Zur Klinischen Bedeutung der Duodenaldivertikel

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    17-Aug-2016

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  • 524 1~, APRIL 1936 IKL IN ISCHE WOCHENSCHRI~'T . 15 . JAHRGANG. Nr. 15

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    skopisch unsichere, mikroskopisch nachweisbare Aggluti- L i te ra tur : J. KISS, Orvosi Hetilap (ung.) i93o , 338. -- nation mit d=, auch mikroskopisch unsichere Reaktion mit + S. WELLISCH, in Handbuch der Blutgruppeukunde. Miinchen: bezeichnet. J . F . Lehmann 1932.

    KURZE WISSENSCHAFT

    0BER DIE AMMONIAKBILDUNG IN DER NETZHAUT. Won

    STELLA NTUTZKE.

    Die Retina der groBen Hauss~ugetiere, vor allem des Rindes, ist ein sehr geeignetes Objekt zu Stoffwechselunter- suchungen mit Hilfe der Warburg-Methode, da es m6glich ist, mit ether Reihe yon Schnitten der gleichen Retina unter verschiedenen Bedingungen vergleichende Untersuchungen auszuffihren. Auch zn anderen Stoffwechsehntersuchungen mit Niikromethoden ist dieses Objekt sehr geeignet. Ich be- richte hier zusammenfassend fiber Versuche fiber die NHa- Bildung in der Netzhaut des Rindes, die ich auf Veranlassung von Prof. BRUno IKISCg ausgefiihrt babe und tiber die ich in meiner Doktordissertation (K61n) berichte. Zur NH 3- I~estimmung wurde die yon R0SCH-EMBDEN angegebene 3/iethode verwendet. Die Ergebnisse meiner Untersuchung waren folgende :

    t3ei dunkeladaptierter Retina ist der NH3-Gehalt be- lichteter Teile wesentlich gr6ger (2oo--5oo%) als der un- belichteter Teile der gleichen Retina. Ant ioo g Trocken- substanz bezogen, fanden wir bet unbelichteter dunkeL adaptierter Retina in verschiedenen Versuchen 2--25 mg% NH3, bet belichteter dunkeladaptierter 6--6o rag%.

    Die NH~-Bildung, die in der Retina bet Belichtung vor sich geht, ist ein fermentativer Prozeg.

    Bet dunkeladaptierter Retina ist der NH3-Gehalt der zentralen (dem N. opticus-Eintritt nahen) belichteten und

    L ICHE MITTE ILUNGEN.

    unloelichteten Teile stets geringer als der der peripheren. Doch ist der Anstieg des NHa-Gehalts dutch Belichtung im Zentrum manchmal wesentlich h6her als in der Peripherie.

    Bet helladaptierter Retina im unbelichteten Zustande ist ein deutlicher Unterschied zwischen zentralen und peripheren Teilen nicht sicher festzustellen. I3ei der Belichtung ergibt sich bet helladaptierter Retina eine deutliche Steigerung der NHa-Bildung in den peripheren und nur eine geringe in den zentralen Teilen.

    Bet Ffitterung des Retinagewebes mit Glykose, Lactat oder Pyrouvat konnte weder an hell- noeh dunkeladaptierter Retina, weder nach Verdunkelung noch bet ]3elichtung eine deutliche NH3-Bildung nachgewiesen werden. IJnter diesen t3edingungen ffihrt die Belichtung der dunkeladaptierten Retina nicht zu einer Steigerung der NHa-Ausbeute, w~hrend bei helladaptierter Retina in dem peripheren Abschnitt die Belichtung eine geringe NHa-Bildung des geffitterten Gewebes hervorruff. Zu einer solchen Hemmung der NHa-Bildung genfigt sehon eine Glykosekonzentration yon blutphysio- logischer H6he (o,I %).

    Zusatz von Serin oder Alanin in m/50 Konzentration wirkt typisch ant die NH3-Ansbeute, abet verschieden, je nachdem ob marl hell- oder dunkeladaptierte, zentrale oder periphere Teile der Retina untersucht. Bet dunkeladaptierter zentraler Retina ist bei Serinzusatz eine NH3-Bildung nicht nachweis- bar. (Aus dem Physiologisehen Institut der UniversitSt KSIn, Chem. Abteilung.)

