Sonderbeilage zum Monat der Weltmission 2015

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Sonderbeilage der Kirchenzeitungen in den (Erz-)Bistümern Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg zum Monat der Weltmission 2015

Text of Sonderbeilage zum Monat der Weltmission 2015

  • Monat der Weltmission Bundesweite Erffnung im Bistum Dresden-Meien

    Tag des HerrnSOND E RAU SGA B E I H R E R K I R CH ENZ E I T UNG IN ZUSAMMENARBE IT MIT MISS IO K IRCHE AUS TANSANIA STELLT S ICH VOR

    Hear my soulPatricia Kelly und Judy Bailey singen fr Tansania

    Seelsorge unter MassaiEin Stamm gefangen in der Tradition

    OKTO

    BER 2

    015

  • Aus der Redaktion

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    Im Geist der MissionGruwort von Dizesanadministrator Kutschke und missio-Prsident Krmer

    Liebe Leserinnen und Leser,

    in diesem Jahr stellt das Inter-nationale Katholische Missi-onswerk missio das Wirken der katholischen Kirche in Tansania in den Mittelpunkt seiner Jahres-aktion zum Monat der Weltmis-sion. Tansania ist mit seinen Na-turwundern, dem Kilimandjaro, der Serengeti und der Tropenin-sel Sansibar ein Land, welches wie kein anderes das Afrikabild vieler Deutschen prgt.Seit dem Ende des 19.

    Jahrhunderts engagieren sich deutsche Missionare in Ostafrika. Viele weltkirchliche Kontakte und Partnerschaften in deutschen Dizesen und Pfarrgemeinden zeugen von

    der engen Verbundenheit der katholischen Kirche Deutsch-lands mit Tansania. Fnfzig Jahre nach Beendigung des II. Vatikanischen Konzils zeigt das Beispiel der lebendigen Orts-kirche in Tansania auf, wie ein Geist der Mission und Evange-

    lisierung zu einer Erneuerung der Kirche beitragen kann. Wir freuen uns, dass die

    diesjhrige Erffnung der missio-Aktion zum Monat der Weltmission im Bistum Dres-den-Meien stattfindet. Durch die Tansania-Projekte wie in Engelsdorf oder in Nossen und die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Kinder- und Jugendorganisationen in unserem Bistum gibt es bereits seit vielen Jahren segensreiche Beziehungen zu Tansania ins-besondere zum Bistum Geita.Wir laden Sie ganz herzlich

    zu allen Veranstaltungen der Erffnung des Monats der Welt-mission vom 9. bis 11. Oktober im Bistum Dresden-Meien ein.

    Der Monat der Weltmission findet weltweit gleichzeitig im Oktober statt. Er strkt die Solidaritt der knapp 2500 katholischen Dizesen der Weltkirche untereinander. In Deutschland organisiert das Internationale Katholische Mis-sionswerk missio diese Aktion. Es ldt dazu jedes Jahr Partner aus Afrika, Asien oder Ozea-nien nach Deutschland ein. Der Aktionsmonat endet mit dem Sonntag der Weltmission am 25. Oktober. Dann sammeln mehr als 100 Ppstliche Missi-onswerke weltweit, zu denen missio zhlt, eine Kollekte fr die rund 1100 rmsten Dize-

    sen weltweit. Diese fliet in den globalen Solidarittsfonds der Ppstlichen Missionswerke ein. Die Nationaldirektoren aller Missionswerke stimmen dann einmal im Jahr darber ab, welche armen Ortskirchen mit welcher Summe aus dieser Kollekte untersttzt werden. Jeder Direktor hat bei dieser Verteilung eine Stimme: Sie zhlt aus einem reichen Land genauso viel wie die Stimme aus einem armen Land. Oft genug sind die unter-

    sttzten Dizesen in Krisenre-gionen die einzige Hilfe und Hoffnung fr die Menschen und nicht allein fr Christen.

    2014 konnte missio diese grte Solidarittsaktion der Katholiken weltweit mit 3 878 795 Euro untersttzen. Die Spenden werden fr die pa-storale, soziale und interreligi-se Arbeit, die Infrastruktur so-wie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten in den weltweit benachteiligten Bistmern bentigt.

