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Expressionismus
Expressionismus
lat. ex-pressio
= Ausdruck
E. Munch: Der Schrei (1893) Schrei-Dichtung
Gottfried Benn
Georg Heym
Jakob van Hoddis
Georg Trakl
Alfred Liechtenstein
August Stramm
Else Lasker-Schüler
(1886-1956)
(1887-1912)
(1887-1942)
(1887-1914)
(1889-1914)
(1874-1915)
(1869-1945)
Dichter des Expressionismus:
Gottfried Benn: Kleine Aster (1912)
Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt.Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhelllila Aster zwischen die Zähne geklemmt Als ich von der Brust aus unter der Haut mit einem langen Messer Zunge und Gaumen herausschnitt, muss ich sie angestoßen haben, denn sie glitt in das nebenliegende Gehirn. Ich packte sie ihm in die Brusthöhle zwischen die Holzwolle, als man zunähte.
Trinke dich satt in deiner Vase! Ruhe sanft, kleine Aster!
August Stramm: Trieb (1915)
Schrecken SträubenWehren Ringen Ächzen SchluchzenStürzenDu!Grellen GehrenWinden KlammernHitzen SchwächenIch und Du!Lösen GleitenStöhnen WellenSchwinden FindenIch Dich Du!
Tuberkulose - Fensterrose
Kanapee - Gardasee
Plateau - stanken so
Skelett - Menuett
Dreck - Butterfleck
Gebrüll - Menschenmüll
Exzesse - Fresse
Operetten - Zigaretten
Pufflaterne - Pfirsichkerne
Beispiele für Reime in expressionistischer Lyrik:
Wie stellen Sie sich die Dichter und ihr Leben vor, die solche Reime benutzen?
Bildungsbürgertum, Akademiker
(Juristen, Ärzte, Pharmazeuten)
Leben als Spießer
bürgerliche Außensicht
- innere Zerrissenheit
Überlegungen zur Form:
Georg Heym: Die Irren
Der Mond tritt aus der gelben Wolkenwand.Die Irren hängen an den Gitterstäben,Wie große Spinnen, die an Mauern kleben.Entlang den Gartenzaun fährt ihre Hand.
In offenen Sälen sieht man Tänzer schweben.Der Ball der Irren ist es. Plötzlich schreitDer Wahnsinn auf. Das Brüllen pflanzt sich weit,Daß alle Mauern von dem Lärme beben.
Mit dem er eben über Hume gesprochen,den Arzt ergreift ein Irrer mit Gewalt.Er liegt im Blut. Sein Schädel ist zerbrochen.
Der Haufe Irrer schaut vergnügt. Doch bald,Enthuschen sie, da fern die Peitsche knallt,den Mäusen gleich, die in die Erde krochen.
August Stramm: Sturmangriff
Aus allen Winkeln gellen Fürchte WollenKreischtPeitscht das LebenVorSichHerDen Keuchen TodDie Himmel fetzen.Blinde schlächtert wildum das Entsetzen.
Zeilenstil und Montagetechnik:
Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung (1911)
Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.
Auf lange Krücken schief herabgebücktUnd schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.
An einem Fenster klebt ein fetter Mann.Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.
Themen:
Verfall
Untergang
Ich-Zerfall
Großstadt
Krieg
Krankheit
Wahnsinn
Hässlichkeit
Sinnlichkeit
„Menschheitsdämmerung“ (1920) von Pinthus
„Sturz und Schrei“
„Aufruf und Empörung“
„Liebe den Menschen“
„Erweckung des Herzens“
Expressionismus in der Kunst:
Wassily Kandinsky
Franz Marc
August Macke
Gabriele Münter
Ernst Ludwig Kirchner
Karl Schmidt-Rottluff
Max Pechstein
Emil Nolde
Wassily Kandinsky
Ernst Ludwig Kirchner
Ludwig Meidner
Otto Dix
Otto Dix
Otto Dix
(Neue Sachlichkeit)