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GLIEDERUNG GRUNDBEGRIFFE DER MEDIZIN PRINZIPIEN DER ERNÄHRUNG A ÖSOPHAGUS Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Symptome Erkrankungen: I ACHALASIE II DIVERTIKEL III REFLUXKRANKHEIT IV ÖSOPHAGUSKARZINOM V ÖSOPHAGUSVARIZEN B MAGEN Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Symptome Erkrankungen: I GASTRITIS II ULKUSKRANKHEIT III MAGENKARZINOM IV FUNKTIONELLE MAGEN-DARMSTÖRUNGEN (Dyspepsie, Colon irritabile) Stellungnahme zu „alternativen Heilmethoden“ Grundlagen der (Eingeweide-) Viszeralmedizin Anhang: chirurgische Endoprothetik C DARM Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Symptome Symptomatische Behandlung von Darmerkrankungen VORLESUNG GASTROENTEROLOGIE

VORLESUNG GASTROENTEROLOGIE - fb06.uni-mainz.de · und/oder Duodenum Unterscheide Ulkus - Erosion Ursache: Missverhältnis von aggressiven zu protektiven Schleimhautfaktoren Chronische

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GLIEDERUNG

GRUNDBEGRIFFE DER MEDIZIN

PRINZIPIEN DER ERNHRUNG

A SOPHAGUS

Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Symptome

Erkrankungen: I ACHALASIE

II DIVERTIKEL

III REFLUXKRANKHEIT

IV SOPHAGUSKARZINOM

V SOPHAGUSVARIZEN

B MAGEN

Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Symptome

Erkrankungen: I GASTRITIS

II ULKUSKRANKHEIT

III MAGENKARZINOM

IV FUNKTIONELLE MAGEN-DARMSTRUNGEN

(Dyspepsie, Colon irritabile)

Stellungnahme zu alternativen Heilmethoden

Grundlagen der (Eingeweide-) Viszeralmedizin

Anhang: chirurgische Endoprothetik

C DARM

Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Symptome

Symptomatische Behandlung von Darmerkrankungen

VORLESUNG GASTROENTEROLOGIE

Erkrankungen: I Chronisch entzndliche Darmerkrankungen

II Appendizitis

III Kolontumoren

1. Benigne Tumoren

2. Maligne Tumoren

IV Infektise Darmerkrankungen

D LEBER

Anatomie, Funktionen, Strukturen, Symptome und Befunde, Diagnostik

Erkrankungen: I Exogener Leberschaden

- Alkohol und Leber -

II Infektise Hepatitis

III Leberzirrhose

E GALLENBLASE UND GALLENWEGE

Anatomie, Physiologie, Symptome, Diagnostik

Erkrankungen: I Gallensteinleiden

II Gallenblasentumoren

F PANKREAS

Anatomie, Physiologie, Symptome, Diagnostik

Erkrankungen: I Pankreatitis

II Pankreaskarzinom

Anatomie: Wissenschaft vom Bau des menschlichen

Organismus und von der Struktur der Organe,

Gewebe, Zellen und Organellen

Pathologie: Lehre von den bei Krankheiten

(pathologische auftretenden morphologisch fassbaren

Anatomie) Vernderungen

Physiologie: Wissenschaft der normalen Lebensvorgnge

und -uerungen (Funktion) des Menschen

Pathophysiologie: Lehre von den Strungen der Funktion des

menschlichen Lebens

Gesundheit: Zustand vlligen krperlichen, seelischen und

sozialen Wohlbefindens (WHO)

tiologie: Ursachen von Erkrankungen (endogen/exogen),

entweder monokausal oder multikausal hervorge-

rufen

Risikofaktoren: Merkmale, die im Zusammenhang mit bestimmten

Erkrankungen gehuft beobachtet werden (d. h.

Indikatoren erhhter Erkrankungswahrscheinlichkeit)

Pathogenese: Entstehungsprozess und Ablauf einer Erkrankung mit

den daraus entstehenden strukturellen und funktio-

nellen Vernderungen an Organen und Organ-

systemen

Grundbegriffe der Medizin

Krankheitsausgnge:

Restitutio ad inte- Vollstndige Wiederherstellung von Struktur und

grum (Heilung): Funktion des erkrankten Organismus

Defektheilung: Bleibende strukturelle oder funktionelle Vernde-

rung von Organen (Narben, Strikturen, Versteifungen,

Hospitalismus)

Letaler Ausgang: berschreiten der Regulations- und Adaptations-

mglichkeiten des Organismus durch krankheits-

bedingte Strungen

Tod: Irreversibles Versagen aller lebenserhaltenden

Funktionen

Zweiterkrankung: Krankheit, die nach Defektheilung oder chro-

nischer Schdigung von Organen auftritt

Apoptose: Physiologischer oder programmierter Zelltod.

Der aktive Prozess des Zelluntergangs wird durch

exogene oder endogene Faktoren angestoen

und reguliert die Gewebehomostase

Ziel einer optimalen Ernhrung ist die ausreichende Versorgung des Organismus mit Vitaminen,

Mineralstoffen und Spurenelementen zum Erhalt oder zur Wiederherstellung der

Organfunktionen.

Das Lebensmittelangebot lt sich in 7 Gruppen einteilen:

1) Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln

2) Gemse und Hlsenfrchte

3) Obst

4) Getrnke

5) Milch und Milchprodukte

6) Fisch, Fleisch und Eier

7) Fette und le

Bei richtiger Auswahl der Lebensmittel aus allen 7 Zielgruppen ist eine ausgewogene und

vollwertige Ernhrung gewhrleistet.

Grundbegriffe der Ernhrungslehre:

Grundumsatz Energieverbrauch des Menschen bei vollstndiger krperlicher

Ruhe

Erhaltungsbedarf Energiemenge, die fr die Nahrungsaufnahme, Verdauungsttigkeit

und Gewebereparatur bentigt wird

Leistungsbedarf Energie, die fr die krperliche Aktivitt sowie fr besondere

physiologische Leistungen wie Wachstum und Schwangerschaft

erforderlich ist

Ballaststoffe Strukturbestandteile von Pflanzen, die im Darm des Menschen

PRINZIPIEN DER ERNHRUNG

durch krpereigene Enzyme nicht gespalten werden knnen

Durch ihre Fhigkeit zur Quellung frdern sie die Darmttigkeit

und beugen durch Absorption von Schadstoffen dem Dickdarm-

krebs vor

Essentielle Nhrstoffe Nahrungsbestandteile, die vom Krper nicht gebildet werden

knnen und deshalb exogen zugefhrt werden mssen, um

Mangelerscheinungen zu verhindern (z. B. Vitamine)

Die derzeit gltigen Regeln der Deutschen Gesellschaft fr Ernhrung (DGE) lauten:

1) Vielseitig aber nicht zu viel

2) Mehr Vollkornprodukte, reichlich frisches Obst, Gemse und Kartoffeln

3) Sparsam bei Fett, Zucker und Salz

4) Trinken mit Verstand:

Der Krper bentigt etwa 2 Liter Wasser pro Tag

5) Garen Sie Ihre Speisen kurz mit wenig Wasser und wenig Fett

Die Energiezufuhr erfolgt in Form von Kohlehydraten, Fett und Eiwei (Energietrger). Der

Energieverbrauch dient Vitalfunktionen, Bewegung und Wrmeproduktion. Nicht verbrauchte

Energie wird als Fett gespeichert.

