«unterwegs» - Nr. 32

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Mitarbeiter- und Kundenmagazin von Brüggli

Text of «unterwegs» - Nr. 32

  • Die Mitarbeiter- & Kundenzeitschrift von Brggli Ausgabe Nummer 32, November 2014

    www.unterwegs.brueggli.ch

    unterwegsCampus+Das neue Wohnhaus lebt:Wie luft der 24-Stunden-Betrieb?

    IndustrieRecycling zum Umhngen:Aus Warnwesten werden Taschen.14 26 34

    Ttowierungen Symbole auf der Haut, meist fr immer: Was ist der Reiz daran?

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  • Impressum

    Idee, Konzept, Redaktion : Michael Haller

    Mitarbeit : Predrag Jurisic, Daniel Kppel

    Layout-Konzept, Satz: Regina Furger

    Bild : Regina Furger, Mirjam Rickenbach, Kevin Graber

    Titelbild : Arrangiert von Regina Furger mit einem Bild

    von Roger Nigg

    Fotos : Fotostudio Bhler, Shutterstock und Private

    Druck, Auflage : Brggli Medien, 2500 Ex.

    Herausgeber : Brggli, 8590 Romanshorn

    www.brueggli.ch, www.unterwegs.brueggli.ch

    Erffnung Campus+Vollendet, mit Leben gefllt und eingeweiht: Das Wohnhaus Campus+ ist ein weiterer Meilen-stein fr Brggli. Wie kommen die Leitenden mit dem 24-Stunden-Betrieb zurecht? Wie gefllt's den jungen Bewohnerinnen und Bewohnern? Und was hat es mit dem Fotoprojekt Romans- horner Perspektiven auf sich?

    10-21

    Recycling zum Umhngen Unter die Haut26 34

    Die Lern-Zukunft liegt im Spiel

    Partnerschaft am Beispiel der Ostschweiz Druck AG

    Nachgefragt: Was tun Sie fr Ihren Frieden?

    Brgglianer: 10 Fragen an

    Sozialbegleiter im Einsatz

    Den Pilzen auf der Spur

    Information = Motivation

    Mit Hoffnung nach Gambia

    Verlosung: Ihre Illustration

    Unser tglich Fleisch

    Humor fr die Hausapotheke

    Andreas, der Lebensmeisterer

    Auch das noch: Das Announcement

    Dies & Das

    Unser Partner: Genossenschaft Kornhaus

    Rtsel: Wer findet die fnf Unterschiede?

    Jubilarinnen und Jubilare

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    Inhalt

  • Das ist Musik, endlich. Zwischen dem Geschwtz, dem Werbebrei und den Staumeldungen spielt das Radio Purple Rain von Prince. Der Refrain hat zum zweiten Mal den Raum gefl utet, das Gitarrensolo kndigt sich an. Rasch das Volumen aufgedreht, voller Vorfreude, auf dass der purpurne Regen und die wimmernde Gitarre dich mit den Widersprchen des Alltags vershnen mgen.

    Aber da kommt nichts. Und nichts ist viel. Noch mehr Geschwtz nmlich. Die Moderatorin hat das Lied abgedreht, einfach so, mittendrin, um wieder aufgesetzt-frhlich zu plappern. Junge Frau, was tun Sie da? Sie haben ein Meisterstck abgewrgt. Aus, vorbei, bevor es richtig angefangen hat.

    Purple Rain erschliesst sich einem erst, wenn man es ganz gehrt hat. Das Gitarrensolo ist das grosse Finale, wo sich eins zum andern fgt und Gi-tarrenfreunde feuchte Augen bekommen. Man stel-le sich einen Film vor, einen richtig guten, der be-endet wird, bevor die Geschichte zu Ende ist, oder ein spannendes Buch, in dem dir kurzerhand die alles erklrende Aufl sung vorenthalten wird, oder

    eine Bergwanderung, auf der man wenige Schritte vor dem grossen Aussichtsplateau zur Umkehr ge-zwungen wird. Genau: Der Weg ist nicht das Ziel.

