Frühe Bindung und Beziehung als Basis für die spätere Entwicklung

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OA Dr.in Katharina KRUPPA (GAIMH)

Text of Frühe Bindung und Beziehung als Basis für die spätere Entwicklung

  • 1. Frhe Bindung undBeziehung als Basis frdie sptere Entwicklung Dr. Katharina Kruppa Kinderrztin Psychotherapeutin (systemische Familientherapie, Integrative Kinder- und Jugendtherapie, Suglings- ELterntherapie) Babytag richtig essen von Anfang an!
  • 2. Baby CareAmbulanzAmbulanzfr Ernhrungs-,Still-, Schrei- und Schlaf-Problematikin denersten Lebensjahren
  • 3. Grundbedrfnisse des Menschen von Anfang an Krperlich: Nahrung Temperatur, Schlaf Sicherheit: Halt und Krperkontakt Soziale Kontakte:Nimm mich wahr und zeig mir das, kommuniziere mit mir Liebe mich so wie ich bin!
  • 4. Am Tierexperimentbesttigt Soziale Kontakte: Postpartale Trennung bei Musen Vernderung im Hypothalamus, ngstlich und weniger stressresitent Mutter-Kind Trennung bei Weibschelaffen (28 Tage) ngstliche, aggressiv, eingeschrnktes Verhaltensrepertoire, Blutdruck erhht Epigentetisch vererbt, aber korrigierbar! Tierexperimentell: Streicheln mit Pinseln hebt die Verhaltensnderung auf Studie (Koch, 2009): BDNF (Nervenwachstumsfaktor) steigt bei antidepressiver Gesprchstherapie langfristig
  • 5. Was ist Bindung?Das emotionale Band, das ein Kind zu einer Bezugsperson aufbaut, und das sie beide ber Raum und Zeit verbindetBindung ist ein Grundbedrfnis des Menschen (genetisch vorprogrammiert) dem gegenber steht die elterliche FeinfhligkeitDas angeborene Bedrfnis des Sulings nach sicherer Basis ist der Schlssel zu ihrem krperlichen und psychischen berleben
  • 6. Feinfhligkeit Dem Bindungsbedrfnis der Kinder steht das Pflegesystem der Bindungsperson gegenber (Mutterinstinkte) Feinfhligkeit bedeutet die Signale des Suglings -wahrzunehmen, -richtig zu interpretieren -angemessen und -prompt zu reagieren Um feinfhlig zu sein, muss die Bezugsperson verlsslich, vertraut und verfgbar sein
  • 7. Sichere BindungFeinfhligkeit der Bindungsperson ermglicht den Kindern die Befriedigung der Bindungsbedrfnisse und damit:Urvertrauen (innere Reprsentanzen, Stabilitt)Affektdifferenzierung (was spre ich)Affektregulation (wie gehe ich damit um)Affektabstimmung (Dialog)Die frh gelernten Bindungsmuster bleiben zu 80% ein Leben lang aktiv und werden auch an die Kinder weitergegeben
  • 8. Bindung versus Exploration Durch Angst und Trennung (Stress) wird das Bindungssystem aktiviert Durch affektive Resonanz der Bindungsperson wird das Bindungsbedrfnis und die Stressreaktion wieder beruhigt Wenn das Bindungsbedrfnis beruhigt ist wird das Explorationsbedrfnis aktiviert (nur wenn die innere Sicherheit gegeben ist kann das Kind die Umwelt erkunden)
  • 9. Die neuronale Entwicklung in derfrhen Kindheit: Wir kommen miteinem enorm plastischen Gehirnaf die Welt:Nirgendwo im Tierreich sind die Nachkommenbeim Erlernen dessen, was fr ihr berlebenwichtig ist, so sehr und ber einen so langenZeitraum auf Frsorge und Schutz,Untersttzung und Lenkung der Elternangewiesen als die Spezies Mensch:Der Mensch ist ein sozial geprgte WesenGroe Entwicklungs-chancen hoheVulnerabilittGrundvoraussetzung: 3v-Bezugsperson(Verlsslich, verfgbar, vertraut)
  • 10. D.h.: SpezielleHerausforderungen derSuglingszeit1. Totale krperliche und psychische Abhngigkeit von den Bezugspersonen (there is no such thing as a baby allein gelassen werden auch ber kurzen Zeitraum ist lebensbedrohlich!)2. Extreme Vulnerabilitt des sich in Entwicklung befindlichen Gehirns / Bio-psycho-soziale Entwicklungsdynamik (Neurobiologie)3. Bindungsmuster werden in den ersten Monaten (Jahren) festgelegt (Bindungstheorie)4. 3v-Bezugsperson fr umfassende Entwicklung ntig (verlsslich, verfgbar, vertraut)
  • 11. Frhe Bindungsentwicklung:Begleitung in der frhenElternschaft Menschen sind Herdentiere Konstellation Mutter Kind allein hchst unnatrlich Es braucht frhe Begleitung durch Gruppen (Mttergruppen, Stillgruppen,) Einzelpersonen (haltende Funktion, gute Gromutter, z.B. Hebammen) Nur wer Halt hat kann Halt geben
  • 12. Was hat das mit Ernhrungzu tun???
  • 13. Erste Nahrung = Kontakt auf allenEbenen Stillen: mit allen Sinnen erlebbar ODER Flascherl in der gleichen liebevollen Haltung Schwierigkeit: Subj. Kompetenz der Mutter (Verunsicherung) Baby: Haltung?
  • 14. Beginn der Beikost Wahrnehmen der Entwicklung (ab wann kann und will das Baby essen) Wahrnehmen der Signale (wann will das Baby essen und wann hat es genug) Zeit und Geduld
  • 15. Selbstndig essen lernen Vertrauen und Autonomie Bindung und Exploration
  • 16. Gedanken zu Essstrungen 1:Adipositas: Hunger wonach? berftterung Wie kann ich deine Bedrfnisse stillen?
  • 17. Gedanken zu Essstrungen 2: Dystrophie, Zwangsftterung etc.: wer hat das Problem? (Normkinder?) Kind zu ernhren als mtterliche Grundfunktion
  • 18. Gedanken zum Abschluss Bindung und Beziehung ist ein Grundbedrfnis von Babys und Eltern! Essen und Ernhrung ist ein Beziehungsthema! Begleitung bei der Essensentwicklung geht auch nur ber Kontakt und Beziehung ACHTUNG: Kein berfttern (Tipps) Kein Hungern lassen (Untersttzung)
  • 19. Frhe Kindheit Brcken bauen:Wissenschaft und Praxis imDialog17. Jahrestagung der GAIMH, GermanSpeaking Association for Infant MentalHealthDatum: 2. 4. Februar 2012Ort: Universitt Basel
  • 20. Danke fr Ihre Aufmerksamkeit. Katharina Kruppa