TREPPEN VERTIKALERSCHLIESSUNG - hs-owl.de .Ein stetiges Steigungsverh¤ltnis vermeidet auch unsch¶ne

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  • TREPPEN VERTIKALERSCHLIESSUNG

    1 Definition - notwendige Treppen - nicht notwendige Treppen 1.1 Grundformen - Treppen mit geraden Lufen - Treppen mit gewendelten Lufen - Verziehen der Treppenstufen 1.3 Bestandteile Treppen 1.4 Konstruktionsprinzipien - Treppenlufe - Treppenstufen

    2 Planungsparameter 2.1 Fluchtwege, Treppenrume - Fluchtwegbreiten - Treppenrume - Hochhuser - Lftung und Beleuchtung 2.2 Brandschutz - Tragende Bauteile - Treppenhauswnde - Treppenhausdecke - Tren 2.3 Bequemlichkeit, Funktionalitt - Steigungsverhltnis - Stufenzahl/Podeste 2.4 Sicherheit - nutzbare Breite - Wandabstand - Durchgangslichte - Handlauf und Gelnder

    3 Konstruktionsarten 3.1 Massive Treppen - Herstellung - Lagerung - Vordimensionierung - Knicklinien - Schallschutz - Detailausbildung - Wrmeschutz - Belge 3.2 Wangentreppen - Wangentreppen aus Holz - Wangentreppen aus Stahl 3.3 Holmtreppen 3.4 Faltwerktreppen 3.5 Wendeltreppen 3.6 Spindeltreppen - massive Spindeltreppen - Spindeltreppen aus Stahl - Systemtreppen

    3.7 Auentreppen - konstruktive Anforderungen - Steigungsverhltnis - Grndung - Lagerung - Belge 3.8 Gelnder - Massive Brstung - Bekleidungen - Aufgelste Konstruktionen - Primr- / Sekundrkonstruktion 3.9 Handlufe

    4. Rampen 4.1 Personenrampen - Anforderungen an Personenrampen - Anforderungen an Auenrampen 4.2 Fahrzeugrampen - Neigung von Fahrzeugrampen - Ausrundung von Fahrzeugrampen - Parkhausrampen

    5 Fahrtreppen, Aufzge 5.1 Bedarfsermittlung - Schachtgre - Behindertengerechte Aufzge - Anordnung im Grundriss 5.2 Aufzgstypen - Treibscheibenaufzug - Hydraulikantrieb 5.3 Fahrtreppe, Fahrsteige - Platzbedarf - Geschwindigkeit - Fahrsteige

    Inhalte sind aus dem Internet zusammengefhrtProf. Manfred Lux

  • VertikalerschlieungJene Treppen sind zu loben, die so hell, weit und bequem fr den Benutzer sind, dass sie die Leute gewisserma-en zum Hinaufsteigen einladen. Was Andrea Palladio um 3570 in seinen Quattro libri dell architettura formu- liert hat, gilt auch heute noch: Die Bandbreite der Anforderungen, die bei der Planung von Treppen erfllt werden ms-sen, reicht von sthetisch-gestalterischen ber konstruktive und funktionale Gesichtpunkte bis hin zu relevanten Aspekten der Sicherheit.Aus diesen Anforderungen resultieren eine Reihe von Vorschriften, die in den Landes- bauordnungen der einzelnen Bundeslnder, (z.B. Bayerischer Bauordnung, BayBO), und in der DIN-Norm 38065 Treppen formuliert werden.Diese allgemeinen Forderungen werden durch spezielle Vorschriften ergnzt. (Ver- sammlungsstttenverordnung (VStttVO), Arbeitsstttenverordnung (AStttVO), Hoch- hausverordnung (HochhVO) u.a.

