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Integration von Flüchtlingen über „Praktika“ Was Sie als Unternehmen beachten müssen

Integration von Flüchtlingen über "Praktika"

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Wenn Sie als Unternehmen einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung leisten wollen, stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Die vorliegende Broschüre will Ihnen relevante Hinweise an die Hand geben, um eine erfolgreiche Planung und Umsetzung zu ermöglichen und Stolpersteine zu vermeiden.

Text of Integration von Flüchtlingen über "Praktika"

  • Integration von Flchtlingen ber PraktikaWas Sie als Unternehmen beachten mssen

  • 2Wenn Sie als Unternehmen einen Beitrag zur Integration von Flchtlingen in Ausbildung und Beschftigung leis-ten wollen, stehen Ihnen zahlreiche Mglichkeiten zur Verfgung. Die vorliegende Broschre will Ihnen relevan-te Hinweise an die Hand geben, um eine erfolgreiche Pla-nung und Umsetzung zu ermglichen und Stolpersteine zu vermeiden. Dabei gibt es je nach Zielgruppe unter-schiedliche Regelungen und Rahmenbedingungen zu be-achten:

    Fr Asylberechtigte und anerkannte Flchtlinge ms-sen bei Praktika, Ausbildung und Beschftigung keine aufenthaltsrechtlichen Besonderheiten beachtet werden. Sie besitzen in aller Regel eine Aufenthaltserlaubnis, die ihnen den uneingeschrnkten Zugang zum Arbeitsmarkt und damit auch zu Praktika ermglicht. Fr sie gelten somit alle Regelungen, die grundstzlich auch fr deut-sche Staatsbrger und in Deutschland lebende Ausln-der mit einer Aufenthaltserlaubnis fr Praktika im Be-trieb gelten.

    Die in dieser bersicht dargestellten Regelungen und Hinweise gelten ausschlielich fr Asylbewerber/innen in einem noch laufenden Asylverfahren, die ber eine

    Aufenthaltsgestattung1 verfgen, sowie fr sogenannte geduldete Personen. Geduldete sind Menschen, deren Antrag auf Asyl abgelehnt wurde, die aber aus rechtli-chen oder faktischen Grnden weiterhin befristet in Deutschland bleiben drfen. Viele Geduldete leben schon seit langen Jahren in Deutschland. Bei der Be-schftigung und damit auch bei Praktika fr Asylbe-werber/innen und Geduldete mssen die Unternehmen besondere Vorgaben beachten.

    Wann haben Asylbewerber/innen und Geduldete einen Arbeitsmarktzugang?

    Asylbewerber/innen und geduldete Personen drfen grundstzlich nur dann eine Beschftigung aufnehmen, wenn die zustndige2 Auslnderbehrde dies geneh-migt und in der Bescheinigung ber die Aufenthaltsge-stattung bzw. Duldung vermerkt hat. Als Unternehmen knnen Sie sich somit an diesem zentralen Dokument ori-entieren. Vor Beginn einer Beschftigung mssen Asylbe-werber/innen und geduldete Personen deshalb die Er-laubnis der Auslnderbehrde beantragen. In der Regel muss die Auslnderbehrde zu einer Beschftigung die

    Praktika fr FlchtlingeWie Sie als Unternehmen mit Praktika einen Beitrag zur Integration von Flchtlingen leisten und zugleich Fachkrfte sichern knnen

    1 Aufenthaltsgestattung bezeichnet sowohl das Recht, sich nach der Stellung eines Asylantrags zur Durchfhrung eines Asylverfahrens in Deutschland aufhalten zu drfen ( 55 Abs. 1 Asylgesetz (AsylG)), als auch die Bescheinigung fr Personen, die in Deutschland einen Asylantrag gestellt haben.2 Die Zustndigkeit der Auslnderbehrde richtet sich nach dem Wohnsitz des Auslnders.