SOPHAGUS

Anatomie: Lage (Der sophagusmund ist von der Zahnreihe

15 cm, der Luftrhrenaufzweigung 25 cm und dem

Mageneingang 40 cm entfernt), Lnge (25 cm) ,

physiologische Engen, Wandaufbau, Druckverhltnisse

(20 - 35 mm Hg im unteren sophagussphinkter)

Physiologie: Funktion als Transportorgan

Diagnostische

Methoden: Endoskopie (sophagoskopie)

Manometrie

Endosonographie

pH-Metrie

Szintigraphie

Biopsie

Selten: Kontrastmittel-Rntgenaufnahme (Breischluck)

Symptome bei Schluckstrung = Dysphagie

sophagus- Schluckschmerz = Odynophagie

erkrankungen: Brennen hinter dem Brustbein (retrosternal)

Sodbrennen

Aufstoen

Schluckauf = Singultus

Zurckflieen von Speisebrei = Regurgitieren

SOPHAGUSERKRANKUNGEN

I. ACHALASIE

Definition: Abnorme, nicht propulsive Peristaltik und fehlende

ffnung des unteren sophagussphinkter durch

Unfhigkeit, beim Schluckakt adquat zu er-

schlaffen

Ursache: Unbekannt

Symptome: Dysphagie

Regurgitation

Diagnose: Rntgen

Endoskopie

Manometrie

Therapie: Pneumatische Dilatation

Operation (Durchtrennung der Ringmuskulatur)

(Medikamente)

II. DIVERTIKEL

Definition: Ausbuchtung aller sophagus-Wandschichten,

meist nach vorausgegangener Schdigung

Ursache: Verletzungen

Entzndungen (sophaguswand oder umgebende

Strukturen)

Symptome: Druck- und Fremdkrpergefhl nach dem Essen

Husten und Schluckstrungen, vor allem nach

flssiger Nahrungsaufnahme

Diagnose: Rntgen

Endoskopie

Therapie: Operation bei Beschwerden

III. REFLUXKRANKHEIT (Gastro-sophageale Reflux-Erkrankung = GERD)

Definition: Zurckflieen von saurem Magensaft in die

Speiserhre mit Beschwerden

Ursache: Hiatushernie = Ausstlpung des Magens oder

hochgezogener Magen in den Brustraum

Symptome: Regurgitation

Retrosternales Brennen

Sodbrennen

Diagnose: Endoskopie

Biopsie

Im Einzelfall: Kurzzeitmanometrie

Langzeit-pH-Metrie

Stadieneinteilung nach der Los Angeles-Klassifikation:

Einfach, international verbreitet, durch Leitlinie empfohlen: Stadium A: Nicht-konfluierende Erosionen < 5 mm

Stadium B: Wie A, aber Erosionen 5 mm

Stadium C: Konfluierende Erosionen bis < 75 % der Zirkumferenz

Stadium D: Konfluierende Erosionen 75 % der Zirkumferenz

Komplikation: Barrett-sophagus (Metaplasie)

Schleimhautdysplasie (intraepitheliale Neoplasie)

sophagus-Karzinom

Therapie: Allgemeine Manahmen (Schlafen mit erhhtem Ober-

krper)

Medikamente (Surehemmung)

Operation bei Therapieresistenz - Komplikationen

IV. SOPHAGUSKARZINOM

Definition: Bsartiger Tumor durch Entartung der Zellen

des sophagusepithels

Ursache: Alkohol, Nikotin, Nitrosamine, Reflux, Stase

Symptome: Keine !

Dysphagie

Regurgitation

Diagnose: Endoskopie

Biopsie

Rntgen

Endosonographie

Therapie: Radikaloperation

Strahlentherapie

Laser

Tubusimplantation

Stentimplantation

Ausblick: Photodynamische Therapie und

endoskopische Mukosaresektion bei

schweren Dysplasien und Frhkarzinomen

V. SOPHAGUSVARIZEN

Definition: Krampfadern der Speiserhre durch Drucksteige-

rung im vensen Abflusssystem

Ursache: Leberzirrhose mit Pfortaderhochdruck

Verschluss der Lebervenen

Symptome: Bluterbrechen (hellrot) = Hmatemesis

Nachgewiesene Erkrankungen (siehe Ursache !)

Diagnose: Endoskopie

Rntgen

Therapie: Verdung, Gummibandligaturen

Ballontamponade

Operation (Kurzschluss = Shunt)

TIPS (transjugulrer intrahepatischer porto-

systemischer Shunt)

MAGEN

Anatomie: Teile, Wandaufbau, vegetative Versorgung

Physiologie: Sure = Belegzellen

Schleim = Nebenzellen

Pepsin = Hauptzellen

Hormone = Enteroendokrine Zellen

Der Magen hat Reservoirfunktion

Diagnostische Endoskopie

Methoden: Biopsie

Magensaftuntersuchung

Hormonbestimmung

Symptome Nahrungsabhngiger Oberbauchschmerz

bei Magen- Nahrungsunvertrglichkeit

erkrankungen: belkeit, Erbrechen

Vllegefhl

MAGENERKRANKUNGEN

I. GASTRITIS

Definition: Magenschleimhautentzndung

Ursache: Alkohol, Medikamente

Autoantikrper

Bakterien (Helicobacter pylori)

Galliger Reflux (?)

Symptome: Bauchschmerzen

Vllegefhl

belkeit, Erbrechen (mit Blut)

Keine ? !

Diagnose: Endoskopie

Biopsie

Nachweis von Bakterien

Bestimmung von Vitamin B12

Therapie: Ausschaltung der Noxe

Vitamin B12

Antibiotika

Motilittswirksame Pharmaka

II. ULKUSKRANKHEIT

Definition: Beschwerden durch umschriebene Substanz-

defekte im Bereich der Schleimhaut von Magen

und/oder Duodenum

Unterscheide Ulkus - Erosion

Ursache: Missverhltnis von aggressiven zu protektiven

Schleimhautfaktoren

Chronische Schleimhautschdigung durch

Medikamente

Zigarettenrauchen

Bakterielle Besiedelung (Helicobacter pylori !)

Genetische Disposition

Hormonberschuss (Gastrin, Histamin, Hyper-

parathyreoidismus, Cortison)

Symptome: Nahrungsabhngige Schmerzen

Komplikationen: Dauerschmerz

Erbrechen

Appetitlosigkeit

Anmie

Eine unbekannte Zahl von Ulkuserkrankungen machen

keine Beschwerden

Diagnose: Endoskopie

Biopsie

Rntgen

Magen pH-Untersuchung (berwachung des

Therapieerfolgs !)

Hormonbestimmung (Sonderflle)

Komplikationen: Blutung

Perforation

Penetration

Passagestrung

Maligne Entartung

Therapie:

1. Ziele: Rasche Beschwerdefreiheit

Ausheilung des Geschwrs

Rezidivverhtung

Organerhaltung

2. Methoden: nderung der Lebensweise

Medikamente:

- Suresekretionshemmer

- Sureneutralisation

- Schleimhautschutz

- Antibiotika bei nachgewiesenem Befall

mit H.p. (Eradikationstherapie)

Dit (individuelle Unvertrglichkeit)

Operation bei:

- Komplikationen

- Verdacht auf Krebs

Endoskopische Blutstillung durch:

- Clipping

- Unterspritzung

- Thermokoagulation der Blutungsquelle

- Elektrokoagulation

- Laserkoagulation

III. MAGENKARZINOM

Definition: Bsartiger Tumor, der von Zellen des Magenepithels ausgeht

Ursache : Karzinogene (Ru, Schwermetalle, S02, Benzypren,

Nitrosamine)

Erbfaktoren

Chronische Gastritis (Helicobacter pylori ?)

Hufigkeit nimmt deutlich ab !

