Klinische Anatomie der Nasennebenhö .lichen Nomenklatur, die sehr reich an Synonymen und unterschiedlichen

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    HNO 2009 57:10391052DOI 10.1007/s00106-009-2005-1Online publiziert: 17. September 2009 Springer Medizin Verlag 2009

    A.PrescherInstitut fr Molekulare und Zellulre Anatomie der RWTH Aachen, Prosektur, Aachen

    Klinische Anatomie der NasennebenhhlenSystematik,TopographieundwichtigeVariationen

    ZusammenfassungDie exakte Kenntnis der komplizierten systematischen Anatomie und Topographie der Nasenne-benhhlen ist die unabdingbare Voraussetzung fr ein erfolgreiches Operieren in diesem Bereich. Dabei sind die engen Nachbarschaftsbeziehungen zu wichtigen Strukturen (Gefen, Nerven, an-grenzenden Rumen) zu beachten. Eine besondere Rolle kommt den anatomischen Landmarken zu, die insbesondere beim endoskopischen Vorgehen eine sichere Orientierung gestatten. Die sou-verne Kenntnis dieser fr den Operationserfolg und die Vermeidung von Komplikationen ent-scheidend wichtigen Architektur kann nur durch intensives eigenstndiges Prparieren erworben werden [4], wenn die theoretischen Vorstellungen der verschiedenen Strukturen und Regionen vorhanden sind und auf eine entsprechende, klar definierte Nomenklatur zurckgegriffen wer-den kann. Eine besondere Rolle spielen auch die hufigen anatomischen Varianten, die zu kom-plizierten und gefhrlichen Abnderungen der regelhaften Anatomie fhren knnen. Sie mssen dem Operateur unbedingt gelufig sein.

    SchlsselwrterAnatomie Nasennebenhhlen Varianten Topographie Landmarken

    Clinical anatomy of the paranasal sinuses. Descriptive anatomy, topography and important variations

    AbstractDetailed knowledge of the complicated anatomy and topography of the paranasal sinuses is an es-sential requirement for successful surgery in this region. The topographical relationship to essen-tial neighbouring structures (vessels, nerves and spaces) must be borne in mind. Typical land-marks play a particularly important role, especially for reliable orientation in endoscopic proce-dures. Therefore, it must be stressed that detailed anatomical knowledge of the complicated na-sal and paranasal architecture is very important for the success of nasal and paranasal surgery, as well as for the avoidance of serious complications. However, this knowledge can only be acquired by performing numerous dissections of the nasal and paranasal system [4] once a good theoreti-cal grasp of the various structures, regions and their nomenclature has been gained. Common an-atomical variations, which may lead to complicated and hazardous changes in normal anatomy, are also of particular importance and the surgeon must be familiar with these variations.

    KeywordsAnatomy Paranasal sinuses Variants Topography Landmarks

    CME Weiterbildung Zertifizierte Fortbildung

    RedaktionA. Neumann, Neuss

    1039HNO102009 |

  • Bei den paranasalen Sinus handelt es sich um anatomische Strukturen, die in 3-facher Hin-sicht auerordentlich bemerkenswert sind: Sie beanspruchen wegen ihrer hufigen Er-krankungen ein erhebliches praktisches Interesse. Es handelt sich um komplizierte rum-liche Strukturen mit versteckter Lage. Sie zeichnen sich durch eine ganz beachtliche ana-tomische Variationsbreite aus. Zielsetzung des vorliegenden Aufsatzes ist die Vermittlung der systematischen und topographischen Grundlagen, zumal die in Frage stehenden Ge-biete in der anatomischen Ausbildung i. d. R. defizitr vermittelt werden.

    Sinus paranasales

    Beim Menschen umfassen die paranasalen Sinus die Sinus ethmoidales, die Sinus frontales, die Si-nus maxillares und die Sinus sphenoidales. In der vergleichenden Anatomie werden noch weitere Si-nus beschrieben, z. B. der Sinus palatinus und der Sinus lacrimalis. Die Funktion der paranasalen Sinus ist bis heute nicht befriedigend geklrt. Als erster entwickelte Hippokrates von Kos (etwa 400 v. Chr.) die Ansicht, dass vom Gehirn produziertes schleimiges Sekret durch die Nebenhhlen in die Nase abgeleitet wrde. Die moderne Physiologie fhrt verschiedene Hypothesen an, die in .Tab.1zusammengestellt sind. Neuerdings werden die paranasalen Sinus auch mit einer hohen Produkti-on von Stickstoffmonoxid (NO) in Verbindung gebracht, die neben verschiedenen anderen physio-logischen Wirkungen auch der Infektabwehr dienen soll [1, 3].

