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Dimitri Wolkogonow STALIN - img4.artcom- · PDF fileSTALIN STALIN Dimitri Wolkogonow Dimitri Wolkogonow Triumph und Tragödie Triumph und Tragödie Mit der ersten sowjetischen Stalin-Biographie

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  • STALIN

    ST A LI N

    Dimitri Wolkogonow

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    Triumph und Tragödie

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    Mit der ersten sowjetischen Stalin-Biographie nach dem Tod des Diktators von Dimitri Wolkogonow wurden die Quellen der jüngeren sowjetischen Geschichte endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zum ersten Mal war es einem Autor möglich, alle vorhandenen Zeug- nisse über die Stalin-Zeit auszuwerten. Auf sie gestützt, gelang ihm ein atemberaubendes Porträt. Alle bisherigen Versuche, den »Generalissimus« zu charakterisieren, verblassen angesichts der Tatsachen: Die Dokumente aus dem Politbüro, aus dem Exekutivkomitee der Kommunis- tischen Internationale, aus den Sicherheitsorganen oder aus dem Volkskommissariat für Äußeres sprechen eine erschütternde Sprache. Dimitri Wolkogonows voluminöse Biographie ist ein Schlüsselwerk, das nun endlich wieder zugänglich ist!

  • Dimitri Wolkogonow (1928–1995) war Professor für Philoso- phie, Historiker und sowjetischer Generaloberst. Seit 1950 Mit- glied der KPdSU, lehrte er ab 1970 Philosophie an der Militäraka- demie „Lenin“. Danach arbeitete er in der Politischen Hauptver- waltung der sowjetischen Streitkräfte und war Leiter des Instituts für Militärgeschichte des Verteidigungsministeriums der UdSSR. Als solcher hatte er die Möglichkeit, die Geheimarchive der Partei zu studieren.

  • Dimitri Wolkogonow (1928–1995) war Professor für Philoso- phie, Historiker und sowjetischer Generaloberst. Seit 1950 Mit- glied der KPdSU, lehrte er ab 1970 Philosophie an der Militäraka- demie „Lenin“. Danach arbeitete er in der Politischen Hauptver- waltung der sowjetischen Streitkräfte und war Leiter des Instituts für Militärgeschichte des Verteidigungsministeriums der UdSSR. Als solcher hatte er die Möglichkeit, die Geheimarchive der Partei zu studieren.

  • Dimitri Wolkogonow

    STALIN

    Triumph und Tragödie

    Ein politisches Porträt

    Aus dem Russischen von Vesna Jovanoska

    edition berolina

  • ISBN 978-3-95841-028-2 1. Auflage dieser Ausgabe Alexanderstraße 1 10178 Berlin Tel. 01805/30 99 99 FAX 01805/35 35 42 (0,14 €/Min., Mobil max. 0,42 €/Min.)

    © 2015 by BEBUG mbH / edition berolina, Berlin Die Originalausgabe erschien 1989 by APN, Moskau, eine deutsche Ausgabe im selben Jahr im Claassen Verlag, Düsseldorf. Umschlaggestaltung: BEBUG mbH, Berlin Druck und Bindung: GGP Medie GmbH, Pößneck

    www.buchredaktion.de

  • Inhalt

    Einleitung 9

    Der Feuerschein des Oktobers 25 En face und im Profil 28 Der Februarprolog 41 In Nebenrollen 50 Der bewaffnete Aufstand 59 Die rettende Chance 73 Die russische Vendée 77

    Die Warnung des Führers 97 Lenins Kampfgenossen 98 Der Generalsekretär 117 Der Brief an den Parteitag 130 Stalin oder Trotzki 142 Die frühen Quellen der Tragödie 153

    Wahl und Kampf 160 Wie baut man den Sozialismus auf? 162 Der Popularisator des Leninismus 181 Die intellektuelle Verwirrung 194 Trotzkis Niederlage 207 Stalins »Privatleben« 224

    Diktatur oder Diktator? 244 Das Schicksal der Bauern 246 Bucharins Drama 264 Über Diktatur und Demokratie 283 Der Parteitag des Siegers 297 Stalin und Kirow 306

    In der Toga des »Führers« 326 In Stalins Schatten 350 Das Phantom Trotzki 367 Die Popularität des Triumphators 374

  • Das Epizentrum der Tragödie 383 Die »Volksfeinde« 384 Die Schauprozesse 395 Tuchatschewskis »Verschwörung« 419 Das Stalinsche Monster 443

    An der Schwelle des Kriegs 464 Politische Manöver 468 Die dramatische Wende 484 Stalin und die Armee 504 Das Verteidigungsarsenal 511 Die Ermordung des Vertriebenen 519 Geheimdiplomatie 535 Verhängnisvolle Rechenfehler 552

    Der katastrophale Anfang 567 Ein paralysierender Schock 568 Harte Zeiten 580 Furchtbare Verluste 593 Katastrophen und Hoffnungen 601 Kriegsgefangenschaft und Wlassow 611

    Der Oberste Befehlshaber 624 Stalin und die Stawka 625 Die Stalingrader Erleuchtung 633 Der Oberste Befehlshaber und die Militärführer 643 Das Denken des Strategen 653 Stalin und die Verbündeten 667

    Der Höhepunkt des Kultes 684 Die Früchte und der Preis des Sieges 689 Das Leichentuch der Stalinschen »Geheimnisse« 701 Der Paroxysmus der Gewalt 710 Der alternde »Führer« 723 Eiswinde 729

  • Relikte des Cäsarismus 745 Mumien des Dogmatismus 756 Die totale Bürokratie 767 Irdische Götter sind sterblich 784 Das Stalinsche Erbe 792 Die historische Niederlage 794

