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I. Im Kinderschutz brauchen wir einander

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Netzwerke effektiv gestalten Kinderschutzkonferenz: Kooperation im Kinderschutz Heinz Kindler August 2009. I. Im Kinderschutz brauchen wir einander. Illustrationen zu einer Binsenweisheit. Unsere Ziele gehen über einen reaktiven Kinderschutz hinaus. - PowerPoint PPT Presentation

Text of I. Im Kinderschutz brauchen wir einander

  • Netzwerke effektiv gestalten

    Kinderschutzkonferenz: Kooperation im Kinderschutz

    Heinz KindlerAugust 2009

  • I.Im Kinderschutz brauchen wir einanderIllustrationen zu einer Binsenweisheit

  • Unsere Ziele gehen ber einen reaktiven Kinderschutz hinausMutter, 32 Jahre, sozial und finanzielle prekre Lage, belastete Lebensgeschichte, geringes SelbstvertrauenIntensiver Wunsch mit dem Kind einen neuen Lebensabschnitt zu beginnenEs gelingt aber nicht, nach ersten Versumnissen gert die Mutter in eine Krise zieht sich vom Kind zurck, evtl. care-control KonfliktKinderklinik, Jugendamt und Familiengericht intervenieren massiv zum Schutz des Kindes, Schutzbehauptungen der Mutter werden aufgedeckt, Mutter fhlt sich stigmatisiertTrotz Mutter-Kind Interaktionstherapie scheitert eine Rckfhrung an wechselseitigem Misstrauen reaktiver Kinderschutz kann das Schlimmste verhindern, ermglicht aber nicht immer eine gute Lsung ! Deshalb: Frher, prventiver Kinderschutz

  • II.Was braucht Kooperation /Vernetzung?Vier einfach klingende, aber schwer zu verwirklichende Prinzipien

  • Aber vorher:Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kooperation und Vernetzung?Kooperation: Aufgaben-, problem- oder lsungsbezogene Zusammenarbeit (idR auerhalb von Weisungs- oder bezahlten Dienstleistungsverhltnissen)Vernetzung: Aufbau fallbergreifender Strukturen der Zusammenarbeit mit mehreren Partnern Vernetzung steht im Dienst der Kooperation im Einzelfall

  • Unsere gesellschaftliche Aufgabe im KinderschutzRisiken und Fehlentwicklungen, die zu einer Kindeswohlgefhrdung eskalieren knnen, mglichst frh zu erkennen und die Eltern bei der Abwehr der drohenden Gefahren mglichst wirksam zu untersttzen (prventiver Kinderschutz)Entstandene Kindeswohlgefhrdungen mglichst frh und zuverlssig zu erkennen, sie mglichst rasch, nachhaltig und mglichst geringen schdlichen Nebenwirkungen zu beenden, Eltern mglichst wieder zur Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgabe zu befhigen und von Kindern erlittene Beeintrchtigungen mglichst weitgehend wieder auszugleichen (reaktiver Kinderschutz)

  • Auf dem Weg dahin:Was braucht Kooperation / Vernetzung?Befugnis und gemeinsame BezugspunkteWechselseitiges Verstndnis von Aufgaben, Kompetenzen, Mglichkeiten und GrenzenKonkrete Vorhaben, Kommunikation und Vertrauen das dann aber erst in der Kooperation wachsen kannStruktur und Ressourcen

  • Befugnis und gemeinsame GrundlagenGnstige Situation in Thringen fr den reaktiven Kinderschutz: z.B. 55a ThrSchulG, 10 ThrFKG, 6 Abs. 2a ThrKitaG.Wie weit reichen diese Befugnisse und Verpflichtungen in den Bereich des prventiven Kinderschutzes hinein?Je mehr Kooperation erlaubt ist, desto besser fr den Kinderschutz?Erlaubnis bzw. Verpflichtung zur Vernetzung: 14 ThrKJHAGGemeinsame Grundlagen: z.B. Begriff der Kindeswohlgefhrdung

  • Definition Kindeswohlgefhrdung

    eine gegenwrtige, in einem solchen Mae vorhandene Gefahr, dass sich bei der weiteren Entwicklung eine erhebliche Schdigung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lsst (BGH FamRZ 1956, 350 = NJW 1956, 1434)

  • Auf dem Weg dahin:Was braucht Kooperation / Vernetzung?Befugnis und gemeinsame BezugspunkteWechselseitiges Verstndnis von Aufgaben, Kompetenzen, Mglichkeiten und GrenzenKonkrete Vorhaben, Kommunikation und Vertrauen das dann aber erst in der Kooperation wachsen kannStruktur und Ressourcen

  • Wechselseitiges VerstndnisFreie Trger: Gesetzlich geschtzte Rume fr das eigene Abwgen und die Nutzung bereits bestehender Hilfezugnge