Symptome:

frh: Unbehagen im Oberbauch

Man merkt, dass man einen Magen hat

Essen macht keinen Spa mehr (Fleisch und Wurst)

spt: Leistungsknick

Gewichtsabnahme

belkeit, Erbrechen

Diagnose: Endoskopie

Biopsie

Sonographie - Rntgen CT/MRT (Ausdehnung)

Therapie: - Radikal-Operation: totale Gastrektomie

- (Radio-) Chemotherapie

- Palliativ-Eingriffe

Merke: Eine alleinige Strahlentherapie ist wirkungslos!

IV. FUNKTIONELLE MAGEN-DARMSTRUNGEN

Definition: Beschwerden, die sich auf den Gastrointestinaltrakt

beziehen, ohne dass eine morphologisch fassbare

Erkrankung vorliegt.

Formen: - Funktionelle Dyspepsie

- Colon irritabile

Etwa ein Drittel der erwachsenen Bevlkerung westlicher Lnder leidet unter

funktionellen gastrointestinalen Beschwerden. Die Kosten durch hufige Arzt-

besuche, Medikamente sowie Arbeitsausflle sind enorm hoch.

Symptome: Befindlichkeitsstrungen mit Bauchschmerzen

und Blhungen

bei Dyspepsie: bei Colon irritabile:

Vorzeitiges Sttigungsgefhl Verstopfung

belkeit Durchfall

Brechreiz Gestrte Defkation

Pathophysiologie:

1) Strung der intestinalen Motilitt durch inadquate

Reaktion auf Nahrungsaufnahme oder psycho-

sozialen Stress

2) Strung der viszeralen Perzeption. Geringe Dehnungs-

reize der gastrointestinalen Hohlorgane verursachen

bereits qulende Symptome.

Diagnostik: Wesentliche Aufgabe der diagnostischen Evaluation bleibt

der Ausschluss einer organischen Erkrankung mit vertret-

barem Aufwand.

Gewichtsverlust, Erbrechen, Dysphagie, Blutverlust oder

Fieber sind Symptome, die ein organisches Leiden ver-

muten lassen mssen.

Differenzialdiagnose:

- Malabsorption (Strung der Nhrstoffaufnahme)

- Malassimilation (Strung der Nahrungsverwertung)

- Tumoren des Gastrointestinaltraktes

- Chronisch entzndliche Darmerkrankungen

- Ischmische Gastroenteropathien

- Psychiatrische Erkrankungen

- Endometriose (Dystope Uterusschleimhaut)

Therapie: In einem klrenden Gesprch sollte der Patient ber die

Harmlosigkeit der Strung informiert werden. Meist ist

eine spezifische Therapie nicht erforderlich. Bei Kranken

mit ausgeprgten, die Lebensqualitt einschrnkenden

Beschwerden, ist ein abgestuftes Vorgehen sinnvoll.

1.) Ernhrung

Dit

Meiden von Nahrungsmitteln, die Beschwerden aus-

lsen. Ausreichende Flssigkeitszufuhr (> 2 Liter/d).

Gemischte Vollwertkost.

2.) Medikamente

Ein berzeugender therapeutischer Effekt ist bisher nicht

nachzuweisen. Ein Versuch mit Spasmolytika ist gerecht-

fertigt. Substanzen mit Einfluss auf die gastrointestinale

Transitzeit knnen im Einzelfall lstige Symptome

(Diarrhoe, Obstipation) lindern. Bei Strungen ist ein

Therapieversuch mit Antidepressiva zu erwgen.

3.) Psychotherapie

Verschiedene Methoden sind bei motivierten Patienten

mit chronischen therapierefraktren Beschwerden ver-

fgbar, deren differenzierter Einsatz auch unter kono-

mischen Gesichtspunkten abgewogen werden muss

(Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Hypnose, Biofeedback).

Krebs ist eine Erkrankung teilungsfhiger Zellen und kommt dementsprechend nicht

nur bei Mensch und Tier, sondern auch bei Pflanzen vor.

Definition von Neoplasien (Krebserkrankungen):

Abnorme, funktionell nutzlose Gewebemasse, die durch eine autonome,

progressive und berschieende Proliferation krpereigener Zellen ent-

steht.

Charakteristika von Tumorzellen:

- Verlust der Fhigkeit zur Differenzierung

- Instabilitt des Chromosomensatzes

- Produktion abnormer Proteine (Tumormarker)

- nderung der Antigenitt der Zelloberflche

- Verlust der Eigenschaft zur Kontaktinhibition

Nomenklatur:

Aufgrund ihres biologischen Verhaltens (Dignitt) unterscheidet man

gutartige (benigne) und bsartige (maligne) Tumoren

Grundlagen der Tumormedizin (Onkologie)

Gutartige Tumoren weisen ein langsames, verdrngendes Wachstum auf.

Das umgebende Gewebe wird durch den Wachstumsdruck des Tumors geschdigt.

Bsartige Tumoren wachsen schnell und besitzen die Fhigkeit zum invasiven,

destruierenden und metastasierenden Wachstum.

Ziel der Tumordiagnostik ist es, jeden Tumor seinem Herkunftsgewebe zuzuordnen.

Dazu dienen zytologische, histologische (feingewebliche), histochemische und gene-

tische Untersuchungen.

Man unterscheidet grob orientierend epitheliale und mesenchymale Tumoren

sowie Tumoren des Nervensystems und der pigmentbildenden Zellen:

Gewebe Gutartige Tumoren Bsartige Tumoren

Muskulatur Myom Myosarkom

Bindegewebe Fibrom Fibrosarkom

Knochen Osteom Osteosarkom

Schleimhaut Adenom Adenokarzinom

Haut (Epithel) oder

Endothel innerer Papillom Papillres Karzinom

Organe (Plattenepithelkarzinom)

Pigmentbildende Nvus Malignes Melanom

Zellen

Auf eine Tumorerkrankung hinweisende Symptome sind:

- Gewichtsverlust von mehr als 10 % innerhalb von 4 Wochen

- Hufige Fieberschbe

- ber 3 Wochen andauernde Heiserkeit

- Anhaltende Dysphagie

- Pigmentverschiebungen an Warzen oder Naevi

- Blutungen oder Ausfluss aus Krperffnungen

- Knotenbildung oder Verhrtungen an der Krperoberflche

- Nicht heilende Wunden

Die Tumordiagnose setzt sich zusammen aus:

1.) Lokalisation des Primrtumors

2.) Histologischer Diagnose

3.) Tumor-Staging (Ausbreitungsgrad)

4.) Tumor-Grading (Differenzierungsgrad)

Der Erfolg einer Tumortherapie wird wie folgt beschrieben:

1.) Komplette Remission

d. h. Verschwinden aller Krankheitszeichen fr

mindestens vier Wochen

2.) Partielle Remission

d. h. Abnahme der Tumormasse um mindestens 50 % fr vier Wochen

3.) Kein Ansprechen (No change)

d. h. keine nderung der Krankheitszeichen,

Konstanz der Tumormasse

4.) Progression

d. h. Tumormassenzunahme um mindestens 25 %

oder Auftreten neuer Lsionen

Ziel der Tumortherapie ist die vollstndige Elimination der bsartigen Zellen im

Organismus durch:

- Radikaloperation (Tumorchirurgie)

- Bestrahlung

- Zytostatische Chemotherapie

- Immuntherapie

- Alternative Therapiemethoden

Ist eine Heilung nicht oder nicht mehr mglich, wird eine Palliation (Tumorreduktion,

Beseitigung qulender Symptome) angestrebt. Dabei spielt der Erhalt der Lebens-

qualitt des Kranken bei der Verfahrenswahl eine entscheidende Rolle.

