Nachhaltige Landwirtschaft Sustainable Agriculturenachhaltige- Nachhaltige Landwirtschaft Sustainable

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  • Nachhaltige Landwirtschaft Sustainable Agriculture

    DLG-Zertifi kat · DLG Certifi cate

    www.Nachhaltige-Landwirtschaft.info

  • Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen unse- rer Zeit. Die Landwirtschaft als Lebensmittelpro- duzent, Landschaftspfleger und Lieferant nach- wachsender Rohstoffe bekennt sich, wie nahezu alle anderen Wirtschaftsbereiche, zu einer zu- kunftsfähigen und ressourcenschonenden Wirt- schaftsweise nicht aus Zeitgeist, sondern um wettbewerbsfähig zu bleiben und Verantwortung wahrzunehmen. Die Schonung natürlicher Res- sourcen geht mit effizienter Nutzung und wirt- schaftlichen Einsparpotenzialen einher. Nachhal- tige Produkte sollen den Absatz verbessern und Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen. Kurz ge- sagt: Nur ein nachhaltiger Betrieb kann sich auf Dauer behaupten. Nachhaltigkeit sichert die Zu- kunft: ökologisch, gesellschaftlich und eben auch wirtschaftlich.

    Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Landwirt- schaft? Ist sie messbar? Wie sieht das konkret aus? Was soll der Landwirt tun?

    Die DLG hat zusammen mit wissenschaftlichen Partnern einen Nachhaltigkeitsstandard entwi- ckelt. Mit dem DLG-Nachhaltigkeitsstandard kann Nachhaltigkeit nach ökologischen, ökono- mischen und sozialen Aspekten objektiv erfasst werden. Der Landwirt hat die Möglichkeit, sei- nen Betrieb zu bewerten, Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung zu ergreifen und dies auch zu kommunizieren.

    Wie der DLG-Nachhaltigkeitsstandard erhoben wird, welche Vorteile er dem Landwirt bringt und wie ein Betrieb in seinen Prozessen und seiner Zukunftsfähigkeit optimiert werden kann, soll Ih- nen in dieser Broschüre aufgezeigt werden.

    Hubertus von Daniels-Spangenberg Landwirt, Piesdorf, Sachsen-Anhalt Vorsitzender DLG-Arbeitsgruppe Nachhaltige Landwirtschaft

    Sustainability is one of the great topics of our times. Like most other economic sectors, agriculture as food producer, landscape carer and supplier of renewable raw materials commits to viable and resource- conserving management, not simply to follow the fashion, but in order to remain competitive and assume responsibility. Conserving natural resources goes hand in hand with efficient use and unlocking potentials for cost savings. Sustainable products should improve sales and create acceptance among the general public. In brief – only a sustainable farm can survive in the long term. Sustainability secures the future under environ- mental, society-based and of course economic aspects.

    What does sustainability in agriculture mean? Can it be measured? What does it look like in concrete terms? What should the farmer do?

    DLG together with scientific partners has developed a Sustainability Standard. With the DLG Sustainability Standard, sustainability can be measured objectively on the basis of ecological, economic and social aspects. The farmer can assess his farm, take measures for sustainable development and communicate these too.

    This brochure aims to show how the DLG Sustainability Standard is applied, what advantages it brings for the farmer and how the processes and viability of a farm can be optimized.

    Hubertus von Daniels-Spangenberg Farmer, Piesdorf, Saxony-Anhalt Chair of the DLG Working Group on Sustainable Agriculture

    1. Ein Wort zuvor 1. A word to start with

  • 2. Die Vorteile des DLG-Nachhaltigkeitsstandards 2. The advantages of the DLG Sustainability Standard

    … für den Landwirt

    • Betriebsoptimierung: Einspar- potenziale erkennen, Umwelt- verträglichkeit und Wirtschaft- lichkeit kontinuierlich verbessern

    • Auswertung auf Schlagebene: Optimierung der Produktions- methode

    • Gesellschaftliche Akzeptanz erhalten, Image verbessern: Nachhaltigkeitsnachweis als Kommunikationsbasis für Ge- spräche mit Geschäftspartnern und Öffentlichkeit

    • Einsetzbar in allen landwirt- schaftlichen Ackerbaubetrie- ben: konventionell, Ökoland- bau, Energieproduktion …

    … für die Lebensmittel- wirtschaft und Produzenten von Bioenergie

    • Die verwendeten Rohstoffe stammen aus zertifizierter nachhaltiger Landwirtschaft

    • Unternehmensprofilierung • Anregungen für Produktdiffe-

    renzierung, -entwicklung und -innovation

    … für den Verbraucher

    • Unterstützung einer nachhalti- gen, ressourcenschonenden Lebensmittelerzeugung

    • Sicherheit und Transparenz • Konsum mit gutem Gewissen

    ... for the farmer

    • Optimising farm processes: potentials for saving are iden- tified, environmental compat- ibility and cost efficiency are improved continuously