    Es ist erst vorbei, wenns vorbei ist. Und erst die ganzheitliche Betrachtung lsst uns das gesamte Stck verstehen. Bei Brggli gilt das auch in der Betreuung junger Berufsleute, die ber den Be-rufsalltag hinaus auf ein gutes Umfeld angewiesen sind. Dieses unterwegs ist Campus+ gewidmet, der Einweihungsfeier, der Architektur, dem Leben in den neuen lichtdurchfl uteten Gemuern. Es er-zhlt von Leuten, die zuhren knnen; es versucht Anfang und Ende zu beleuchten, und es hat wie im-mer den Anspruch, Ihnen mehr als nur Geschwtz aufzutischen.

    Michael Haller

    Leiter Unternehmenskommunikation

    Editorial

    Unterwegs fr das ganze Stck

    PS: unterwegs hat eine Auffrischung erfahren: mehr Gliederung, mehr Leserfhrung, noch mehr Vielfalt statt Einfalt. Es freut mich, wenn es Sie freut.

    Brgglis Mitarbeiter- und Kundenmagazin

    gewinnt eine weitere Auszeichnung: diesmal

    eine Silberne Feder in der Kategorie Betriebs-

    journalistische Texte, ver-liehen vom Schweizerischen

    Verband fr interne Kom-munikation (SVIK). Er wrdigt

    und Kundenmagazin gewinnt eine weitere

    Auszeichnung: diesmal eine Silberne Feder in

    der Kategorie Betriebs-journalistische Texte, ver-

    liehen vom Schweizerischen Verband fr interne Kom-

    munikation (SVIK). Er wrdigt

    die Titelgeschichte unserer letzten Ausgabe: Vom Kampftrinker zum Kampfknstler. Brggli ist mit dieser Auszeichnung in bester Gesellschaft, auf Platz 2 zwischen Novartis und Credit Suisse.

    Es ist die dritte Auszeichnung in Folge fr unter-wegs und Brggli: 2011 verlieh uns der SVIK eine Goldene Feder fr das Magazin insgesamt. Und 2013 konnten wir eine Silberne Feder in der Kate-gorie Konzepte und Strategien entgegen nehmen.

    unterwegs in Ehren

    unterwegs 1114 | 3

  • Lernen

    Die Lern-Zukunft liegt im SpielWer kennt das nicht: Lernfrust statt Lernlust. Und das, obschon in allenMenschen ein innerer Spieltrieb mit einer gesunden Portion Neugier steckt. Genau diese Begebenheit macht sich das Lernen der Zukunft zu Eigen.

    Die Rede ist von Gamifi cation, der Art und Weise, spielfremde, theoretische oder komplexe Arbeits-felder und Problemlsungsprozesse spielerisch an-zugehen. Das Ziel solcher Spiele ist es, die Teilneh-menden lnger an einen Denk- oder Probleml-sungsprozess zu binden, sie zu motivieren und zu belohnen. Auf diese Weise kommen die Spielenden innert krzester Zeit zu kreativen Weiterentwicklun-gen. Dabei spielen der Erfahrungsaustausch und die Interaktion ebenfalls eine grosse Rolle zum Beispiel ber Ranglisten, Vergleichsmglichkeiten oder ber ein Quiz.

    Von Medizin bis WerbungGamifi cation ist im Alltag bereits angekommen ob in der Medizin oder in der Werbung: Whrend Coca Cola zur Premiere von Skyfall eine James- Bond-Szenerie an einem Bahnhof ffentlich arran-giert und in Passanten den 007-Agenten entfesselt, hat die Medizin dank einem Spiel die Struktur von AIDS-Enzymen geknackt, indem das Spiel Foldit entwickelt wurde. Bei diesem Spiel gilt es, Enzyme mglichst gut zu falten so, wie sie in der Natur vorkommen. Innert weniger Wochen haben es Teil-

    nehmende von Foldit geschafft, das Rtsel zu l-sen, an dem sich die Medizin jahrelang die Zhne ausgebissen hatte. Und das anhand eines Spiels, das die Schwarmintelligenz der vielen Spielerinnen und Spieler genutzt hat.