Das Schicksal von Tumorpatienten wird durch die berlebensrate nach Therapie

quantifiziert. Nach einem Zeitraum von 2 - 10 Jahren (je nach Tumorart) ist der Tod

nur noch selten unmittelbare Folge eines Tumorleidens.

Carcinoma in situ Zhlt zu den Krebsvorstufen. Es handelt sich zyto-

logisch um einen bsartigen Tumor (Nachweis von

Krebszellen), histologisch finden sich keine Zeichen

bsartigen Wachstums (fehlende Invasivitt).

Mikrokarzinom Bsartiger epithelialer Tumor, der nur mikroskopisch

erfasst werden kann.

Frhkarzinom Maligne epitheliale Tumorformen des Gastrointestinal-

traktes, die auf die Schleimhaut (Mukosa) oder das

darunter liegende Bindegewebe (Submukosa) be-

schrnkt sind.

Metastasen Absiedlungen von malignen Neoplasien in anderen

Organen oder Krperhhlen. Die Ausbreitung erfolgt

lymphogen, hmatogen oder durch Kontakt mit dem

Tumorgewebe.

Karzinogene Substanzen, bei deren Kontakt mit dem Organismus

sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein bsartiger Tumor

entwickelt (aromatische Kohlenwasserstoffe, Nitroso-

verbindungen, Asbestfasern, Aflatoxin).

Onkogen Genetisches Material, das zur Tumorbildung fhrt

(Punktmutation, Translokation, virale 0.).

Prkanzerosen Erkrankungen, die mit einem statistisch erhhten

Entartungsrisiko einhergehen. Sie knnen genetisch

bedingt (z. B. Trisomie 21) oder erworben (z.B.

Colitis ulcerosa) sein.

Paraneoplasien Symptome und Befunde ungeklrter Pathogenese, die

bei einer Tumorerkrankung gehuft auftreten, aber

nicht durch direkte Einwirkung des Tumors oder seiner

Metastasen hervorgerufen werden.

Adjuvante Therapie Ausschaltung von disseminierten Tumorzellen und

Mikrometastasen nach vollstndiger Tumorresektion

(Ro -Resektion). Neoadjuvante Therapie Versuch des down staging durch properative

Tumorverkleinerung mittels Radio- und/oder

Chemotherapie

ALTERNATIVE HEILMETHODEN

Die gesundheitsfrdernden Leitbilder des Hippokrates

(Regelkreis aus sechs Ordnungsprinzipien)

Beherrschung der Gemtsbewegungen

Vernnftiger Umgang mit Speis und Trank

Geordneter Einsatz von Licht, Luft, Erde, Wrme und Klte

Regelmige Entschlackung des Krpers

Wechsel von Wachen und Schlafen

Rhythmik in Bewegung und Ruhe, sowie von Arbeit und Freizeit

Begriffsklrung:

Eine Definition der Weltgesundheitsorganisation lautet: Die Begriffe Alternativmedizin /Komple-

mentrmedizin (CAM) umfassen ein breites Spektrum von Heilmethoden, die nicht Teil der Tra-

dition des jeweiligen Landes sind und nicht in das dominierende Gesundheitssystem integriert

sind.

Neuere Anstze streben in einer Integrativen Medizin eine Zusammenarbeit von konventioneller

Medizin und Komplementrmedizin an. Je nach geistigem Hintergrund werden auch folgende

Begriffe verwendet, die teilweise nicht ganz treffend sind oder das Gesamt- gebiet nicht ganz

abdecken: Unkonventionelle Medizinische Richtungen (UMR), Erfahrungsheilkunde, Alternative

Heilmethoden, Sanfte Medizin, Ganzheitliche Medizin, biologische Medizin, traditionelle Medi-

zin, naturgeme Heilweisen, besondere Therapierich- tungen, nichtetablierte Medizin.

Merkmale ungeprfter Verfahren

Fehlender Wirksamkeitsnachweis durch prospektive Arzneimittelprfungen

Verwendung subjektiv interpretierter und/oder nicht reproduzierbarer Diagnoseverfahren

Bezug auf nach heutigem Kenntnisstand berholte Hypothesen

Gute Wirksamkeit nur in der Hand des Anwenders

Keine Trennung von Diagnostik und Therapie

Auch wenn das Interesse an alternativen Heilverfahren ungegebrochen ist: Die wenig-

sten dieser Therapien halten einer strengen wissenschaftlichen berprfung stand. Bei

25 bis 40 Prozent der untersuchten Methoden liegt nur ein Placeboeffekt vor. Das heit

in etwa: Eine Wirkung ist nicht auf die Methode selbst zurckzufhren, sondern auf an-

dere Einflsse whrend der Behandlung. Das kann eine entsprechende Erwartungshal-

tung sein oder die Hoffnung, dass es funktioniert. Als Placebos bezeichnet man in klini-

schen Studien Testsubstanzen ohne Wirkstoff.

Manche Verfahren jedoch sind gut erprobt und knnen die schulmedizinische Behand-

lung ergnzen wenn auch nicht ersetzen.

Zu den anerkannten und sinnvollen Verfahren gehren unter

anderem:

Atemtherapie

Klimatherapie

UV-Strahlentherapie

Balneotherapie (Heilbder)

Entspannungsmethoden und Psychotherapie

Ernhrungstherapie

Phytotherapie

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Akupunktur

Salzhaltige Lsung (Sole)

Als bislang nicht anerkannt gelten folgende Verfahren:

Homopathie Autohomologe Immuntherapie

Bioresonanztherapie Bachbltentherapie

Kinesiologie Sauerstoff-, Ozon- und Zelltherapie

Auslassdit Haarmineralstoffanalyse

Darmsanierung Irisdiagnostik

Elektroakupunktur Geistheilen

Pendeln Handauflegen

Eigenblut- und Eigenurintherapie

Homopathie?

Frage: unterdrckt die Schulmedizin gezielt die Homopathie?

Antwort: Das ist lcherlich. Welches Interesse sollten wir Akademiker

daran haben? Ich bin nur Befrworter einer guten Evidenz. Und wenn

die nicht da ist, sage ich das. Die Homopathen bedienen einen milliar-

denschweren Markt und haben ein eindeutiges Interesse, die Sache in

ein positives Licht zu stellen.

Sie behandeln meist Krankheiten, die von allein verschwinden. Wenn

der Schnupfen nach einer Woche verschwunden ist, brsten sie sich,

dass es ihr Mittelchen war. Dann gibt es noch den Plazebo-Effekt und

das statistische Phnomen der Regression zur Mitte. Patienten, die

einen Therapeuten aufsuchen, sind Ausreier vom Mittelwert. Bei vie-

len homopathisch ttigen rzten war im Studium mehr das Auswen-

diglernen als das Denken gefragt.

Prof. Dr. Edzard Ernst, Lehrstuhlinhaber fr Komplementrmedizin, Universitt Exeter

DARM

Anatomie: Teile:

- Dnndarm (Duodenum, Jejunum, Ileum)

- Dickdarm (Coecum, Aszendens, Transversum,

Deszendens, Sigma, Rektum)

Wandaufbau (Mukosa, Submukosa, Ring- und

Lngsmuskulatur, Serosa)

Die Oberflche des Darmes betrgt 300 m (vgl. Krper-

oberflche des Menschen 1,8 m). Im Lumen des Dick-

darmes sind ber 300 verschiedene Bakterienarten

vorhanden.

