Gesundheit als Beruf

  • View
    214

  • Download
    2

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Eine Sonderbeilage des Berliner Kurier

Text of Gesundheit als Beruf

  • FOTOLIA/A

    GVISUELL

    GESUNDHEITALS BERUF

    Krisensichere Jobs:EineMesse gibt Tipps.

    Boomende Branche:Die Gesundheitswirtschaft.

    Erfolgreiche Pillen:Berliner Pharmafirmen.

    E I N E V E R L A G S B E I L A G E D E S B E R L I N E R K U R I E R

  • 2 I G E S U N D H E I T A L S B E R U F DIENSTAG, 13. MRZ 2012 I VERLAGSBEILAGE

    ber die Gesundheit lsstsich vieles sagen. Fr denTheologen Thomas vonAquin war sie weniger ein Zustandals eine Haltung. Fr den Immun-biologen Gerhard Uhlenbruck istsie hingegen einfach nur dieSumme aller Krankheiten, die mannicht hat. Und der SchauspielerHeinz Rhmann wusste: Schonmanche Gesundheit ist dadurchruiniert worden, dass man auf dieder anderen getrunken hat.

    ber Gesundheit lsst sichalso vieles sagen vor allem vielNegatives. Dabei wird sie, bezie-hungsweise deren Erhalt, doch im-mer wichtiger, gerade aus wirt-schaftlicher Sicht.Demografischer Wandel heit dasStichwort: Der Anteil alter Men-schen an der Bevlkerung inDeutschland steigt und diese ha-ben dementsprechend immermehr altersbedingte Krankheitenund sind immer fter auf Pflegeangewiesen. Das alles fhrt zu im-mer hheren Kosten und inzwi-

    Unschlagbar gesundDie Gesundheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg punktet mit krisensicheren Arbeitspltzen

    schen auch zu einem gravie-renden Fachkrftemangel.

    Auf der anderen Seitebeinhaltet dieser demografi-sche Wandel aber auch einenormes Potenzial gerade

    fr die Gesundheitswirt-schaft. Und er bietet beste, krisen-feste Zukunftsaussichten: Fr allenmlich, die sich fr einen Beruf indieser Gesundheitswirtschaft ent-scheiden. Allein bis 2013 werdennach Schtzungen in der RegionBerlin-Brandenburg 5 000 Kran-kenschwestern und Pfleger ge-sucht, 500 medizinische Laboran-ten und 8000Krankenpflegehelfer. Dabei gehtes aber lngst nicht mehr nur umdiese klassischen Gesundheitsbe-rufe. Vor allem auch in den techni-schen Berufen suchen die Unter-nehmen dringend neueAuszubildende wie zum BeispielLehrlinge, die Medizintechnikerwerden wollen.

    DieMischungmachts

    Die Gesundheitswirtschaft diffe-renziert sich immer weiter aus. Sielebt, sagt Malte Behmer von derIndustrie- und Handelskammer(IHK) Berlin. Alte Berufsbilder ent-wickeln sich weiter, spezialisierensich zunehmend, ganz neue Be-rufe entstehen. Die Gesundheits-

    entwickelt, sagt Berlins Regieren-der Brgermeister, Klaus Wowereit(SPD). Der Imagewandel ist alsogeschafft: Die Gesundheitswirt-schaft ist nicht mehr nur ein Kos-tentreiber, sondern mittlerweileauch ein echter und vor allem er-folgreicher Wachstumsmotor.

    Berlin und Brandenburg habenvor einigen Jahren diese Strke er-kannt und setzen seitdembewusstauf das Thema Gesundheit undauf die Vernetzung. Das ist dergroe Vorteil, den wir in Berlin undBrandenburg haben, sagt MalteBehmer. Die starke Vernetzung undKooperation macht Berlin undBrandenburg fast unschlagbar.Das ist nicht selbstverstndlich.Denn lange herrschte die Politikder Giekanne vor, wie es Behmernennt. Mit viel Geld sollte mg-lichst viel gefrdert werden. Dochdas hat selten so richtig funktio-niert. Stattdessen konzentriertsich die Politik nun auf einige we-nige Kernpunkte, die gefrdert wer-den sollen dazu zhlt die Gesund-heitswirtschaft.

