Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hessen und der Islamischen ...· HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschaftsforschung

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  • Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hessen und der Islamischen Republik Iran

    Dr. Alexander Werner Dr. Claus Bauer Prof. Dr. Johannes Harsche HA-Report Nr. 916 Wiesbaden 2016

  • Eine Veröffentlichung der HA Hessen Agentur GmbH Postfach 1811

    D-65008 Wiesbaden

    Konradinerallee 9 D-65189 Wiesbaden

    Telefon 0611 95017-8304 Telefax 0611 95017-8313 E-Mail info@hessen-agentur.de Internet http://www.hessen-agentur.de

    Geschäftsführer: Folke Mühlhölzer (Vorsitzender) Dr. Rainer Waldschmidt

    Vorsitzender des Aufsichtsrates: Tarek Al-Wazir,

    Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

    Titelbild: fotolia.com

    Nachdruck – auch auszugsweise – ist nur mit Quellenangabe gestattet. Belegexemplar erbeten.

  • HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschaftsforschung und Landesentwicklung

    Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hessen und der Islamischen Republik Iran

    Inhalt Seite

    Vorwort des hessischen Ministers für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir

    Grußwort des Geschäftsführers Germany Trade and Invest, Dr. Jürgen Friedrich

    Grußwort der Geschäftsführer der HA Hessen Agentur GmbH und Hessen Trade & Invest GmbH, Folke Mühlhölzer und Dr. Rainer Waldschmidt

    1  Einleitung 1 

    2  Struktur und Entwicklung der iranischen Volkswirtschaft 3 

    2.1  Historie, geopolitische Situation und Bevölkerung 3 

    2.2  Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftsstruktur 5 

    2.3  Internationale Handelsbeziehungen 10 

    2.4  Ausländische Direktinvestitionen 14 

    3  Außenwirtschaftliche Verflechtung zwischen der Islamischen Republik Iran und Hessen 16 

    3.1  Außenhandel 16 

    3.2  Direktinvestitionen 23 

    4  Branchenentwicklungen in der Islamischen Republik Iran und Export- und Investitionspotenziale für hessische Unternehmen 25 

    5  Einschätzungen zu den iranisch-hessischen Wirtschaftsbeziehungen von Experten 32 

    6  Zusammenfassung und Fazit 41 

    Abbildungsverzeichnis 44 

    Tabellenverzeichnis 45 

    Literatur und Quellen 46 

    Anhang 49

  • Vorwort

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach dem Abschluss des Atomabkommens mit der Islami- schen Republik Iran und der Aufhebung eines wesentlichen Teils der Sanktionen zu Beginn des laufenden Jahres blickt die internationale Wirtschaft mit großem Interesse auf den Iran. Die Einigung hat den Weg für einen deutlich intensiveren Wirtschaftsaustausch geebnet, wenngleich einige Sanktionen weiterhin Bestand haben.

    Mit einer jungen und gut ausgebildeten Bevölkerung von rund 80 Mio. Einwohnern, beträchtlichen Ressourcen und einer gut diversifizierten Wirtschafts- struktur bietet der Iran einen der attraktivsten Märkte am Persischen Golf, und Produkte „Made in Germany“ genießen dort einen hervorragenden Ruf. Dass der Iran nicht nur Wa- ren, sondern auch manche technische Standards aus Deutschland importiert hat, ist ein weiterer Vorteil, wenn es darum geht, an die lange gemeinsame Handelstradition anzu- knüpfen.

    Mit der vorliegenden Publikation möchten wir über den Iran und die neuen Möglichkeiten einer bilateralen Wirtschaftskooperation informieren. Besondere Chancen eröffnet der hohe Modernisierungsbedarf in der Infrastruktur sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Perspek- tiven für die innovationsstarken und international ausgerichteten hessischen Unternehmen ergeben sich auch in der Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik sowie in der Energie- und Umwelttechnik. Wegen dieser Potenziale hat das Hessische Wirtschaftsministerium den Iran als Ziel seiner Delegationsreise vom 16. bis 21. September 2016 ausgewählt.

    Wirtschaftsbeziehungen sind keine Einbahnstraße. Hessen bietet mit seiner zentralen Lage und seinen hervorragenden Verkehrsverbindungen sowie als führender kontinentaleuropä- ischer Finanzplatz und wettbewerbsstarker Technologie- und Industriestandort auch irani- schen Unternehmen den optimalen Zugang zum europäischen Markt. Auch darauf möchten wir hinweisen.

    Mein Dank gilt der Hessen Agentur für die Erstellung der vorliegenden Studie sowie Ger- many Trade & Invest (GTAI), die dazu beigetragen haben. Zudem danke ich unseren Ge- sprächspartnern in der Islamischen Republik Iran und wünsche allen Unternehmen, die sich für diesen Markt interessieren, geschäftlichen Erfolg und eine gute Zukunft.

