Informationelle Selbstbestimmung - ein Grundrecht im Wandel? BBl Bundesblatt der Schweizerischen Eidgenossenschaft

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  • Zurich Open Repository and Archive University of Zurich Main Library Strickhofstrasse 39 CH-8057 Zurich www.zora.uzh.ch

    Year: 2015

    Informationelle Selbstbestimmung - ein Grundrecht im Wandel?

    Waldmeier, Stefanie-Daniela

    Abstract: The right to informational self-determination – that’s old hat or maybe not…? To name just one example: Huge amounts of sometimes extremely sensitive data are processed especially in fields of medicine. Those data hold, so the expectations, far- reaching insights regarding the patients, ailments, treatments etc. etc. These expectations are more often than not contrary to the interests of the respec- tive data subjects. Health insurance companies undoubtedly have a legitimate interest in their clients’ data to be able to recompense the services performed at hospitals or medical offices – but they might use those data as well to threaten their clients with a reduction or even a complete denial of payments if an “unhealthy” lifestyle becomes visible and won’t be changed within due time. What is perfectly understandable from the position of health insurance companies has to be considered as an infringement of the right to informational self-determination, according to which everyone has the right to deter- mine who should be allowed to process what data under which premises for what reason. What sounds rather clear at first sight becomes quite murky when digging into the depths of the right to informa- tional self-determination: It is still unclear what the exact scope of protection or the protected object should be, and one looks in vain for a definition of the core content of this fundamental right. This dissertation analyses the actual prevailing theories and debates the challenges arising with the common definitions. The author develops her own solution approaches that are then being discussed in the light of our fast-changing sociality. The dissertation concludes with a practice-based study: Based on data flows occurring in medical daily business the afore-developed findings get verified and the plausibility of the new theories regarding the right to informational self-determination checked. Das Recht auf infor- mationelle Selbstbestimmung – alles kalter Kaffee oder hoch aktuell? Gerade im medizinischen Bereich fallen viele sehr sensible Daten und Informationen an, denen ein riesiger Erkenntnisgewinn zugesprochen wird. Dem medizinischen Interesse an diesen Daten und Informationen stehen jedoch nicht selten die Interessen der betroffenen Personen gegenüber. Zu denken ist etwa an die Bekanntgabe solcher medizinis- cher Daten an die Krankenversicherungen, die diese zwar in erster Linie zwecks Vergütung der erbrachten Leistungen benötigen, die daraus gewonnen Informationen aber auch dazu verwenden können, Leistungen an ein gewisses Verhalten zu binden. Von der Betroffenenseite wird hier das Grundrecht auf informa- tionelle Selbstbestimmung ins Felde geführt, welches dem einzelnen den Anspruch einräumen soll, selbst über die Verwendung seiner Daten zu bestimmen. Wer sich jedoch daran wagt herauszufinden, was der Schutzzweck dieses Grundrechts ist, wie sich sein Schutzbereich und Schutzobjekt definieren und was dessen Kernbereich sein soll, wird schnell feststellen, dass vieles unklar ist. Ziel dieser Dissertation ist es, die Schwierigkeiten des herrschenden Verständnisses des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung zu erörtern, deren Bedeutung für unser soziales Zusammenleben aufzuzeigen und Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren. Als Abschluss dient eine Praxisstudie, welche ausgehend von einem Anschauungsfall die bestehenden Datenflüsse im medizinischen Alltag beleuchtet und die potentiellen Veränderungen darauf durch das erarbeitete Verständnis eines Rechts auf informationelle Selbstbestimmung aufzeigt.

    Posted at the Zurich Open Repository and Archive, University of Zurich

  • ZORA URL: https://doi.org/10.5167/uzh-122636 Dissertation Published Version

    Originally published at: Waldmeier, Stefanie-Daniela. Informationelle Selbstbestimmung - ein Grundrecht im Wandel? 2015, University of Zurich, Faculty of Law.

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    https://doi.org/10.5167/uzh-122636

  • Informationelle Selbstbestimmung - ein Grundrecht im Wandel?

