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Kompetenz im Kinderschutz - isa- · PDF file2 Kontinuität und Erfahrung – Die ISA-Expertise im Kinderschutz 1980er Jahre Die Beschäftigung des ISA mit dem „Kinderschutz“ begann

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    Institut fr soziale Arbeit

    Kompetenz im Kinderschutz

    ISA

  • ISA

    Inhaltsverzeichnis1 Vorwort 3

    2 Kontinuitt und Erfahrung Die ISA-Expertise im Kinderschutz 4

    3 Aktuell und umfassend Aktivitten des ISA im Kinderschutz 7

    4 Wissenschaftlich und praxisnah Ttigkeitsfelder des ISA im Kinderschutz 11

    4.1 Forschung und Praxistransfer 11

    4.2 Organisationsentwicklung und Praxisberatung 13

    4.3 Fortbildungen und Materialien 16

    5 Ansprechpartner/innen im ISA 22

    6 Partner/innen des ISA im Kinderschutz 24

    7 Ausblick 25

    8 Publikationen zum Kinderschutz 26

    9 Das ISA Akteure und Arbeitsbereiche 30

  • 1 Vorwort

    Das ISADas ISA wurde 1979 in Mnster/Westf. gegrndet und befasst sich im Auftrag von Bundes-, Landes- und Kommunalbehrden sowie ffentlichen und freien Trgern mit unterschiedlichen Fragestel-lungen der Jugendhilfe. Darber hinaus bearbeitet das ISA aus eigener Initiative aktuelle Themen der Jugendhilfe im Rahmen von Stiftungsprojekten. Diese unter-schiedlichen Projektprofile ermg-lichen dem ISA, sich unabhngig und fachspezifisch mit aktuellen Entwicklungen der Jugendhilfe kritisch auseinanderzusetzen und fachpolitische Diskurse voranzu-treiben.

    Das ISA ist eine gemeinntzige Organisation und ein anerkannter Trger der Kinder- und Jugend-hilfe. Die Aufgabenfelder des ISA bestehen in der Fortbildung, der Praxisberatung und Praxis-forschung in der Kinder- und Jugendhilfe.

    Kompetenz im Kinderschutz das ist das Leitmotiv dieser Broschre, die die bisherigen Aktivitten, Positionen und Leistungen des Instituts fr soziale Arbeit e.V. (ISA) in diesem wichtigen Feld der Kinder- und Jugendhilfe im berblick darstellen will.

    Das ISA hat schon seit Beginn seiner Aktivitten in den 1980er Jahren den Schutz von Kin-dern und Jugendlichen in den Mittelpunkt seiner Forschungs- und Fortbildungsaktivitten gestellt. Hierzu gehren u. a. die intensiven Recherchen und Vorschlge fr eine angemes-sene Weiterentwicklung der Praxis im Feld der Inobhutnahme, des Umgangs mit Straen-kindern und der Entwicklung von alternativen Formen der kurzzeitigen Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in familiren Settings.

    Fortgefhrt wurden diese Aktivitten in den 1990er Jahren vor allem durch Untersuchun-gen der Aktivitten des Sozialen Dienstes (der Jugendmter) im Umgang mit dem Problem-feld der Kindesvernachlssigung (Kindeswohlgefhrdung). Das Ergebnis waren vielfltige Vorschlge und Entwicklungsimpulse, wie z. B. das Glinder Manual zur Qualifizierung der Kinderschutzarbeit.

    Intensiviert und verbreitert wurde die Arbeit des ISA im Feld des Kinderschutzes in den letzten Jahren durch das Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) und der damit gegebenen neuen gesetzlichen Verankerungen des Kinderschutzes in der Kinder- und Jugendhilfe.

    Zwischenzeitlich konnte vieles erreicht werden: Nicht nur das Bewusstsein fr die Siche-rung eines guten Kinderschutzes auf kommunaler, Landes- und Bundesebene ist gewachsen, auch im Alltag der Kinder- und Jugendhilfe zeigen sich positive Wirkungen. Diese Entwick-lungen voran zu bringen, neue Ergebnisse in die Praxisentwicklung einflieen zu lassen und zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung beizutragen, das ist das zuknftige Konzept fr unsere Arbeit im Kinderschutz.

