Ferrari Das Schnellste Unternehmen Der Welt

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  • FerrariDas schnellste Unternehmen der Welt

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  • Christiane Oppermann ist freie Autorin und eine der profi-liertesten Wirtschaftsjournalistinnen Deutschlands. Sie arbeitete unter anderem als Redakteurin beim Stern und beim manager magazin sowie als Ressortleiterin Wirtschaft bei der Woche. Zu ihren Verffentlichungen zhlen John F. Kerry: Wird Amerika wieder demokratisch? und das Schwarzbuch Banken.

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  • Christiane Oppermann

    FerrariDas schnellste Unternehmender Welt

    Campus VerlagFrankfurt /New York

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  • Bibliografische Information der Deutschen BibliothekDie Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet ber http://dnb.ddb.de abrufbar. ISBN -59-7649-0

    Das Werk einschlielich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschtzt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulssig. Das gilt insbesondere fr Vervielfltigungen, bersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.Copyright 005 Campus Verlag GmbH, Frankfurt/MainUmschlaggestaltung: Bro HamburgUmschlagmotiv Martyn Goddard/CORBISSatz: Fotosatz L. Huhn, Maintal-BischofsheimDruck und Bindung: Freiburger Graphische BetriebeGedruckt auf surefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier.Printed in Germany

    Besuchen Sie uns im Internet: www.campus.de

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  • Inha l t

    Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

    Grnderzeit und AufbruchWie Enzo Ferrari eine Legende schuf . . . . . . . . . . . . .

    Aufwrmtraining . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

    Autos zum Trumen und Siegen. . . . . . . . . . . . . . . 4

    Ein unbestelltes Haus Wie mit Fiat manches besser und vieles schlechter wurde . . . 59

    Die Zeiten ndern sich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

    Das Erbe des Patriarchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88

    Das ComebackWie Luca di Montezemolo dem Cavallino die Peitsche gab . . . 05

    Alte Hasen und junge Pferde . . . . . . . . . . . . . . . . 09

    Die Entdeckung der Langsamkeit . . . . . . . . . . . . . . 8

    Annus Horribilis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

    Trume auf vier Rdern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

    Das schnellste Unternehmen der Welt . . . . . . . . . . . 78

    Die Wiederholungstter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0

    Schutzengel, Spielverderber und Milliarden . . . . . . . . 7

    Literatur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

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  • Chronik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45Bildnachweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56Register . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57

    F e r r a r i D a s s c h n e l l s t e U n t e r n e h m e n D e r We lt

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  • E in le i tung

    Barchetta, Monza, Enzo Ferrari, Maranello, 6 Sca-glietti das sind Namen, die Bilder von rasend schnellen Sport-wagen, eleganten Karosserien und die Klangkulissen aufbrausen-der Zwlfzylinder-Motoren heraufbeschwren. F004, Ho-ckenheim, Formel und Ferrari sind die Zauberformeln, die Millionen Menschen vor die Fernseher locken und Armeen rotkostmierter Fans mit Kind, Caravan und Camping-Grill an die Rennpisten treiben. Kein anderes Autounternehmen bt eine so magnetische Wirkung auf Menschen aller Schichten, Kultur-kreise und Einkommensklassen aus wie die Scuderia Ferrari. Selbst in den biederen Wohnvierteln und Schrebergrten flattern in der Rennsaison die roten Fahnen mit dem schwarzen Pferd auf gelbem Grund. Was hat Ferrari, was die anderen Unternehmen die auch schnelle und schne Wagen herstellen einfach nicht haben?

    Wie gelang es, aus den Autos, die in der kleinen Fabrik in Ma-ranello gebaut werden, wahre Kunstwerke des Automobilbaus, den Inbegriff von Leistung und Leidenschaft zu schaffen? Schon zu Enzo Ferraris Zeiten grndete der Ruhm der Firma, vor allem aber ihr finanzielles berleben, auf den fr die Strae produ-zierten Sportwagen, die die kleine, hoch qualifizierte Mannschaft in Maranello fr die Reichen und Berhmten in aller Welt gefer-tigt hat. Mit ihnen sollte das Geld fr den Rennsport verdient werden. Diese Fahrzeuge aus der Fabrik nahe Modena sind auch heute hoch begehrte Preziosen des Luxusautomobilmarktes.

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  • F e r r a r i D a s s c h n e l l s t e U n t e r n e h m e n D e r We lt

    Kein anderer Rennstall im Formel--Zirkus war in den ver-gangenen Jahren so erfolgreich wie die Scuderia Ferrari. Das Un-ternehmen mit dem steigenden Pferd im Emblem hat alles kas-siert, was sich in der Knigsklasse des Autosports gewinnen lie. Die Souvernitt und Kontinuitt, mit der Ferraris Formel--Pi-loten einen Sieg nach dem anderen fr die Rennwagenbauer aus Maranello einfuhren, hatte die Teams der Konkurrenten fast zu Statisten degradiert.

    Selbst erfolgreiche Automobilkonzerne wie BMW und Daimler-Chrysler konnten die Siegesserie der Roten lange nicht brechen. Immer wieder fuhren ihre Teams den roten Stars der Asphalt-pisten, Michael Schumacher und Rubens Barrichello, hinterher.

