Zoop¤dagogik aktuell Sonderband M¤rz 2004 Begegnung Zoo .Impressum Begegnung Zoo Zoop¤dagogik

  • View
    216

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of Zoop¤dagogik aktuell Sonderband M¤rz 2004 Begegnung Zoo .Impressum Begegnung Zoo...

Begegnung Zoo

Zoopdagogik aktuell Sonderband Mrz 2004IS

SN

094

8 83

62

VERBAND DEUTSCHSPRACHIGER ZOOPDAGOGEN

16. Zoopdagogentagung Basel 2002

Impressum

Begegnung ZooZoopdagogik aktuellSonderausgabe Mrz 200416. Zoopdagogentagung Basel 2002

Herausgeber:Verband deutschsprachigerZoopdagogen e. V.

Redaktion:Katrin Matthieu, Naturschutz-TierparkGrlitzRuth Dieckmann, Zoologischer GartenKlnAnke Krull, KrefeldLothar Philips, Zoologischer Garten Kln

Redaktionsanschrift:Katrin Matthieu, Naturschutz-Tierpark GrlitzZittauer Str. 4302826 Grlitz

Erscheinungsweise:2 mal pro Jahr, Sonderheft

Gestaltung / SatzLothar Philips, Kln

bei den Herausgebern.Die Artikel geben nichtnotwendigerweisedie Meinung der Herausgeberund der Redaktion wieder.

ISSN 0948 8362Begegnung Zoo,Zoopdagogik aktuell Nr. 18erscheint im November 2004

Redaktionsschlussist der 15.9. 2004Artikel und Zuschriften bitte, soweitmglich unformatiert, auf Diskettemit einem Ausdruck einsenden.

Wir freuen uns ber Leserbriefe und Ma-nuskripte, behalten uns allerdings Ab-druck, Krzungen und nderungen vor.

Vorwort

Inhalt

Man sagt den Schweizern, speziell den Baselern, nach, etwas langsamer zu sein. DiesesVorurteil kann ich aufgrund der Tagung berhaupt nicht besttigen. Die Organisation war per-fekt, alles lief reibungslos (flott) wie am Schnrchen. Sogar das Wetter war frhlingshaft mild.Dafr einen herzlichen Dank allen, die an der Organisation beteiligt waren.Dass der Tagungsband erst jetzt erscheint, liegt also nicht am baseler Temperament, sondernan der Schwierigkeit, die Texte und Abbildungen zusammenzutragen.Einige Kollegen haben den Zoo verlassen und arbeiten jetzt im Umweltschutzbereich, anderewaren lnger erkrankt und ...Das Ergebnis rechtfertigt jedoch das Warten. Die Flle der Beitrge zeigt einen bunten Quer-schnitt durch die zoopdagogische Landschaft.Was der Tagungsband nicht widerspiegeln kann, sind die zahlreichen fruchtbaren Gesprche,die im Rahmen der Tagung gefhrt wurden. Gerade sie machen unsere Tagungen so wertvoll.Sind doch die meisten von uns in ihren jeweiligen Institutionen die einzigen Pdagogen undkochten im eigenen Saft, wenn sie nicht den fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kol-legen aus anderen Zoos htten.

Viel Vergngen bei der Lektre wnscht

fr das Redaktionsteam

Lothar Philips

Impressum 2Vorwort 3Inhalt 3Zum Geleit, Andreas Heldstab 4Menschenaffen Affenmenschen Mensch, Siegfried Scherer 5Viele Wege fhren nach Etoscha, Peter Studer 10bernachtungscamps im Klner Zoo, Wolf Haferkamp 14So wirst du ein echter Daktari, Leopod Slotta-Bachmayr 16Identifikationsspielpltze, Andreas Heldstab 19Neue Medien Konkurrenz oder ergnzendes Medium zum lebenden Tier, Tobias Kamer 22Action + Fun in der Zooschule, muss das sein? Ursula Drst 25Kreatives Tun bei den Kreaturen, Janith Loewen 26Vom Ruhr Zoo nach Zoom, Beate Moenikes 28Zooschule eine Serviceeinrichtung, Keike Johannsen 3220 EURO und mehr, Hans Lichei, Karin Wolf-Kaltenhuser 35Forschung - Ein Stiefkind der Zoopdagogik? Roger Graf 37Der Dschungel in uns selbst, Ralf-Dietmar Klaus 38Aus der Mitgliederversammlung 40Buchbesprechung, Monika Nienhaus-Osterloh 41Teilnehmer 42Autoren 43

