unterwegs 15/2012

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Das Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

Text of unterwegs 15/2012

  • 15. Juli 2012ISSN 1436-607X

    15/2012

    Olympia im Mutterland des Methodismus

    Erste Schritten Wo der Glaube

    gebacken wird. Seite 11

    Erste Erfolgen Wie ein Gg die

    Gemeinde belebt. Seite 13

    Erste Hilfen Wie Coaching fr gestresste

    Mtter funktioniert. Seite 16

  • unterwegs 15/2012 ::: 15. Juli 2012

    ::: Editorial2

    kurz gesagt

    SO ErrEicHEn SiE unS:Redaktion unterwegs Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.deAboservice: 0711 83000-0

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    Bescheidenheit siegtDabeisein ist alles mit diesem Allgemeinplatz trsten wir uns oft, wenn wir unsere Ziele nicht er-reicht haben. Wenn es eben nicht geklappt hat mit der Prfung, dem tollen Job, dem ersten Platz beim Sportturnier.Aber mal ehrlich: Ist es nicht viel schner, zum Schluss auf dem Sie-gertreppchen ganz oben zu stehen? Es allen anderen zeigen, was man kann und dass man es geschafft hat? Und gilt das nicht heute, da jeder sich selbst vermarkten muss, mehr denn je?Sicher leben wir in einer Zeit, die die Gewinnsucht zu einer Kardi-naltugend erklrt hat auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird. Aber Gier ist so alt wie die Mensch-heit selbst und sie ist so schdlich wie alt. Sie schafft Unfrieden, vor allem bei dem, der nach dem strebt, was er nicht bekommen kann. Gier vergiftet Menschen, Beziehungen und damit die ganze Gesellschaft.Wie anders und befreiend ist da der Weg, den Jesus Christus uns aufge-zeigt hat: Wer gro sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein, heit es in Markus 10,4344. Der Wett-kampf, den Jesus von uns fordert, ist der um Bescheidenheit und Un-terordnung. Das gilt fr jeden Ein-zelnen, es gilt aber auch fr die Kir-che als Ganzes. Denn wo die Kir-che nicht dient, dient sie zu nichts (Jacques Gaillot). Ihr Volker Kiemle

    ingrid HEintz wird neue Vor-sitzende des Frauenwerks

    der EmK in Deutschland. Sie wird das Ehrenamt ab der Besttigung durch die Zent-ralkonferenz

    im November bernehmen und die Nachfolge von Heike-Ruth Klaiber antreten, die diese Aufgabe nach zehn Jahren abgibt. Ingrid Heintz gehrt zur EmK im Bezirk Rheinland. Dort ist sie als Laienpredigerin und in der Gemeindeverwaltung aktiv. Sie betreibt selbststndig einen Broservice und gehrt zum Autorenteam von fr heute.

    diE MEtHOdiStiScHE KircHE in grOSSbritanniEn (MK) will ihre Beziehungen zur EmK und zu anderen methodisti-schen Kirchen vertiefen. Mit der EmK wird ein Dialog angestrebt, der das Konkor-dat (Vertrag) zwischen bei-den Kirchen weiterentwi-ckelt, das seit 1968 gilt. Die MK will die Gesprche ber die Mission mit allen Part-nern verbreitern und die Konkurrenz untereinander mindern. Das beschloss die Konferenz der MK in Gro-britannien am 4. Juli.

    daSS HOrSt SEEHOfEr vom Papst persnlich die

    Kommunion also das Abendmahl bekommen hat, sorgt weiter fr Wirbel. Denn Seehofer ist in

    zweiter Ehe verheiratet; nach katholischem Kirchen-

    recht ist Wiederverheirateten der Zugang zu den Sakramen-ten verwehrt. Der Berliner Erz-bischof Kardinal Rainer Maria-Woelki verteidigte aber den Papst. Benedikt XVI. habe so gehandelt, wie es wohl jeder Seelsorger tut, der keinen zu-rckweisen will, sagte er der Wochenzeitung Die Zeit.

    dEr rOcKMuSiKEr PEtEr Maffay hat den Toleranz-preis der Evange-lischen Akademie Tutzing erhalten. Der 63-Jhrige bekam die mit 7.500 Euro do-

    tierte Auszeichnung fr sein Engagement fr traumatisierte Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhlt-nissen und sein Eintreten gegen Rassismus.

    ScHOcKiErt ist die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ber das Klner Beschneidungs-Urteil. In einem Brief an Bundeskanzlerin Ange-la Merkel betonen VEF-Prsi-dent Ansgar Hrsting und Vize-prsidentin Bischfin Rosemarie Wenner, dass die Beschneidung zwar ein Eingriff in die krperli-che Unversehrtheit sei, aber keiner, der das Kindeswohl schdige, sondern ihm sogar frderlich sein knne. Indem die Beschneidung aus religi-sen Grnden als dem Kindes-wohl abtrglich definiert wer-de, wrden die beiden davon betroffenen Religionen, das Judentum und der Islam, dis-kreditiert und die Menschen jdischen oder muslimischen Glaubens, die diesem Ritus in Deutschland folgen, diskriminiert.