Physiologie: Funktion:

- Schutz des Organismus (darmassoziiertes lympha-

tisches Gewebe - GALT)

NB: MALT = mucosaassoziiertes lymphatisches Gewebe

- Digestion (Aufspaltung der Nahrungsbestandteile)

- Absorption (KH, EW, Fett, Vitamine, Wasser, Spuren-

elemente)

Diagnostische Die normale Stuhlmenge betrgt 100 - 200 g/d

Methoden: Stuhlanalysen (Aspekt, Mikroskopie, Zusammen-

setzung, Gewicht, Bakteriologie)

Verdauungs- und Resorptionstests

Endoskopie (Coloskopie, Duodenoskopie, Kapsel)

Biopsie

Rntgen: - Dnndarmdarstellung

- Kontrastmitteleinlauf

Symptome bei Durchfall = Diarrhoe

Darmerkran- Verstopfung = Opstipation

kungen: Blut im Stuhl = Hmatochezie

Gasbildung = Meteorismus

Koterbrechen = Miserere

SYMPTOMATISCHE BEHANDLUNG VON

DARMSTRUNGEN

Diarrhoe: Faserreiche Kost

Sphinktertraining

Medikamente (Verminderung der ins Darmlumen

sezernierten Wassermenge)

Obstipation: Ausreichende Flssigkeitszufuhr

Faserreiche Kost

Medikamente a) Quellmittel, die die Peristaltik anregen

mit reichlich Flssigkeit)

b) Abfhrmittel verhindern die Wasser-

aufnahme im Darm

Krperliche Bewegung

Meteorismus: Ausreichende krperliche Bewegung

Ernhrungsumstellung

Lokale Wrmeanwendung

Hmatochezie: Flssigkeits- und Elektrolytzufuhr

Ersatz von Blut (Erythrozyten und Plasma)

Blutstillung durch Unterspritzung oder Elektro-

koagulation

Entfernung des blutendem Darmabschnittes

durch Operation

Gezielte Behandlung der zugrunde liegenden

Erkrankung

CHRONISCH ENTZNDLICHE DARMERKRANKUNGEN

Definition: Vorwiegend jugendliche Erwachsene befallende,

chronische oder chron. rezidivierende Entzndung der

Dickdarmschleimhaut (Colitis ulcerosa) oder des

gesamten Magen-Darm-Traktes mit Tendenz zur

Diskontinuitt und Befall aller Wandschichten

(Morbus Crohn).

Ursache: Unbekannt

Pathogenese: 1.) Genetische Prdisposition und Umweltfaktoren

2.) Psychosoziale Faktoren

3.) Mikrobielle Agenzien

4.) Postulat: Viral ausgelste Vaskulitis

5.) Postulat: Pathologische Immunantwort mit

Durchbrechung von Supressormecha-

nismen

6.) Postulat: Pathologie der Zytokine

7.) Postulat: Schaden durch Stickstoffmonoxid und

freie Sauerstoffradikale

Symptome: Krankheitsgefhl (Inappetenz, Gewichtsabnahme,

(Fieber)

bei Colitis ulcerosa: bei Morbus Crohn:

Blutiger Stuhl Diarrhoe

eitrig-schleimig Abdominalschmerzen

Stuhlbeimengungen

Extraintestinale

Manifestationen: 1.) Arthropathie

2.) Kutane Manifestationen

3.) Okulre Manifestationen (Iridozyklitis)

Diagnostische Endoskopie

Methoden: Rntgendarstellung des Darmes

Entzndungszeichen im Blut

Komplikationen bei Colitis ulcerosa bei M. Crohn:

Blutung Fisteln

Perforation Abszesse

Toxisches Megacolon Stenosen

Entartung

Mae fr Krankheitsaktivitt, Prognose und Lebenserwartung sind so genannte

Aktivittsindizes.

Therapie: Dittherapie Ballaststoffarm, eu- bis hyperkalorisch

milcheiweifreier Versuch

Medikamente: 1.) Entzndungshemmend:

Cortison

Sulfasalazopyridin

5-Aminosalycylsure

2.) Immunsuppressiva

Operation: Bei konservativ nicht beherrschbaren

Komplikationen (Darmresektion,

ileoanaler Pouch, Strikturenplastik,

Fisteltherapie)

Begriffsdefinitionen:

Pouch: Nachbildung eines als Reservoir dienenden

Bauchorgans. Dabei werden mehrere Dnn-

darmschlingen seitlich miteinander vernht.

Toxisches Megakolon: Darmdistension und motilittsstrung durch

Invasion von Bakterien und Stoffwechsel-

produkten in die geschdigte Colonwand.

II. APPENDICITIS

Definition: Akute Entzndung des Wurmfortsatzes am Blinddarm

(Colon coecum)

Ursache: Koprostase

Reichtum an immunologisch aktivem Gewebe

Das Bauprinzip der Appendixwand und die Art der

Blutversorgung erklren den oft destruierenden Ablauf

der Entzndung

Symptome:

frh: Oberbauchschmerzen

Periumbilikale Schmerzen

24-48 Sd. Rechtsseitige Unterbauchschmerzen

je nach belkeit

Abwehr- Brechreiz

lage Temperaturerhhung (axillo-rectale Differenz)

spt: Lokale Abwehrspannung

Hohes Fieber

Darmlhmung

Schocksymptomatik

Differential- Meckelsches Divertikel (Ulcus, Entzndung

diagnose: oder Perforation)

Akute Gatroenteritis

Lymphadenitis mesenterialis

Akute Cholezystitis

Magenperforation

Schub eines Morbus Crohn

Ureterkoliken

Adnexitis

Darmtumoren

Schwangerschaft (und -erkrankungen)

Diagnostische Anamnese und krperliche Untersuchung

Methoden: Temperaturmessung

Kleines Blutbild (Leukozyten- und CRP-Erhhung)

Sonographie

Therapie: Appendektomie

III. KOLONTUMOREN

1. Benigne Tumoren = Gutartige Geschwulstbildungen

im Dickdarm

Adenome

- tubulre 95 % (epithelial)

- villse

- tubulo-villse

Lymphome

Lipome

Hmangiome 5 % (mesenchymal)

Myome

Fibrome

Neurinome

Ursache: Punktmutationen der Schleimhautzellen

Mit steigendem Lebensalter zunehmend

Symptome: Hmatochezie

Keine Symptome

Komplikationen: Maligne Entartung

tubulre Adenome in 5 %

tubulovillse Adenome in 20 %

villse Adenome in 35 %

Diagnostik: Rektoskopie

Coloskopie

Kontrasteinlauf (Doppelkontrast)

Therapie: Schlingenabtragung

Segmentresektion (operativ)

2. Maligne Tumoren:

Definition: Bsartige Geschwulstbildung im Dick-

darm

Allgemeines: In der Regel Adenocarcinome, seltenst

Sarkome oder neuroendokrine Tumoren

Lokalisation:

Rektum > Sigma > Coecum > Rest

7 % aller Menschen

mnnlich : weiblich = 2 : 1

Hufigkeitsgipfel: 50. - 70. Lebensjahr

Ursache: Adenom Karzinomsequenz

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Ernhrungsgewohnheiten (?)

Genetische Defekte (Mutationskette)

Symptome:

frh: Hmatochezie

Obstipation

paradoxe Diarrhoe

KEINE

spt: Inappetenz

Gewichtsabnahme

Anmie

Leistungsknick

Bleistiftstuhl

NB: FAP = Familire adenomatse Polyposis (1 % der Tumoren)

(obligate Prkanzerose)

HNPCC = Hereditres nicht polypses colorektales Carcinom (5 % der Tumoren)

(Folge von Genmutationen)

Diagnostische Genaue Befragung (Anamnese)

Methoden: Endoskopie

Biopsie

Rntgen, Computertomographie (CT)

Kernspintomographie (NMR)

Nachweis von unsichtbarem Blut im Stuhl nur noch in

Ausnahmefllen

Molekulargenetische Untersuchung bei familirer Hufung

Onkogendiagnostik durch DNA -Sonden im Stuhl und Blut

(PCR) flssige Biopsie

Komplikationen: Mechanischer Ileus

Perforation

Blutung

Therapie:

a) Kurativ: Radikaloperation mit oder ohne

Kontinenzerhalt (je nach Sitz !)

