Spezielle artenschutzrechtliche Pr¼fung (saP) .wieder zu Pr¼fungsgegenst¤nden der saP werden,

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Spezielle artenschutzrechtliche Prfung (saP)

Baugebiet Mhlhausen sdlich ND Breitenloh

- Gemeinde Mhlhausen

Auftraggeber: Gemeinde Mhlhausen

Bahnhofstrae 7

92360 Mhlhausen

Bearbeitung: Bro Genista

Georg Knipfer

Danzigerstr. 9

92318 Neumarkt

Tel.: 09181/42115

e-mail: georg.knipfer@web.de

Auftragszeitraum: Juli November 2017

mailto:georg.knipfer@web.de

1. Durchgefhrte Begehung:

01.07.2017

2. Allgemeine Grundlagen und Erfassungsziele:

Im Rahmen der saP sind grundstzlich alle in Bayern vorkommenden Arten der folgenden

zwei Artengruppen zu bercksichtigen:

- Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie,

- die europischen Vogelarten entsprechend Art. 1 VRL

Anmerkung: Die grundstzlich ebenfalls zu bercksichtigenden

Verantwortungsarten nach 54 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG mssen erst in einer

neuen Bundesartenschutzverordnung bestimmt werden. Wann diese vorgelegt

werden wird, ist derzeit aber nicht bekannt.

Die nach nationalem Recht als streng und besonders geschtzt eingestuften Arten sind nicht

bzw. nicht mehr Gegenstand der saP. Fr diese Arten gelten nach 44 Abs. 5 Satz 5

BNatSchg die Zugriffsverbote des Absatzes 1 nicht. Inwieweit derart geschtzte Arten bei

einer Neufassung der Bundesartenschutzverordnung knftig als Verantwortungsarten

wieder zu Prfungsgegenstnden der saP werden, bleibt vorerst dahingestellt.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass dieses Artenspektrum bei der naturschutzfachlichen

Bewertung vllig auer Betracht bleibt. Die Eingriffsregelung als naturschutzrechtliche

Auffangregelung hat mit ihrer Eingriffsdefinition und Folgenbewltigungskaskade einen

umfassenden Ansatz, der auch den Artenschutz insgesamt und damit auch diese Arten als Teil

des Naturhaushalts erfasst (14 Abs.1 i.V.m.1 Abs.2 und 3 BNatSchG). Grundstzlich

werden dabei ber vorhandene Biotopstrukturen und Leitarten Rckschlsse auf die nach

allgemeinen Erfahrungswerten vorhandenen Tier- und Pflanzenarten gezogen. Eine ber

diesen indikatorischen Ansatz hinausgehende exemplarbezogene vollstndige Erfassung aller

Tier- und Pflanzenarten wre angesichts der hier zu bercksichtigenden Artenzahl weder

erforderlich noch verhltnismig (vgl. hierzu auch BVerwG, Beschluss v. 21.2.97, Az. 4 B

177.96). Sofern sich dabei schutzwrdige Artvorkommen wie bsp. Arten der Roten Listen

ergeben, sind diese im Einzelfall im Rahmen der Eingriffsregelung vertieft zu betrachten.

Das Gebiet wurde einmal, nmlich am 01.07.2017 begangen. Es handelt sich um einen

Kiefernaltbestand mit Laubholzunterwuchs aus Eberesche, Rotbuche, Eiche, Spitzahorn,

Bergahorn, Hainbuche, Birke, Faulbaum, Schlehe und weiteren Straucharten, darunter auch

gartenflchtige Mispelarten. Im zentralen Bereich befindet sich eine Lichtung mit einem

Grnweg und Saumbereichen mit Himbeeren und Brombeeren sowie einem eutrophierten

Wiesenbestand mit einigen berresten ehemaliger Sandmagerrasenvegetation aus

Wiesenwachtelweizen, Natternkopf, Kleinem Sauerampfer und Groen Ehrenpreis. Die

Flche liegt ber Lockersandbden aus Flug- und Terrassensanden und beinhaltet somit ein

geologisch und kologisch hochwertiges und schtzenswertes Grundpotential.

3. Lage des untersuchten Gebietes

Im Luftbild auf der nachfolgenden Seite ist die Lage und Umgrenzung des geplanten

Baugebietes ersichtlich (rote Umgrenzung). Es befindet sich am Nordrand der Ortschaft

Mhlhausen. Unmittelbar nrdlich grenzt das Naturdenkmal Breitenloh an, welches an der

Sdspitze wenige Meter in das geplante Baugebiet hineinragt.

Abbildung 1: Geplantes Baugebiet im Norden der Ortschaft Mhlhausen

4. Ergebnisse der Erfassungen und Auswirkungen auf Arten bzw.

Artengruppen:

4.1 Fledermuse und sonstige Sugetiere:

Auf der Flche fanden keine speziellen Fledermausuntersuchungen statt. Im weiteren Umfeld

sind Vorkommen von ca. 15 Fledermausarten nachgewiesen. Im Nahbereich liegen keine

Nachweise von Fledermausquartieren vor.

Im Wirkraum des Bauvorhabens finden sich zwei potentielle Quartierbume, in denen

Fledermuse vorkommen knnten, sowie zahlreiche Hhlenbaumanwrter. Die Lage der

beiden potentiellen Quartierbume ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen:

Nr. Baum-

art

Brusthhen-

durchmesser

GKK

Rechts

GKK

Hoch

Quartiertyp Kate-

gorie

Anzahl

1 Kiefer 70 44 59 815 54 49 232 Spechthhle 1 1 2 Kiefer tot 30 44 59 810 54 49 131 Rindenspalte 2 2

Die beiden Hhlenbume knnten als Sommerquartier von Fledermusen genutzt werden,

weshalb bei der Beseitigung CEF- und konfliktvermeidende Manahmen einzuhalten sind.