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  • 33 47 Abs. 1 und 61 Abs. 1 AsylG.4 Engpassberufe finden sich auf der Positivliste der Bundesagentur fr Arbeit unter: https://www.arbeitsagentur.de/positivliste.5 Sichere Herkunftsstaaten sind gem 29a AsylG die Mitgliedstaaten der Europischen Union sowie die Lnder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien. Die Bundesregierung plant derzeit, die Liste der sicheren Herkunftsstaaten um Marokko, Algerien und Tunesien zu erweitern.6 47 Abs. 1a S. 2 AsylG.7 61 Abs. 1 AsylG.8 60a Abs. 6 S. 1 Nr. 3 AufenthG, 61 Abs. 2 S. 1 AsylG.9 Magebend fr die Einstufung als genehmigungsbedrftige Beschftigung ist eine Gesamtbetrachtung des Einzelfalls und damit der tatschlichen Verhltnisse. Bewertet werden u.a. die Weisungsabhngigkeit und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation eines Betriebes. Entscheidend ist bei der Bewertung die Sichtweise der Auslnderbehrde, nicht des Arbeitgebers. Ob eine genehmigungsbedrftige Beschftigung vorliegt, lsst sich im Streitfall verbindlich nur vor den Gerichten klren.

    Zustimmung der Bundesagentur fr Arbeit (BA) einholen. Dies geschieht in einem internen Verfahren der Behrden untereinander. Bei bestimmten Beschftigungen benti-gen die Auslnderbehrden keine Zustimmung der BA. Asylbewerber/innen mit einer Aufenthaltsgestattung und Personen mit einer Duldung kann die Ausbung einer Be-schftigung grundstzlich nach Ablauf einer Wartefrist von 3 Monaten erlaubt werden. Allerdings drfen Asylbe-werber/innen keiner Beschftigung nachgehen, solange sie in einer Aufnahmeeinrichtung wohnen mssen, was bis zu 6 Monate dauern kann.3

    Die BA erteilt ihre Zustimmung zur Beschftigung von Asylbewerber/innen oder Geduldeten, wenn diese nicht zu ungnstigeren Arbeitsbedingungen beschftigt wer-den sollen als vergleichbare deutsche Arbeitnehmer/in-nen und keine bevorrechtigten Arbeitnehmer/innen am Arbeitsmarkt zur Verfgung stehen. Die Vorrangprfung entfllt bei der Beschftigung in Engpassberufen4 oder wenn sich ein/e Asylbewerber/in oder Geduldete/r bereits seit 15 Monaten ununterbrochen in Deutschland aufhlt.

    Praktika sind Beschftigungsverhltnisse

    Bei einem Praktikum handelt es sich in der Regel um ei-ne Beschftigung, die von der zustndigen Auslnderbe-hrde bei Asylbewerber/innen und Geduldeten geneh-migt werden muss.9 Ein Praktikum soll durch eine betriebliche Ttigkeit praktische Fertigkeiten und Kennt-nisse zur Vorbereitung auf eine sptere berufliche Ttig-keit oder Ausbildung vermitteln.

    Hinweise zur Unfallversicherung

    Unfallversicherungsschutz besteht immer dann, wenn zwischen Unternehmen und Praktikant/in ein Vertrag ge-schlossen wird und beim Praktikum eine Eingliederung in den Betrieb mit Arbeitsttigkeit erfolgt. Im Rahmen ei-nes Praktikums sind Asylbewerber/innen und Geduldete gegen die Folgen von Arbeits- und Wegeunfllen sowie Berufskrankheiten versichert. Der Versicherungsschutz besteht vom ersten Arbeitstag an und unabhngig davon, ob und ggf. in welcher Hhe ein Entgelt gezahlt wird. Das Unternehmen hat die Praktikant/innen sowie das Entgelt dem fr ihn zustndigen Unfallversicherungstrger zu melden. Sofern es sich um ein unbezahltes Praktikum handelt, kann dort Auskunft darber eingeholt werden, ob eine Meldung erforderlich ist. Teilnehmer/innen an Manahmen der Arbeitsagenturen etwa an den Pro-grammen "Perspektive fr Flchtlinge" (PerF) oder "Pers-pektive fr junge Flchtlinge" (PerjuF) sind ber den je-weiligen Manahmentrger versichert, der die Manahme durchfhrt. Auch whrend der Manahmenteile, die in ei-nem Betrieb durchgefhrt werden, stehen die Teilnehmer/innen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversiche-rung. Zustndig ist der Unfallversicherungstrger, dem der Arbeitgeber angehrt.