    Personenverzeichnis 799

  • 9

    Einleitung

    Wenn man es genau nimmt, begann das Jahr 1937 am 1. Dezem- ber 1934. An diesem Tag wurde Sergej Mironowitsch Kirow er- mordet. Aber schon die späten zwanziger Jahre hatten die Kontu- ren der folgenden grausamen Jahrzehnte erkennen lassen. Für die Schuldigen dieser Zeit gibt es keine Rechtfertigung. Wir erinnern uns jedoch, dass damals die Staudämme und die Hüttenwerke aus dem Boden schossen, dass Papanin, Angelina, Stachanow und Bussygin hart arbeiteten. In diesen Jahren er- reichte der Patriotismus seinen Höhepunkt, und wir errangen den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg. Es wäre falsch, bei der Verurteilung der Verbrechen Stalins die Errungenschaften des Sozialismus und seine prinzipielle Überlegenheit als Gesell- schaftssystem zu bestreiten. Trotz der Verbrechen Stalins wurde viel erreicht. Aber unter demokratischen Verhältnissen wären die Erfolge größer gewesen. Es wäre falsch, die Verurteilung Stalins oder der Personen in sei- ner Umgebung auszuweiten auf die Partei und auf Millionen von einfachen Menschen, deren Glaube an die Wahrhaftigkeit der re- volutionären Ideale nicht erschüttert worden ist. Es wäre falsch, die Erfolge und die Verbrechen unserer Vergan- genheit miteinander zu verrechnen: Was überwog bei Stalin? Ver- dienste oder Verbrechen? Die Frage ist unmoralisch. Kein Ver- dienst rechtfertigt die Missachtung der Menschenrechte. Kann von Verdiensten eines Menschen überhaupt die Rede sein, wenn durch seine Schuld viele Millionen starben? Heute wissen wir, dass Stalin ein grausamer Despot war, der das Volk gewaltsam von seiner politischen Führung entfremdete. Er schuf eine Symbiose von Bürokratie und Dogmatismus. Es liegen Quellen vor, anhand deren wir die Ursachen der Deformation des politischen Systems ergründen können. Unser Wissenshun- ger lässt sich am besten durch die Wahrheit stillen, wie bitter sie auch sein mag. Lenin schrieb: Besonders »schrecklich sind Illusi- onen und Selbstlüge, schlimm und zerstörerisch ist die Angst vor der Wahrheit«.

  • 10

    Um das Phänomen Stalin zu analysieren, muss man die Rolle von Persönlichkeiten in der Geschichte auf marxistisch-leninistischer Grundlage betrachten. Dabei werden wir auch Arbeiten Lenins he- ranziehen und auswerten. Vor allem die als sein »Testament« be- kannten Dokumente sind von unschätzbarem Wert. Stalin hat sein Leben lang nicht vergessen, dass Lenin in seinem »Testament«, dem »Brief an den Parteitag« vom Dezember 1922, ihn und Trotzki als »herausragende Führer« bezeichnet hat. Er vergaß aber ebenso wenig die offene und schmerzhafte Charak- terisierung seiner Person. Er konnte sich auch nicht damit ab- finden, dass Lenin Bucharin »Liebling der Partei« genannt hat- te. Immer wieder hat Stalin versucht, Lenins Worten eine andere Bedeutung zu geben. In einer seiner Reden sagte er zum Beispiel: »Wir alle lieben Bucharin, aber die Wahrheit, die Partei und die Komintern lieben wir noch mehr.« In diesem Satz findet sich fast schon der ganze Stalin: der Idee ergeben – so, wie er sie verstand –, aber schlau und listig. Lenins Bemerkung, dass »Stalin zu grob« sei, kommentierte der Generalsekretär mit der Entgegnung, er sei »nur grob zu seinen Feinden«. In den letzten Jahren sind bei uns viele Biographien erschienen: über Cäsar, Napoleon, Charles de Gaulle, Mao Tse-tung und andere, die für immer in der Geschich- te verewigt sind. Es wurde sogar ein Buch über Hitler herausge- geben. Aber es gibt keine politische Biographie Stalins in der So- wjetunion, wohingegen im Ausland einige Dutzend Bücher über ihn veröffentlicht worden sind. Die Lücke in unserer Geschichts- schreibung versuchen bislang zahlreiche belletristische und his- torische Publikationen zu schließen, die sich mit verschiedenen Aspekten der Stalin-Zeit befassen. Diese Publikationen sind wie ein Regen nach einer langen Dürre. Ohne Zweifel werden bald auch wissenschaftliche Untersuchungen erscheinen. Historiker werden über Stalin wie über Chruschtschow, Breschnew und an- dere wichtige Personen in der Geschichte unserer Partei und un- seres Staats schreiben. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, nur ein politisches Porträt Stalins zu entwerfen und keine Biographie. Die hitzigen Diskussionen über Stalin verstummen nicht. Einer der Gründe für das große Interesse an seiner Person ist, dass seine Zeit, legt man historische Maßstäbe zugrunde, erst vor kurzem zu Ende gegangen ist: vor etwa vier Jahrzehnten. Das Schicksal Sta-

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    lins ist noch verwoben mit den Schicksalen heute lebender Men- schen und ihrer nächsten Verwandten. Viele von uns sind in der Stalin-Ära aufgewachsen, und jeder von uns ist mit seiner Zeit verbunden. Die Wunden unserer Geschichte sind nicht verheilt, und wir werden sie noch lange spüren. Ein weiterer Grund für das anhaltende Interesse an Stalin ist die Erneuerung des Sozialismus, des Humanismus, der Gerechtig- keit, der his