    Lange Zeit versuchten die Renndirektoren der Wettbewerber, den Erfolg der Ferraris mit der berragenden Begabung des For-mel--Superstars Michael Schumacher zu erklren, der emotions-los und przise jede Strecke zu meistern schien und seinen Boli-den als Erster ber die Zielgerade brachte. Fnfzehn teils schwere Unflle hat Schumi, wie ihn seine Fans bewundernd nennen, in seinem Rennfahrerleben berstanden ohne erkennbare Bles-suren davonzutragen.

    Seit aber Rubens Barrichello, Ferraris zweiter Formel--Fah-rer, zweimal auch den Titel des Vizeweltmeisters errang, lsst sich die Erfolgsserie nicht mehr mit dem berragenden Talent von Mi-chael Schumacher allein erklren. Irgendetwas muss die Scuderia Ferrari anders gemacht haben als die anderen Mannschaften.

    Dies ist eine Frage, die lngst nicht nur die Automobilmanager umtreibt, sondern auch in anderen Konzernen von grtem Inte-resse ist. Wie gelang dem Ferrari-Management das Kunststck, aus einer Truppe von hochsensiblen Spezialisten und berbezahl-ten Chaoten ein Team zu schmieden? Wie schafften sie es, ihre Mannschaft immer wieder aufs Neue zu motivieren? Nach jeder erfolgreichen Saison Leistung und Leidenschaft der Techniker, In-genieure und Fahrer pnktlich zum Beginn des neuen Rennjahres neu zu entfachen?

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  • e i n l e i t U n g

    Der Erfolg der vergangenen Jahre hat auch altgediente Ferraristi berrascht, denn sie erinnern sich noch an die mageren Jahren der Scuderia, als die roten Flitzer bestenfalls im Mittelfeld die Zielge-rade passierten, wenn sie nicht wegen technischer Mngel vorher die Rennstrecke verlassen mussten. Das waren die Zeiten, als die Scuderia nur noch vom Mythos der Vergangenheit zehrte. Von dem im Rckblick verklrten Erfolg des Grnders Enzo Ferrari, der zu den groen Pionieren im Automobilbau zhlt. Denn ihm war es gelungen, seinen Rennstall durch alle Krisen immer wieder auf Siegeskurs zu fhren und eine Marke zu schaffen, die selbst ein Vierteljahrhundert nach dem Tod des Patrons trotz zahlrei-cher Niederlagen und Misserfolge nichts von ihrem strahlenden Image verloren hat.

    Doch Siege auf den Rennstrecken und die Ertrge aus der Ama-teursparte reichten schon zu Enzo Ferraris Zeiten nicht: Ohne die Hilfe eines mchtigen Partners, des Autokonzerns Fiat, wre die Scuderia wie viele ehemalige Konkurrenten lngst nur noch ein Kapitel in der Rennsporthistorie.

    Der Wechsel des Familienunternehmens in den Grokonzern Fiat hat den Rennstall nicht nur vor der drohenden Pleite und dem Untergang gerettet, sondern ihm nach Jahren der Mittelmigkeit auch einen neuen, modernen Patron beschert, der den Vergleich mit Enzo Ferrari, was Leidenschaft fr den Rennsport und Fh-rungsstrke angeht, nicht scheuen muss. Luca di Montezemolo, der in seiner Jugend fr kurze Zeit noch unter Ferrari gearbeitet hatte, gelang das Kunststck, den Geist des Alten zu pflegen und dennoch neue Erfolge zu erzielen: diesmal auf der Rennstrecke und im Unternehmen.

    Auch die Erwartungen der modernen Mediengesellschaft haben neue Mastbe gesetzt. Aus dem einst exklusiven Zeitver-treib ehrgeiziger junger Mnner ist im vergangenen Jahrhundert ein globaler Rennzirkus, ein Milliardengeschft der internatio-nalen Markenkonzerne und TV-Anstalten geworden. Daimler- Chrysler, BMW, Ford, Renault, Toyota und Ferrari schicken ihre

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  • 10 F e r r a r i D a s s c h n e l l s t e U n t e r n e h m e n D e r We lt

    erstellt von ciando

    Hgh-Tech-Flitzer auf die Asphaltpisten und ein Millionenpubli-kum in aller Welt schaut zu. Bernie Ecclestone ist der Intendant dieser Wandershow. Seine Hauptaufgabe ist es, das Publikum bei Laune, die Spieler, die Automobilkonzerne und Motorsportler an der langen Leine und die Sponsoren in Spendierlaune zu halten.

    Dieser profitable Dreisprung drohte in den vergangenen Jahren aus dem Gleichgewicht zu geraten. Der Dauersieger Schumacher im Ferrari begann Langeweile im Publikum zu verbreiten. Die Autokonzerne muckten gegen das Diktat des grand old man auf. Deshalb wurden die Regeln des multimedialen Monopolys gen-dert und die Teams zu einer nderung ihrer Strategie gezwungen. Die neuen Regeln verlangen vor allem von Ferrari, dessen Strke auf ausgedehnten Testprogrammen und unlimitiertem Verschlei von Motoren, Reifen und Material beruht, rigoroses Umdenken. Nicht nur Geschwindigkeit ist im Rennzyklus 005 gefragt, son-dern Dauerleistung ein Kriterium, das bei Ferrari eine groe Rolle spielt, wenn es um die Disziplinierung von Mitarbeitern geht, nicht aber um die Wiederverwendung von Motoren und Material.

    Die Analyse von Ferrari wird auch Erkenntnisse liefer