    Mit dem Stichwort Sonn-tag der Weltmission sind Spenden auf das missio-Spendenkonto mglich: Pax Bank eG, Konto-Nr. 122 122, BLZ 370 601 93, IBAN DE23 3706 0193 0000 1221 22

    Was ist der Monat der Weltmission?

    Zur Sache

    Glaube, der Lebensfreude ausstrahlt: Hochzeit in der katholischen Maria Kirche in Kanisa La Bikira. Die Bene-diktiner grndeten diese Missionsstation 1894. Foto: missio / Hartmut Schwarzbach

    Das sind beeindruckende Zeugen ihres Glaubens: die Christen aus Tansania, die in dieser Sonderbeilage vor-gestellt werden. Trotz aller wirtschaftlicher und sozialer Widrigkeiten leben und feiern sie ihren Glauben. Egal ob in Stammestra-

    ditionen verhaftet oder mit islamischem Terror konfron-tiert, verlieren sie nicht ihre Zuversicht und stehen zu ihrem Glauben an den drei-faltigen Gott. In ihrer Arbeit setzen sie auf gute Erziehung und Bildung. Sie suchen das Gesprch mit allen Menschen guten Willens ber die Reli-gionsgrenzen hinweg.Verkndet sein Heil von

    Tag zu Tag dieses Wort aus Psalm 96 (Vers 2) ist fr sie nicht nur eine leere Floskel, es ist Auftrag fr den Alltag.Das Psalmwort steht als

    Motto ber der missio-Aktion zum Monat der Weltmission. Das Internationale Katho-lische Hilfswerk erffnet die Aktion in diesem Jahr im Bis-tum Dresden-Meien und so gibt es auch schon in diesem Jahr bevor 2016 der 100. Katholikentag in Leipzig gefei-ert wird ein buntes Glau-bensfest im derzeit vakanten Bistum. Lassen Sie uns gemeinsam

    mit den afrikanischen Gsten feiern und Gottes Botschaft wieder neu in die Welt tragen!

    Ihre Redaktion

    Lust auf mehr

    Tag des HerrnImpressum

    Sonderausgabe der katholischen Wochenzeitung Tag des Herrn Herausgeber: MissioRedaktion: Johannes Seibel (v.i.S.d.P.)Titelfoto: Hartmut SchwarzbachVerlag: St. Benno Buch und Zeitschriften Verlagsgesellschaft mbH Leipzig; Geschftsfhrer: Michael Birkner, Christiane VlkelLeserservice / Anzeigen: Maria KrnerAnschrift: Stammerstrae 11, 04159 Leipzig, Tel. 03 41/ 4 67 77 12, E-Mail: tdh@st-benno.de, Internet: www.tag-des-herrn.deDruck: Verlagszentrum Rhein Main GmbH & Co. KG, Ale-xander-Fleming-Ring 2, 65428 Rsselsheim

    Dizesanadmi-nistrator An-dreas Kutschke

    missio-Pr-sident Prlat Klaus Krmer

  • Glubig, aber bitterarmTansania jenseits von Safari und Tropenparadies

    Von Bettina Tiburzy

    Kilimanjaro, Serengeti, Sansi-bar: Diese Sehnsuchtswrter prgen das Afrikabild Vieler.

    Tausende Besucher strmen jedes Jahr ins Land. Es gilt als eines der stabilsten auf dem Kontinent. Tansania ist aber auch bitterarm. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) nimmt es nur Rang 159 unter 187 Staaten ein. Die Mehrheit der 49 Millionen Ein-wohner lebt als Selbstversorger auf dem Land. Die Infrastruk-tur ist extrem schlecht. Es gibt kaum Straen. Das staatliche Gesundheitssystem ist maro-de, der Bildungsstand sehr niedrig. Gut bezahlte Arbeit ist rar. Selbst vom Tourismus, der zu den wichtigsten Einkom-mensquellen Tansanias gehrt, profitieren nur wenige. In Tansania leben 130

    verschiedene Volksgruppen mit ihren unterschiedlichen Traditionen und Religionen. 30 bis 40 Prozent der Einwohner gehren zu den Christen. hn-liche Schtzungen gelten fr die Muslime. Darber hinaus gibt es Anhnger traditioneller Religionen. Auf Sansibar gehren etwa