    PRAKTISCHE ZUR KLINISCHEN BEDEUTUNG DER DUODENAL-

    D IVERT IKEL . Won

    KURT STEUER. Aus der RSntgenabteflung (Dr. B. KOMMERELL) der I. Medizinischen Klinik und

    Poliklinik der Charit4 (Direktor: Prof. Dr. R. SIEBECK). (SchluB.)

    Bet den Ulcustr~Lgern stand sowohl in Hinsicht auf die subjektiven Beschwerden als auch auf den klinischen und R6ntgenbefund das Ulcus v611ig im Vordergrund. Auch wenn eine durch Retention und Druckempfindlichkeit des Diver- tikels gekennzeichnete Entzfindung bestand (5 yon 18 F~lten), beherrschte stets das Geschwfirsleiden das Krankheits- geschehen. Die Krankheitsgeschichte eines jahrelang beob- achteten Patienten zeigt deutlich den Beginn von Magen- beschwerden mit dem Auftreten und das Aufh6ren nach der Vernarbung eines Ulcus, w~hrend gleiehzeitig multiple grol3e Divertikel bestehen :

    Fall 1. 66j/~hr. Mann, der seit 1925 wegen einer seropositiven Lues mit angin6sen Herzbeschwerden in poliklinischer ]3ehandlung

    ERGEBNISSE. steht. Herz wenig nach links verbreitert, systolisches Ger~usch fiber der Aorta, schnellender Puls, Blutdruck RR. 165/4 o. Die R6ntgendurchleuchtung ergibt eine breite und stark geschwungene Aorta mit Pulsationserscheinungen, die, wie der klinische ]3efund, ffir eine Aorteninsuffizienz sprechen. Nach antiluischer Be- handlung Besserung der Herzbeschwerden. Im Herbst 1932 erstmals Schmerzen im Oberbauch im Zusammenhang mit den Mahlzeiten, Nfichternschmerz. Kein Erbrechen, geringe Gewichtsabnahme. Die R6ntgenuntersuehung im Januar 1933 ergibt ein Ulcus duodeni und ein Divertikel kurz vor der Flexura duodeno-jejunalis. Im Februar 1933 groBe Magenblutung mit Bluterbrechen und Teer- stuhl. Sistieren der Blutung unter Bettruhe, seitdem wesentliche Besserung der ]3eschwerden. Der Pat. sueht im Oktober 1935 wegen erneuter Herzbeschwerden wieder unsere Poliklinik auf, Klagen yon seiten der Verdauungsorgane bestehen jetzt fiberhaupt nieht. Die R6ntgenuntersuchung ergibt jetzt eine deutliche Bulbus- deformitiit auf Grund yon ldleus duodeni, keinen Anhalt Iflr eine Nische. Zartes Schleimhautrelief im Magen und Duodenum. Hinter dem unteren Duodenalknie ein luftgeffiIltes, pfianmengrol3es Divertikel, in das Schleimhautfalten einstrahlen, 2 cm wetter, an der Flexura duodeno-jejunalis, ein ganz ~ihnliches, ebenso groBes Divertikel. ]3ei Verfolgung der Diinndarmpassage zeigen sich im Jejunum 5 weitere Divertikel bis ~vValnuBgr6Be. Keine Retention

  • xI. APRIL I936 I4L IN ISCHE WOCHENSCHRIFT . I5- JAH IRGANG. Nr . 15 525

    in den Divertikeln, kein lokalisierter Druckschmerz. Nach Ent- leerung des Magens zeigen auch die beiden Duodenaldivertikel keine Kontrastfi~llung mehr (Abb. 4 und 5).

