Umgang mit Störungen im HGU - ?· Uta-Maria Köninger, Zürich 2017. Fachstelle für Religionspädagogik…

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  • Fachstelle fr Religionspdagogik

    Hirschengraben 66 | 8001 Zrich | Tel. 044 266 12 82 | religionspaedagogik@zhkath.ch | www.religionspaedagogikZH.ch

    Umgang mit Strungen

    im HGU

    Klassenfhrung

    oder: Wie umgehen mit Strungen und

    Konfliktsituationen?

    1. Was ist eine Strung?

    2. Aufbau erwnschten Verhaltens (Prvention) 3. Abbau unerwnschten Verhaltens (Intervention)

    4. Umgang mit Eltern 5. Training an Fallbeispielen

    6. Persnlichkeit HGU Frau/HGU Mann

  • Fachstelle fr Religionspdagogik | Uta-Maria Kninger | 2018_WB Strungen im HGU

    Was ist eine Strung?

    Wenn Kinder hin-und her zappeln und dadurch die anderen Kinder stren

    Wenn Kinder miteinander reden, whrend die HGU Frau/Mann etwas sagt

    Wenn ein Kind die ganze Aufmerksamkeit der HGU Frau/Mann beansprucht

    Wenn Kinder respektlos miteinander umgehen (schlagen-schubsen-zerstren)

    Wenn Kinder vereinbarte Regeln nicht einhalten

    Wenn Kinder Fragen stellen, die nicht zum Thema gehren

    Wenn sich Kinder nicht in die Gruppe integrieren lassen

    Wenn Kinder die Anweisungen der HGU Frau/Mann nicht umsetzen

    Aufgabe

    1. Kreuze an, was fr dich eine Strung ist. 2. Kennst du noch weitere Strungen? Ergnze die Spalten. 3. Setze einen roten Punkt auf die Strung, die du gerne bearbeiten mchtest.

  • KLASSENFHRUNGBASICS

    Uta-Maria Kninger, Zrich 2017

  • 30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 2

  • URSACHEN VON STRUNGEN

    Fokus ist meist auf Kinder gerichtet

    Was tue ich, wenn?

    Entscheidend ist das Verhalten der Lehrperson

    Nicht Reaktion auf Strungen ist wichtig

    sondern ein prventiver Umgang, der Strungen entgegenwirkt

    (Jacob Kounin)

    Was tue ich, damit nicht?

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 3

  • KLASSENFHRUNG

    Ist ein Geflecht von verschiedenen

    Aspekten, die zusammenwirken

    Hat zum Ziel: lernfrderliche Situationen herzustellen

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 4

  • 30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 5

    Lehrperson

    FachwissenEmpathieSelbst-reflexionGlaubwrdigkeitAutorittOrientierung

    Qualitt des UnterrichtsKlima, Beziehungsqualitt, Fehlerkultur, Klarheit, Struktur, Umgang mit Vielfalt, Verschiedene Lehr- und Lernangebote

    KlassenfhrungPrsenz, Regeln, Routinen,Rituale, Abbau unerwnschten Verhaltens, Aufbau erwnschten Verhaltens

    Aktive LernzeitUnterrichtsfluss

    KontextZusammenarbeit Eltern- Schule, Klassenzusammensetzung, Klassenklima

  • PRVENTION

    durch vorausplanendes Handeln

    Rituale, Routinen, Prsenz der K

    Vereinbarung von Regeln und Konsequenzen

    Klrung von Verantwortlichkeiten

    Vorbereitung des Raums/der Materialien

    durch Kooperation mit

    Kolleg(inn)en und (Feedback, Visitation)

    Eltern (proaktive Elternarbeit)

    Pfarrer/Missionar

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 6

  • DIAGNOSE

    Zusammensetzung der Gruppe: besondere

    Strken, Cliquenbildung, Aussenseiter

    Feedbackkultur unter den KatechetInnen (K)

    Kooperationskultur unter den K

    Zusammenarbeit zwischen K und Eltern

    Untersttzung K durch Pfarrer/Missionar

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 7

  • BREITE AKTIVIERUNG

    Verhaltensweisen, die die ganze Gruppe/Klasse aktivieren:

    Lebendiger, anschaulicher Lehrstil

    Anregende Lehrmethoden (Kooperatives Lernen)

    Knnens-Erfahrungen vermitteln durch verschiedene Lernangebote

    Pausen oder bergnge gestalten

    Kinder als Experten fr andere Kinder einsetzen

    Kinder etwas prsentieren lassen

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 8

  • UNTERRICHTSFLUSS

    Lernzeit wird aktiv genutzt

    Zeitdiebe (Verzgerungen/Unterbrechungen) werden minimiert wie z.B:

    Unpnktlichkeit

    Lange Ausfhrungen, unntige Kommentare

    Schleppende bergnge zwischen Lernschritten

    Wartezeiten beim Austeilen der Medien

    Schwierigkeiten mit Technik und Medien

    Unflexibilitt bei Strungen

    Unterbeschftigung einzelner Gruppen

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 9

  • 30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 10

  • QUALITT DES UNTERRICHTS

    Lernfrderliches Klima

    Untersttzung anbieten

    Freundlichkeit pflegen

    Wechselseitiger Respekt einben

    Motivierung: weder unter- noch berfordern

    Fehlerkultur

    Klarheit und Struktur

    Methodenvielfalt

    aktiv an der Gestaltung des Unterrichts beteiligen

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 11

  • REGELN UND PROZEDUREN

    Rituale Ruheritual, Stillebung

    Regeln Verbindliche Abmachungen

    Wenn ich etwas erklre, hren alle zu, schreib weiter

    Routinen zu Beginn der Stunde geht ihr zu eurem Tisch, packt euer Schreibmppchen aus und setzt euch. Ihr drft leise miteinander reden. Wenn ich dieses Zeichen mache, seid ihr alle still und hrt zu