Hemicolektomie

subtotale Colektomie

Rektumamputation mit Anlage eines

Anus praeternaturalis

b) Palliativ: Therapieziel ist der Erhalt der Passage

und Lebensqualitt

Tumorverkleinerung durch Resektion

Laser- oder Kryotherapie

Zytostase oder Radiatio mit schlechtem

Ergebnis

IV. INFEKTISE DARMERKRANKUNGEN

Definition: Krankheitsgruppe, die durch die Infektion des

Gastrointestinaltraktes mit Bakterien, Viren,

Pilzen oder Parasiten gekennzeichnet ist.

Ursache: Aufnahme von Krankheitserregern durch konta-

miniertes Trinkwasser oder Nahrungsmittel

Beispiele: - Salmonellen (Typhus, Enteritis)

- Shigellen (Ruhr)

- Colibakterien (Enteritis)

- Vibrionen (Cholera)

- Yersinen (Enteritis)

- Clostridien (Pseudomembranse Colitis)

- Amben (Ambenruhr)

- Candida albicans (Soor)

Symptome: Abdominalschmerzen

Fieber

Durchflle

belkeit

Erbrechen

Diagnostik: Stuhluntersuchung auf pathogene Erreger

ggf. Erregernachweis im Blut

Differential- Lebensmittelvergiftungen (Enterotoxine)

Diagnostik: Bakterielle berwucherung unter Antibiotika-

therapie = Pseudomembranse Colitis

Therapie: Ersatz der verlorengegangenen Flssigkeit mit

Elektrolyten

Antibiotische Therapie bei schwerer Verlaufs-

form und nachgewiesenem Erreger

Im Einzelfall symptomatische Diarrhoetherapie

Prophylaxe: Einhaltung hygienischer Manahmen

look it

peel it or forget it

cook it

Impfung (nur bei Typhus)

Im Restaurant hohes Risiko bei:

Vorspeisen, Salaten, Nachspeisen, Eis

LEBER

Anatomie: Zentrales Stoffwechselorgan (chemische Fabrik des

Organismus)

Funktionen: 1. Energieversorgung durch Nhrstoffbereitstellung

2. Produktion von Strukturbausteinen des Organismus

3. Entgiftung durch Toxinabbau

4. Produktion und Sekretion von Galle (Cholesterin,

Lezithin, Wasser, Elektrolyte, Schleim, Gallen-

suren, Bilirubin)

Strukturen: Gallengangssystem

Pfortaderkreislauf

Arterielle Blutersorgung

Der Hepatozyt

Symptome und Befunde bei Lebererkrankungen

Allgemeines Krankheitsgefhl bei Leberzellschaden

Transaminasenerhhung

Ikterus bei Gallesekretionsstrung

Bilirubinerhhung

Synthesestrung von Struktur- und Trgerproteinen

Erniedrigung von Bluteiweistoffen, besonders Blutgerinnungsfaktoren

Entgiftungsstrung

Ammoniakerhhung

Hepatische Encephalopathie

Gesteigerte mesenchymale Reaktion

Gammaglobulinerhhung

Zeichen der portalen Hypertension

Diagnostik: Blutuntersuchungen (Transaminasen, Gerinnung, Proteine)

Strukturuntersuchungen mit bildgebenden Verfahren

(inklusive Texturanalysen)

> Sonographie

> CT (Computertomographie)

> NMR (Nuklearmagnetische Resonanztomographie)

Direkte Betrachtung der Leber durch Laparoskopie

Leberbiopsie (blind oder unter Sicht!)

I. EXOGENER LEBERSCHADEN

Definition: Strung der Leberzellfunktion durch Schdigung des

Organismus (toxisch oder allergisch)

Ursache: Alkohol

Medikamente

Umweltgifte:

Knollenbltterpilz

Aflatoxin

Pestizide

Industriegifte (CCI4, PVC u..)

Symptome: Entzndung

(toxische Hepatitis)

Gallesekretionsstrung

(Cholestase)

Verfettung

(Steatose)

Tumorbildung

(Hepatom, hepatozellulres Karzinom HCC)

Diagnostische Blutuntersuchungen

Methoden: Sonographie (Ultraschall)

Laparoskopie und Biopsie

Therapie: Expositionsprophylaxe

Leber-TX

Anhang: Alkohol und Leber

Alkohol ist mit Abstand die hufigste Ursache von Lebererkrankungen.

Die Schdigung ist abhngig von der Menge des aufgenommenen Alkohols

und von der Dauer des Alkoholmibrauchs.

Die Grenze betrgt beim Mann ca. 60 g und bei der Frau ca. 20 g reinen

Alkohols pro Tag.

Bei chronischer (mehrjhriger) berschreitung ist mit Organschden zu

rechnen.

160 g/d beim Mann oder

60 g/d bei der Frau fhren mit Sicherheit zu Organschden:

d.h. 1 Liter Bier = 30 g

1 Liter Wein = 100 g

1 Schnaps (2 cl) = 6 g

1 Likr (1 cl) = 3 g

Reihenfolge des alkoholbedingten Leberschadens

Fettleber Hepatitis Fibrose Zirrhose

Alkoholikertypen nach JELLINEK (1960)

Art des Suchtkennzeichen Abhngigkeit Versuch einer Typisierung

Alkoholismus

Alpha 0 nur psychisch Konflikttrinker

kein Kontrollverlust,

aber undiszipliniertes

Trinken

Beta 0 keine,auer Gelegenheitstrinker

kein Kontrollverlust soziokulturelle (Wochenendtrinker)

Gamma ++++ zuerst psychische Schtige Trinker

Kontrollverlust jedoch Abhngigkeit,

Fhigkeit zur Abstinenz spter physische

Abhngigkeit

Delta ++++ physische Gewohnheitstrinker

Unfhigkeit zur Abhngigkeit (Spiegeltrinker)

Abstinenz, aber kein

Kontrollverlust

Die Einteilung ist nach heutiger Auffassung nur noch fr das Verstndnis der Erkrankung aus

wissenschaftlicher Sicht sinnvoll und nicht fr die Diagnostik und Therapie der Alkoholkrankheit

geeignet.

II. INFEKTISE HEPATITIS

Definition: Virusinfektion der Leber

Ursache: HAV = Hepatitis A-Virus

95% aller Infektionen HBV = Hepatitis B-Virus

HCV = Hepatitis C-Virus

HDV = Delta-Virus

HEV = Hepatitis E-Virus

NA-GEHV = Non A-E Hepatitisvirus

Andere Viren (Mumps, Mononukleose, Zytomegalie u. a.)

Symptome: 2 - 6 Wochen bzw. 2 - 6 Monate nach Infektion:

Hepatitis A Hepatitis B

Hepatitis E Hepatitis C

Fieber

Gelenkschmerzen

Ikterus

Schweres Krankheitsgefhl

Diagnostik: Antigen-Nachweis

Antikrper-Nachweis

Leberbiopsie

Quantitative Bestimmung der viralen DNA oder RNA

Therapie: Bettruhe, krperliche Schonung

Alkoholkarenz

Zurckhaltung mit Medikamenten!

