Click here to load reader

Leben mit psychischen Erkrankungen_Tagi

  • View
    225

  • Download
    3

Embed Size (px)

DESCRIPTION

 

Text of Leben mit psychischen Erkrankungen_Tagi

  • Die Seele ist heilbar Doppeldiagnose = doppelte Belastung Wiedereinstieg ins normale Leben

    11 November

    2013

    Leben mit psychischen Erkrankungen

    EinE croSSmEDiaLE PuBLikation DEr XmEDia SoLutionS aG

    Seite 3Seite 5Seite 10

  • 2 iiiii Eine crossmediale Publikation der Xmedia Solutions aG iii Leben mit psychischen Erkrankungen

    In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich der Druck am Arbeitsplatz, im sozialen Umfeld sowie die Bereitschaft zum beruflichen ber-engagement alarmierend erhht.

    Diesen Anforderungen sind nicht alle Men-schen gewachsen die Folge knnen psychische Erkrankungen sein. Sie betreffen in ihren un-terschiedlichen Ausprgungsformen mittler-weile 20 Prozent der Bevlkerung. Werden bei einem selbst Alarmzeichen festgestellt, besteht ein sofortiger Handlungsbedarf auch mittels professioneller Hilfe.

    In der Schweiz leiden immer mehr Menschen unter Depressionen oder Burnout. Letzteres trifft besonders hufig Menschen, die in ihrem Beruf ein berdurchschnittliches Engagement zeigen und sich unter einen starken Erfolgs- und Durchhaltedruck setzen. Sie stossen damit nicht nur an die Grenzen ihrer Krfte, sondern berschreiten diese. Die Folge sind Erschpfung, Konzentrationsprobleme und Schlaflosigkeit. Ein weiteres typisches Anzeichen ist die erhhte Reizbarkeit, unter der nicht nur Arbeitskollegen, sondern auch Freunde und Familie leiden. Ohne therapeutische Hilfe kann sich Burnout mit zu-

    nehmendem Schweregrad zu einer Depression entwickeln. Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, starke Selbstzweifel, Gefhle der Sinnlosigkeit, der Ohnmacht, Antriebslosigkeit sowie Freud-losigkeit oder gar Suizidgedanken sind dann die typischen Symptome, mit denen der Betroffene zu kmpfen hat.

    alarmzeichen: erkennen und ernst nehmen

    Angesichts der Tragweite und Konsequenzen von psychischen Erkrankungen wie Depression, Burnout oder bipolaren Strungen hat die frh-zeitige Erkennung oberste Prioritt. Daher ist es ausgesprochen wichtig, Alarmzeichen ernst zu nehmen und Massnahmen zu ergreifen. Mein Rat an Betroffene: Fhren Sie eine Situationsanalyse durch. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen: Habe ich angemessene und realistische An-sprche an mich selbst, mein Leben und meine Umwelt? Ist mein Tag gut organisiert? Bentige ich lngerfristig mehr Energie, als ich sammeln kann? Leide ich an Erschpfung, Konzentrati-onsproblemen und Schlaflosigkeit? Brauche ich

    vermehrt Alkohol, Drogen oder Medikamente, um zur Ruhe zu kommen? Wenn ja, dann ms-sen Gegenmassnahmen ergriffen werden. Eine gesunde Lebensfhrung, ausgewogene Ernh-rung, krperliche Aktivitten sowie gengend Erholungsphasen und ausreichend Schlaf sind dabei der erste Schritt zur Besserung. Des Wei-teren frdert der Kontakt zu seinem sozialen Umfeld und der Familie den Stressabbau. Auf jeden Fall ist professionelle Hilfe erforderlich, wenn Sie bei sich vermehrt Alarmzeichen fest-stellen falsche Scheu ist hier nicht angemessen. Sie knnen sich im Vorfeld bei Organisationen wie beispielsweise der Schweizerischen Gesell-schaft fr Angst und Depression (SGAD; www.sgad.ch) sachlich ber Ihr Problem informieren. Hier finden Sie zahlreiche Informationen ber psychische Erkrankungen, spezialisierte rzte, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, an die Sie sich wenden knnen.

