Lehrstuhl f¼r Methoden der Empirischen Sozialforschung ... sich im Jahr 2014 Studierende der Soziologie

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  • Lehrstuhl für Methoden der Empirischen Sozialforschung

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    csaalbach Gruppe Claudia Saalbach | Sophia Albrecht

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    csaalbach Schreibmaschinentext Evaluation der Kinderkochkurse der Sarah-Wiener-Stiftung

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    csaalbach Schreibmaschinentext Ergebnisse des Lehrforschungsprojektes

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  • Inhaltsverzeichnis 1

    Inhaltsverzeichnis

    1 Einleitung 3

    2 Fehlernährung � ein gesellschaftliches Problem? 4

    3 Kindermund tut Wahrheit kund! 14 Zu evaluierende Bildungsinhalte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Entwicklung eines kindgerechten selbstadministrierten Erhebungsinstru-

    mentes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

    4 Botschaft angekommen? Multiplikatorenbefragung 28 Wer sind die Botschafter? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Einstellung zur Stiftung & Identi�kation . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Fortbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 Praktische Umsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Botschafter-Netzwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75

    Literatur 77

    Anhang 81

  • Inhaltsverzeichnis 2

    Vorwort

    Dieser Bericht ist das Ergebnis des Lehrforschungsprojektes �Sozialdeterminiertes Ernährungsverhalten: Evaluation von Bildungsangeboten an Schulen und Kitas�, das mit Unterstützung der Sarah-Wiener-Stiftung im Winter- und Sommersemes- ter 2014 an der Universität Potsdam stattgefunden hat. Es handelt sich bei die- sem Bericht um die Aufarbeitung der wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse des Projektes. Über den Bericht hinaus geben die studentischen Arbeiten einen detail- lierten Einblick in die Thematik und können gerne zur Verfügung gestellt werden. An dieser Stelle sei allen an dem Seminar beteiligten Studierenden für ihr groÿes Engagement gedankt. An dem Seminar teilgenommen haben:

    Elisabeth Albrecht, Sophia Albrecht, Katharina Becker, Gabi Bornschein, Luise Burkhardt, Lena Glander, Natalia Glowinska, Maja Grebin, Carolin Hartmann, Anne Herrmann, Carolin Höroldt, Jose�ne Kaul, Corinna Kausmann, Sabrina Keÿler, Liubov Novikova, Svenja Pollentzke, Shila Sayfaddini, Bernd Schlüter, Ei- ke Schröder, Anne Schuster

  • 1 EINLEITUNG 3

    1 Einleitung

    Gegenstand der vorliegenden Evaluationsstudie ist das Ernährungsbildungspro- gramm der Sarah Wiener Stiftung. Mit dem Ziel, �bei Kindern den Grundstein für ein gesundes Ernährungsbewusstsein zu legen� (Sarah Wiener Stiftung 2014), bietet die SarahWiener Stiftung kostenlose Weiterbildungsprogramme für Beschäf- tigte an Bildungsinstitutionen an. Lehrer und Erzieher werden in einer 11

    2 -tägigen

    Veranstaltung geschult, selbstständig Koch- und Ernährungskurse für Kinder an ihrer Schule bzw. Kita umzusetzen. Das Ernährungsbildungsprogramm umfasst verschiedene Akteure (Kinder, Eltern, Lehrer, Erzieher und Schulleiter) in un- terschiedlichen Settings (Schule, Familie). Da sich die einzelnen Akteure und Le- bensbereiche gegenseitig beein�ussen, sind auch die einzelnen Interventionskompo- nenten voneinander abhängig. Es handelt sich bei dem Konzept der Sarah Wiener Stiftung um eine komplexe Interventionsmaÿnahme, dessen Evaluation methodisch anspruchsvoll ist (Mühlhauser et al. 2011).

    Im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts an der Universität Potsdam widmeten sich im Jahr 2014 Studierende der Soziologie und Erziehungswissenschaften über zwei Semester dieser Aufgabe. Ausgangspunkt des Seminars war die Frage, inwie- weit Ernährungsbildungsprogramme an Schulen und Kitas eine Interventionsmög- lichkeit von schichtspezi�schem Ernährungsverhalten bei Kindern darstellen. Vor diesem Hintergrund wurde zunächst der entsprechende Forschungsstand aufgear- beitet, die Fragestellung präzisiert und konkrete Thesen abgeleitet. Aufgrund der Komplexität des Ernährungsbildungsprogramms erfolgte die Einteilung in Arbeits- gruppen, die sich jeweils auf einen spezi�schen Aspekt des Ernährungsbildungs- programms konzentrierten. Somit befasste sich eine Gruppe mit der Frage, wie der E�ekt des Ernährungsbildungsprogramms auf das Ernährungsverhalten der Kin- der gemessen werden kann. Eine andere Gruppe untersuchte, welche Erfahrungen die Lehrer und Erzieher bei der praktischen Umsetzung des Ernährungskurses ma- chen. Zudem wurde untersucht, aus welchen Gründen sich Bildungseinrichtungen dazu entscheiden, das Angebot der Stiftung anzunehmen, und ob tatsächlich vor- wiegend Schulen in sozialen Brennpunkten erreicht werden.