    Dissertation

    der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich

    zur Erlangung der Würde einer Doktorin der Rechtswissenschaft

    vorgelegt von

    Stefanie-Daniela Waldmeier

    von Basel BS

    genehmigt auf Antrag von

    Prof. Dr. Thomas Gächter und

    Prof. Dr. Beat Rudin

  • Die Rechtswissenschaftliche Fakultät gestattet hierdurch die Drucklegung der vorlie-

    genden Dissertation, ohne damit zu den darin angesprochenen Anschauungen Stel-

    lung zu nehmen.

    Zürich, den 20. Mai 2015

    Die Dekanin: Prof. Dr. Christine Kaufmann

    Die Dissertation ist als Internetpublikation auf der Homepage der Zentralbibliothek

    Zürich erschienen www.zb.uzh.ch

    Zürich, 2015

  • Vorwort und Dank

    Die vielen privaten, aber auch geschäftlichen Diskussionen zum Thema Privatsphäre

    im digitalen Zeitalter sowie das Bedürfnis nach Antworten auf die Fragen, ob bzw.

    weshalb ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung notwendig ist, was

    informationelle Selbstbestimmung eigentlich bedeutet und wie sie ggf. besser umge-

    setzt werden könnte, veranlassten mich zur Erforschung dieses elementaren Rechts.

    Dabei erhebt die vorliegende Arbeit keineswegs den Anspruch, diese Fragen endgül-

    tig und unter Beachtung sämtlicher Aspekte zu beantworten. Vielmehr sehe ich ihren

    Sinn und Zweck darin, für die Klärung der aufgeworfenen Fragen etwas tiefer zu gra-

    ben und nach dem wirklichen Wert dieses Grundrechts für die Allgemeinheit zu for-

    schen. Wenn dann mit den dargestellten Lösungsansätzen ein Anstoss für die drin-

    gend notwendige Diskussion um den Erhalt dieses Grundrechts und das dadurch

    geschützte Gut gegeben werden kann, ist meinem Anliegen bereits Genüge getan.

    Zweifelsohne wäre die Ausarbeitung der vorliegenden Dissertation ohne die Unter-

    stützung einer Vielzahl von Personen kaum möglich gewesen. Deshalb an dieser

    Stelle ein herzliches Dankeschön für die liebevolle Unterstützung auf meinem bishe-

    rigen Weg und für das stete Gefühl getragen zu werden an Christian, meine Eltern

    und Freunde, ohne euch wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Speziell bedanken

    möchte ich mich bei Svenja und Sandra für die Ermutigungen und die kritische

    Durchsicht, bei Markus für das nervenraubende In-Form-bringen sowie bei meinen

    Begutachtern, welche mir durch die Gelegenheit eine Dissertation zu verfassen, die

    Chance gaben, meinen Horizont zu erweitern und mich auf Unbekanntes einzulas-

    sen.

    Basel, im Juli 2015

    Stefanie-Daniela Waldmeier

  • Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis ..................................................................................................................................... I Abkürzungsverzeichnis ........................................................................................................................... VI Literaturverzeichnis ................................................................................................................................. X Materialienverzeichnis ..........................................................................................................................XIX

    I EINLEITUNG ....................................................................................................... 1

    II GESCHICHTLICHER ABRISS BIS ZUR AUFNAHME IN DIE BV VON 1999 .... 3

    1 The right to be let alone – Schutz der Privatsphäre ............................................................. 3

    2 Konzeption eines Rechts auf informationelle Selbstbestimmung ...................................... 6

    3 Übernahme und Entwicklung durch das deutsche Bundes-verfassungsgericht .............. 6

    4 Adaption durch das Bundesgericht ....................................................................................... 8

    5 «Eingang» in die neue Bundesverfassung .......................................................................... 10

    6 Résumé und Überleitung ....................................................................................................... 11

    III UMSETZUNG IN RECHTSPRECHUNG, LEHRE UND BUNDESRECHT ........ 12

    1 (Weitere) höchstrichterliche Auseinandersetzung ............................................................. 12 1.1 Konkretisierungsschwierigkeiten .......................................................................................... 12 1.2 Neuere Entscheide – Selbstbestimmung tritt in den Hintergrund ........................................ 13 1.3 Fazit ...................................................................................................................................... 15

    2 Bundesgesetzgeberische Auseinandersetzung ................................................................. 15 2.1 Das DSG .............................................................................................................................. 16

    2.1.1 Die Idee ....................................................................................................................... 16 2.1.2 Der Gesetzestext .....................................................................