Recht > Zivilrecht > Privates Baurecht, Architektenrecht ...· Baupraxis Dämmung Energieeffiziente

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Text of Recht > Zivilrecht > Privates Baurecht, Architektenrecht ...· Baupraxis Dämmung Energieeffiziente

  • Baupraxis Dmmung

    Energieeffiziente und regelgerechte Lsungen nach EnEV und DIN

    Bearbeitet vonDr. Reinhard O. Neubauer

    Grundwerk mit Ergnzungslieferungen 2015. Loseblatt. Mit CD-ROM. Im OrdnerISBN 978 3 8111 3110 1

    Recht > Zivilrecht > Privates Baurecht, Architektenrecht

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    Flachdcher

    3110 Relaunch

    1/2 FlachdcherFlachdcher haben keine oder eine nur geringe Neigung und kom-men sowohl im Wohnhausbau als auch bei allen anderen Gebude-typen zum Einsatz. Vorteile des Flachdaches sind die Nutzung der Auenflche etwa fr Terrassen oder Grnflchen, als Standort fr Gebudetechnik (z.B. Klimaanlage), ein geringes Gewicht und die vielfltigen Mglichkeiten der Versorgung mit Tageslicht. Bei gro-en Gebuden kann ein Flachdach auch als Parkdeck oder sogar als Sportanlage genutzt werden. Flachdcher werden also vielfltig genutzt. Durch die verschiedenen Nutzungsarten ergeben sich entsprechend unterschiedliche Anforderungen und Regeln. Fr Flachdcher die als Parkplatz, als Dachterrasse, als Sport- oder Spielplatz oder sogar als Park und als begrnte Anlage, dienen sie auch als Ausgleich fr die versiegelte und verbaute Flche. Fr jeden Anwendungsfall gibt es auch verschiedene Richtlinien und Regelwerke. Fr die Abdichtung von Flachdchern kommen im Wesentlichen Bitumenbahnen oder Kunststoffbahnen, PIB- oder EPDM-Bahnen, sowie Metalleindeckungen (Trapezbleche, Edel-stahl, u.a.) oder Flssigkunststoff zum Einsatz. Fr die notwendige Entwsserung sorgen blicherweise Drnage-, oder Dachgully-Systeme sowie ein geringes Geflle vom mindestens 2 %, um Pft-zen und Schlammablagerungen entgegen zu wirken.

    Fr Architekten und Planer sind die Flachdachrichtlinie (Fach-regeln fr Abdichtungen) des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) sowie die entsprechenden Ab-dichtungs- und Dmmstoffnormen oder Verffentlichungen der Forschungsgesellschaft fr Straen- und Verkehrswesen (FGSV) mageblich. Fr Grndcher ist auerdem die FLL-Dachbegr-nungsrichtlinie zu beachten. Die Forschungsgesellschaft Land-schaftsentwicklung (FLL) hat auerdem die Empfehlungen zu Planung und Bau von Verkehrsflchen auf Bauwerken erarbeitet.

    Grundstzlich lassen sich Flachdcher in genutzte, ungenutzte und begrnte Dcher einteilen.

    Das Flachdach gehrt zu den am strksten beanspruchten Bauteilen eines Gebudes und muss deshalb systematisch geplant und sorgfltig ausge-fhrt werden. Nur so gelingt es den zu erwartenden Beanspruchungen ber viele Jahre hinweg standzuhalten.

    Flachdcher mssen an mehreren Stellen entwssert werden.

    Praxistipp

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    Flachdcher

    Anforderungen an Dachbauteile bei nderung oder Erneuerung beim Flachdach

    Die Haltbarkeit von Flachdchern, die sich in den frheren Jah-ren dieser Konstruktion meist nach 30 Jahren erschpft hatte und zu Undichtigkeiten fhrte, hat sich durch neue Materialien er-hht, und Flachdcher erfahren momentan eine neue Renaissance. Flachdcher mssen saniert werden aus Grnden von

    Undichtigkeiten der Dachflche durch defekte Dachbahnen etc., konstruktiven Problemen im Dachaufbau durch fehlende bzw.

    zu geringe Wrmedmmung oder defekte Randanschlsse, Schden an der Tragkonstruktion, stehendem Wasser durch zu geringes Geflle.

    Vor der Sanierung des Flachdachs muss eine umfassende Be-standsaufnahme erfolgen und entschieden werden, abhngig vom Zustand der Dachdichtung und der Wrmedmmung, welches Sanierungskonzept geeignet ist.

    2 % 2 % 2 %

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    1 Innenputz2 Tragkonstruktion3 Trennschicht auf Haftbrcke 4 Dampfsperre 5 Wrmedmmschicht als Geflledmmung 6 Dampfdruckausgleichsschicht (nicht bei Mineralfaser-

    dmmung) 7 Dachabdichtung

    8 Schutzschicht 9 Stelzlager 10 Gehbelag aus groformatigen Beton- oder Naturstein-

    platten 11 optional: Filtervlies 12 Kies- oder Sandbett (i.A. Brechsand-Splittgemisch) 13 Gehbelag aus groformatigen Beton- oder Naturstein-

    platten

    Bild 1 Regelquerschnitte Flachdach

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    Flachdcher

    3110 Relaunch

    Sind die Abdichtung und die Dmmung nicht beschdigt, kann als einfachste Sanierungslsung eine neue Dmmschicht ber dem vorhandenen Aufbau verlegt werden, sodass eine Entsorgung der Altmaterialien entfllt. Da sich die Konstruktion dadurch um die Dmmstoffstrke erhht, mssen alle Anschlusspunkte neu aufgebaut werden.