    Bei manchen F~l len yon Geschwiiren bestanden dagegen Stagnat ion und Retent ion yon Speisen im Divert ike l :

    /~all 2. 64j~hr. Mann, der vor fiber 4 ~ Jahren eine jetzt~v611ig inaktive Lungentuberknlose durchgemacht hat. Vor 3--4 Jahren ,,Gallenbeschwerden", keine Gelbsucht, Stuhl nicht entf~rbt. Seit etwa 6 Wochen Schmerzen im Oberbauch, die nach rechts zum Rflckeu ausstrahlen, Verschlimmerung der Beschwerden I1/2 his 2 Stunden nach dem Essen, mehrfach Erbrechen. Stuhl bis vor 14 Tagen o.B., seit kurzem wurde Hellerwerden des StuNs be- merkt, dabei abet kein Ikterus. Geringe Gewichtsabnahme. Bei

    M6glicherweise spielt h ier das Duodenald ivert ike l , das zweifellos zur Retent ion I~ilaig ist, ftir die Neigung zu Ulcus- rez id iven eine Rolle, indem es entzt indl iehe Sch le imhaut- ver i inderungen im Duodenum begi inst igt. E in ~tiologischer Zusammenhang zwischen Ulcus duodeni und Divert ike l in dem Sinne, dab die Sclarumpfung des Bn lbus duodeni bei be- s tehenden per iduodenit ischeu Adh~isionen die Ents tehung eines Trakt ionsd ivert ike ls am Duodenum bedingte, ist bei e inem nnserer F~ille anzunehmen. Es hande l te sich nm einen erst 26j~hr. Mann, der bereits seit io Jahren Beschwerden vom Typ des Ulcus duodeni hat te . Die R6ntgenuntersuchung best~t igte diese Diagnose und ergab eine ziemlich erhebl iche

    Abb, 4 (Falt I). Zwei groSe Duodenaldivertikel am Duodenum ascendens und an der Flexura duodeno-jejunalis. Emstrahlende SchleimhautfaIten. Keine Retention. Gezielte

    Aufnahme im Stehen (i. sehr~ger Durehmesser). S. Skizze.

    der !dinischen Untersuchung findet sich ein reduzierter Ern~hrungs- zustand. Kein Ikterus. Herz und Lnngen physikalisch o. B. Leber uud Milz nicht vergr6Bert. Drnckschmerz etwas rechts vom Nabel, kein krankhafter Tastbefund. Im Stuhl wiederholt okkultes Blur +. Bilirubin im Serum o,36 rag%. Fraktionierte Ausheberung: H6ch-

    Luft - ~ ~ ! Diver tikelhals

    Barium "

    Duodenum Abb. 5- Sehematische Skizze zu Abb. 4-

    ster S~urewert 22/3 o. R6ntgenuntersuchung: Reichlich Sekret im Magen, breite Schleimhautfalten. Kleine Kurvatur ohne Nische. Die Darstellung des Bulbus getingt erst uach Lagerung auf die rechte Seite und stiirkerer Aufffillung des Magens. Der Bulbus duodeni ist in einen engen Kanal umgewandelt, an dessen engster Stelle an der Hinterwand (pankreaspenetrierend?) ein groger Ulcuskrater gelegen ist. Vom unteren Duodenalknie aus ffiltt sich ein tdrschgroges Divertikel an der I4onkavitXt des Duodenum. Nach strenger Di~tkur in der Klinik Rflckbildung der Ulcusnische, Besserung der Beschwerden. Bei der ambulanten Nachunter- suchung nach einem Jahr klagt der Pat. wieder fiber erlleute Schmerzen, trotzdem er angeblich keine Dilitfehler begangen hat. Die R6ntgenkontrolle ergibt wieder ein allerdings etwas kleineres Ulcus duodeni als bei der ersten Untersuchung. Das Divertikel ist nach I Jahr etwas gr613er geworden, zeig~ im Stehen deutliche Drei- schichtung. Keine Peristaltik am Divertikel. 5 Stunden p. c. ist der Magen leer, im DivertikeI noch wenig Barium. Nach 24 Stunden enthMt das Divertikel kein Barium mehr, dagegen zeigt sich genau der Lage des Divertikels entsprechend ein Sekretspiegel mi~c

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