    Wir lebendavon,dasseshiersoein breites Spektrum gibt. Dasmacht den Erfolg aus, sagt derFachmann. Andere Regionen inDeutschland wrden den Erfolg derBerliner und Brandenburger als Ge-sundheitsregion gerne kopieren. Al-lein 180 Unternehmen der Biotech-nologie gibt es in Berlin und

    Brandenburg sowie 200Unterneh-men der Medizintechnik. Pharma-Riesen wie Bayer oder Pfizer habenStandorte hier in der Stadt. Seit 300Jahren wird an der Charit, Europasgrtem Universittsklinikum, ge-heilt und geforscht. Spitzenfor-schung wird auch amMax-Delbrck-Centrum fr Molekularbiologiebetrieben, an den Universitten derStadt und des Landes und am Deut-schenHerzzentrumBerlin.

    Einstieg fr jeden

    So bunt und breitgefchert sich dieGesundheitswirtschaft prsen-tiert, so vielfltig sind auch die Ein-stiegsmglichkeiten. Im Prinzipist wirklich fr jeden etwas dabei,sagt Malte Behmer. Der Weg in denBeruf gelinge in der Gesundheits-wirtschaft verhltnismig leicht.Und nicht alle Berufe htten etwasmit dem direkten Kontakt zu denPatienten zu tun.

    Chancen einzusteigen in die Zu-kunftsbranche haben sowohl einHauptschler als auch ein promo-vierter Akademiker. Es gibt dieMglichkeit zur Unterbildung, zurAusbildung zur Umschulung, zumberufsbegleitenden Studium oderzum Vollzeitstudium. Gerade beiden Studiengngen differenziertsich das Angebot immer weiter. Im-mer mehr Hochschulen bieten Stu-diengnge aus dem Gesundheits-bereich. (spa.)

    wirtschaftumfasst die

    Gesundheit tatschlich in ihrerGesamtheit: Angefangen beimHeilpraktiker ber die Pflegefach-kraft bis hin zum Fachangestelltenin einem Bderbetrieb. Der Biola-borant gehrt genauso dazu, wieder Chirurgiemechaniker, die Fit-ness-Expertin oder der studierteGesundheitsmanager. Wellness,Sport und Freizeit, Gesundheits-tourismus, Pharmaindustrie, Me-dizintechnik, der Fach-Einzelhan-del oder die Bio- undGentechnologie alle diese Berei-che gehren zum umfassendenBegriff der Gesundheitswirtschaft.

    Jobs mit Zukunft

    Die Gesundheitswirtschaft bietetrelativ krisensichere Arbeitspltze,nicht zuletzt des demografischenWandels wegen, sagt IHK-ExperteBehmer. Rund 350000 Menschenarbeiten in Berlin und Brandenburgbereits in der Gesundheitswirt-schaft das heit, jeder achte Be-schftigte. Bereits im Jahr 2007lag dieWertschpfung der Gesund-heitswirtschaft bei rund 14 Milliar-den Euro. Und die Zahlen steigen.Damit ist sie eine der wachstums-strksten und beschftigungsin-tensivsten Branchen der Region.Berlin und Brandenburg habensich in den vergangenen Jahren zueiner starken Gesundheitsregion

    FOTOLIA/SSILVER

  • DIENSTAG, 13. MRZ 2012 I VERLAGSBEILAGE G E S U N D H E I T A L S B E R U F I 3

    Per Speed-Dating zum neuen JobDieMesse Gesundheit alsBeruf in derUrania bietet einenberblick berBerufsbilder, StudiengngeundWeiterbildungsmglichkeiten

    Erffnung: Freitag, 16. Mrzum neun Uhr auf der Bhne vordemHumboldt-Saal.Mit dabei sindProf. Dr. Sabine Kunst, Ministerinfr Wissenschaft, Forschung undKultur des Landes Brandenburg,Emine Demirbken-Wegner,Staatssekretrin der Berliner Se-natsverwaltung fr Gesundheit undSoziales, Dr. Marion Ha, Ge-schftsfhrerin InnovationundUm-welt der IHK Berlin, Dr. Jutta Sem-ler, Vorstandsvorsitzende derUrania Berlin e.V., Prof. Dr. GnterStock, Sprecher des NetzwerksHealthCapital, sowie die Rote-Nasen-Clowns im Krankenhaus

    Programm am Freitag, 16. Mrz(im Kleist-Saal)10 Uhr: Richtig bewerben, aberwie? Ein Filmmit Jrn Schlnvoigt(Gute Zeiten, Schlechte Zeiten),anschlieend Diskussion fr Sch-ler und Ausbildungsplatzsuchende10.20 Uhr: Heilpraktiker eine be-rufliche Alternative im Gesund-heitswesen

