

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    1. Entwurf fr einen Energieverbrauchsausweis der Stadt Frankfurt

  • 2. Entwurf fr einen Energieverbrauchsausweis der Stadt Frankfurt