    1 DefinitionHinsichtlich ihrer Steigung werden in der DIN38065 Treppen, Rampen, Leitertreppen und Leitern definiert und hin-sichtlich ihrer Stei- gung voneinander abgegrenzt; [3]. Die behrdlichen Vorschriften (LBO) dif ferenzieren Treppen in baurechtlich Notwen- dige und nicht Notwendige.Notwendige TreppenUnter notwendigen Treppe sind solche zu ver- stehen, die als Teil des ersten Rettungsweges eines Gebudes vorhanden sein mssen (LBO). Jedes Geschoss, das nicht zu ebener Erde liegt, muss ber mindestens eine not-wendige Treppe zugnglich sein. An Stelle notwendiger Treppen sind auch Rampen mit flacher Neigung (s.u.) mglich. Ist die Rettung von Menschen im Brandfall nicht auf andere Art und Weise sichergestellt, knnen weitere Treppen gefordert werden.Nicht notwendige TreppenZustzlich zu den baurechtlich notwendigen Treppen knnen in einem Gebude beliebig viele nicht notwendige Treppen angeord- net werden. Dies betrifft u.a. reprsentative Treppenanlagen, bei denen oft- mals die brand-schutztechnischen Vorschriften fr notwendige Treppen nicht eingehalten werden knnen (z.B. kein abgeschlos-sener Treppenraum). Auch an baurechtlich nicht notwendige Treppen werden Anforderungen durch die DIN38065 und die Bauordnungen gestellt:- Ihre minimale Breite darf 0,5m nicht unter- schreiten; eine max. Steigung von 33cm und ein minimaler Treppen-auftritt von 33cm muss eingehalten werden.- Sicherheitstechnische Anforderungen fr notwendige Treppen in Bezug auf Geln- der, Brstung und Podeste gelten auch fr baurechtlich nicht notwendige Treppen.

    1.1 GrundformenIn DIN 38065 wird eine Auswahl mglicher Treppengrundformen definiert:Treppen mit geraden Lufen:- einlufige gerade Treppe - zweilufige gerade Treppe - zweilufige, gegenlufige Treppe mit Zwischenpodest

    Treppen mit gewendelten Lufen:- einlufig, halbgewendelte Treppe - Spindeltreppe - Wendeltreppe - Bogentreppe

    LauflinieAls Lauflinie wird im Allgemeinen die Mittel- achse des Gehbereichs einer Treppe bezeich- net [3]. Der Gehbereich entspricht ca. einem Fnftel der nutzbaren Laufbreite. Die Lauflinie wird fr geradlufige Treppen immer in Lauf- mitte eingetragen. Anders verhlt es sich bei gewendelten Treppenlufen.Bei diesen muss die Lauflinie so angeordnet sein, dass das Steigungsverhltnis dem einer gerade laufenden Trep-pe mit Stufenabmes- sungen nach der s.g. Schrittmaformel ent- spricht. Bei nutzbaren Laufbreiten bis 3 Meter liegt die Lauflinie in Treppenmitte, bei Lauf- breiten ber 3 Meter etwa 50 cm vom schma- len Stufenende entfernt.Der Auftritt soll an der Innenseite der Stufe mindestens 30cm, an der Auenseite hchstens 40cm betragen. Die Lauflinie muss stetig und ohne Knickpunkte verlaufen.

