Infektionen in der Nephrologie

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    25-Aug-2016

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<ul><li><p>Nephrologe20127:287288DOI10.1007/s11560-011-0577-8Springer-Verlag2012</p><p>H.Haller1U.Kunzendorf21KlinikfrNieren-undHochdruckerkrankungen,MedizinischeHochschuleHannover2KlinikfrInnereMedizinIV,Nieren-undHochdruckkrankheiten,UniversittsklinikumSchleswig-Holstein,CampusKiel</p><p>InfektioneninderNephrologie</p><p>Einfhrung zum Thema</p><p>Infektionen spielen in der Nephrologie auf verschiedenen Ebenen eine wichtige Rolle. Akute bakterielle oder virale In-fektionen knnen bei besonders prdis-ponierten Patienten Anlass eines aku-ten Nierenversagens sein. Wichtiger sind weltweit die chronischen Infektionen. Hepatitis C und andere chronische In-fekte knnen die immunologische Ursa-che fr eine Reihe von glomerulren Er-krankungen wie die membranse Glome-rulonephritis oder die mesangial-prolife-rative Glomerulonephritis sein. Infektio-nen der Niere und der ableitenden Harn-wege selbst sind weltweit eines der gr-ten Probleme. Auch in der Transplanta-tionsmedizin sind rezidivierende Infek-tionen der ableitenden Harnwege wichtig und als groes Problem erkannt. Infekte unter Immunsuppression, welche wie die Polyomanephropathie direkt die Niere be-fallen, sind in den letzten Jahren zu einem virulenten Problem geworden.</p><p>Im vorliegenden Heft von Der Nephrologe haben wir das Thema Infektionen in der Nephrologie von verschiedenen Seiten beleuchtet. Harnwegsinfekte sind nach wie vor eines der hufigsten Prob-leme in der Nephrologie. Wir haben des-halb Herrn Kollegen Sester aus Homburg gebeten, nochmals die leitlinienbasierten Grundzge der Diagnostik und Therapie darzustellen. Gerade bei einer so hufi-gen und in der Regel unkomplizierten Er-krankung ist ein strukturiertes Vorgehen in der Diagnostik und Therapie wichtig, um Unntiges zu vermeiden und eine op-timale Therapie von Patienten zu garan-tieren. Offene Fragen bei dem Problem-</p><p>kreis Harnwegsinfekte betreffen die sinn-volle Diagnostik (Welche Untersuchun-gen mssen vor Beginn der Therapie durchgefhrt werden?) und zweitens die Dauer der Therapie (Wie lange kann und soll ein Harnwegsinfekt behandelt wer-den?). Auch die Unterteilung von einfa-chen und komplizierten Harnwegsinfek-ten ist fr die Beurteilung des jeweiligen Patientenproblems von Bedeutung. Ein wichtiges Problem stellen die Infekte bei Patienten mit chronischer bzw. terminaler Niereninsuffizienz dar. Insbesondere bei der Peritonealdialyse mit dem hufigen Wechsel von Flssigkeiten und den damit einhergehenden Problemen der Kontami-nation sind sie von groer Bedeutung fr den praktischen Alltag des Nephrologen.</p><p>In den letzten Jahren hat sich die Qua-litt in der Versorgung der Peritonealdia-lysepatienten erheblich verbessert. Im Bei-trag von Frau Prof. Haag-Weber sind die Qualittsstandards sowie die dafr not-wendigen Manahmen nochmals zu-sammengefasst. Insbesondere werden die unterschiedlichen prophylaktischen Stra-tegien zur Vermeidung von Katheterin-fekten und Peritonitiden herausgearbeitet. </p><p>Eine groe Rolle auf dem Gebiet der Infektion spielt die Sepsis als gefhrlichste Komplikation. Die Pathogenese der Sep-sis ist nach wie vor kompliziert und nicht vollstndig verstanden. Die Rolle der Nie-re in diesem komplexen Geschehen steht dabei im Mittelpunkt. Ein akutes Nieren-versagen erhht das Risiko fr die Patien-ten erheblich. Die in den letzten Jahren publizierten Arbeiten zum Einsatz von Dialyseverfahren bei Patienten mit sepsis-</p><p>induziertem akuten Nierenversagen wer-den kritisch erlutert und diskutiert.