    Entsprechend des jeweiligen Forschungsfokus der einzelnen Arbeitsgruppen wur- den verschiedene Untersuchungsdesigns entwickelt, die Feldphasen vorbereitet, die Erhebungsinstrumente konstruiert und die Datenerhebungen bzw. erste Pre-Tests durchgeführt. Dabei wurden mehrere qualitative Gespräche mit Lehrern, Eltern, Stiftungsmitarbeitern und Schulleitern geführt, eine standardisierte Vollerhebung der Botschafter umgesetzt und ein Pre-Test des neu entwickelten Kinderfragebo- gens durchgeführt. Im zweiten Semester erfolgte die Datenaufbereitung, Datenana- lyse und Interpretation. Ergebnis des Seminars sind 16 studentische Forschungs-

  • 2 FEHLERNÄHRUNG � EIN GESELLSCHAFTLICHES PROBLEM? 4

    berichte mit einem Gesamtumfang von ca. 650 Seiten.

    Dieser Evaluationsbericht fasst die wichtigsten Ergebnisse des Forschungsprojekts zusammen. Er enthält einige Vorschläge zur Modi�kation des Ernährungsbildungs- programms, bietet jedoch vor allem wichtige Anknüpfungspunkte für eine regel- mäÿige Evaluation der Koch- und Ernährungskurse. Beispielsweise wurde ein Kin- derfragebogen entworfen, der ähnlich einem Brettspiel spielerisch das Ernährungs- verhalten von Kindern erfasst und im Rahmen einer kontinuierlichen Evaluation eingesetzt werden kann.

    Der Bericht thematisiert zunächst den Hintergrund der Stiftungsarbeit und be- schäftigt sich mit der Frage, inwieweit in Deutschland ein Interventionsbedarf hin- sichtlich des Ernährungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen existiert (Ka- pitel 2). Anschlieÿend wird ein Vorschlag präsentiert, wie die Wirkung der prak- tischen Koch- und Ernährungskurse auf das Ernährungsverhalten der Kinder im Rahmen eines fortlaufenden Evaluationskonzeptes untersucht werden kann. Kern dieses Vorschlages ist der neu entwickelte Kinderfragebogen, der es ermöglicht Aussagen über die Ernährungsweise in standardisierter Form unmittelbar über die Kinder (statt der Eltern) zu erfassen. Präsentiert werden die Ergebnisse des ersten Pre-Tests des neuen Erhebungsinstrumentes sowie ein Ausblick für dessen Weiterentwicklung (Kapitel 3). Welche Erfahrungen die Multiplikatoren mit dem Angebot der Stiftung bisher gemacht haben und wie zufrieden sie mit dem Konzept und dessen Umsetzbarkeit sind, wird in Kapitel 4 dieses Berichtes behandelt.

    2 Fehlernährung � ein gesellschaftliches Problem?

    Für die Konzeption eines Evaluationsprogrammes ist der Hintergrund der Stif- tungsarbeit besonders wichtig. Im Fall der Sarah Wiener Stiftung bildet das Phä- nomen ungleich verteilter Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen als Folge von Fehl- und Mangelernährung die Grundlage der Stiftungsarbeit. Die Stif- tung stellt ein Bildungsprogramm zum Thema �Ernährung� bereit, welches sich an Kinder und Jugendliche richtet. Das Konzept �rmiert unter dem Motto �Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu Essen� und behandelt Ernährung und Gesundheit in engem Zusammenhang. Die Zunahme von Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in Folge einer fehlerhaften Ernährung begründet die Relevanz des Bildungsprogramms.

    �Die millionenfache Fehl- und Mangelernährung unter Kindern und Jugendlichen hat sich zu einem Problem groÿer gesellschaftlicher Trag- weite entwickelt� (Sarah Wiener Stiftung 2015).

  • 2 FEHLERNÄHRUNG � EIN GESELLSCHAFTLICHES PROBLEM? 5

    Als eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung wird die mangelnde Vermitt- lung von Ernährungswissen attestiert. Weder in den Familien noch Schulen werde dieser Aufgabe ausreichend nachgekommen. Laut Stiftung �leben wir in einer Ge- sellschaft, in der ganze Generationen nicht mehr kochen können�. Zudem gebe es �höchstens eine Handvoll Schulen�, die sich in �Sachen Ernährung engagieren� (Deutscher Ethikrat 2008). Ernährung, insbesondere gesunde Ernährung, steht im Zwiespalt zwischen der Freiheit des Einzelnen und der gesellschaftlichen Ver- antwortung. Bei Kindern kommt diesem Thema ein besonderer Stellenwert zu, da sie nicht wie Erwachsene eigenverantwortlich über ihre Ernährung entscheiden können. Die Frage, ob der Einzelne oder die Gesellschaft die Verantwortung für eine ausgewogene Ernährung trägt, ist eine ethische und wird im Spannungsfeld zwischen staatlichem Paternalismus und dem Schutz der Privatsphäre diskutiert. Im Jahr 2008 widmet sich das Forum �Bioethik� des Deutschen Ethikrates die- sem Diskurs. Teil der Gesprächsrunde waren u.a. Gerd Müller (Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) so- wie Sarah Wie