    Vorbeugende Prvention ist fr krperliche Erkrankungen bereits eine Selbstverstndlich-keit und gilt im gleichen Masse auch fr psychi-sche Erkrankungen: Frhe Gegenmassnahmen verbessern auf lange Sicht die Prognose.

    Psychische Erkrankungen sind weiter verbreitet, als man denkt

    3 _ LEitartikEL

    Die Seele ist heilbar

    5 _ komorBiDitt

    Doppelte Belastung

    10 _WohnintEGr ation

    hilfe zur Selbsthilfe

    inhaLt imPrESSum

    Projektleitung: Luigi Kqira,[email protected]: Nadine Effert, Tobias Lemser, Mike Pamann, Otmar Rheinhold, Svenja Runciman

    V.i.s.d.P.: Mike Pamann

    Fotos: Thinkstock / Getty ImagesDruck: DZZ Druckzentrum Zrich AG

    Inhalte von Unternehmensbeitrgen sowie Gastbei trgen geben die Meinung der beteiligten Unternehmen wieder. Die Redaktion ist fr die Richtigkeit der Beitrge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haft ung liegt bei den jeweiligen Unternehmen.

    Fr weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Oscar Nyberg, [email protected] Solutions AG,Hirschengraben 33, 6003 LuzernT: 044 998 11 33

    Xmedia Solutions hat sich auf crossmedialePublikationen spezialisiert, welche in Tageszeitungenund auf relevanten Online-Portalen verffentlicht werden.

    Mehr Informationen unter: www.xmedia-solutions.com

    BEtEiLiGtE untErnEhmEn

    SGADPsychiatrie BasellandUniversitre Psychiatrische Kliniken BaselKlinik SelhofenSelins StiftungPSAGPrivatklinik Wyss AGGesundheitsdepartement Basel-StadtRtihusUniversitt BaselZentrum SelbsthilfeIPTWerksttten CO13GAWFelixplatter SpitalDandelionWG Neuewelt

    anzeige

    Wir untersttzen Menschen bei ihrer beruflichen Eingliederung. Auf dem Wegdazu frdern wir die Entwicklung der sozialen und fachlichen Fhigkeiten auf-grund der individuellen Ressourcen und Potenziale. Produktion und Dienst-leistungen in unseren Abteilungen Textilatelier (mit Boutique), Velowerkstatt(mit Veloladen), Broservice und Hausdienst (mit Bistro und Hauswartung)setzen wir gezielt als Mittel der Frderung ein.

    Berufliche Angebote der Werksttten CO13 ermglichen aktives Arbeiten ineinem dynamischen Umfeld, nahe am ersten Arbeitsmarkt und mitten im Leben.

    Colmarerstrasse 13CH-4055 BaselTel. 061 385 90 [email protected]

    www.sca

    nu.ch

    Broservice Veloladen/-werkstatt Hauswartung Bistro Boutique/Textilatelier

    AKTIV MITTEN IM LEBENDie Werksttten CO13 bieten Perspektiven.

    autorin

    Prof. Dr. med. Edith Holsboer-Trachsler, Prsidentin Schweizerische Gesellschaft fr Angst und Depression SGAD, Zentrum fr Affektive -, Stress- und Schlaf- strungen (ZASS), Universitre Psychiatrische Kliniken (UPK), Basel

  • Eine crossmediale Publikation der Xmedia Solutions aG iii Leben mit psychischen Erkrankungen iiiii 3

    iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Von otmar rhEinhoLD

    Schtzungen der Weltgesundheitsorganisa-tion (WHO) zufolge leidet weltweit jeder vierte Arztbesucher an einer psychischen Erkrankung. Seelische Erkrankungen geh-ren denn auch zu den hufigsten Grnden fr eine Krankschreibung. Und auch wenn es gar nicht so klar ist, ob die Zahl der Betroffenen wirklich steigt. Im Blickfeld der ffentlichkeit sind psychische Strungen, wie man heutzu-tage oft auch sagt, sicher strker als frher. Schlagworte wie Burnout, Depression oder Borderline-Syndrom machen dann schnell die Runde, und berall melden sich Experten zum Thema zu Wort.