</p><p>Ein besonderes Problem stellen die In-fektionen nach Nierentransplantation dar. Patienten unter Immunsuppression lei-den hufig unter Infekten. Es wird dabei nach Infekten in der unmittelbaren Post-transplantationszeit und nach Infekten in der chronischen Phase der Transplanta-tion unterschieden. Frau Prof. Schwarz arbeitet die unterschiedlichen Erkran-kungen nach Transplantation und ihre Relevanz in der Betreuung der Patienten nochmals heraus. Nach wie vor ist die op-timale Behandlung der Harnwegsinfek-te nach Nierentransplantation nicht klar. Insbesondere bei Patienten mit hufig re-zidivierenden Harnwegsinfekten ist die Pathogenese dieser Erkrankung nicht ver-standen, und wir haben kein eindeutiges Konzept bei deren Therapie. Fortschritte bei anderen infektisen Komplikationen nach Transplantation sind in den letzten Jahren gemacht worden und werden im Beitrag erlutert.</p><p>Eine besondere Komplikation nach Nierentransplantation ist die Infektion mit Polyomavirus. Prof. Steiger erlutert die Fortschritte, die in den letzten Jah-ren im Verstndnis dieser Erkrankung gemacht wurden und welche therapeuti-schen Strategien zum jetzigen Zeitpunkt eingesetzt werden knnen.</p><p>287DerNephrologe42012 |</p></li><li><p>Wir hoffen, dass wir auf dem Gebiet der Infektionen in der Nephrologie inter-essante Beitrge zusammengefasst haben, und wnschen Ihnen eine unterhaltsame Lektre.</p><p>Prof. Dr. med. Hermann Haller</p><p>Prof. Dr. med. Ulrich Kunzendorf</p><p>Korrespondenzadresse</p><p>Prof. Dr. H. HallerKlinikfrNieren-undHochdruckerkrankungen,MedizinischeHochschuleHannoverCarl-Neuberg-Str.1,30625Hannoverhaller.hermann@mh-hannover.de</p><p>Prof. Dr. U. KunzendorfKlinikfrInnereMedizinIV,Nieren-undHochdruckkrankheiten,UniversittsklinikumSchleswig-Holstein,CampusKielSchittenhelmstr.12,24105Kielkunzendorf@nephro.uni-kiel.de</p><p>288 | DerNephrologe42012</p><p>Galenus-von- Pergamon-Preis 2012</p><p>14 Innovationen im Wettstreit um die begehrte Auszeichnung</p><p>Fachnachrichten In eigener Sache</p><p>14 Innovationen im Wettstreit um 14 Innovationen im Wettstreit um </p><p>MitdemGalenus-von-Pergamon-PreiswerdenjedesJahrphar-makologischeInnovationenge-wrdigt.AuchindiesemJahristdieKonkurrenzumdieAuszeich-nunggro.Welcherder14Bewer-berdenPreiserhlt,entscheideteineunabhngigewissenschaft-licheJuryaus15MedizinernundPharmazeuten.</p><p>DerGalenus-von-Pergamon-PreisgliedertsichineinenA-Preisfreinehervorragende,inDeutschlandbereitszugelasseneArzneimittel-innovationindenKategorienPrimaryCareundSpecialistCaresowieeinenB-PreisfreinehervorragendeForschungs-leistunginderklinischenoderexperimentellenPharmakologieinDeutschland.DiePreisver-leihungndetimRahmeneinerfestlichenGalaam18.Oktober2012inBerlinstatt.DieSchirmherr-schafthatDr.AnnetteSchavan,BundesministerinfrBildungundForschung,bernommen.</p><p>HierstellenwirIhneneinender14Bewerbervor:</p><p>Soliris (Eculizumab)Soliris (Eculizumab) von Alexion Pharmaceuticals ist ein humanisierter monoklonaler Antikrper, mit dem erstmals in die Kausalkette des atypischen Hmolytisch-Urmischen Syndroms (aHUS) eingegri en werden kann. </p><p>aHUS ist charakterisiert durch eine unkontrollierte Komplementaktivierung gefolgt von generalisierter thrombo-tischer Mikroangiopathie (TMA) mit multiplen Organschden. Bei mindes-tens einem Drittel der Patienten fhrt dies bereits bei der ersten klinischen Manifestation zum Nierenversagen. 65 % der Betro enen sterben innerhalb eines Jahres, werden dialysep ichtig oder mssen fortan mit chronischen Nierenfunktionsstrungen leben. </p><p>Seit November 2011 ist Eculizumab in Deutschland fr die Behandlung von Patienten mit aHUS zugelassen. Die Substanz inaktiviert die zentrale Komplementkomponente C5 und unterbindet so die unkontrollierte Aktivierung des Komplementsystems. InStudien konnte eine generalisierte TMA meist verhindert werden: Hmodialysen erbrigten sich oft, dadieNierenfunktion signi kant besserwurde. </p><p>Quelle und weitere Infos: www.aerztezeitung.de</p></li></ul>

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