NOIR - Ausgabe 5: Revolution

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NOIR - Ausgabe 5: Revolution

Text of NOIR - Ausgabe 5: Revolution

  • Ausgabe 2/08 (April/Mai)www.noirmag.de

    Lifestyle

    Festival-Planer 2008 dieserSommer rockt

    Wissen

    Notfall in der Klinik der Kuscheltiere

    Reise

    Neustart im Land des Lchelns Zivi in China

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  • Fotos: photocase.com/User: subwaytree (l i .); photocase.com/User: doubleju (re.)

    002 Lifestyle. Die Festivals 2008

    003 Kultur. Von Knast zu Knast

    004 Thema. Zeit fr Revolution

    007 Experte. Wann knallts?

    009 Thema. Revolution im Internet

    011 Portrt. Joey Grit Winkler

    012 Reportage. Das Leben verstottert

    014 Wissen. Klinik der Kuscheltiere

    015 Reise. Zivildienst in China

    016 Sport. Achtung, fertig, rckwrts

    017 Intern. Wer hinter Noir steckt

    018 Politik. Deutsche Datenspitzelei

    019 Politik. Auf nach Berlin

    020 Querbeet. Gut gekhlt

    001 Editorial019 Impressum

    ~ Editorial ~

    Wo fi nden die besten Festi vals ` 08 statt ? Der Noir Planer verrt euch mehr auf Seite 02

    Noir - Ausgabe 2/2008 1

    BRENNT ALLES NIEDER

    Revolution? Fr diese Frage htte Noir vor wenigen Jahrzehnten das Schicksal vieler Bcher, Zeitungen, Zeitschriften geteilt. Die Worte zerfressen vom gierigen Feu-er der Scheiterhaufen. Umringt von johlendem Volk, das mit den Autoren ebenso kurzen Prozess gemacht htte. Ein Wort schon reichte aus: Hochverrat. Wer schrieb, whlte sei-ne Worte mit uerster Bedacht, im Angesicht drohender Konsequenzen, doch Worte waren machtvoll.

    Heute ist der Lwenanteil an Worten nicht mehr Wert, als der Verlust der Zeit, in dem sie gedacht, getippt, gele-sen werden. Zum einen Auge rein, zum anderen raus. Ein gutes Blatt kann sich letzten Endes nur ber eines erfreuen: im Zeitungskorb nebem dem Sofa liebevoll ge-sammelt, dann vergessen und schlielich als praktischer Gril lanznder zweckentfremdet zu werden. Die Worte selbst, die den Flammen anheim fallen, kennen keinen Un-terschied: ob sie bedchtig verfasst oder dahingeschmiert, unter Gefahr oder schlicht aus Langeweile verfasst wurden. Am Ende werden sie zu Asche oder in Zeiten des allum-greifenden Recyclings zu Klopapier.

    Ein Grund zur Resignation? Eigene Zeit und die des Le-sers zu schonen? Bestimmt nicht. Aber Grund genug fr eine kleine Revolution der Schreibenden.

    Eine Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn stellte Besuchern die Frage, wer wen mehr beeinflusst: die Pres-se die Politik oder umgekehrt. Beides hielt sich die Waage. Denn Worte waren schon oft Auslser einer Revolution.

    Inhalt Noir 5

  • L i festy le ~ Kultur ~ Ti te l thema ~ Portrt ~ Reportage ~ Wissen ~ Reise ~ Sport ~ Noir- Intern ~ Pol i t ik ~ Querbeet

    Ein Zelt, Schlafscke, Dosenravioli und Bier stapeln sich im Kofferraum. Die drei besten Freunde feiern auf der Rck-bank. Der Beifahrer spielt lieber DJ, statt die Karte zu lesen. Links oder rechts?, versuchst du an einer Kreuzung die An lage zu berdrhnen. Keine Reaktion.

    Aber ein verdchtiges Auto vor dir: Grill, Isomatten und Klappsthle im Kof-ferraum. Der alte VW-Bus hat das gleiche Ziel. Du folgst dem Bus und es warten vier unvergessliche Tage auf euch.

    Ein Jahr spter bist du wieder unterwegs. Dieses Mal sitzt du im Auto, das den Weg wei. Festivals machen schtig. Einmal ein Festival besucht, kommst du nicht mehr davon los.

    Nicht nur groe Festivals wie Rock am See in Konstanz oder das Taubertal Festi-val an der Grenze zu Baden-Wrttemberg in Rothenburg ob der Tauber locken die Massen aus dem Haus.

    Auch kleinere Veran-staltungen wie das Rock for Hope-Festival in Aa-len sind ein

    Treffpunkt fr Musikbegeisterte. Hinter der Organisation stecken Studenten der Pdagogischen Hochschule in Schwbisch Gmnd. Zum zweiten Mal stellen sie ein zweitgiges Festival mit Newcomern und etablierten Acts aus Rock, Pop und Rag-gae auf die Beine. Der Erls kommt einer gemeinntzigen Organisation zu Gute. Nicht nur die Fans, auch die Veranstalter werden zu Wiederholungsttern

    Taubertal Festival

    8. 10. August 2008 79 EuroRothenburg ob der Tauber

    Bands: Die rzte, Die Fantastischen Vier, The Hives, Fettes Brot, Editors, Anti-Flag, Culcha Candela, Less Than Jake, Danko Jones, Kaizers Orchestra, Moneybrother, Nephew, Panten Rococ und viele mehr

