Welche Substanzen erzeugen Fieber nach intravenöser Injektion?

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    14-Aug-2016

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  • XVII.

    Aus der Abteilung fiir Pathologie der Universit~t Chicago und dem Otho S. A. Sprague Memorial Institute.

    71. Welche Substanzen erzeugen Fieber nach intravenllser Injektion?

    Von

    Florence B. Seibert. (Eingegangen am 24. I. 1927).

    In einer Arbeit yon Donath und Heil igl) werden die folgenden Ausftihrungen gemacht: ~>Nukleinsiiure, sowie Vakzineurin, intravenSs in entspreehenden Dosen verabfolgt, ftihren beim Tier (Kaninchen) zu TemperaturerhShung, Vermehrung des Amino-Sl im Blute und ver- mehrter Harn-N-Ausscheidung.

  • 248 Xu FLOREINCE B. SEIBERT.

    beigemengt sindl). Gewisse Gruppen yon Bakterien finden ihren Weg in das destillierte Wasser, das im Laboratorium steht, und diese Bak- terien sind fiihig, innerhalb yon 4 Tagen so welt zu wachsen und dem- zufolge pyrogene Substanzen zu bilden, dal~ das destillierte Wasser Fieber erzeugt, wenn es injiziert wird. Dieses bakterielle Produkt, wenn es einmal in das destillierte Wasser gelangt, kann nicht dutch Sterilisation im Autoklav zerstSrt werden, sondern mu] durch Destilla- tion entfernt werden. Es ist deshalb leieht zu erkennen, wie dieses Material seinen Weg in viele Pr~parate findet, welehe durch die im Laboratorium gebriiuchliehe Teehnik hel, gestellt werden.

    LSsungen ;con Salz, Zueker usw. sind zu verschiedenen Zeiten ftir die Erzeugung Ton Fieber verantwortlieh gemaeht worden. Es wurde jedoeh gezeigt, dai~ 57aC1 (sogar in Konzentrationen his zn 25%), (NHt)2SO~, NaOH, ~aHCOe, tiC1, sowie eine PufferlSsung, die Na, K, Ca, Mg, C1, P0a und Zucker enthi~lt, kein Fieber hervorrufen, wenn sie mit :frisch destilliertem, keine pyrogene Substanzen enthaltenden Wasser hergestellt werden2).

    Der Gedanke, dal~ Eiwei6kSrper Fieber erzeugen, kommt im Wort >)Proteinfieber

  • Welche Substanzen erzeugen Fieber nach intraven~scr Injektion? 249

    fiber diesen Punkt angegeben, und in der Tat, alle die Protokolle der Autoren zeigen TemperaturerhShungen, mit Ausnahme yon zwei F~llen, in welehen die Kaninehen vorher einen Wiirmestich erhalten hatten. Es ist mSglieh, da6 die Wiirmestiehbehandlung die Kaninehen gegen die etwaige bakterielle pyrogene Verunreinigung der Nukleinsi~ure i~n- empfindlieh macht. Dies sind Probleme, die noeh der LSsung barren.

    Es kann keine Frage sein, dal] die bakteriellen Produkte, yon welchen die Rade war und die im detail besehrieben wurden, ~hig sind, Fieber hervorzurufen; ob sic als Verunreinigungen sozusagen die Ursaehe aller Fieber sind, die auf intravenSse Injektion anderer Substanzen folgen, bedarf weiterer Untersuehungen. Eine Entseheidung, betreffend die fiebererzeugende Wirkung irgendeiner Substanz, z.B. der/%ldein- si~ure, ist daher schwierig, da es grS~te Vorsieht in der Iterstellung der Pr~parate bedarf, um alle mSgliehen Verunreinigungen auszusehliel]en. Und wenn man bedenkt, da{~ sogar der einfache Proze] der Filtration dutch eine Berkefeld-Kerze, wenn dieselbe nicht auf eine spezielle Art gereinigt wurde, oder das Wasehen yon Glasgefii~en mit Wasser, das pyrogene Substanzen enthiilt, fiebererzeugende Substanzen ein- dringen tassen kann, so erkennt man, wie notwendig au6ergewShnliehe Vorsicht ist, ehe bestimmte Angaben tiber diese Frage gemacht werden k(innen

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