    Da der Begriff Praktikum in der Praxis Verwendung fr eine Vielzahl von Ttigkeiten mit sehr unterschiedlicher Zielrichtung findet, nimmt die Auslnderbehrde fr die aufenthaltsrechtliche Beurteilung immer eine konkrete Einzelfallbetrachtung vor. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Formen betrieblicher Praktika.

    Die Aufnahme einer Beschftigung von Asylbewerber/in-nen aus sicheren Herkunftsstaaten5 ist nicht mehr mglich. Antragsteller/innen aus diesen Lndern sind verpflichtet, bis zur Entscheidung ber ihren Asylantrag und im Falle einer Ablehnung ihres Antrages bis zum Vollzug der Abschiebung in einer Aufnahmeeinrichtung

    zu verbleiben.6 In dieser Zeit drfen sie keine Erwerbst-tigkeit ausben.7 Auch die Beschftigung von gedulde-ten Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten, deren nach dem 31. August 2015 gestellter Asylantrag abgelehnt wur-de oder sich noch in Bearbeitung befindet, ist nicht mehr mglich, da sie keine Arbeitserlaubnis erhalten.8

    Wichtiger Hinweis

  • 4 ein Pflichtpraktikum aufgrund einer schulrechtlichen Bestimmung, einer Ausbildungsordnung, einer hoch- schulrechtlichen Bestimmung oder im Rahmen einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsaka- demie,

    ein ausbildungsbegleitendes Praktikum von bis zu drei Monaten begleitend zu einer Berufs- oder Hoch- schulausbildung, wenn nicht zuvor ein solches Prak- tikumsverhltnis mit derselben Person bestanden hat,

    eine von der Bundesagentur fr Arbeit gefrderte Ein- stiegsqualifizierung11 oder eine Berufsausbildungsvor- bereitung.12

    Mit einem echten Praktikumsverhltnis ist grundstz- lich ein Mindestma an Eingliederung in den Betriebs-ablauf verbunden. Insofern handelt es sich um ein Be- schftigungsverhltnis, fr das immer vor Antritt die Erlaubnis der Auslnderbehrde des Praktikanten/der Praktikantin oder stellvertretend vom Unternehmer oder anderen Personen beantragt werden muss. Seit August 2015 sind folgende Arten von Praktika von der Zustimmungspflicht der BA ausgenommen:10

    ein Orientierungspraktikum von bis zu drei Monaten zur Orientierung fr eine Berufsausbildung oder fr die Aufnahme eines Studiums,

    10 32 Abs. 2 Beschftigungsverordnung (BeschV).11 54a SGB III.12 68 bis 70 des Berufsbildungsgesetzes.

    Geflohen, engagiert, integriert Wurst Stahlbau qualifiziert nigerianische Flchtlinge zu Schweiern

    Warum nicht mal neue Wege gehen, dachte man sich bei der Firma Wurst Stahlbau, als ein nigerianischer Flchtling um ein Praktikum bat. Inzwischen hat sie zwei nigerianische Flchtlinge zu Schweiern ausgebil-det und hochmotivierte Fachkrfte gewonnen. Das Praxisbeispiel finden Sie unter: http://www.kofa.de/aus-der-praxis/fachkraefte-qualifizieren/vom-biogemue-se-zum-stahlbau

    Unternehmensdaten Wurst Stahlbau ist auf Stahlkonstruktionen, Dach- und Fassadengestaltung, Tor- und Tranlagen, Fenster und Photovoltaikanlagen spezialisiert.

    Branche: Metallverarbeitung Standort: Bersenbrck (Niedersachsen) Beschftigte: 200 (Stand: 2015)

    Aus der Praxis

    1. Betriebliche Praktika im engeren Sinne

  • 5bildung im jeweiligen Bereich in Betracht kommt. Fr ein Berufsorientierungspraktikum ist die Genehmigung der Auslnderbehrde erforderlich. Mit der am 01.08.2015 in Kraft getretenen neuen Beschftigungsverordnung ist jedoch keine Zustimmung der BA mehr erforder-lich.13 Der allgemeine Mindestlohn gilt bei einem Berufsorientierungspraktikum nicht, sofern es nicht ln-ger als drei Monate dauert.

