VIII. Christliche Sozialethik als Naturrechtsethik

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Text of VIII. Christliche Sozialethik als Naturrechtsethik

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  • VIII. Christliche Sozialethik als Naturrechtsethik
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  • 1. Pluralisierung Christlicher Sozialethik Impulse des 2. Vatikanum Ausshnung mit der modernen Welt Erforschung der Zeichen der Zeit Betonung des biblisch- theologischen Fundaments gegenber dem neuscholastischen Naturrecht Wende zu den Menschenrechten
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  • Pluralisierung Christlicher Sozialethik Hermann-Josef Wallraff SJ: Christliche Soziallehre als Gefge offener Stze (1965) Wilhelm Dreier: Christliche Sozialethik als eine Wissenschaft, die von den Zeichen der Zeit ausgeht und diese in einem interdisziplinren Zusammenhang ethisch reflektiert (70er Jahre) Anerkennung der Pluralitt auch im universalkirchlichen Lehramt: Kongregation ber die Glaubenslehre 1986: Libertatis conscientia
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  • 1. Pluralisierung Christlicher Sozialethik Die soziale Unterweisung der Kirche ist entstanden aus der Begegnung der Botschaft des Evangeliums und ihren Forderungen, wie sie im Hauptgebot der Gottes- und Nchstenliebe und der Gerechtigkeit zusammengefasst sind, mit den Problemen, die sich aus dem Leben der Gesellschaft ergeben. Indem man sich der Schtze der Weisheit und der Humanwissenschaften bediente, bildete sich so etwas wie eine Lehre, die den ethischen Aspekt jenes Lebens betrifft[...]. Da diese Weisung wesentlich auf das Handeln ausgerichtet ist, entwickelt sie sich entsprechend den wechselnden Umstnden der Geschichte (Nr.72)
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  • 1. Pluralisierung Christlicher Sozialethik Jahrbuch fr Christliche Sozialwissenschaften Band 43 (2002): Gesellschaft begreifen - Gesellschaft gestalten. Konzeptionen Christlicher Sozialethik im Dialog.
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  • 2. Christliche Sozialethik als Naturrechtsethik: Die Konzeption Arno Anzenbachers Arno Anzenbacher geb. 1940 Philosoph und Theologe Prof. em. fr Christliche Anthropologie und Sozialethik in Mainz
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  • 2. Christliche Sozialethik als Naturrechtsethik: Die Konzeption Arno Anzenbachers Grundanliegen aller Naturrechtstheorien: Ethischer Rekurs auf das Wesen und die Bestimmung des Menschen, um Fragen von Recht und Gerechtigkeit zu beantworten Integration des klassischen Naturrechts von Aristoteles und Thomas von Aquin mit dem neuzeitlichen Naturrecht Kants
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  • 2. Christliche Sozialethik als Naturrechtsethik: Die Konzeption Arno Anzenbachers Kritische Aneignung der Prinzipientraktate von Personalitt, Solidaritt und Subsidiaritt Bezugnahme auf kirchliche Stellungnahmen als Artikulation des sozialen Ethos der Kirche Konvergenzen und Divergenzen zu den Modernittsdiskursen der Gegenwart
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  • 3. Personalitt und Menschenrechte Mit dem Personsein des Menschen sind Grundbedingungen seiner Existenz verbunden Krperliche Integritt, Erfllung von Grundbedrfnissen etc. Das Personsein des Menschen ist nur mit anderen zu verwirklichen Menschenrechte: Jene Rechte, die sich die Menschen gegenseitig einrumen mssen, um ihr Personsein zu realisieren
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  • 4. Personalitt und die Entfaltung der Menschenrechte Die in den elementaren Bedingungen des Personseins verankerten Menschenrechte haben eine dreifache Ausfaltung erfahren: (1.) Die Freiheitsrechte als Abwehrrechte gegenber dem Staat und gesellschaftlichen Akteuren
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  • 4. Personalitt und die Entfaltung der Menschenrechte (2.) Politische Partizipa- tionsrechte als aktive Rechte
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  • 4. Personalitt und die Entfaltung der Menschenrechte (3.) Soziale Menschenrechte als Bedingung der chancengleichen Inanspruchnahme der Freiheits- und Brgerrechte
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  • 5. Soziale Gerechtigkeit als Leitprinzip Christlicher Sozialethik Soziale Gerechtigkeit als bergeordnetes Leitbild gegenber den klassischen Unterscheidungen Soziale Gerechtigkeit ist jene umfassende Gerechtigkeit, die am Gemeinwohl Ma nimmt Soziale Gerechtigeit setzt sich aus vier Teilgerechtigkeiten zusammen
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  • 5. Soziale Gerechtigkeit als Leitprinzip Christlicher Sozialethik (1.) Tauschgerechtigkeit iustitia commutativa Faire Vertrags- und Austauschbeziehungen Respekt vor der gleichen Menschenwrde jeder Einzelperson als Grundlage
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  • 5. Soziale Gerechtigkeit als Leitprinzip Christlicher Sozialethik (2.) Beteiligungsgerechtigkeit iustitia contributiva Teilhabe am gesellschaftlichen Leben Aktive und produktive Beteiligung am Leben der Gesellschaft Pflicht des einzelnen wie der Gesellschaft
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  • 5. Soziale Gerechtigkeit als Leitprinzip Christlicher Sozialethik (3.) Verteilungsgerechtigkeit iustitia distributiva Im Vordergrund steht die Frage, wie sich die reale Verteilung von Einkommen, Vermgen und Macht in der Gesellschaft auf diejenigen auswirkt, deren materiellen Bedrfnisse nicht oder nur mangelhaft befriedigt werden
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  • 5. Soziale Gerechtigkeit als Leitprinzip Christlicher Sozialethik (3.) Verteilungsgerechtigkeit iustitia distributiva Gerechte Chancenverteilung Leistungsgerechtigkeit Bedarfsgerechtigkeit Generationengerechtigkeit (Zeitdimension)
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  • 5. Soziale Gerechtigkeit als Leitprinzip Christlicher Sozialethik (4.) Verfahrensgerechtigkeit iustitia legalis Gleichheit vor dem Gesetz Unparteilichkeit der Gerichte Fairness in der Rechtsfindung und Rechtsvollzug Gerechtigkeit in den verfahrensrechtlichen Prozeduren
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  • 6. Gerechtigkeit und Konzeptionen guten Lebens Drei essentials fr die Christliche Sozialethik (1.) Umgreifender Horizont guten Lebens Die Unterscheidung von Fragen der Gerechtigkeit und des guten Lebens mssen in einem umgreifenden Horizont des guten Lebens eingebettet sein. Grundlage dafr bildet eine weltanschaulich- religis bestimmte Vorstellung vom Menschen und seiner Bestimmung
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  • 6. Gerechtigkeit und Konzeptionen guten Lebens Drei essentials fr die Christliche Sozialethik (2.) Konzeptionen guten Lebens Konzeptionen guten Lebens bleiben in modernen Gesellschaften kontrovers Ohne ein gemeinsame, zumindest schwache Konzeption guten Lebens kommen auch moderne Gesellschaften nicht aus
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  • 6. Gerechtigkeit und Konzeptionen guten Lebens Drei essentials fr die Christliche Sozialethik (3.) Aufgabe Christlicher Sozialethik Frage nach der Gerechtigkeit der Institutionen stellen Biblische Gewissheiten und Motive als Grundlage Entwicklung einer Konzeption des Guten auf der Grundlage des christlichen Vorverstndnisses vom Menschen