    10.40 Uhr: Ausbildung Laborbe-rufe Chemielaborant und Biolo-gielaborant11 Uhr: Kaufmann im Gesund-heitswesen11.20 Uhr: Den ambulanten Pfle-gealltag hautnah erleben mitSchwester Elke11.40 Uhr: Nutzen Sie die Chance BA Gesundheits- und Sozialma-nagement an der Hochschule frkonomie undManagement (FOM)12 Uhr: Mit Leidenschaft im Ret-tungsdienst12.20 Uhr: Berufsbild Logopdie die verschiedenen Strungsbilder12.40 Uhr: Wiederbelebung durchDefibrillation13 Uhr: Ganz nah am Menschen die praxisorientierte Bildung amBeispiel des Schattentages13.20 Uhr: Medizinstudium? War-tezeit sinnvoll berbrcken13.40 Uhr: Neue Wege in diePflege14 Uhr: Berufsbild Ditassistent14.20 Uhr: Frdermglichkeitenzur Weiterbildung in Brandenburg

    14.40 Uhr: Mit Leidenschaft imRettungsdienst15 Uhr: Medizininformatik an derFachhochschule Brandenburg15.20 Uhr: Verkehrsunfall15.40 Uhr: Wellness-Coach

    Programm am Sonnabend, 17.Mrz (im Kleist-Saal)9.40 Uhr Humor in der Pflege mitden Rote-Nasen-Clowns im Kran-kenhaus10Uhr: Neue Berufe in derMedizin10.20 Uhr: Richtig bewerben, aberwie? EinFilmmit Jrn Schlnvoigt(Gute Zeiten, schlechte Zeiten),anschlieend Diskussion fr Sch-ler und Ausbildungsplatzsuchende10.40 Uhr: Die Pflege als berufli-che Chance

    11 Uhr: Berufsbegleitend zumHochschulabschluss in den Ge-sundheitswissenschaften an derHochschule Magdeburg-Stendal11.20 Uhr: Osteopathie Medizinder Zukunft11.40 Uhr: Studieren neben demBeruf der Gesundheits- und Sozi-alkonom an der Verwaltungs- undWirtschafts-AkademieBerlin (VWA)12 Uhr: Medizinische Versorgungder Zukunft Arbeiten in einemmo-dernen Gesundheitszentrum12.20 Uhr: Pflege und Karriere?12.40 Uhr: Aus- und Weiterbildungbei Pro Seniore13 Uhr: YoBEKA ganzheitliches,gesundheitsfrderndes Bildungs-konzept fr Bildungsinstitutionen13.20 Uhr: Feinstoffpraktiker einneuer Beruf mit Perspektiven13.40 Uhr: Mit Leidenschaft imRettungsdienst14 Uhr: Frdermglichkeiten zurWeiterbildung in Brandenburg14.20 Uhr: Die Bedeutung des Le-bensstils fr den Umgang mit Kon-flikten

    Neu: Das Job-Speed-Dating! Hierwartet der Job nur auf den richtigenBewerber. In Zusammenarbeit mitder Bundesagentur fr Arbeit su-chen vier Aussteller konkret nachBewerbern. Das Johannische Sozi-alwerk e.V., die Polikum Gruppe,das Evangelische Johannesstiftsowie das Uferpalais/Seniorenre-sidenz Am Spandauer See suchengezielt nach Mitarbeitern in einemPflegeberuf. Das Speed-Datingstartet am Sonnabend, 17. Mrz,um 11 Uhr. Anmeldung vor Ort.

    Veranstaltungsort: Urania Berlin,An der Urania 17, 10787 Berlin

    So erreichen Sie die Messe: Mitden U-Bahnlinien U1, U2, U12 undU15 (Wittenbergplatz) sowie mitder U4 (Nollendorfplatz). Zudemmit den Buslinien M19, M29, M46sowie M85 und 187 zu erreichen.

    ffnungszeiten: Am Freitag undSonnabend jeweils von 9 Uhr bis17 Uhr.

    DPA

    Die Gesundheitswirtschaft gehrt bereits heute zuden grten Arbeitgebern der Region. AktuelleStudien belegen, sie ist weiter im Aufwind.Das gemeinsame Anliegen der IHK Berlin und Health-Capital Berlin Brandenburg, dem Gesundheitsclusterder Region, ist es Fachkrfte