    Die hier vorliegende Broschre will einige Einblicke in unsere bisherigen Aktivitten ge-ben und unsere Mglichkeiten skizzieren, der Praxis auch in Zukunft hilfreich zur Seite zu stehen. Dazu gehrt nicht zuletzt die Aufforderung, den Blickwinkel wieder zu ffnen und neben der notwendigen und sinnvollen Ausrichtung des Kinderschutzes insbesondere auf kleine und junge also besonders schutzbedrftige Kinder, die Diskussion verstrkt wie-der auf Jugendliche und deren Entwicklungskrisen und Notlagen zu richten.

    Prof. Dr. Hans-Jrgen Schimke Dr. Sigrid A. Bathke 1. Vorsitzender Stellv. Geschftsfhrerin und Leiterin des Arbeitsbereiches Frhe Kindheit und Familie

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  • 2 Kontinuitt und Erfahrung Die ISA-Expertise im Kinderschutz

    1980er JahreDie Beschftigung des ISA mit dem Kinderschutz begann in den 1980er Jahren mit einer genaueren Untersuchung der Situ-ation von jugendlichen Ausreierinnen und Ausreiern, obdach-losen Kindern und Jugendlichen, die seiner Zeit unter dem Label Straenkinder in der fachlichen und in der medialen Wahr-nehmung standen. Aus der Kritik an der Hilflosigkeit einer ge-schlossenen Unterbringung, der zumeist perspektivlosen Unter-bringung in Einrichtungen der Inobhutnahme und den fehlenden Anschlusshilfen erwuchs die Beschftigung mit Alternativen und die Weiterentwicklung der Kriseninterventionen zu einer sozial-pdagogischen Leistung. Niederschlag gefunden haben diese Be-mhungen vor allem im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) von 1990/91 und den wesentlich von unseren Forschungsergeb-nissen und Bemhungen der Praxisentwicklung getragenen Be-stimmungen des 42 SGB VIII (Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen).

    1990er JahreFortgefhrt und erweitert wurden diese Entwicklungsimpulse in den 1990er Jahren durch Untersuchungen zur Arbeit der Allge-meinen Sozialen Dienste, die sich der Frage widmeten, mit wel-chen Ziel- und Handlungsorientierungen und welcher Systematik man mit Familien arbeiten kann, in denen eine dem Wohl des Kindes und der Jugendlichen entsprechenden Erziehung nicht gewhrleistet (27 Abs. 1 SGB VIII) ist bzw. in denen befrch-tet werden muss, dass manifeste Kindeswohlgefhrdungen auf-treten knnen. Ein wesentlicher Beitrag zur Klrung kam hier insbesondere aus dem Praxisforschungsprojekt Kinder in Not Ursachen, Erscheinungsformen und Wirkungen der Vernach-lssigung von Suglingen und Vorschulkindern und Perspektiven der Jugendhilfe (19941996), das in der Folgezeit viel dazu bei-getragen hat, eine systematischere Arbeit in den sozialen Diens-ten mit dem Fokus auf Kindeswohlgefhrdung Kindesschutz zu befrdern. Das im Rahmen dieses Projektes entwickelte und erprobte Glinder Manual war hier ein erster Versuch, struktu-riertes Wahrnehmen und Handeln zu befrdern, dieses zu doku-mentieren und damit die berprfung zielorientierten Handelns zu ermglichen.

    Hansbauer, Peter (Hrsg.) (1998): Kinder und Jugendliche auf der Strae. Analysen, Strategien und Lsungsanstze. Mnster.

    Schone, Reinhold; Gintzel, Ulrich; Jordan, Erwin; Kalscheuer, Ma-reile; Mnder, Johannes (1997): Kinder in Not. Vernachlssigung im frhen Kindesalter und Pers-pektiven sozialer Arbeit. Mnster.