    Rock For Nature

    22. 24. August 2008 88 EuroWolpertshausen / Schwbisch HallBands: Scorpions, Nena, Wir sind Helden, sowie zwlf Nachwuchsbands weitere in-ternationale Stars sind angefragtErwartete Besucher: 50 000

    Rock am See

    30. August 2008 52 Euro

    Konstanz www.rock-am-see.deBands: Die rzte, Iggy & The Stooges, Shout Out Louds, The Futureheads, ...Erwartete Besucher: 25 000

    MTV Campus Invasion

    12. Juli 2008 ca. 25 EuroTbingen www.mtv.de/campus

    Bands: bisher besttigt: Clueso

    HipHopOpen 2008

    19. Juli 2008 ab 45 EuroStuttgart www.hiphopopen.de

    Bands: zum Redaktionsschluss standen noch keine Bands festErwartete Besucher: 14 000

    Southside

    20. 22. Juni 2008 115 EuroTuttlingen / Neuhausen o. E.

    Bands: Beatsteaks, Billy Talent, British Sea Power, Panic At The Disco, Donots, Foo Fighters, Jan Delay & Disko No 1, Jennifer Rostock, Deichkind, Kettcar, Kai-ser Chiefs, Millencolin, Radiohead, Rise Against, Slut, The Kooks, Tocotronic, Tur-bostaat und viele mehrErwartete Besucher: 45 000

    Ann-Kat r in Wie land

    Fotos: photocase.com/User: shobe (ob.); photocase.com/User: royalmg (unt.)Noir - Ausgabe 2/20082

    FESTIVALS MACHEN SCHTIG

  • Noir - Ausgabe 2/2008 3Fotos: Verlag Wolfgang Kunth GmbH & Co. KG (ob.); S. Fischer Verlag GmbH (unt.)

    L i festy le ~ Kultur ~ Ti te l thema ~ Portrt ~ Reportage ~ Wissen ~ Reise ~ Sport ~ Noir- Intern ~ Pol i t ik ~ Querbeet

    Wenn du heute frh schlafen willst, dann fang nicht an Simpel zu lesen. Obwohl ich totmde war, nahm ich die Warnung meiner Schwester nicht ernst. Doch sie sollte recht behalten. Ich konnte nicht aufren zu lesen, bis ich nicht die letzte Seite des Romans ver-schlungen hatte.

    Simpel, das ist der Spitzname des 22-jhrigen Barnab. Er liebt es, mit seinem Moniseur Ha-sehase zu spielen, hat einen Verolver, glaubt, dass in Handys und Radios Mnzel sind und kann schon zhlen: 4, 6, B, 12, 1000, 100.

    Simpel ist geistig behindert. Sein 17-jhriger Bruder Colbert betreut ihn, da er nicht mehr mit ansehen kann, wie Simpel in dem Heim Malicroix behandelt wird.

    Z eig mir deine Gefngnisse und ich sage dir, wie demokratisch dein Land ist. Auf knapp 400 Seiten berichtet der Belgier Jan de Cock von seiner einjhrigen Reise von Knast zu Knast. Er blickt hinter die Gitter der Ge-fngnisse dieser Welt. Sein Blick ist nicht durch Krze geprgt, nein: De Cock lsst sich freiwil-lig inhaftieren. Er nimmt die Rolle eines wirklichen Knastbruders an. Bleibt ihm die Unterkunft im Gefngnis verwehrt, besucht er ehemalige Inhaftierte.

    Whrend seiner Reise erhebt er niemals den Zeigefinger. Im Gegenteil, er zeigt nahezu bedingungsloses Verstndnis fr jeden inhaftierten Menschen. Die Schuld-frage bleibt dabei nahezu auer Acht.

    De Cocks Vermittlung von religis-esote-rischen Anschauungen sind teilweise nicht zu verstehen. Im Gefngnis steht man mit einem Bein in der Hlle, aber auch den Himmel hat man vor Augen, schreibt er

    BITTE, SPERRT MICH EIN!

    beispielsweise. Zwei Anschauungen die sehr oft in seinen Erlebnissen aufeinander prallen und miteinander vermischt wer-den. Flchtet de Cock zur Verarbeitung

    seiner Erlebnisse in eine selbstge-bastelte religis-esoterische Welt? Es scheint so, da die religise An-schauung, die de Cock vermit-teln will, kaum zu verstehen ist.

    Seine Erlebnisse sind tiefgehend, erscht-ternd und heldenhaft zugleich.

    In Schwellen- oder Entwicklungslndern erwartet man katastrophale Haftbedin-gungen. Doch erschreckend ist die Erfah-rung des Belgiers, wie unmenschlich der Umgang in Haftanstalten der USA und Japan ist. Indien zeigt hingegen einen un-erwarteten Lichtblick: Menschenwrde im Gefngnis. Ihr Ziel ist es, die Hftlinge als bessere Menschen zu entlassen.

    Der Roman selbst ist eine gelungene Mi-schung aus informativem Sachbuch und einem Tagebuch hnlichen Abenteuerro-

    Der Belgier Jan de Cock unternahm eine auergewhnliche Weltreise

    von Knast zu Knast. ber seine Erlebnisse hat er ein Buch geschrieben

    man. Durch die einfache und schlichte Sprache schafft der Autor eine eindring-liche Wirkung.

    Der eigentliche Inhalt des Buches: Das klopfende Herz der Gefangen dieser Welt hrbar zu machen und dabei die Missstn-de in den Gefngnissen der fnf bereisten Kontinenten aufzuzeigen. Das ist Jan de Cock sehr gut gelungen.

    (de Cock, Jan: Hotel hint