    Nonverbale Signale, Gesten, Symbole

    Stoppsignale: gelbe und rote Karten fr unerwnschtes Verhalten

    Prsenzsignale: Stillezeichen give me five, Blicke

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 12

  • 30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 13

  • PRSENZ DER KATECHETIN

    K hat alles im Blick (Augen im Hinterkopf):

    vermittelt den Eindruck, dass ihr nichts entgeht

    K steuert durch verbale und nonverbale Kommunikation (Bemerkungen, Anweisungen, Blicke)

    K beherrscht multi-tasking:

    kann z.B. die Strenden in einer Gruppe ermahnen,

    ohne die Kontrolle ber die Gesamtsituation zu

    verlieren

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 14

  • PERSNLICHKEIT DER KATECHETIN

    Prsenz in Auftreten und Krpersprache

    Glaubwrdigkeit

    Selbst Modell sein fr Berechenbarkeit und Respekt

    Souvern bleiben, ganz gleich was kommt: Kinder sind keine Feinde, keine Kumpel

    Wertschtzendes Erkunden, statt Anweisungen geben

    Wnsche und Erwartungen klar ussern mit Empathie

    An Strken anknpfen und diese weiterentwickeln

    Reflexion des eigenen Unterrichtsverhaltens

    Kollegiales Feedback zum eigenen Unterrichtsstil

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 15

  • AUFBAU ERWNSCHTEN VERHALTENS

    Aufbau akzeptablen Verhaltens

    Positive Bekrftigung akzeptablen Verhaltens

    Klassenregeln aufstellen und konsequent einhalten

    Die Strken der Kinder erkennen und nutzen

    Fortschritte der Kinder erkennen und bestrken

    Kindern helfen, einen emotionale Bindung aufzubauen

    Geduldig in vielfltiger Form

    Kontakt zu schwierigen Kindern halten

    Aufrechterhaltung akzeptablen Verhaltens

    Dosiertes und sachgebundenes Lob

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 16

  • INTERVENTION L-ZENTRIERT

    Abbau unerwnschten Verhaltens

    in Strungs- und Konfliktsituationen

    ignorieren

    humorvoll kommentieren

    nebenbei nonverbal lsen

    individuelle Ermahnung

    kollektive Ermahnung

    nderung der Sitzordnung

    situationsangemessene Sanktionen

    Ankndigung von Sanktionen

    Klarstellen von Verhaltensregeln

    Anreize und Lob

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 17

  • INTERVENTION - KOOPERATIV

    3 Phasen der kooperativen Konfliktlsung:

    gemeinsame Diagnose-Planung-Intervention

    Phase 1

    K zeigt Problem auf, alle sagen dazu ihre Meinung (anonym auf Krtchen/Fragebogen), Gesamtdiagnose

    Phase 2

    Lsungsideen sammeln, Ziele festlegen, Vereinbarungen treffen, in Vertrag festhalten und visualisieren

    Phase 3

    Umsetzung der Planung, Kontrolle des Erfolgs durch K, visualisieren in Schaubild, Feiern des Erfolgs

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 18

  • INTERKULTURELLE KONFLIKTE

    Empfindlichkeit bei Zurechtweisung, wenn Fehlverhalten des Kindes kulturbedingt ist

    Empfindlichkeit in Glaubensfragen, wenn Kinder unterschiedlicher katholisch geprgt sind

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 19

  • INTERKULTURELL

    Kulturelle Eigenart bercksichtigen

    Kann ich kulturelle Eigenart wertschtzen oder: bestehe ich auf den Anspruch Regeln gelten fr alle?

    Inklusion

    Gehren alle mit ihrer Eigenart dazu und werden gleichwertig behandelt oder: werden einige besonders behandelt und in extra Gruppen eingeteilt?

    Kulturell- oder entwicklungsbedingt

    Schreibe ich fremdes, aufflliges Verhalten einer bestimmten Kultur zu oder: sehe ich die Ursache eines Konflikts subjektbezogen und entwicklungsbedingt?

    30/10/17Fachstelle fr Religionspdagogik | Zrich Seite 20

  • LITERATUR LINKS - VIDEOS

    _Christoph Eichhorn, Classroom-Management. Wie Lehrer,

    Eltern und Schler guten Unterricht gestalten, 2015

    _Christoph Eichhorn, pdf Elternmitwirkung:http://www.elternmitwirkung.ch/uploads/media/2011Eltern_wichtigste_Partner.pdf

    _Klassenfhrung Klasse Fhrung, Schulblatt Thurgau 1/2015:http://www.schulblatt.tg.ch/documents/avtg_schulblatt_1_2015_web.pdf

    _Linzer Diagnosebogen zur Klassenfhrung: https://ldk.aau.at/

    _Gerold Brgger/Norbert Posse, pdf Klassenfhrung: https://www.iqesonline.net/assets/FCKeditor/file/2-3_Klassenf%C3%BChrung%20und%20Unterrichtsklima.pdf

    _Wolf Hilzensauer, SKILL: Umgang mit Strungen https://www.youtube.com/watch?v=7bwYtyax5V0

    _Pearl Nitsche. Nonverbales Klassenzimmermanagementhttps://www.youtube.com/watch?v=Ahas0bepDwg