    • Evaluation at sub-field level: production methods are optimised

    • Achieving acceptance in society and image improve- ment: evidence of sustainabil- ity as a basis of communica- tion for discussions with business partners and the public

    • Can be used on all arable farms – conventional, organic and energy production …

    … for the food industry and producers of bioenergy

    • The raw materials used come from certified sustainable farming

    • Corporate profiling • Suggestions for product

    differentiation, development and innovation

    … for the consumer

    • Support for sustainable, resource-conserving food production

    • Safety and transparency • Enjoyment with a clear

    conscience

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  • 3. Fünf Schritte zum Zertifikat 3. Five steps to the certificate

    Kontaktaufnahme und Anmeldung bei der DLG

    • Informationen und betriebsindividuelles Kostenangebot

    • Landwirt wählt zwischen drei Methoden der Nachhaltigkeitsanalyse

    • Anmeldeformular an DLG: M.Packeiser@DLG.org

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    1 Contact DLG and register

    • Information and individual offer for your farm

    • Choose between three different methods of sus- tainability analysis

    • Return the registration form to DLG: M.Packeiser@DLG.org

    Data survey

    • The data base comprises the data of the last three farming years

    • Data source for the analysis: ➟ environmental indicators: electronic field file ➟ economic indicators: annual accounts ➟ social indicators: farm manager questionnaire

    Datenaufnahme

    • Basis sind die Daten der letzten drei Bewirtschaftungsjahre

    • Datenquelle für die Analyse ➟ ökologischer Indikatoren: Ackerschlagkartei ➟ ökonomischer Indikatoren: Jahresabschluss

    (BMELV-Standard) ➟ sozialer Indikatoren: Betriebsleiterfragebogen

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    Analyse

    • Neun ökologische Indikatoren

    • Sechs ökonomische Indikatoren

    • Sieben soziale Indikatoren

    • Soll-Ist-Wert-Vergleich

    Auswertung

    • Zusammenfügen aller Indikatorwerte (drei Säulen: Ökologie, Ökonomie, Soziales)

    • Jede Säule für sich und alle Säulen zusammen müssen im Durch- schnitt nachhaltig sein

    • Prüfbericht mit Diagrammen und Schlagkarten

    Zertifi katvergabe

    • Drei Jahre Gültigkeit

    • Kommunikationspaket DLG (z. B. Hofschild, Pressemitteilung, Internetauftritt)

    Award of certifi cate

    • Valid for three years

    • DLG communication package (e. g. sign for farm, press release, website)

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    5 Analysis

    • Nine environmental indicators

    • Six economic indicators

    • Seven social indicators

    • Comparison of target and actual values

    Evaluation

    • Joining up all the indicators (three pillars: ecology, economy, social aspects)

    • Each pillar itself and the average of all pillars together must be sustainable

    • Test report with diagrams and field files

  • Drei Methoden stehen zur Auswahl, die sich im Umfang der Analyse und in der Daten- aggregation unterscheiden.

    Analysiert werden die aktuellsten drei Bewirtschaf- tungsjahre auf der Grundlage von Daten aus der Ackerschlagkartei, dem Jahresabschluss und aus einem Betriebsleiterfragebogen in den drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die Datenver- fügbarkeit ist durch den Landwirt sicherzustellen.

    Ein individuelles Kostenangebot basiert bei Me- thode 1 und 2 auf der Betriebsgröße in Hektar. Bei Methode 3 ist die Anzahl der angebauten Fruchtarten entscheidend. Die Datenverfügbar- keit ist in allen Methoden zu berücksichtigen.

    Methode 1: Detaillierte Analyse des Nachhaltig- keitsstatus der ackerbaulichen Produktionsver- fahren. Betriebsleiter können die Ergebnisse der ökologischen Indikatoren bis auf die Schlagebene rückverfolgen, Anpassungen z. B. im Nährstoff- management, im Pflanzenschutz oder bei den Produktionsverfahren vornehmen, ein effizienteres Input-Output-Verhältnis erzielen und nachhaltiger wirtschaften. In Verbindung mit der detaillierten Betrachtung der sozialen und der ökonomischen Säule wird ein vollständiges Bild der Nachhaltig- keitsleistung erzielt. Es wird auch sichtbar, ob im Betriebsmanagement alle Säulen (Ökologie, Öko- nomie, Soziales) gleichmäßig Beachtung finden, oder ob die einseitige Optimierung einer Säule zu Lasten der anderen beiden Säulen geht.

    Methode 2: Detaillierte Analyse der ökologi- schen Indikatoren wie in Methode 1