    Doch was sind psychische Erkrankungen eigentlich genau? Was sind ihre Ursachen und wie knnen sie behandelt werden? Zunchst: So eindeutig zu definieren sind sie gar nicht. Das erstaunt nur auf den ersten Blick. Wer sich einmal ehrlich an die Schwankungen im eigene Gefhlsleben erinnert, der wird schnell zugeben, dass die Grenze etwa zwischen ei-ner lnger anhaltenden Frustration ber einen beruflichen Misserfolg zu einer aussichtslos erscheinenden, dauerhaften existenziellen Nie-dergeschlagenheit, einer klinischen Depression, durchaus fliessend sein knnen. Die Seele lsst sich nicht so leicht diagnostizieren wie ein gebrochener Arm.

    Es kann jeden treffen

    Eine relativ weit gefasste Definition sagt, dass psychische Erkrankungen die Wahrnehmung (der Umwelt, anderer Menschen, des eigenen Selbst), das Denken, Stimmungen und das Verhalten beeinflussen. Und zwar so, dass die Betroffenen sich von einer von anderen als nor-mal empfundenen Realitt entfernen. Dabei knnen psychische Erkrankungen dauerhaft, in Phasen oder auch nur einmal auftreten. Oft beeintrchtigen sie das Leben der Betroffenen und ihres Umfeldes erheblich. Sie knnen jeden treffen, sie sind kein Zeichen von Schwche oder Grund fr Stigmatisierung und sie knnen in der Regel behandelt werden.

    Vor diesem Hintergrund wird klar, dass eine Aufzhlung psychischer Erkrankungen ins Ufer-lose mndet. Dennoch gibt es in der Psychiatrie und der Psychologie gewisse Kategorien psychi-scher Erkrankungen, die auch neue Erkenntnisse ber deren Ursachen reflektieren. Heutzutage sieht man psychische Erkrankungen als Symp-tombndel, deren Ursachen vielfltig sind und sowohl biologischer als auch seelischer Art sind. So weiss man etwa, dass Depressionen auch hirnorganische oder hormonelle Ursachen haben knnen und mit Medikamenten gut behandelt werden knnen. Andererseits haben auch rein gesprchsorientierte, sich an die Seele wenden-den Massnahmen Erfolge bei primr organisch bedingten Strungen.

    Verbreitetes auftreten

    Es gibt eine Reihe von psychischen Strungen, denen in der jngsten Zeit vermehrt Aufmerk-samkeit geschenkt wird was sicher auch an ihrer Verbreitung und den Auswirkungen fr Betroffene und ihr Umfeld liegt. Da ist zum einen die Depression. Lngst bezeugt seine Unwissen-heit, wer Menschen dazu auffordert sich zu-sammenzureissen, die ber lngere Zeitrume hinweg antriebslos sind, keinen Sinn im Leben sehen, Konzentrations- und Schlafschwierig-keiten haben oder gar Suizidgedanken haben. Depressionen stecken oft auch hinter dem viel diskutierten Burnouts, der als Krankheitsbild an sich eher unscharf ist und vor allem als Re-aktion auf extreme berufliche Belastung und ein schlechtes Stressverhalten auftritt. Bipolare Strungen, ein extremes Schwanken zwischen Niedergeschlagenheit und Phasen manischer Aktivitt, machen nicht nur den Betroffenen, sondern auch ihrem Umfeld sehr zu schaffen. Zu den am weitesten verbreiteten psychischen Strungen gehren natrlich auch Suchterkran-kungen und nach wie vor Essstrungen wie Bulimie und Anorexia. Zu allem kommt noch das Phnomen der Komorbiditt, also das zeitgleiche Auftreten mehrere Syndrome, die allerdings kei