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    Bei den Olympischen Sommerspielen von Atlanta 1996 traten die christlichen Organisationen erstmals gemeinsam unter dem Motto More Than Gold auf. Dies wiederholte sich in Sydney, Athen und sogar 2008 in Peking. Der Name More Than Gold wurde auch bei Ereignissen wie den Com-monwealth-Games, den All-Africa Games und ande-ren verwendet.

    Vier Jahre vor den Olympischen und Paralympi-schen Spielen 2012 in London wurde More Than Gold in Grobritannien als Stiftung eingerichtet, den Vorsitz bernahm der Politiker Brian Mawhinney. Die Stiftung bildet das Scharnier zwischen den Ausrichtern der Olympischen Spiele und den rtlichen Kirchen. Sie wird von allen groen Denominationen untersttzt. Die Methodisten zhlen zu den ber 60 Partnern und Sponsoren. Diese helfen nicht nur finanziell, sondern wo mglich auch mit unbezahlten Mitarbeitern.

    Einer der Schwerpunkte von More Than Gold ist die Gastfreundschaft. Angehrige von Athleten, die die Hotelpreise whrend der Spiele nie bezahlen knnten, werden in Gastfamilien beherbergt, in London und vielen anderen Stdten. In Willkommenszentren kn-nen Besucher ihre mden Fe ausruhen, erhalten In-formationen und Zugang ins Internet, Getrnke und praktische Hilfe, finden jemanden, der gerne fr sie betet. Solche Zentren gibt es nicht nur in Kirchen und

    Gemeindehusern, sondern auch in ge-mieteten Rumen. Unter der Federfh-rung der Heilsarmee sollen eine Million

    kostenlose Becher mit erfrischendem Wasser verteilt werden, in London sind mehr als 20 Stationen geplant.

    Jede teilnehmende Gemeinde hat einen Gold Champion ernannt, er erhlt alle Informationen und ist mit den anderen Reprsentanten in seiner Region vernetzt. Mit der Ernennung darf die Gemeinde das More Than Gold-Logo verwenden. Bis zur Erff-nung der Olympischen Spiele kommt das Olympische Feuer in mehr als 1000 Stdten und Gemeinden vor-bei, dieser 70-tgige Fackellauf wird mit Veranstaltun-gen und einer Gebetsaktion begleitet.

    Zu More Than Gold gehren unter anderem Kin-derferienprogramme mit sportlichen Themen und Sportcamps, Turniere mit anschlieendem Essen und einem Gastreferenten und Quizabende. Jede Gemeinde bietet das an, was in ihren langfristigen Kontext passt. Der christliche Filmklassiker Stunde des Siegers er-strahlt in einer digital berarbeiteten Version. Fr More Than Gold-Geschftsfhrer David Willson ist der Film eine Hilfe fr den Kontakt mit Menschen, die vielleicht noch nicht bereit fr einen Alpha-Kurs, aber bereit zum Reden sind.

    Ein greres Projekt fr mehrere Gemeinden ge-meinsam sind zwei Typen von Community Festivals: eine Art Stadtteilfeste mit groer Leinwandbertra-gung, Spielen, Kinderprogramm, Grillen, Musik und Kleinkunst, bei denen die christliche Botschaft darge-stellt wird und weit ber die Kirchengemeinde hin-aus zuvor Fremde zu Nachbarn werden sollen. Eine Mutter, die mit ihrer Tochter ein solches Festival lange vom Rand aus beobachtet hatte, fragte nach den Ver-anstaltern. So ist also Gott, schloss sie aus der Ant-wort. Peter Dietrich

    www.morethangold.org.uk

    eine Million becher WasserSchon lange sind Christen bei groen internationalen Sportereignissen dabei. doch machte dies lange jede kirche und Gruppe fr sich alleine. Als ersten Schritt vermittelten christliche Sportorganisationen ab den 1980er in den ortsgemeinden Partnerschaften. So wurden offiziell anerkannte Aktionen mglich, etwa die beherbergung von Angehrigen der Sportler.

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    Herr Atkins , wie geht es dem Methodismus in Grobritannien?Mart yn atKinS: Der Methodismus in Grobritannien befindet sich in einer bergangssituation: Es gibt Ge-meinden, die immer weniger Glieder haben oder deren Glieder immer lter werden, ohne dass jngere hinzu-kommen. Insgesamt nehmen die Gliederzahlen seit 20 Jahren kontinuierlich ab. Allerdings beobachten wir seit einigen Jahren, dass einzelne Gemeinden wachsen nicht gleich in der Gliederzahl, aber in der Besucher-zahl des Gottesdienstes. Einige dieser Gemeinden praktizieren neue Gottesdienstformen auch unter der Woche. Und es gibt Gemeinden, die neue Ausdrucks-formen fr die Kirche suchen und praktizieren. Sie be-treiben zum Beispiel ein Caf oder einen kleinen Laden oder sie schaffen Tr