    Museum Brandhorst Mnchen

  • Verziehen von TreppenstufenBei gewendelten oder angewendelten Treppenlufen erhalten die Trittstufen im Bereich der Wendelung zwangs-lufig einen trapezfrmigen Grundriss mit unterschiedlichen Breiten der Auen- und Innenseite. Die Festlegung der Stufentiefe erfolgt durch das s.g. Verziehen.Dies sichert einerseits trotz unterschiedlicher Auftrittsbreiten eine gute Begehbarkeit der Treppe, andererseits wird eine ansprechende Gestaltung der Treppenwangen und des Treppengelnders erreicht. Whrend des Begehens einer Treppe stellt sich der Nutzer auf das Stufenma ein, so dass jede nderung des Schrittmaes eine potentielle Stolpergefahr darstellt. Eine gute Begehbarkeit ist dann erreicht, wenn keine abrupten nderungen im Steigungs-verhltnis (Stufenhhe/Stufentiefe) auftreten.Ein stetiges Steigungsverhltnis vermeidet auch unschne Knicke im Hhenverlauf des Handlaufes und der Trep-penwange. Beim Verziehen der Stufen ist darauf zu achten, dass bei den Eckstufen die kleinste anfallende Breite 50cm nicht unterschreitet. Das Verziehen der Treppenstufen wird einerseits im Grundriss konstruiert, aber auch als s.g. Abmantelung im Schnitt dargestellt. Als Abmantelung bezeichnet man den im Grundriss gekrmmten Schnitt entlang der Auen- bzw. der Innenwange.Verschiedene geometrische Verziehungs- methoden (Kreisbogenmethode, Flucht- linienmethode, Winkelmethode, und die Trapezmethode) werden angewendet, aber auch rechnerisches Verziehen ist mglich. Zustzlich bieten spezialisierte Treppenprogramme, aber auch bliche CAD-Systeme z.T. Funktionen zur Treppenkonstruktion. Ex-emplarisch wird anhand einer zweilufigen, gewendelten Treppe die Kreisbogenmethode erlutert.Kreisbogenmethode: Als erstes wird die Lauflinie festgelegt und je nach Stufenanzahl in gleich lange Teile geteilt. Im Beispiel sind dies 55cm. Um gleiche Ecklsungen links und rechts zu erhalten, wird eine sog. Spickelstufe in der Mitte des Treppenauges positioniert. Anschliessend mu festgelegt werden, bis zu welcher Stufe die Verziehung reichen soll. Als Faustregel bewhrt sich die doppelte Treppen- laufbreite als Nherungsma. Im Beispiel liegt das Ende der Verziehung zwischen Stufe 5 und 5 bzw. Stufe 56 und 57. Um die Stufenbreiten an der Freiwange festzu-legen, wird nun ein Kreisbogen mit dem Mittelpunkt M gezeichnet und anschliessend gleichmig durch die Anzahl der zu verziehenden Stufen geteilt. Die Punkte auf dem Kreisbogen werden horizontal an die Freiwange projiziert, um die Stufenbreiten entlang der Freiwange zu erhalten. Die Verbindunglinien zwischen der Freiwangenteilung und der Lauflinienteilung liefern die exakte Stufengeometrie.

    1.2 Bestandteile TreppenDie DIN 58065 definiert fr die Bestandteile von Treppenkonstruktionen ein einheitliches Vokabular. Dieses be-nennt nicht nur die einzelnen Treppenelemente, sondern auch einzuhaltende Dimensionen und Abstnde, die z.B. aus sicherheitstechnischen Grnden erforderlich sind.- Trittstufe: waagerechter Stufenteil - Setzstufe: lotrechter oder annhernd lotrechter Stufenteil - Auftritt: Ma von Vorderkante Stufe bis zur Vorderkante der folgenden Stufen - Steigung: Hhenma von Oberkante Stufe zu Oberkante der folgenden Stufe - Unterschneidung: die Unterschneidung ist das waagerechte Ma , um das die Vorderkante einer Stufe ber die Breite der Trittflche der darunter liegenden Stufe vorspringt (Differenz zwischen Tiefe der Trittstufe und Auftritt),- lichter Stufenabstand: der lichte Stufenabstand als lotrechtes Fertigma wird bei Plattenstufen zwischen Trittflche und Unterflche der darber liegenden Stufe gemessen- Treppengelnder, Umwehrung: Schutzein- richtung gegen Absturz an Treppenlufen und Treppenpodesten - Treppenhandlauf: griffgerechtes Bauteil als Gehhilfe fr Personen, angebracht am Treppengelnder und/oder an der Wand bzw. Spindel

    halbgewendelte Treppe Kreisbogenmethode:Einteilen der Lauflinie in gleiche Abschnitte

    halbgewendelte Treppe Kreisbogenmethode:Einteilen des Kreisbogens um M in 15 Segmente

  • Seitenabstand: der Seitenabstand wird als lichtes Fertigma zwischen Treppenlauf, Treppenpodest oder Treppenhandlauf und angrenzenden Bauteilen, z.B. Wnden (Wandoberflchen), Treppengelndern, Spindeln u.. gemessen (14)- Treppenlauflnge: die Treppenlauflnge wird als Grundrissma von Vorderkante Antrittstufe bis Vorderkante Austrittstufe an der Lauflinie gemessen.- Treppenantrittstufe: die erste (unterste) Stufe eines Treppenlaufes (15)- Treppenaustrittstufe, Treppenaustritt: die letzte (oberste) Stufe