Begegnung Zoo, 16. Zoopdagogentagung Basel

4

Es neigte einst die Zoogestaltungzu hchst fataler Kfighaltung:Zu eng war meistens das Quartierfr das zur Schau gestellte Tier!Es anzugaffen war der Zweck,drum gab es nirgends ein Versteck.Ein Zoo war anno dazumalFr viele Tiere eine Qual.Viel besser macht mans jedoch heutals in der guten alten Zeit.Jetzt baut man tiergerecht den Zoo,und auch Freund Globi macht das so.Ihm und Professor FederkielBedeutet s Wohl der Tiere viel.Der Zoo, den sie hier konzipieren,gefllt den Menschen und den Tieren!

Mit diesen Versen aus Globis Zoo begrsste der Verwaltungsratsprsident des Basler Zoos,Dr. Peter Lenz, die Kolleginnen und Kollegen, die zur 16. Tagung der deutschsprachigen Zoo-pdagogen am 7. Mrz 2002 nach Basel angereist kamen. Damit schuf er gleich zwei Verbin-dungen die eine zu unseren jngsten Besuchern, den Kindern und eine andere zu Tier-haltungen, in denen sich Mensch und Tier gleichermassen wohl fhlen.Direktor Dr. Peter Studer fasste in seinen Grussworten den Bogen spter noch deutlich weiterund zeichnete eine Pdagogik, die den ganzen Zoo durchdringt. Eine Zoopdagogik, die Neu-anlagen aktiv mitgestaltet und alle Besuchersegmente gleichermassen anzusprechen vermag.Und dies alles mit der Vorgabe, den Zoo nicht zu verschulen. Eine wahrhaftig herausforderndeBotschaft!

Dank

Mildes, frhlingshaftes Wetter hat uns Rahmenbedingungen beschert, die gnstiger nicht ht-ten sein knnen. Es war ein absolutes Privileg, Anfang Mrz, alle Mittagspausen draussen ander wrmenden Sonne abhalten zu knnen.Im Vorfeld und whrend der ganzen Tagung haben sich viele Menschen im und um den Zoobemht, die Tagung zu einem Erfolg werden zu lassen es ist ihnen gemeinsam gelungen!Ihnen allen danke ich von Herzen: dem Verwaltungsrat und dem Direktor frs grosszgigeMittragen der Tagung, den Mitarbeiterinnen vom Sekretariat fr die administrative Abwicklung,unserem Techniker fr die Betreuung der elektronischen Anlagen, der Kuratorin und den Kura-toren fr die Fhrungen im Zoo, dem Restaurantpersonal fr die gute Bewirtung, dem Vorstanddes VZP fr wichtige Tipps, der Mannschaft am Austragungsort der wissenschaftlichen Sit-zungen fr die gute Infrastruktur, allen Referenten und Leitern von Arbeitskreisen fr ihr Enga-gement und zuletzt, aber nicht ganz unwichtig, unserem Prsidenten Lothar Philips, ohne des-sen Hilfe Sie dieses Sonderheft nicht in Hnden htten.

Andreas Heldstab, Zoo Basel

Zum Geleit

Zoopdagogik aktuell, Sonderausgabe5

Merkmale der empirischen Wissenschaften

Empirische Wissenschaften:Wie ist die Struktur der Welt?

Untersuchung gegenwrtiger

Vorgnge

Untersuchung reproduzierbarer

Vorgnge

Experimente Daten Empirische Theorien

Zusammenfassungen der Tonbandauf-zeichnungen vom 10. Mrz 2002

Teil 1:Einleitung in die Problematik, Mutationund Wahrscheinlichkeit.Spektakulre mikrobiologische Resul-tate der letzten Jahre und ihre Bedeu-tung.