    Siebbeinlabyrinth

    Das Siebbeinlabyrinth stellt den kompliziertesten Anteil der paranasalen Sinus dar nicht nur we-gen der auerordentlich komplexen rumlichen Verhltnisse, sondern auch wegen der unbersicht-lichen Nomenklatur, die sehr reich an Synonymen und unterschiedlichen Definitionen ist. Stamm-berger et al. [22] referieren die ersten Ergebnisse einer internationalen Expertenkommission zu die-sem Thema.

    Topographie

    Beim Siebbeinlabyrinth handelt es sich um eine Ansammlung zahlreicher pneumatisierter Zellen, die beidseits der oberen Partie der Nasenhhle gelegen sind und die die mediale Wand der Orbita bilden (.Abb.1a, .Abb.4a). Der Abschluss zur Orbita wird von der pergamentdnnen 7Lami-na papyracea (s. Lamina orbitalis ossis ethmoidalis), gebildet. Diese dnne kncherne Struktur er-hlt aber eine erhebliche Festigkeit dadurch, dass sie von medial her durch die Wnde der Ethmoi-dalzellen untersttzt wird (.Abb.1a, .Abb.4a). In manchen Fllen weist die Lamina papyracea kncherne Dehiszenzen auf, die dann nur durch die Periorbita verschlossen werden. Dorsal grenzt das Siebbeinlabyrinth an die Keilbeinhhle, ventral an das Stirnbein und das Nasenbein, kranial an die vordere Schdelgrube, wo es einen Teil der 7Rhinobasis bildet (.Abb.1b), und kaudal an die Kieferhhle und Nasenhhle. Als Rhinobasis werden diejenigen Anteile der Schdelbasis bezeich-net, die an pneumatische Rume der Nase und der Nasennebenhhlen grenzen [25]. Gem dieser Definition ist die Ausdehnung der Rhinobasis individuell sehr verschieden und kann sich sowohl auf die vordere als auch auf die mittlere Schdelgrube erstrecken.

    Grundlamelle

    Zum weiteren Verstndnis des Siebbeinkomplexes ist jetzt die Morphologie der mittleren Nasenmu-schel wichtig: Prinzipiell wird die Anheftungszone der Muschel als Grundlamelle bezeichnet. An die-ser Grundlamelle werden 3 Abschnitte unterschieden (.Abb.1c): Fder vordere Abschnitt ist vertikal gestellt,Fder mittlere frontal undFder posteriore horizontal.

    Diese Abschnitte haben eine topographisch recht konstante Befestigung an knchernen Strukturen der lateralen Nasenwand. Der erste Abschnitt befestigt sich an der lateralen Kante der Lamina crib-rosa, die deshalb auch als 7Lamina conchalis bezeichnet wird. Der mittlere Abschnitt an der Lami-

    Die Funktion der paranasalen Sinus ist bis heute nicht befriedigend geklrtDie Funktion der paranasalen Sinus ist bis heute nicht befriedigend geklrt

    7Lamina papyracea7Lamina papyracea

    7Rhinobasis 7Rhinobasis

    Die Anheftungszone der Muschel wird als Grundlamelle bezeichnetDie Anheftungszone der Muschel wird als Grundlamelle bezeichnet

    7Lamina conchalis 7Lamina conchalis

    1040 | HNO102009

  • CME

    na papyracea und der dorsale ebenfalls an der Lamina papyracea und auch noch an der medialen Wand der Kieferhhle. Der hintere Muschelabschnitt bildet gleichzeitig das Dach des mittleren Na-sengangs. Die Befestigungslinie der Grundlamelle der mittleren Muschel wird als Einteilungskriteri-um fr den Siebbeinkomplex benutzt. Diejenigen Anteile, die vor der Linie liegen, werden als vorde-res Siebbein bezeichnet, diejenigen dahinter als hinteres Siebbein (.Abb.1c). Entsprechend mn-den die vorderen Zellen vor und unter der Grundlamelle, die hinteren oberhalb und hinter derselben. Mittlere Siebbeinzellen sollten nicht mehr beschrieben werden, da es hierfr keine entwicklungsge-schichtliche oder anatomische Begrndung gibt[22].

    Wichtig ist darber hinaus, dass der mittlere, frontal gestellte Anteil der Grundlamelle durch Zel-len des vorderen Siebbeins nach hinten oder aber durch solche des hinteren Siebbeins nach vorn aus-gebeult und deformiert werden kann. Durch diese Variationen knnen die topographischen Verhlt-nisse des Siebbeins stark abgewandelt und kompliziert werden.

    LateraleNasenhhlenwand

    Von der lateralen Nasenhhlenwand springen 3 7Muscheln in die Nasenhaupthhle vor: Concha nasalis inferior, media und superior (.Abb.1d). In manchen Fllen, 17% nach Lang u. Sakals [14], findet sich auch noch eine Concha nasalis suprema (.Abb.1d). Die Grundlage der unteren Mu-schel bildet ein