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    Jordan, Erwin; Trauernicht, Gitta (1981): Ausreier und

    Trebegnger. Grenzsituationen sozialpdagogischen Handelns.

    Mnchen.

    Elger, Wolfgang; Hofmann, Hans-Jrgen; Jordan, Erwin;

    Trauernicht, Gitta (1984): Aus-bruchsversuche von Jugendli-chen. Selbstaussagen Fami-

    lienbeziehungen Biographien. Weinheim und Basel.

  • 2000In der im Jahr 2000 (zusammen mit dem Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.) herausgegebenen ersten Auflage der Broschre Kindesvernach-lssigung: Erkennen Beurteilen Handeln sind die Ergebnisse des genannten Praxis-forschungsprojektes Kinder in Not eingeflossen. Diese Publikation, die sich nicht nur an Fachkrfte richtet, sondern z. B. auch an Ehrenamtliche in sozialen Einrichtungen, hat bis heute mehrere Auflagen erfahren und gibt wichtige Informationen im Umgang mit dem gerade fr Suglinge und Kleinkinder zentralen Gefhrdungsrisiko der Kindesvernachls-sigung.

    2005Auf der Grundlage dieser Vorarbeiten hat zweifelsohne die im Gefolge des Kinder- und Ju-gendhilfeweiterentwicklungsgesetzes (2005) breit gefhrte ffentliche, politische und fach-liche Diskussion um notwendige Weiterentwicklungen im Kinderschutz der Arbeit des ISA neue Anste gegeben. Auf dieser Basis konnten und dies zeigt sich in der Arbeit des ISA die unterschiedlichen Dimensionen eines wirkungsvollen Kinderschutzes entwickelt und in der Praxis verankert werden. Dies reicht von der Qualifizierung der Fachkrfte ber eine notwendige Organisationsentwicklung (Organisationskultur, Fehlermanagement, Aus-stattung) bis hin zu der Entwicklung und Erprobung hilfreicher Instrumente zur Risikoein-schtzung und nicht zuletzt auch zur Verankerung des Bewusstseins, dass hier allein eine breite und interdisziplinre angelegte Kooperation (wesentlich unter Einbezug des Gesund-heitswesens) erarbeitet und implementiert werden muss.

    Bundesweite Beachtung haben in diesem Zusammenhang die Vorschlge des ISA zur Ko-operation zwischen Jugendamt und Trgern der freien Kinder- und Jugendhilfe aus dem Jahr 2006 gefunden (Institut fr soziale Arbeit e.V.: Der Schutzauftrag bei Kindeswohlge-fhrdung, Mnster 2006). Insbesondere die in diesem Zusammenhang vorgelegten Vor-schlge fr eine Mustervereinbarung zwischen dem Jugendamt und Trgern der freien Jugendhilfe gem. 8a Abs. 2 SGB VIII finden sich heute in vielen Vereinbarungstexten.

    Schlielich auch das zeigt die neuere Diskussion kann ein nachhaltig angelegter Kinder-schutz nicht allein in der Qualifizierung der Krisenintervention seine Grundlage finden. In einem Gesamtkonzept gehrt auf institutioneller Ebene eine kontinuierliche Qualittsent-wicklung der Arbeitsprozesse im Kinderschutz und auf kommunaler Ebene ein deutlicher Ausbau prventiv ansetzender Kinderschutzinitiativen (z. B. Elternbesuchsprogramme, Fa-milienhebammen etc.) sowie die gezielte und motivierte Ansprache von Familien in riskan-ten Lebenssituationen (Stichwort: Soziale Frhwarnsysteme).

    KindesvernachlssigungErkennen Beurteilen Handeln

    Die Vernachlssigung von Kindern war lange Zeit in der Bundesrepublik ein wenig

    beachtetes Phnomen. Die bei uns seit einigen Jahren deutlicher und intensiver ffentlich

    gefhrten Kinderschutzdiskussionen kreisten wesentlich um das Problem der Kindesmiss-

    handlung und des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

    Trag