Unterwegs 26

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Unterwegs 26

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  • Inhalt

    1 | unterwegs 1111

    unterwegs1111RauchfreiOhne Qualm durch die Ausbildung: Eine Lernende machts vor.

    WohnhausZentrale Lage, bessere Betreuung: Brggli schafft neuen Wohnplatz.

    WlfeDie einen jagen Wlfe, die anderen machen ein Seminar mit ihnen.22 08 28

    Die Mitarbeiter- & Kundenzeitschrift von Brggli Ausgabe Nummer 26, November 2011 www.unterwegs.brueggli.ch

  • 3 | unterwegs 1111

    EditorialInhalt

    ImpressumIdee, Redaktion: Michael HallerMitarbeit: Daniel KppelSatz, Bild: Yannick Meyer-Wildhagen, Polygraf im 3. LehrjahrTitelbild: Arrangiert von Samuel Herrmann mit einem Bild von Andrea Gomringer, Fotostudio am See Druck, Auflage: Printagentur by Brggli, 2000 Ex.Herausgeber: Brggli, 8590 Romanshorn www.brueggli.ch

    RauchfreiEs ist ein kurzer Weg in die Sucht, sagt eine Lernende, die es wissen muss. Heute ist sie Nichtraucherin und engagiert sich fr ein Projekt der Lungenliga. Wir haben dies zum Anlass genommen, um ein bisschen mehr bers Qualmen zu vermitteln.

    22

    28 Wlfe

    08 Wohnhaus

    Ein Stck Gold fr Sieunterwegs, das Mitarbeiter- und Kundenmaga-zin von Brggli, wurde mit der Goldenen Feder des Schweizerischen Verbandes fr interne Kom-munikation (SVIK) ausgezeichnet. Im direkten Ver-gleich mit den Magazinen von grossen, bekannten Firmen und Konzernen hat unterwegs berra-schend das Rennen gemacht.

    unterwegs wird von A bis Z in der Kommunika-tions- und Grafikabteilung sowie in der Druckerei von Brggli hergestellt; die Redaktion knnte nicht kleiner sein, und Satz und Layout machen nicht etwa Profis von teuren externen Agenturen, viel-mehr hat jeweils ein Polygraf in Ausbildung die Chance, mit seiner Arbeit am unterwegs Spuren zu hinterlassen. Das gilt auch fr einen Teil der Fotos; sie stammen vom Fotostudio am See, wel-ches zu Brggli gehrt.

    Die hochdotierte Jury, die Spezialisten aus PR, Grafik, Fotografie und Journalismus umfasst, lobt die extrem reichhaltige Themenflle, das mo-derne, sehr gefllige Layout, die sehr schne Bildsprache und wertet unterwegs als Heft, das auch hheren journalistischen Ansprchen gengt. Ausserdem regt die Jury an, dem kriti-schen Meinungsaustausch mehr Platz einzuru-men und noch mehr Dialoganreize zu schaffen.

    Die Auszeichnung ist auch eine Verpflichtung. Wir werden unserem unterwegs Sorge tragen und wollen immer noch eine Spur besser werden, um ein vielfltiges, spannendes Bild von Brggli und Brgglis Mglichkeiten zu vermitteln und um allen zu zeigen, dass gute Kommunikation auch mit einem kleinen Budget mglich ist.

    Auch der Dokumen-tarfilm Vielfalt statt

    Einfalt; zu Besuch im Sozialunternehmen

    Brggli kam zu Ehren: Wir waren fr einen

    Award nominiert.

    Nun aber zum jngsten unterwegs, welches Sie

    in Hnden halten: Mge es Sie beflgeln.

    Michael Haller

    Redaktor unterwegs

    Anregungen? Kritik?Haben Sie Ideen fr Beitrge? Mchten Sie selbst einmal Autorin oder Autor sein? Haben Sie Verbesserungsvorschlge? unterwegs lebt vom Mitmachen. Wenden Sie sich an: michael.haller@brueggli.ch.

    Samuel Herrmann und Michael Haller von Brggli mit Bundeskanzlerin Corina Casanova; sie wurde als Kommunikatorin des Jahres ausgezeichnet.