    Berufsorientierung Haben Asylbewerber/innen oder Geduldete noch keine abgeschlossene Berufsausbildung und streben diese an, knnen sie ein Praktikum zur Berufsorientierung in einem Betrieb absolvieren. Dieses darf maximal drei Monate dauern. Ein verbindliches Angebot fr eine sptere Aus-bildung muss nicht vorliegen, allerdings ein inhaltlicher Bezug. Die Auslnderbehrde prft, ob eine sptere Aus-

    13 32 Abs. 2 Nr. 1 BeschV.

    Interview mit Geschftsfhrer Thomas Wurst Herr Wurst, Sie haben die Vorausplanung im Personalbereich angesprochen. Was genau meinen Sie damit?

    Frher gab es die Engpsse am Kapitalmarkt, heute hat sich das umgekehrt: Der Arbeitsmarkt ist ein echter Nachfragemarkt. Da mssen die Unternehmen sich rechtzeitig berlegen, wie sie gute Fachkrfte und loyale Arbeitnehmer/innen finden und auch halten.

    Was ist Ihr Rat an andere Unternehmen?

    Es wird immer wichtiger, eine Altersstrukturanalyse zu machen. Jedes Unternehmen sollte sich ein Bild ber den Ist-Zustand seiner Personalstruktur und ihre knftige Entwicklung machen. Unternehmen sollten offen sein, neue Wege zu gehen, indem sie beispiels-weise die Motivation ihrer Mitarbeiter/innen schrfen, um sie an sich zu binden. Oder eben auch mal in die Entwicklung von Fachkrften investieren, die nicht ins bliche Suchschema passen.

    Das klingt nach Aufgaben fr die Personalabteilung. Viele kleinere Unternehmen haben aber gar keine. Was sollten sie tun?

    Es gibt viele Hilfsangebote, zum Beispiel von Hand-werkskammern oder Arbeitgeberverbnden. Sie hel-fen bei Fragen zur Rekrutierung, Ausbildung und Bindung von Fachkrften. Die Unternehmen brau-chen dann noch Engagement und Mut.

  • 6Eine Manahme zur Aktivierung und beruflichen Ein-gliederung15 in einem Unternehmen ist grundstzlich auf sechs Wochen befristet16 und zweckbezogen. Das bedeutet, dass die Manahme zum Ziel haben muss, die vorhandenen berufsfachlichen Kenntnisse der Teilneh-menden festzustellen, entsprechende Kenntnisse zu ver-mitteln oder berufsfachliche Vermittlungshemmnisse zu

    verringern. Ihr Zweck darf aber nicht sein, berwiegend Arbeitsleistungen von wirtschaftlichem Wert zu verrich-ten, die blicherweise gegen Arbeitsentgelt erbracht wer-den. Die Teilnehmer/innen drfen auch nicht in die Ar-beitsorganisation des Betriebes eingegliedert und der Weisungsbefugnis des Arbeitgebers unterworfen sein.

    Durch die Einschrnkung zustimmungs- und mindest-lohnfreier Orientierungspraktika auf Personen, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, ergeben sich bisher Rechtsunsicherheiten fr Betriebe. Viele Flchtlinge haben zwar keinen einer deutschen Ausbil-dung vergleichbaren Abschluss, aber in ihren Heimatln-dern bereits Arbeitserfahrung gesammelt und knnen dafr ggf. auch Nachweise erbringen. Liegt eine abge-schlossene Berufsausbildung vor, sind Orientierungs-praktika bisher nach Einschtzung des Bundesarbeitsmi-nisteriums grundstzlich nicht mehr mglich. Allerdings unterscheiden sich die Berufsprofile in den Herkunfts-lndern der Flchtlinge von den Anforderungen und T-tigkeitsprofilen in Deutschland oft erheblich. Daher wre ein Orientierungspraktikum gerade hier hilfreich, um Klarheit ber vorhandene Fhigkeiten und die Berufseig-nung in Deutschland zu erhalten.

    Aufgrund der bisher bestehenden Rechtsunsicherheiten ist bei Flchtlingen mit einer beruflichen Vorqualifikati-on jedoch von Orientierungspraktika abzuraten es sei

    denn, eine Vorklrung mit der zustndigen Auslnderbe-hrde und der Arbeitsagentur/dem Jobcenter fhrt zu ei-nem positiven Ergebnis, das schriftlich festhalten wer-den sollte.