Als Jagdhabitat fr Fledermuse hat der Waldbereich mit der Lichtung sicherlich auch eine

hohe Bedeutung, da neben den Baumbestnden auch extensive Brachen und somit ein hohes

Insektenangebot zu erwarten ist. Da das ausgewiesene Gebiet recht klein ist, sind keine

erheblichen Beeintrchtigungen zu erwarten, allerdings sollte die Manahme in eine

Summationsliste aufgenommen werden, da bei weiteren Flchennutzungen im Umfeld

durchaus Beeintrchtigungen zu erwarten sind.

Abbildung 2: Quartierbume 1 und 2 im Bereich des geplanten Baugebietes

Weitere Vorkommen von Sugetierarten (Biber, Baumschlfer, Haselmaus, Birkenmaus,

Feldhamster, Fischotter, Luchs, Wildkatze) knnen im Wirkraum ausgeschlossen werden, da

keine geeigneten Lebensrume und Quartiermglichkeiten vorhanden sind bzw. keine

Nachweise aus dem Umfeld bekannt sind.

Schdigungs-, Strungs- und Ttungsverbote fr in Anhang IV der FFH-Richtlinie

gefhrte Sugetierarten knnen somit ausgeschlossen werden.

Konfliktvermeidende Manahmen erforderlich: ja nein

- Eine Fllung der potentiellen Quartierbume muss auerhalb der Sommer- und bergangsquartierphase der Fledermuse stattfinden, und zwar im Zeitraum zwischen

Mitte November und Ende Februar.

CEF - Manahmen erforderlich: ja nein

- Fr den Verlust der beiden Quartierbume und der zahlreichen Quartierbaumanwrter wird die Anbringung von Fledermausksten als Ersatzquartiere im Umfeld

vorgeschlagen. Hierfr werden 10 Ksten aus Holzbeton (7 Giebel- und 3

Flachksten) veranschlagt. Diese sollten im nheren Umfeld (z.B. im Bereich des

LDM-Kanals) an hierfr geeignete Bume angebracht und ber einen berschaubaren

Zeitraum gewartet werden.

4.2 Kriechtiere und Lurche:

Vorkommen prfungsrelevanter Arten (Sumpfschildkrte, Schlingnatter, stliche

Smaragdeidechse, Mauereidechse, Zauneidechse, skulapnatter, Geburtshelferkrte,

Gelbbauchunke, Kreuzkrte, Wechselkrte, Laubfrosch, Knoblauchkrte, Kleiner

Wasserfrosch, Moorfrosch, Springfrosch, Alpensalamander, Kammmolch) konnten im

Wirkraum nicht nachgewiesen werden. Vorkommen der Zauneidechse sind aus dem

benachbarten Naturdenkmal Breitenloh bekannt.

Es sind keine Schdigungs-, Strungs- und Ttungsverbote fr in Anhang IV der FFH-

Richtlinie gefhrte Arten erfllt.

Konfliktvermeidende Manahmen erforderlich: ja nein

- Das nrdlich angrenzende Naturdenkmal darf durch den Bau des Wohngebietes nicht ber einen Zufahrtsweg oder einen Fuweg erschlossen werden, da hierdurch

vermehrte Befahrungen und Begehungen zu erwarten sind, welche zu Strungen und

Beeintrchtigungen durch Spaziergnger und Hundekot oder Gartenabfllen fhren.

- Durch die Inanspruchnahme von kleinen sandmagerrasenartigen Teilbereichen im Sdteil des Naturdenkmals, welche als potentielle Habitate der Zauneidechse dienen

knnten, sind andernorts im ND Verbesserungsmanahmen durchzufhren. Es wird

folgender Vorschlag hierzu gemacht:

Auflassung des Weges und Integration in ND. Auflichtungsmanahmen durch

Entfernen von Laubbumen und einigen Kiefern sowie Entfernen von Fremdmaterial,

insb. Erdablagerungen und eutrophierte berbodenbereiche.

CEF - Manahmen erforderlich: ja nein

4.3 Fische:

Ein Vorkommen der betreffenden Art (Balons Kaulbarsch) kann ausgeschlossen werden, da

dieser im Wirkraum nicht vorkommt und keine Lebensrume vorhanden sind.

Schdigungs-, Strungs- und Ttungsverbote fr in Anhang IV der FFH-Richtlinie

gefhrte Arten knnen ausgeschlossen werden.

Konfliktvermeidende Manahmen erforderlich: ja nein

CEF - Manahmen erforderlich: ja nein

4.4 Libellen:

Ein Vorkommen prfungsrelevanter Arten (Asiatische Keiljungfer, stliche Moosjungfer,

Zierliche Moosjungfer, Groe Moosjungfer, Grne Keiljungfer, Sibirische Winterlibelle) kann

ausgeschlossen werden, da diese im Wirkraum nicht vorkommen bzw. keine entsprechenden

Lebensrume vorhanden sind.

Schdigungs-, Strungs- und Ttungsverbote fr in Anhang IV der FFH-Richtlinie

gefhrte Arten knnen ausgeschlossen werden.

Konfliktvermeidende Manahmen erforderlich: ja nein

CEF - Manahmen erforderlich: ja nein

4.5 Schmetterlinge (Tagfalter und Nachtfalter):

Ein Vorkommen von in Anhang IV der FFH-Richtlinie gefhrten Schmetterlingsarten

(Quendel-Ameisenbluling, Wald-Wiesenvgelchen, Moor-Wiesenvgelchen, Heckenwoll-

after, Kleiner Maivogel, Haarstrangwurzeleule, Gelbringfalter, Groer Feuerfalter,