Die Kraft der fr أ¼hen Bindung - kinderzentrum- Die Kraft der frأ¼hen Bindung -Schwerin -11.09.2010

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  • Die Kraft der frDie Kraft der früühen Bindunghen Bindung

    Kinderzentrum

    Mönchengladbach

    Alexander Trost

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 2

    Die Kraft der frDie Kraft der früühen Bindunghen Bindung

    • Einführung

    • Neurobiologische Grundlagen

    • Frühe Interaktion und Regulation

    • Bindungstheorie

    • Bindung und Trauma

    • Prävention & Hilfen

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 3

    „„Guter Hoffnung seinGuter Hoffnung sein……....““

    • Das Kind „unter dem Herzen“ tragen…

    • vs. „Vorsorgekontrollwut“: Angst, Unsicherheit, Stress

    • Versorgt werden in Schwangerschaft (Was braucht die Mutter meines Kindes, meine Tochter?)

    • Für sich sorgen… (Was mute / traue ich mir zu, was meinem Kind?)

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 4

    in Bonney, H.: Kinder und Jugendliche in der familientherapeuti- schen Praxis. Heidelberg (Auer) 2003

    Gene sind wichtig: sie bestimmen z.B. wichtige Temperaments- faktoren.

    Gene sind aber auch Teil eines Beziehungsganzen: sie werden nach Bedarf

    angeschaltet, moduliert, verändert durch psychosoziale Einflüsse

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 5

    Theoretischer Bezugsrahmen: Neurobiologie

    Die Neurowissenschaften sind derzeit der wichtigste Lieferant für neue Erkenntnisse über die menschliche Psyche, ihre Entwicklungs- und Störungsbedingungen.

    Stichworte:

    • Hirnentwicklung und Psyche

    • Stressreaktionen und der Auf- bzw. Abbau von neuronalen Strukturen

    • Die Rolle der Neurotransmitter und Hormone für Gefühlsleben, Wahrnehmung und Motivation

    • Die Bedeutung der „Spiegelzellen“ (mirror neurons)

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 6

    Neurobiologie: Tor zu integrativem Neurobiologie: Tor zu integrativem Wissen?Wissen?

    Insbesondere durch die Fortschritte im Insbesondere durch die Fortschritte im NeuroimagingNeuroimaging (z.B. (z.B. fMRTfMRT) n) näähern wir uns Phhern wir uns Phäänomenen wie nomenen wie

    -- Intuition (Bauchgehirn), Intuition (Bauchgehirn), -- Bindung (Hormone und Bindung (Hormone und TransmitterTransmitter), ), -- Resonanz in Beziehungen (Spiegelhormone) oder auch Resonanz in Beziehungen (Spiegelhormone) oder auch -- Meditation (Meditation (γγ--AktivitAktivitäät links frontal)t links frontal) auf neue Weise: auf neue Weise:

    „„Altes WissenAltes Wissen““ wird zunehmend auf empirischer Grundlage wird zunehmend auf empirischer Grundlage betbetäätigt. tigt.

    Der ewige Der ewige K(r)ampfK(r)ampf zwischen zwischen „„exakter exakter WissenWissen--schaftschaft““ und und AlltagserfahrungenAlltagserfahrungen vieler vieler MenschenMenschen--generationengenerationen kköönnte nnte üüberwunden werden........berwunden werden........

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 7

    UrvertrauenUrvertrauen……

    …entsteht im Wesentlichen über Lernprozesse

    …im Mutterleib: Sinneswahrnehmung, Hormonaustausch, Stress

    …in der Frühkindheit: frühe Beziehungsgestaltung, Regulationsprozesse, Bindungsaufbau

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    Was ist Lernen?Was ist Lernen?

    • Leben heißt Lernen: Lernprozesse sind die Grundlage der menschlichen Entwicklung

    • Wir sind unser Gehirn: Lernen ist Gehirnsache!

    • Lernprozesse laufen meist unbewusst ab, werden aber auch zielgerichtet induziert: Das Meiste, was wir gelernt haben, wissen wir nicht, aber wir könnnen‘s!

    • Lernen ist ein ganzheitliches, systemisches

    bio-psycho-soziales Geschehen

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 9

    Funktionsprinzipien des Gehirns 1Funktionsprinzipien des Gehirns 1

    • Das Prinzip der Entwicklungsfenster: Für bestimmte Funktionen, z. B. die Entwicklung von Sprache gibt es eine besonders sensible Phase während der ersten 3-4 Jahre.(offen für alle 70 Phoneme bis zum 8. Lebenmonat) Bei massiver sprachlicher Deprivation in dieser Zeit ist es für das Kind schwer, die Defizite nachzuholen.

    Andere Beispiele: – stereoskopisches Sehen

    – Bindungsbeziehungen.