1. Die Arbeitsweise der WissenschaftDie empirische Naturwissenschaft kannber die Vergangenheit und den Anfang allerDinge nichts Sicheres sagen. Sie kann nurVorgnge untersuchen, die heute gesche-hen und solche, die sich beliebig repro-duzieren und wiederholen lassen.Um Befunde im Rahmen einer Ursprungs-theorie zu deuten und kausal, d.h. nachUrsache und Wirkung zu verknpfen, mussder Wissenschaftler den Bereich der ex-perimentellen Naturwissenschaften verlas-sen. Anhand von Beobachtungsdaten(Empirie) und unter Vorgabe weltanschau-licher Voraussetzungen entwirft er einegeschichtliche Rekonstruktion, wie bei-spielsweise die der Evolution mit einerschrittweisen Hherentwicklung der Lebe-wesen oder die der Schpfung mit der Aus-prgung von schon vorhandenen Merk-malen. Wie der Wissenschaftler zu dieserGrundannahme komme, spiele keine Rolle.Entscheidend sei, dass sie nicht im Wider-spruch zu aktuellen Erkenntnissen der Ge-genwart stehe.

Abb. 1: Empirische Daten und ihre Deutung

Wenn wir uns mit dem Ursprung der Men-schenaffen, Affenmenschen und Menschenbeschftigen, geht es zwangslufig um Verwandtschaftsbeziehungen und letztenEndes um die Frage des Ursprungs unsererbelebten Welt. Bei dieser Rckschau wirdder empirische Bereich oft weit ber-schritten, denn wir sind gezwungen, berdie Vergangenheit Annahmen zu treffen, dieim empirischen Sinne nicht begrnd- undbeweisbar sind. Die spannungsgeladenenDiskussionen ber Ursprungsfragen sindeine Folge dieser Grundannahmen und derdaraus resultierenden, unterschiedlichenDeutung empirisch gewonnener Daten.Leider verhindern auf diesem Gebiet nichtmehr hinterfragbare Absolutheitsansprcheund Glaubenskriege einen fairen und frucht-baren Dialog. uerungen wie jene vonRichard Lewontin, einem der bekanntestenEvolutionskologen unserer Zeit, lassen freine Diskussion wenig Spielraum: Wirstellen uns auf die Seite der Wissenschaft,trotz der Absurditt einiger ihrer Gedanken-gebude. Dies beruht auf einer Verpflichtungauf den Materialismus. Wir sind deshalbgezwungen, uns auf materialistische Erkl-rungen zu beschrnken. Dieser Materia-lismus ist absolut, denn wir knnen keinengttlichen Fu in der Tr zulassen (NewYork, 1997).Msste sich nicht jede Deutung der Ver-gangenheit durch rezente Forschungsda-ten herausfordern, hinterfragen und testenlassen?

2. Deutung von hnlichkeitIm Spannungsfeld Menschenaffen Affen-menschen Mensch spielt die Frage derhnlichkeit eine Schlsselrolle. Abhngigdavon, ob Forscher die morphologische, diephysiologische oder die genetische Be-trachtungsebene vertreten, kommen sie zusehr unterschiedlichen Ergebnissen. Einigsind sich aber alle darin, dass der Menschbiologisch gesehen ein Primat ist und nichtanders klassifiziert werden kann.Genetisch steht der Mensch den afri-kanischen Menschenaffen am nchsten.Nahezu 99% ihrer Strukturgene sind diegleichen. Schwieriger fllt der Entscheid da-

Menschenaffen Affenmenschen Mensch

Siegfried Scherer

Begegnung Zoo, 16. Zoopdagogentagung Basel

6

rber, welcher der afrikanischen Arten,Gorilla, Schimpanse oder Zwergschimpan-se (Bonobo), uns Menschen am nchstensteht. Je nachdem welche Gene oder mor-phologischen Eigenschaften miteinanderverglichen werden, ergeben sich anderehnlichkeitsbeziehungen. Dieser Streitdauert nun schon mehr als 15 Jahre an undwird heute durch widersprchliche neueDaten genhrt. Zur Zeit gibt es Referenzen,die fr die Schimpansen und andere, die frdie Bonobos sprechen.

Zu einer anderen Sichtweise kommt