    Die tun ja eh nix: Handlungsmglichkeiten des Jugendamtes

    Die tun ja eh nix: Mglichkeiten zur Rckmeldung

  • Gewichtiger Anhaltspunkt

    Pflicht zur Informations-gewinnung

    Abschtzung des Gefhrdungsrisikos

    Keine Gefhr-InanspruchnahmeJugenddungHilfeamt8a SGB VIII Abs. 2Insoweit erfahrene FachkraftEinbezug Eltern und KindPflicht zur Dokumentation

  • Wechselseitiges VerstndnisFreie Trger: Gesetzlich geschtzte Rume fr das eigene Abwgen und die Nutzung bereits bestehender Hilfezugnge

    Die tun ja eh nix: Handlungsmglichkeiten des Jugendamtes

    Die tun ja eh nix: Mglichkeiten zur Rckmeldung

  • Schwellen in der JugendhilfeFreiwillige prventive Leistungen (z.B. nach 20 Abs. 2 und 3 ThrKJHAGSchwelle 1: Wohl des Kindes nicht gewhrleistende Erziehung: 27 SGB VIIISchwelle 2: KindeswohlgefhrdungSchwelle 3: dringende Gefahr: 42 SGB VIII

    Weitergabe von Information aus der JH an andere Stellen nur wenn zu gewhrende Hilfe dadurch nicht gefhrdet wird (Stattdessen z.B. mglich: summarische Rckmeldung)

  • III.Wie kann Kooperation / Vernetzung gelingen?Und: Was bringt das eigentlich?

  • Whlen Sie eine oder mehrere konkrete Aufgaben / Ziele Ein hoch gegriffenes Beispiel: Entwicklung von Frhen Hilfe mit systematischem Zugang bereits in der Geburtshilfe und proaktivem gestuftem Hilfeansatz

    Andere sinnvolle Beispiele:Multidisziplire anonymisierte FallbesprechungenErstellung eines lokalen Hilfeatlas fr Familien und Profis

  • Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, Vernetzung gelinge wie von selbst Z.B. positive, strategische KommunikationZ.B. Raum und Verstndnis fr notwendige Abgrenzungen und ProfilschrfungenZ.B. Organisationsarbeit, Federfhrung, Rahmen, Ressourcen fr Produkte

  • Durch Vernetzung bewegt sich etwas

  • In den Fllen, z.B. berforderungsmisshandlungEhepaar mit 2 Kindern (4 und 1 Jahr), Mutter unauffllige Sozialentwicklung, einjhriger Junge wiederholt krank, Diagnose z.T. unklar, vierjhrige Tochter eiferschtig, finanzielle Lage der Familie prekr, Vater eher selbstbezogen, Mutter bildet depressive Verstimmung aus, vermutlich nach einer durchwachten Nacht schttelt Mutter den Sohn so heftig, dass er schwer verletzt wird.

  • In der Prvention:Mutter, 2 Kinder in Fremdunterbringung, sehr belastete Lebensgeschichte, dann aber Anfang 20 StabilisierungBeim dritten Kind: Prvention einer erneuten KWG mit Familienhebamme, Familienhilfe und KinderarztJunge kommt jetzt in die Schule, positive Mutter-Kind Beziehung, strahlende Mutter

  • Im Hilfesystem..reichhaltigere innere Netzwerkkartenweniger Falschverweisungen....weniger Reibungsverluste..mehr Lust auf Kinderschutz

    Aber: Netzwerke ersetzen nicht die Qualifizierung in jedem Bereich, Netzwerke stehen in der Gefahr um sich selbst zu kreisen und Netzwerke drfen nicht zu Kollusionen fhren.

  • Was im Komplexfall gezeigt werden muss: Gefahr (die sich z.T. nicht aus Handeln oder Unterlassen alleine ergibt, sondern aus Verhltnis zwischen Handeln bzw. Unterlassen und kindlichen Bedrfnissen oder Verletzlichkeiten Bsp. Schtteln), Prognose oder bereits eingetretene Schdigung (Bsp. Nicht sichere MH)Im Fall unseres Seminarthemas idR Zuspitzung auf Frage, ob sex. MB vorliegt oder nicht, dass sex. Grenzverletzungen Bedrfnisse und Rechte von Kindern verletzen und ein erhebliches Schdigungspotenzial aufweisen kann meist als Konsens unterstellt werden.

    Sichtweise Jugendhilfe: 8a, Rolle freie Trger; Inanspruchnahme, Info. JuA,Zum groen teil nix Neues: Abschtzung Gefhrdung va. Aber nicht ausschliesslich ber Verdachtsabklrung,Neu an Themen: gewichtige Anhaltspunkte, Wirksamkeit Sicherheitsplne, Hilfen

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