    Von Orientierungspraktika klar zu unterscheiden sind oft als Schnupperpraktika bezeichnete Ttigkeiten. Diese sind in aller Regel Probebeschftigungen, um die Eig-nung fr eine Arbeitsstelle zu testen. Verrichtet die Per-son tatschlich die spter angestrebte Ttigkeit probewei-se und ist dabei in die Arbeits- und Produktionsablufe des Betriebes eingegliedert, gehen die Auslnderbehr-den und die Arbeitsagenturen in der Regel von einer Pro-bebeschftigung aus und zwar unabhngig davon, wie die Ttigkeit bezeichnet wird.

    Fr solche Probebeschftigungen ist die Zustimmung der Arbeitsagentur erforderlich.14 Probebeschftigungen sind zudem mit dem tariflichen bzw. ortsblichen Ent-gelt, mindestens aber mit dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn zu vergten.

    Wichtige Hinweise

    2. Praktische Ttigkeiten im Betrieb im Rahmen gefrderter ManahmenManahmen zur Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen

    14 32 Abs. 1 BeschV i.V.m. 39 AufenthG.15 45 SGB III.16 45 Abs. 2 S. 2 SGB III.

  • 7Manahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sind insbesondere

    Manahmen der Eignungsfeststellung,

    die Untersttzung von Arbeitslosen bei der eigenen Suche einer Beschftigung,

    die Vermittlung von Kenntnissen und Fhigkeiten, um eine Vermittlung in Arbeit zu erleichtern,

    Manahmen, die zur Aufnahme einer selbstndigen Ttigkeit fhren,

    Manahmen, deren Inhalt die Feststellung, Verringer- ung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen ist und die der Vermittlung in eine Arbeits- oder Aus- bildungsstelle dienen,

    Manahmen, bei denen die Bundesagentur fr Arbeit einen Dritten (Bildungstrger, privater Arbeitsver- mittler, etc.) mit der Vermittlung des arbeitslosen Menschen in eine sozialversicherungspflichtige Be- schftigung beauftragt.

    Es handelt sich bei einer solchen Manahme weder um eine Beschftigung noch um ein Praktikum. Vom Unter-nehmen darf kein Entgelt gezahlt werden. Fr Manah-men oder Manahmeteile im Betrieb ist daher keine Ge-nehmigung der Auslnderbehrde erforderlich.17 Allerdings muss die Durchfhrung vor Beginn bei der rtlichen Agentur fr Arbeit beantragt werden, die Dauer, Inhalte und Ziele der Manahme festlegt. Fr Asylbewer-ber/innen aus sicheren Herkunftsstaaten ist die Teilnah-me nicht mglich, weil sie grundstzlich keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben.

    Einstiegsqualifizierung

    Zur Vorbereitung von Asylbewerbern/innen oder Gedul-deten auf eine Berufsausbildung kommt auch eine durch die Arbeitsagentur gefrderte Einstiegsqualifizierung in Betracht.18 Die Frderung muss vor Beginn bei der rtli-chen Agentur fr Arbeit beantragt werden. Fr Einstiegs-qualifizierungen bei Asylbewerber/innen und Geduldeten ist keine Zustimmung der BA erforderlich; Asylbewerber/innen oder Geduldete mssen aber die Genehmigung der Auslnderbehrde beantragen.

    17 4 Abs. 3 i.V.m. 2 Abs. 2 AufenthG.18 54a SGB III.

    Praktikum als Sprungbrett in die Arbeit Reuther STC bietet Geflchteten ber Praktika mit Schweierlehrgang eine Chance zur Integration

    Die Firma Reuther STC sieht in der Integration von Flchtlingen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb hat der Anlagenbauer 14 Geflchtete als Praktikanten beschftigt. Ein Erfolg fr beide Seiten. Das Praxisbeispiel finden Sie unter: http://www.kofa.de/aus-der-praxis/fachkraefte-qualifizieren/die-gro-esste-huerde-ist-der-eigene-wille

    Unternehmensdaten

    Die Reuther STC GmbH produziert und vertreibt Stahl-rohrtrme und Komponenten fr Windkraftanlagen.