    Bild: Sebastian Magnani

    Bei der Preisverleihung mit Journalist und Glckskette-Sprecher Roland Jeanneret. Bild: she

    Editorial: Ein Stck Gold fr Sie Brgglis interne Berufsschule Lerntipps Feriengrsse aus Bulgarien Nachgefragt: Die ersten Eindrcke der Neuen Arbeitsassistenz: Ich brauchte eine neue Perspektive Fledermuse zu Besuch Brggli an der Berufsmesse Thurgau KV-Projekt: Tortillas, Theater, Termine Brgglianer: 10 Fragen an ... Pier 58: Brggli ist auch am Hafen zuhause Impressionen: Der Blick frs Detail Brckenschlag: Unser Partner S. Caviezel AG Rtsel: Wer findet die fnf Unterschiede? Printagentur: Ein neuer Lebensabschnitt Auch das noch: Nasenbohren fr einen Porsche Dies & Das Jubilarinnen und Jubilare

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    Lernen

    Brgglis interne BerufsschuleBrggli hat eine eigene Berufsschule fr Lernende in einer Praktischen Ausbildung PrA. Warum? Welche Lerninhalte werden vermittelt? Und welche Herausforderungen stehen an?Erich Heule, Fachperson fr Berufsbildung, erklrts.

    Ein enger Bezug der schulischen Bildung zum Ar-beits- und Lebensalltag ist dabei wichtig.

    Welcher Schulstoff wird vermittelt?Es gibt keinen festgelegten Schulstoff und keine eigentlichen Lehrmittel fr diese Ausbildungs-stufe. Wir orientieren uns am Schulstoff der Mittel- und Oberstufe. Dazu haben wir eigene Schwerpunkte gesetzt. Im Deutsch sind dies Textverstndnis, Rechtschreibung und Wortschatz. Dabei machen viele der Lernenden die Erfahrung, erstmals ein ganzes Buch zu lesen. Im Rechnen sind es Grundoperationen, Rechnen mit Mass-einheiten (Lngen, Gewicht, Zeit usw.), Dreisatz, Rechnen mit Brchen und Prozent, aber auch Fl-chen- und Volumenbe-

    rechnungen. Zur Allgemeinbil-

    Seit der Einfhrung der Praktischen Ausbildung PrA durch INSOS vor vier Jahren, bietet Brggli in zehn Berufsfeldern dieses Ausbildungsniveau an und fhrt im Center ASCOL eine interne Be-rufsschule. Bereichsleiter der Berufsschule und Lehrperson Erich Heule beantwortet Fragen zum Schulbetrieb. Als weitere Lehrperson unterrichtet Regula Ermatinger an zwei Tagen in der Woche PrA-Lernende. Derzeit werden sieben Klassen mit insgesamt 43 Lernenden unterrichtet.

    Welche Ziele verfolgt die Berufsschule fr Lernende der Praktischen Ausbildung PrA?Erich Heule: Zuoberst steht die Frderung der Lernenden, damit sie verantwortungsbewusst und leistungsorientiert arbeiten knnen. Zugleich werden die Jugendlichen in der internen Berufsschule auf eine Ttigkeit im freien oder geschtzten Arbeitsmarkt vor-bereitet.

    dung gehren Themen wie Staat und Gesellschaft, Finanzen und Versicherungen sowie der Umgang mit persnlichen Fhigkeiten und Kompetenzen, zum Beispiel fr Vorstellungsgesprche. Wir legen Wert darauf, dass wir Bezug herstellen mit Bei-spielen aus dem Alltag zuhause und in der Freizeit sowie aus der Arbeitspraxis.