-Interferon-Therapie zur Behandlung von chronischen

Hepatitisformen, kombiniert mit Virustatika

Leber-TX bei posthepatitischen Leberzirrhosen

Verlaufsformen: Heilung nach 12 Wochen

Fulminante Hepatitis (1%)

Chronisch aggressive Hepatitis ( 30%)

Chronisch persistierende Hepatitis ( 20%)

Cholestatische Hepatitis

Anikterische Hepatitis

Die unterschiedlichen Formen hngen mglicherweise

mit Virusmutanten zusammen.

Prophylaxe: Passive Impfung (Hyperimmunglobuline)

Aktive Impfung (nur bei Hepatitis A und B)

III. LEBERZIRRHOSE

Definition: Gemeinsames Endstatium chronischer, diffuser Leber-

erkrankungen mit Zerstrung der Organarchitektur, der

Leberzellen und des Gefabflusses

Ursache: Nach Hufigkeit:

> Chronischer Alkoholismus

> Chronische Hepatitis

> Selten toxische oder metabolische Schden

Symptome: Zeichen der portalen Hypertension

(Aszites, sophagusvarizen)

Zeichen der Synthesestrung

(deme, Gerinnungsstrungen)

Zeichen der Exkretionsstrung

(Ikterus)

Zeichen der gestrten Entgiftung

(Encephalopathie, Medikamentenkumulation)

Diagnostik: Eiwei-Elektrophorese (Albumin , -Globulin )

Laparoskopie und Biopsie

Komplikationen: sophagusvarizenblutung

Encephalopathie Koma

Hepatorenales Syndrom

Hepatozellulres Karzinom (HCC)

Therapie: Ausschalten der auslsenden Ursache

Verminderung der Eiweizufuhr (eiweidefinierte Dit)

Verminderung von toxischen Stoffwechselprodukten

im Organismus

Laktulose

Antibiotika

Senkung des Pfortaderdruckes

Porto-cavaler Shunt

Peritoneo-venser Shunt

Transjugulrer intrahepatischer portotsyste-

mischer Shunt (TIPS) mit und ohne stent

Medikamente (-Blocker)

Lebertransplantation in geeigneten Fllen,

1-Jahresberlebensraten bei orthotoper Leber-

transplantation (OLT) betragen derzeit etwa 90 %.

Nach 10 Jahren leben - richtige Patientenauswahl

vorausgesetzt noch 80 % der Transplantierten.

GALLENBLASE UND GALLENWEGE

Anatomie: Gallenblase (Fundus, Corpus, Infundibulum)

Gallenwege (Ductus hepaticus, Ductus choledochus,

Ductus cysticus)

Papille

Physiologie: 1. Ausscheidung von toxischen Stoffwechsel-

produkten

2. Sekretion von Gallensuren, die zur Fettverdauung

bentigt werden

3. Speicherung der Galle in der Gallenblase nach

10-facher Eindickung

Symptome: Kolik

Fettintoleranz

Verschluikterus

belkeit (Nausea)

Diagnostik: Sonographie

Rntgen-Untersuchung (Cholecystographie)

ERCP = Endoskopische retrograde

Cholangio-Pankreatikographie

PTC = Perkutane transhepatische

Cholangiographie

CT = Computertomographie

I. GALLENSTEINLEIDEN (CHOLELITHIASIS)

Definition: Krankheitserscheinungen durch Steine der Gallen-

blase oder der Gallenwege

Unterscheide: Gallensteinkranke (20 %)

Gallensteintrger (80 %)

Es gibt 13 Millionen Steintrger in Deutschland

Ursache: Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung.

Die Steinentstehung wird begnstigt durch:

> Gestrte Zusammensetzung der Galleflssigkeit

> Strung des Galleflusses

> Entzndungen im Bauchraum

Symptome treten bei Komplikationen auf:

Kolik = Steineinklemmung im Gallen-

blaseninfundibulum oder den

Gallengngen

rechtsseitige Oberbauchschmerzen

Cholecystitis mit

Fieber

Nausea

Oberbauchschmerzen

Verschlussikterus mit

Inappetenz

Pruritus

Begleitpankreatitis (chologen)

Diagnostik: Sonographie der Gallenblase und Gallenwege

Entzndungszeichen im Blut

Anstieg der Cholestaseparameter mit/ohne Lipase

Steinnachweis durch ERCP

Cholangioskopie

MRCP (Magnetresonanzcholangiopankreatikographie)

Therapie: 1.) Cholezystektomie

- laparoskopisch oder

- offen

2.) Extrakorporale Stosswellenlithotrypsie (ESWL)

kombiniert mit Gallensuren

3.) Gallensuren alleine

4.) Endoskopische Steinextraktion nach Papillotomie (EPT)

bei Gallengangssteinen

II. GALLENBLASENTUMOREN

Definition: Bsartiger Tumor der Gallenblase, fast ausschlielich

auf der Grundlage eines Gallensteinleidens

Ursache: Gallensteine ?

Symptome: Keine Frhsymptome !

Rechtsseitige, dumpfe Oberbauchschmerzen

Schmerzloser Ikterus

Diagnostik: Sonographie (evtl. Endosonographie)

CT des Oberbauches

Zufallsbefund bei der histologischen Untersuchung

einer operierten Gallenblase bei Gallensteinleiden

ERCP

Therapie: Radikaloperation (Whipple)

Bilio-digestive Anastomosen

Endoprothetische Versorgung

Prognose: In der Regel werden die Tumoren zu spt erkannt.

Heilungen sind, von Ausnahmen abgesehen, nur bei

zufllig entdeckten Karzinomen mglich.

BAUCHSPEICHELDRSE = PANKREAS

Anatomie: Caput, Corpus, Cauda

Ductus wirsungianus, Ductus santorini

Physiologie: Drse mit exokrinem (Amylase, Lipase, Peptidasen und

endokrinem (Insulin, Glukagon) Anteil

Der pH-Wert betrgt um 8 durch den Bikarbonatanteil.

Die Funktion des Pankreas besteht in der Induktion und

Regulation des Verdauungsvorganges in Interaktion mit

Magen, Duodenum und Gallenwegssystem.

Symptome bei Pan- Oberbauchschmerzen, oft abhngig von Nahrungsaufnahme

kreaserkrankungen: und Alkoholabusus

Gewichtsabnahme

Verdauungsstrung = Maldigestion

Diagnostik: 1. Bildgebende Verfahren:

- Sonographie

- Computertomographie

- Endoskopische retrograde Pankreatikographie (ERP)

- Pankreaszielaufnahme

2. Funktionstests:

- Chymotrypsin im Stuhl

- Pankreolauryltest

- Stuhlfettanalysen

- Lipase im Serum

I. PANKREATITIS

Definition: Entzndung der Bauchspeicheldrse

Formen: Akute Pankreatitis

Chronische Pankreatitis

Ursache: Chronischer Alkoholismus

Gallenwegserkrankungen

(Infektionen (z. B. Mumps)

Symptome: Bauchschmerzen

Darmmotilittsstrungen

Nahrungsunvertrglichkeiten

Diagnostik:

akut: Lipaseerhhung

chronisch: Nachweis von Organverkalkungen

Pseudozysten

Gangvernderungen

Exokrine Insuffizienz

Endokrine Insuffizienz

Komplikationen:

Bei akuter Pankreatitis Bei chronischer Pankreatitis

> Totale Pankreasnekrose > Diabetes mellitus

> Akutes Nierenversagen > Kachexie

> Akutes Lungenversagen

> Schock

Therapie:

Akute Pankreatitis: Nahrungs- und Flssigkeitskarenz

Magensonde

Ruhigstellung der Drse

Schmerzbekmpfung

Intensivbehandlung

Operation bei Komplikationen

Chron. Pankreatitis: Alkoholkarenz

Fettarme Ernhrung

Pankreasenzymsubstitution

Operation bei nicht beherrschbaren Schmerzen

und bei Komplikationen

II. PANKREASKARZINOM

Definition: Bsartiger Tumor, der von den Bauchspeicheldrsen-

zellen ausgeht

Ursache: Unbekannt

Symptome: Frh: Keine

Spt:: - Inappetenz

- Gewichtsverlust

- Ikterus

- Oberbauchschmerzen

Diagnostik: Sonographie

ERCP

Computertomographie

Feinnadelpunktion

( Tumormarker: CA 19/9; CEA)

Therapie: Radikaloperation als einzige effektive Manahme:

5-Jahres LZ bei totaler Pankreatektomie wegen CA: ca. 10 %

Palliative Manahmen:

- Gallenwegsdrainagen

- Schmerzbestrahlung

- Chemotherapie

EINFHRUNG IN DIE VISZERALCHIRURGIE

Die Viszeralchirurgie (von lat. viscera = Eingeweide), auch Abdominalchirurgie und Bauch-

chirurgie, umfasst die operative Behandlung der Bauchorgane, d. h. des gesamten Verdau-

ungstraktes einschlielich der Speiserhre, des Magens, des Dnn- und Dickdarmes, des End-

darmes, der Leber, der Bauchspeicheldrse und der Milz.

Weiterhin zhlt die operative Behandlung der Schilddrse und der Nebenschilddrse sowie die

Behandlung von Brchen und die Transplantation von Bauchhhlenorganen wie Leber, Niere,

Pankreas und Dnndarm zur Viszeralchirurgie.

Viszeralchirurgische Erkrankungen sind unter anderem akute Verletzungen, Tumoren, Entzn-

dungen und Fehlbildungen der genannten Organe.

In den letzten Jahrzehnten haben zwei grundlegende Innovationen die gesamte Chirurgie stark

beeinflut:

1. Der minimal invasive Zugang in den Organismus mit dadurch verbundener

Reduzierung des operativen Traumas und der postoperativen Verweildauer und

2. Die Priorisierung des Organerhalts mit deutlich verbesserten Ergebnissen und

Vermeidung postoperativer Syndrome

Diese Entwicklung wurde durch die Miniaturisierung der Gertetechnik entscheidend untersttzt.

Daneben hat die endoskopische Therapie einen rasanten Aufschwung erlebt und viele offen

operative Verfahren abgelst.

Gleichzeitig entstanden neue medizinische Schwerpunkte mit Beteiligung der Chirurgie und

spektakulren Erfolgen:

Multimodale Tumortherapie in spezialisierten Zentren

Kooperationen bei multimorbiden Diabetikern (diabetischer Fu)

Genetische Aufarbeitung von Operationsprparaten

Verwendung neuer Materialien zur Behandlung chronischer Wunden

Zur Verbesserung des grundlegenden Verstndnisses der Wundheilung, werden die elementa-

ren Vorgnge nachfolgend dargestellt.

WUNDHEILUNG

Als 3 Phasen der Wundheilung lassen sich unterscheiden:

Bildung von Granulationsgewebe

- Neues Gewebe am Wundgrund wird gebildet

- Durch die hohe Gefdichte erscheint der Wundgrund hellrosa

- Das Granulationsgewebe bildet eine Keimbarriere und somit

einen Infektionsschutz

Epithelialisierung

- Die Keratinozyten teilen sich

- Einwanderung vom Wundrand her

- Gesteuert wird dieser Vorgang durch Lactat-bedingte Chemo-

taxis und den O2-Gradienten in der Wunde

Wundkontraktion

- Es kommt zur Quervernetzung von Kollagenfasern

- Die Wunde wird bis zu 90% verkleinert

- Voraussetzung hierfr ist eine infektfreie Wunde

Bei den zellulren Vorgngen unterscheidet man 4 Phasen:

1.) Frhe exsudative Entzndungsphase (erste Stunden)

Durch Verletzung von Gefen wird die Gerinnungskaskade aktiviert. Thrombozyten

werden aktiviert und aggregieren. Durch die Bildung eines Thrombus wird Hmostase

erreicht, die Matrix fr die sptere Zelleinwanderung wird gebildet. Durch die

Degranulation von Alpha-Granula werden Wachstumsfaktoren freigesetzt.

2.) Spte resorptive Entzndungsphase (1. Bis 10. Tag)

Die Gefpermeabilitt steigt an, es wandern Entzndungszellen an, ein dem bildet

sich. Die typische Schwellung und Rtung tritt auf. Eingewanderte neutrophile Granu-

lozyten beseitigen Zelltrmmer, insgesamt steigt die Phagozytoserate stark an.

Monozyten werden zu Makrophagen aktiviert, im Gegensatz zu Thrombozyten knnen

sie Wachstumsfaktoren nicht nur sezernieren sondern auch synthetisieren. T-Zell-Lym-

phozyten werden aktiviert.

3.) Proliferative Phase (3.-24. Tag)

Es bildet sich Granulationsgewebe am Wundgrund. Diese Phase ist durch eine hohe

mitotische Aktivitt gekennzeichnet. Fibroblasten bilden die extrazellulre Matrix. Duch

die Bildung von Kollagen erhht sich die Reifestigkeit der Wunde. Es sprossen Kapil-

larknospen ein, Gefe werden gebildet. Schlielich migrieren Keratinozyten in die

Wunde und leiten die reparative Phase ein.

4.) Reparative Phase (24. Tag- 1 Jahr)

Wenn die Keratinozyten Kontakt zueinander bekommen, werden durch zellulren In-

teraktionen die Migrationsbewegungen gestoppt, die reparative Phase beginnt. Sie

ist gekennzeichnet durch die Zunahme der Festigkeit der Wunde, durch den Gef-

abbau entsteht eine blasse, gefarme Narbe.

ANHANG:

GRUNDLAGEN DER CHIRURGISCHEN ENDOPROTHETIK

Im Laufe des Lebens kommt es zu Gelenkverschlei, der sich in Form von Osteoarthrose ma-

nifestiert. Als Risikofaktoren kommen in Frage:

Genetische Veranlagung ohne nhere Spezifizierung (familire Hufung)

Adipositas

Unkorrigierte Gelenkfehlstellungen ber Jahrzehnte

berbeanspruchung (Beruf, Sport)

Posttraumatisch

Sy: Gelenkschmerzen

Gelenkschwellung

Bewegungseinschrnkung

Dg: Schwellung und Deformierung der betroffenen Gelenke

Verschleierscheinungen in der Bildgebung (Rntgen, CT, MRT)

Besserung auf Antirheumatika (ex juvantibus)

Th: Schmerzmittel (Analgetika)

Bewegungstherapie (Ergotherapie)

Krankengymnastik (Physiotherapie)

Operation (Implantation von Endoprothesen)

Ko: Strze

Knochenbrche (vor allem bei gleichzeitig bestehender Osteoporose)

Prothesenlockerungen

Materialermdung (nach 15 bis 20 Jahren)

Die chirurgische Endoprothetik ist heute an Hft- und Kniegelenken medizinische Routine.

Grundstzlich knnen Endoprothesen an jeder Stelle des menschlichen Krpers implantiert

werden. Voraussetzung ist die korrekte Indikationsstellung, das Einhalten hoher hygienischer

Standards und die enge Zusammenarbeit der fr die Rehabilitation erforderlichen Berufsgrup-

pen (Pflege, Physiotherapie, Psychologische Betreuung, Sozialstation) vor und nach dem

Eingriff.