    Branche: Metallbau Standort: Frstenwalde (Brandenburg) Beschftigte: etwa 250 Mitarbeiter (Stand: 2016)

    Aus der Praxis

    KOFA/picture alliance/Robert Schlesinger

  • 8Anmerkung

    Diese Handreichung liefert fr Unternehmen eine grobe bersicht zur Integration von Flchtlingen. Sie erhebt nicht den Anspruch auf Vollstndigkeit und kann die Voraussetzungen fr den Arbeitsmarktzugang nicht voll-umfnglich beschreiben. Bei Fragen zu aufenthaltsrechtli-chen Angelegenheiten sowie zur Erlaubnis zur Ausbung einer Erwerbsttigkeit sind die Auslnderbehrden als Ansprechpartner zustndig. Die Bundesagentur fr Arbeit erteilt Ausknfte zu betrieblichen Ttigkeiten und Praktika von Asylbewerber/innen und Geduldeten unter der

    Mit Hilfe einer Einstiegsqualifizierung knnen Betriebe Interessierte an eine Ausbildung in ihrem Betrieb heran-fhren, wenn sie aktuell noch nicht in vollem Umfang fr eine Ausbildung geeignet oder lernbeeintrchtigt oder sozial benachteiligt sind. Als lernbeeintrchtigt zhlen junge Menschen mit erheblichen Bildungsdefiziten und junge Menschen ohne Hauptschulabschluss oder ver-gleichbaren Schulabschluss. Als sozial benachteiligt wer-den junge Menschen angesehen, die wegen gravierender sozialer, persnlicher oder psychischer Probleme den An-forderungen einer betrieblichen Ausbildung ohne Frde-rung nicht gewachsen sind. Die Einstiegsqualifizierung soll dazu dienen, berufliche Handlungsfhigkeit zu erlan-gen sowie Fhigkeiten und Fertigkeiten ber einen Zeit-raum von sechs bis zwlf Monaten im tglichen Arbeits-prozess zu beobachten. Voraussetzung ist der Abschluss eines Vertragsverhltnisses, in dem insbesondere die In-halte der Qualifizierungsmanahme definiert und die Ver-gtung festgelegt werden. Die Arbeitsagentur erstattet Un-ternehmen die Vergtung der Einstiegsqualifizierung in Hhe von 216 Euro monatlich sowie einen pauschalierten Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Bei Einstiegsqualifizie-rungen, die von der Agentur fr Arbeit nach 54a SGB III durch Bescheid bewilligt wurden, gilt der allgemeine ge-setzliche Mindestlohn nicht. Weiterfhrende Informationen

    In dem KOFA-Dossier "Flchtlinge integrieren" erhalten Sie einen berblick, welche Mglichkeiten zur Qualifizie-rung und Beschftigung von Flchtlingen Sie als kleines oder mittleres Unternehmen nutzen knnen und was Sie dabei beachten sollten: www.kofa.de/fluechtlinge.

    Auf der BDA-Themenseite "Flchtlinge" erhalten Sie einen berblick ber Positionen der Arbeitgeberverbnde und weiterfhrende Infomationen zum Thema: http://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/id/de_fluechtlinge.

    Rufnummer

    +49 (0) 228 713 2000

    Die Kontaktdaten und regionalen Zustndigkeiten der Teams des Arbeitsmarktzulassungsverfahrens finden Sie unter: www.arbeitsagentur.de/arbeitsmarktzulassung

  • Impressum

    Herausgeber Institut der deutschen Wirtschaft Kln e.V. Postfach 10 19 42, 50459 Kln Konrad-Adenauer-Ufer 21, 50668 Kln www.iwkoeln.de

    Redaktion Kompetenzzentrum Fachkrftesicherung Postfach 10 19 42, 50459 Kln Konrad-Adenauer-Ufer 21, 50668 Kln [email protected] www.kofa.de

    Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbnde 11054 Berlin [email protected] www.arbeitgeber.de

    Autoren Alexander Wilhelm, BDAGeorg Brmer, BDADirk Werner, KOFAAnna Schopen, KOFA

    Kontaktdaten Kompetenzzentrum Fachkrftesicherung Telefon: 0221 4981-543E-Mail: [email protected]

    Gestaltung und Produktion Institut der deutschen Wirtschaft Kln Medien GmbH, Kln

    StandMrz 2016