    Bild 2 Verlegung einer Zusatz-dmmung (Quelle: Deutsche Rockwool)

    12

    3

    4

    5

    67

    89

    1 Stahlbetondecke 2 Voranstrich 3 Trennlage 4 Dampfsperre 5 Dmmung vorhanden 6 Flachdachabdichtung vor-

    handen7 Zusatzdmmung 8 Flachdachabdichtung 9 Oberflchenschutz (Kies-

    schttung)Bild 3 Zusatzdmmung auf bestehendem Flachdach

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    Flachdcher

    Vor Verlegung zustzlicher Dmm- und Kiesschichten muss das Dach auf seine Tragfhigkeit hin berprft und die gewhlte Kon-struktion mit den in Tabelle 3 geforderten U-Werten abgestimmt werden.

    Bei der Sanierung sollte ein Geflle von 3 % nicht unterschritten und die Entwsserung nach auen gefhrt werden, da innen lie-gende Fallrohre mit nicht ausreichender Dmmung hufig Tauwas-serbildung nach sich ziehen, die zu Bauschden und Schimmelbil-dung fhren kann. Eine funktionierende Dachentwsserung kann kostengnstig mit einer Geflledmmung hergestellt werden.

    Zur Einhaltung der U-Werte mssen folgende Dmmstoffstrken bei der Sanierung umgesetzt werden:

    Tabelle 1 Anforderungen der EnEV Bestand (Anlage 3, Tabelle 1) sowie nach den Richtlinien der KfW

    Bauteil Wohngebude und Nichtwohngebude Solltemperatur > 19 C

    Nichtwohngebude Solltemperatur1219 C

    Anforderung zur Frderung der Manahme durch die KfW

    Flachdach U = 0,20 W/(m2K) U = 0,35 W/(m2K) U = 0,14 W/(m2K)

    Glasdcher U = 2,00 W/(m2K) U = 2,70 W/(m2K) keine Anforderung

    Tabelle 2 Dmmstoffstrken (nderung und Erneuerung)

    Bauteil Wohngebude Nichtwohn-gebude Solltemperatur > 19 C U = 0,24 W/(m2K)

    Nichtwohngebude Solltemperatur 1219 C U = 0,35 W/(m2K)

    KfW-Anforderung U = 0,14 W/(m2K)

    Flachdach (Betondecke)

    = 0,035 W/(mK)

    = 0,040 W/(mK)

    = 0,035 W/(mK)

    = 0,040 W/(mK)

    = 0,028 W/(mK)

    = 0,035 W/(mK)

    = 0,040 W/(mK)

    16 cm 18 cm 10 cm 10 cm 20 cm 24 cm 26 cm

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    Flachdcher

    3110 Relaunch

    Dachberstnde und Attiken mssen fr eine wrmebrckenfreie Ausfhrung mit Dmmstoff ummantelt werden, es kann eventuell sogar Sinn machen, bestehende berstnde abzubrechen und neu auszubilden, um einen problemfreien Dachabschluss zu erhalten.

    Bild 4 Geflledmmung (Quelle: Deutsche Rockwool)

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    Flachdcher

    Aus einem funktionierenden Warmdach kann durch die zustz-liche Auflage einer geschlossenzelligen Dmmung wie z.B. Poly-styrol mit Bekiesung auf die bestehende Abdichtung ein Umkehr-dach entstehen und so eine kostengnstige Sanierung hergestellt werden.

    Bild 5 Attikaausbildung (Quelle: Deut-sche Rockwool)

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    Flachdcher

    3110 Relaunch

    Ist eine Erhhung des Dachaufbaus nicht mglich, kann eine Sanierung des Flachdachs von der Unterseite her erfolgen, so-fern die Raumhhe des Geschosses ausreichend ist. Hier liegt die Dmmung allerdings auf der warmen Seite und die Konstruktion muss durch das Anbringen einer innenseitigen luftdicht verlegten Dampfbremse vor Tauwasserbildung schtzt werden.

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    7

    6

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    21

    3

    1 Stahlbetondecke2 Voranstrich3 Trennlage4 Dampfsperre5 Dmmung vorhanden

    6 Flachdachabdichtung vorhanden oder neu

    7 Zusatzdmmung aus geschlossenzel-ligem Material

    8 Filtervlies9 Oberflchenschutz (Kiesschttung)

    Bild 6 Zum Umkehrdach saniertes Warmdach

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    6

    1 Innenputz 2 Zusatzdmmung 3 Dampfsperre 4 Zusatzdmmung 5 Stahlbetondecke 6 Voranstrich

    7 Trennlage 8 Dampfsperre 9 Dmmung vorhanden 10 Flachdachabdichtung 11 Oberflchenschutz (Kiesschttung)

    Bild 7 Zusatzdmmung auf der Unterseite

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    Flachdcher

    Ein Kaltdach kann durch die Nutzung des Belftungsraums fr Dmmmaterial zu einem Warmdach umkonstruiert werden. Hier-fr sind besonders Schtt- oder Einblasdmmungen geeignet. Auf der Innenseite muss unterhalb der Wrmedmmung eine Dampf-bremse verlegt werden, deren nachtrglicher Einbau relativ auf-wendig ist.

    Richtlinien

    Regeln fr Dcher mit Abdichtungen Flachdachrichtlinie, Zent-ralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Kln 2008; (n-derungen Mai 2009 und Dezember 2011)

    Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks, herausgegeben vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Ver-lagsgesellschaft Rudolf Mller GmbH & Co. KG, Kln

    Richtlinie fr die Planung, Ausfhrung und Pflege von Dachbegr-nungen Dachbegrnungsrichtlinie. Ausgabe 2008, Forschungs-gesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL), Bonn

    Normen

    DIN 1986-3: 2004-11, Entwsserung