    98 Prozent der Bewohner dem Islam an. Die Christen sind eine kleine Gruppe. In jngster Zeit haben dort die traditionell toleranten Beziehungen zwi-schen Christen und Muslimen

    gelitten. Radikale Islamisten verbten Anschlge auf Chris-ten und auf moderate Muslime. Trotz aller Schwierigkeiten

    engagiert sich die katholische Kirche Tansanias mit ihren rund 14 Millionen Mitgliedern stark in sozial-pastoralen Initia-

    tiven. Sie betreibt Gesundheits-zentren und unterhlt viele der besten Schulen im Land, die auch von Angehrigen anderer Religionen besucht werden. So trgt die Kirche mageblich zu einer friedlichen Zukunft Tansanias bei.

    Persnlich

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    Den Armen Hoffnung schen-ken, ihnen Mut machen und als Anwalt fr ihre Rechte kmpfen so beschreibt Weih-bischof Method Kilaini sein per-snliches Lebensziel. Deshalb engagiert sich der Seelsorger

    seit vielen Jahren in der kirch-lichen Kommission Justitia et Pax in Tansania und weltweit. Kilaini will mitwirken, dass Fragen der Menschenrechte, insbesondere der Armen, in Gesellschaft und Politik bera-ten werden und dass Kirche hierzu eindeutig Position bezieht. Als Weihbischof von Bukoba sieht er zudem eine wichtige Aufgabe darin, die Idee der Kleinen Christlichen Gemeinschaften zu strken und weiterzuentwickeln. Ihnen rumt der 67-Jhrige hchste pastorale Prioritt im ostafri-kanischen Land ein.Kleine Christliche Gemein-

    schaften bestehen durch-schnittlich aus acht bis zwlf Familien in einem Viertel oder Dorf. Sie bilden jeweils eine Art kleine lokale Kirche, die Basis der lebendigen Kirche in Tansania insgesamt sind. In den Gemeinschaften finden Menschen sozialen Schutz. Weihbischof Kilaini, der Philo-sophie und Theologie studierte und in Rom in Kirchenge-schichte promovierte, wurde 1972 zum Priester geweiht. Von 2000 bis 2009 war er Weihbischof der Hauptstadtdi-zese Dar es Salaam, seit 2010 ist Kilaini Weihbischof in seiner Heimatdizese Bukoba. Ihn trgt die weltweite Solidaritt der Christen. Das beflgelt mich, sagt er.

    Sie mchten fr Weihbischof Method Kilaini spenden? Dann geben Sie VCP15004 als Verwendungszweck an. Spendenkonto: IBAN DE23 3706 0193 0000 1221 22Pax-Bank eG, Konto 122 122, BLZ 370 601 93

    Wo das Herz der Kirche pulsiert

    missio-Redakteurin Bettina Tiburzy hat das vielfltige seel-sorgerische Engagement der katholischen Kirche in Tansania fr den Monat der Weltmission im Bild festgehalten. Die sechs Filme stehen zum Anschauen und Herunterladen auf der

    Internetseite www.missio-hilft.de/wms-filme bereit. Sie kn-nen whrend Veranstaltungen zum Monat der Weltmission oder zu anderen Anlssen genutzt werden. Jeder kann die Filme auch auf seiner eigenen Internetseite kostenlos ein-binden. Der Einfhrungsfilm heit Tansania jenseits von Safari und Tropenparadies. Die anderen Videos erzhlen spannende Geschichten vom interreligisen Dialog auf Sansibar, davon, wie Massai in ihrer Tradition gefangen sind, wie ein kirchliches Projekt von HIV und Aids betroffenen Men-schen hilft oder von der Arbeit einer Katechetin. Nicht zuletzt

    ldt der missio-Gebetsfilm 2015 zum Nachdenken ber das bi-blische Leitwort des Monats der Weltmission ein: Was bedeutet Gottes Heil verknden heute?

    Die