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    Funktionsprinzipien des Gehirns 3Funktionsprinzipien des Gehirns 3 • Das Hierarchieprinzip: Phylogenetisch ältere

    Hirnregionen sind stärker genetisch vorgeformt, entwickeln sich schneller und sind in ihrer Funktion stabiler als jüngere: Atem- und Kreislaufzentrum arbeiten bewusst-seins-unabhängig, wenn es um die Sicherung des Überlebens gilt. Eine Reaktion des später entstandenen limbischen Systems, z.B.: Du bist mir nicht sympathisch („Ich kann Dich nicht riechen!“) kann durch Großhirnaktivität modifiziert werden.

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 11

    Funktionsprinzipien des Gehirns 4Funktionsprinzipien des Gehirns 4 • Das Hierarchieprinzip: Explizite Fähigkeiten

    des Neocortex, also des jüngsten Teils der Großhirnrinde, werden am stärksten durch interaktive Prozesse mit der Außenwelt modifiziert. Dies ist besonders im Hinblick auf die Aufgaben des Frontalhirns von Bedeutung:

    Aufmerksamkeit, Motivation, Entscheidungsfähigkeit, Kontrollüberzeugungen, Selbstwirksamkeit.

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    Funktionsprinzipien des Gehirns 5Funktionsprinzipien des Gehirns 5

    • Das Altersprinzip: Was Hänschen nicht lernt…: Junge Gehirne lernen wesentlich schneller, ältere Menschen dagegen integrieren neues Wissen besser mit ihrer Lebenserfahrung und können es dadurch effektiver nutzen. Die Präfrontalregion der Großhirnrinde übernimmt zunehmend die ausgleichenden Steuerungsfunktionen, die Abhängigkeit von den affektiven Zwängen des limbischen Systems nimmt ab.

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    Funktionsprinzipien des Gehirns 6 Funktionsprinzipien des Gehirns 6 • Das Prinzip der nutzungsabhängigen Ausdifferenzierung: Gehirnentwicklung jenseits der groben genetischen Vorgaben vollzieht sich in Abhängigkeit von den Lebenserfahrungen als ein sich selbst organisierender Prozess. Keine andere Spezies verfügt über ein so umweltoffenes und damit auch vulnerables Gehirn wie der Mensch. Während der Hirnreifung wird zunächst ein großer Überschuss an Neuronen und Synapsen produziert. Nur die Netzwerke, die durch häufige Nutzung (Übung) stabilisiert und verfeinert werden, bleiben.

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    Spiegelphänomene…..

    • Spiegelphänomene durchziehen die gesamte Biologie, beginnend bei der Erbsubstanz DNA mit ihrer spiegelnd angelegten Doppelstruktur bis hin zu komplexen biologischen Systemen wie dem Menschen.

    • Biologisch angelegte Spiegelung scheint das „Gravitationsgesetz lebender Systeme“ und ein „Leitgedanke der Evolution“ zu sein.

    • Nicht „survival of the fittest“, sondern „survival of resonance“ ist der tiefe Sinn der Evolution. (nach J.Bauer)

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    Bei Hirnuntersuchungen mit Schweinsaffen (Makakken) stellten die Forscher Vittorio Gallese und Giacomo Rizzolatti (Parma) fest, dass einige Nervenzellen im Stirnhirn nicht nur dann in Erregung gerieten, wenn sie eine bestimmte eigene Tätigkeit ausführten, Die gleichen Nervenzellen feuerten ihre Signale auch, wenn die Affen den Versuchsleiter bei der Ausführung der gleichen Tätigkeiten beobachteten.

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 16

    Beim Menschen: Spiegelneurone (im Broca-Zentrum und anderswo) steuern Wahrnehmung und Ausführung von Bewegungen; sie verknüpfen ganz offensichtlich Beobachtungen oder Geräusche mit der eigentlichen Durchführung von Aktionen.

    Sie spielen eine große Rolle beim Verstehen - und damit auch beim Erlernen - von Bewegungsabläufen.

    Einige Forscher gehen so weit, dass sie das Entstehen von Sprache und menschlicher Kultur auf Spiegelneurone zurück führen.

    Spiegelneurone ISpiegelneurone I

  • Die Kraft der frühen Bindung - Schwerin - 11.09.2010 Alexander Trost 17

    • Spiegelzellen unseres Gehirns versorgen uns mit intuitivem Wissen über die Absichten von Personen, deren Handlungen wir beobachten.

    • Sie melden uns, was Menschen in unserer Nähe fühlen, und lassen uns deren Freude oder Schmerz mitempfinden.

    • Spiegel-Nervenzellen sind die Grundlage emotionaler Intelligenz. Sie sind die neurobiologische Basis von Empathie, Sympathie und sie verleihen uns die Fähigkeit zu lieben.

    • Spiegelungsphänomene sind von zentraler Bedeutung für die Aufnahme und Weitergabe von Wissen, denn sie bilden die neurobiologische Basis für das „Lernen am Modell“. (nach J. Bauer)

    Spiegelneurone IISpiegelneurone II