    Ihr

    Tarek Al-Wazir

    Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

  • Grußwort

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach vielen Jahren der Isolation ist Iran als Wirtschaftspartner zurück. Nach dem Wiener Übereinkommen im Atomstreit ging ein Aufatmen durch das Land, als im Zuge der Einigung auch die Sanktionen Anfang 2016 zurückgefahren wurden. Seitdem ge- ben sich ausländische Delegationen, die nach Teheran, Isfahan oder andere iranische Städte reisen, die Klinke in die Hand. Auch deutsche Unternehmen, die auf eine lange Geschäftstradition zum Iran zurückblicken, wollen die guten Verbindungen wieder aufnehmen. Die Chancen auf lukrative Geschäfte stehen gut. Iran hat einen enormen Nachholbedarf in fast allen Branchen. So

    sind viele Maschinen und Anlagen veraltet und in einem sehr schlechten Zustand. Die ira- nische Kfz-Industrie bemüht sich um Kooperationen mit westlichen Unternehmen. Deut- sche Partner sind hier besonders willkommen. Die Medizintechnik ist ein weiteres Feld, auf dem deutsche Firmen geschätzt werden. Der Reigen ließe sich beliebig fortführen.

    Doch der Iran ist gleichzeitig kein ganz leichter Markt. Trotz der zurückgefahrenen Sankti- onen müssen Unternehmen sich sehr genau darüber informieren, welchen gesetzlichen Vorgaben der Handel mit bzw. die Investitionen im Iran unterliegen. Die Sanktionen sind noch nicht vollständig aufgehoben.

    Germany Trade & Invest (GTAI) unterstützt die deutsche Wirtschaft bei ihrem Engagement im Iran. Seit der Öffnung des Landes berichten wir über die Wachstumsbranchen und be- leuchten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Zahlreiche Anfragen von deutschen Unternehmen werden von unseren Länder-, Zoll- oder Rechtsexperten jeden Tag beant- wortet. Unsere Publikation „Wirtschaftspartner Iran ist zurück“ findet regen Zuspruch.

    Die GTAI begrüßt die verschiedenen Initiativen, die auf Bundes- oder Landesebene durch- geführt werden und zur Verbesserung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zum Iran bei- tragen. So ist es für die GTAI eine Freude, auch die Anliegen der hessischen Wirtschaft zu unterstützen und einen Beitrag zu der vorliegenden Publikation beizusteuern. Für die Reise von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und den hessischen Unternehmen in den Iran wün- sche ich gutes Gelingen und noch bessere Geschäfte.

    Ihr

    Dr. Jürgen Friedrich

    Geschäftsführer Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH

  • Grußwort

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    die Aufhebung eines wesentlichen Teils der in Folge des iranischen Atompro- gramms beschlossenen Wirtschafts- sanktionen seitens der UN, EU und USA gegen Iran hat – trotz mancher verblie- bener Einschränkungen – den Weg für einen deutlich intensiveren Wirtschafts- austausch mit dem Iran geebnet. Der Ausbau der bestehenden Handels- und Investitionsbeziehungen wird durch die Belebung der iranischen Wirtschaft vo- rangetrieben und bietet gute Chancen und Möglichkeiten. Hessen wird hier weiterhin ein wichtiger Partner sein.

    Wir freuen uns sehr, Ihnen auf den folgenden Seiten verschiedene Aspekte der Wirtschafts- beziehungen zwischen Hessen und der Islamischen Republik Iran näher bringen zu kön- nen. Ein Blick zurück zeigt, dass die Außenhandelsbeziehungen zwischen Hessen und Iran in der Vergangenheit äußerst intensiv waren. Aktuell bietet sich die Chance, hieran anzu- knüpfen und die Wirtschaftsbeziehungen zum beiderseitigen Vorteil auszubauen.

    Die Hessen Trade & Invest GmbH unterstützt durch ihr vielfältiges Service- und Beratungs- angebot gleichermaßen hessische und iranische Unternehmen bei ihren Vorhaben im Wirt- schaftsraum des Partners. Sie bündelt die Technologie- und Innovationsförderung mit Standortmarketing, Außenwirtschaft, Investorenbetreuung und Beratung zu EU-Förderpro- grammen in einer Organisation.

    Gerne erläutern wir Ihnen die Chancen und Möglichkeiten, die sich Ihnen durch die Auf- nahme von Geschäftsbeziehungen zwischen Iran und Hessen bieten, in einem persönli- chen Gespräch. Sprechen Sie uns an!

    Ihr Ihr

    Folke Mühlhölzer Dr. Rainer Waldschmidt

    Vorsitzender der Geschäftsführung Geschäftsführer HA Hessen Agentur GmbH HA Hessen Agentur GmbH und Hessen Trade & Invest GmbH

  • HA Hessen Agentur GmbH – Wirtschaftsforschung und Landesentwicklung

    1

    1 Einleitung

    Iran war in den 1970er Jahren einer der wichtigsten außereuropäischen Absatzmärkte Deutschlands. Nach der Islamischen Revolution im Jahr 1979 und hierauf folgenden inter- nationalen politischen Entwicklungen war das Land – in wechselndem Ausmaß – internati- onal isoliert. Gegenwärtig rückt Iran jedoch wieder in das weltwirtschaftliche Geschehen und hiermit einhergehend in das Zentrum der Aufmerksamkeit exportorientierter Unterneh- men. Ursache hierfür ist die Einigung im jahrelangen Streit um die Nutzung der Kernener- gie, die ei