    Wie arbeiten die Lehrpersonen in der inter-nen Berufsschule?Meist starten wir mit dem Klren von Vorwissen und Knnen. Wenn wir sehen, dass es dort keine grossen Hrden gibt, gehen wir schnell zu komple-xeren Aufgaben. Sind die Grundlagen aber sehr unsicher oder kaum vorhanden, setzen wir dort

    an, wo die Lernenden stehen. Mit ihrem Wissensstand und Knnen bestimmen sie wesentlich das Ar-beitstempo. In erster

    Linie aber wollen wir negative Glaubensstze wie Das lerne ich nie oder Das konnte ich noch nie usw. auslschen und Vertrauen in das eigene Knnen aufbauen. Dazu werden, oft aus Alltagssituationen, einzelne Lernstrategien oder das Verhalten in gewissen Situationen reflek-tiert und gemeinsam Wege und Mglichkeiten fr eine Vernderung gesucht. Alle knnen aus ihren Erfahrungen etwas beitragen.

    Welche Voraussetzungen braucht eine Lehr-person fr die Arbeit mit PrA-Lernenden?An erster Stelle steht die Freude an der Arbeit mit jungen Menschen. Dann ist es wichtig, dass den Lernenden Mglichkeiten geschaffen werden, dass sie aus ihrer Situation heraus erfolgreich sein knnen. Wir sind gemeinsam mit den Lernen-den als Begleiter, Trainer und Coach unterwegs und sind berzeugt, dass Vernderungen mglich sind. Es braucht Einfhlungsvermgen, man muss gut hinhren, um zu verstehen, was den Lernen-den im Weg steht.

    Welche Ausbildungen haben Sie, Herr Heu-le, und Regula Ermatinger?Regula Ermatinger ist gelernte und erfahrene Pdagogin und bringt verschiedene Erfahrungen aus der Jugend- und Schulsozialarbeit sowie aus einer psychologischen Zusatzausbildung mit. Sie unterrichtet zwei Tage an der Berufsfachschule Winterthur lernende Fachpersonen Betreuung mit Fachrichtung Kinderbetreuung. Ich habe Berufs-ausbildungen als Drucker, Psychiatriepfleger und Arbeitsagoge und eine Zusatzausbildung als Er-wachsenenbildner. Aus diesen Berufsfeldern brin-ge ich Erfahrungen als Berufsbildner, Ausbildungs-verantwortlicher und Kursleiter sowie aus ber 30

    An erster Stelle steht die Freude an der Arbeit mit

    jungen Menschen.

    Jahren Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit.

    Wie gehen Sie auf die sehr verschiedenen Frderansprche ein?Die Lernenden werden nach Einstufungstest im Deutsch und Rechnen in entsprechende Klassen eingeteilt. Da wir mit sechs bis sieben Lernenden pro Klasse arbeiten, ist individuelle Frderung weitgehend mglich. Vielfach werden unsere Unterrichtsvorbereitungen von unerwarteten Fragen oder Zwischen-fllen gekreuzt, und wir reagieren dann meist mit Anpassung oder Aufnahme eines Themas am nchsten Schultag.

    Mit welchen Schwierigkeiten sind Sie in der Berufsschule konfrontiert?Wir treffen vielfach auf Lernschwierigkeiten, Ent-wicklungsdefizite, mangelnde sprachliche Fhig-keiten und Verhaltensaufflligkeiten, welche sich oft in Konzentrationsschwche, Ablenkbarkeit, Motivationsmangel, Angst, Fehler zu machen oder zu versagen, Unruhe usw. auswirken.

    Wie gelingt es, dass Schler pltzlich den Dreisatz knnen, den sie bisher nie verstan-den haben?Wir mssen den Lernenden glaubhaft machen, dass wir es ihnen zutrauen und sie es schaffen knnen. Dann mssen wir beharrlich und geduldig sein, wiederholen, ben, ben, ben. Und ben kann man erst, wenn man etwas begriffen hat. Natrlich ist entscheidend, dass die Lernenden

    sich selber auch Zeit geben und wirklich arbeiten. Der Wille zur Vernderung reicht nicht, zur Umset-zung braucht es Taten.

    Gibt es auch Tests und Noten?Ja, jedes behandelte Thema wird getestet und mit Noten bewertet. Die Lernenden bekommen semesterweise ein Zeugnis. Wir haben die Erfah-rung gemacht, dass die Lernenden Noten wollen, weil sie mit anderen Lernenden aus ffentlichen Berufsfachschulen gleichgestellt sein wollen. Wir

    mssen aber immer darauf hinweis