    Ein Spiel fr den AusgangAuch das Bundesamt fr Gesundheit (BAG) und die Beratungsstelle fr Unfallverhtung (BfU) haben eine Game-App namens After Party entwickeln lassen, um Jugendliche im Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren. Das Spiel simuliert das Betrunken-sein nach dem Ausgang und fordert die Spielenden auf, auf dem Heimweg allen alkoholischen Ange-boten zu trotzen und parallel ein Quiz zu lsen. Zur Motivation sind die Teilnehmenden miteinander ver-netzt und sehen in einer Rangliste, wer wie viele Punkte geholt hat.

    Verkanntes Potenzial Whrend in den USA und in Finnland Game Studies lngst etabliert sind, werden sie hierzulande noch zu wenig als Kunst-, Innovations- und Wirtschafts-zweig anerkannt hnlich wie die Filmindustrie

    frher. Dies mag in erster Linie daran liegen, dass Computerspiele allgemein auf das schlechte Image der Ballerspiele reduziert werden.

    Dabei ist das Potenzial bei sogenannten Serious Games also ernsthaften Spielen nicht zu unter-schtzen, wie das Beispiel von Foldit zeigt. Ihren Ursprung haben Serious Games im Flugsimulator, anhand dessen Pilotinnen und Piloten verschie-dene Flugsituationen grndlich lernen knnen. Die Anwendungsbereiche sind jedoch fr Serious Games oder Lernspiele keineswegs limitiert ob nun in der Jugend- und Erwachsenenbildung, im Gesundheitswesen und Sport oder in der Entwick-lung neuer Produkte fr den Markt.

    Erfolgreiches Lernen durch SpielenDas Wort fr Schule hiess in der rmischen An-tike ludus, was jedoch auch ffentliche Spiele, Schau- und Theaterspiele, Wettkmpfe, Spiel und Spass bedeutete. Das Spiel als Lern- und Erfah-rungsmethode ist also uralt. Trotzdem fi ndet in der modernen Bildungspraxis noch hufi g abstrakter und theoretischer Unterricht statt, der krftig an der

    pju. Begrndet wurde dieses pdagogische Bil-dungskonzept durch die italienische Medizinerin Maria Montessori. Das Konzept stellt primr die indi-viduellen Ressourcen sowie die Lernneugier eines Kindes in den Unterrichtsvordergrund, bei dem das Kind die Lerninhalte selbst bestimmt, die es in einer vorbereiteten Lernumgebung vorfi ndet. Nach einer

    Einfhrung durch die Lehrperson ist das Kind in der Lage, sich die Lernangebote selbst anzueignen. Die Lehrperson bernimmt dabei eine Coachingfunkti-on und untersttzt das Kind anhand von Beobach-tungen und geeigneten didaktischen Lernhilfen auf dem Weg des Entdeckens getreu dem Leitsatz Hilf mir, es selbst zu tun.

    Montessori-MethodeWeitere Infos zur Montessori-Pdagogik: Assoziation Montessori Schweiz / http://www.montessori-ams.ch

  • Lernmotivation mancher Schlerinnen und Sch-lern nagt.

    Doch es gibt auch alternative Lehrmethoden wie z.B. das Rollenspielkonzept des dnischen Internats sterskov Efterskole, in welchem die Lehrpersonen bestimmte Rollen einnehmen und dadurch mit den Klassen in eine Welt der Erfahrung und Interaktion eintauchen, um ein Thema zu erarbeiten sei das ein Dialog ber die Schwerkraft mit dem Matheleh-rer in der Rolle des Archimedes oder ein Interview auf Deutsch mit einer RAF-Terroristin, die von der Deutschlehrerin gespielt wird (mehr Infos zu dieser Schule unter zeit.de, Stichwort sterskov Efterskole).

    Unkonventionell erfolgreichDass ressourcenorientierte, spielerische und expe-rimentelle Methoden wie die Montessori-Methode (s. Kstchen) erfolgreiche und innovative Per-snlichkeiten hervorbringen, beweisen die beiden Google-Grnder Sergey Brin und Larry P