Publizieren wissenschaftlicher Arbeiten

  • View
    1.495

  • Download
    0

Embed Size (px)

DESCRIPTION

 

Text of Publizieren wissenschaftlicher Arbeiten

  • 1. Publizieren wissenschaftlicher Arbeiten Workshop Promotionskolleg Global Social Policies and Governance in Kooperation mit dem UniKasselTransfer Career ServiceUlrich Herbwww.scinoptica.com Kassel, 09.11.2012
  • 2. Agenda Wissenschaftliches Publizieren: Kontextualisierung & Funktionen Publizieren in den Sozialwissenschaften Qualittssicherung wissenschaftlicher Publikationen Qualittsmessung wissenschaftlicher Publikationen Publizieren: Relevante Rechte Lizenzierung wissenschaftlicher Inhalte Open Access & Toll Access Open-Access-Angebote fr Sozialwissenschaftler Wahl eines geeigneten Publikationsortes & Inhalt typischer Verlagsvertrge Wie publizieren wir in 25 Jahren? Seite 2
  • 3. Wissenschaftliches Publizieren Motivationen & Funktionen: Individuell, organisatorisch, funktional, normativ Seite 3
  • 4. Wissenschaftliches Publizieren: Warum? Seite 4
  • 5. Individuelle RelevanzPublish or Perish Karriere eines Wissenschaftlers hngt von seiner Reputation ab. Reputation eines Wissenschaftlers wird ber seine wissenschaftliche Wirkung (impact) bestimmt. Die wissenschaftliche Wirkung wird vor allem ber das Publikationsverhalten bestimmt. Wie viel, zu welchem Thema, mit wem und wo wird publiziert? Seite 5
  • 6. Organisatorische RelevanzHochschulevaluierung und leistungsorientierte Mittelvergabe betreffen materielle und personelle Ausstattung von wissenschaftlichen Einrichtungen Wahl von ForschungsschwerpunktenGngige Kriterien Anzahl der Promotionen Umfang der eingeworbenen Drittmittel Publikationsverhalten Seite 6
  • 7. Wissenschaftliches Publizieren: Funktionale SichtFunktionen: Verbreitung wissenschaftlicher Ideen Archivierung Qualittskontrolle Rationalisierung Effizienzsteigerung wissenschaftlicher Kommunikation Ausbildung neuer Subdisziplinen Schaffung und Fortschreibung von HierarchienVgl. Frhlich (2009, S. 255 f.) Seite 7
  • 8. Wissenschaftliches Publizieren: Normative SichtKarl Popper (1970) Wissenschaft erfordert Kommunikation, sie kann kein Einzelunternehmen sein Wissenschaftliche Forschung braucht ffentliche Darstellung, intersubjektive Kontrolle und Kritik Dritter (Frhlich 2009)Robert Merton: Postulate des Wissenschaftsethos (1972) Universalismus Kommunismus Uneigenntzigkeit Organisierter Skeptizismus Seite 8
  • 9. Wissenschaftliches Publizieren: Normative SichtKommunismus?Die materiellen Ergebnisse der Wissenschaft sind ein Produkt sozialerZusammenarbeit und werden der Gemeinschaft zugeschrieben. Sie bilden eingemeinsames Erbe, auf das der Anspruch des einzelnen Produzentenerheblich eingeschrnkt ist. Mit dem Namen ihres Urhebers belegte Gesetzeoder Theorien gehen nicht in seinen oder seiner Erben Besitz ber, nocherhalten sie nach den geltenden Regeln besondere Nutzungsrechte.Eigentumsrechte sind in der Wissenschaft aufgrund der wissenschaftlichenEthik auf ein bloes Minimum reduziert. Der Anspruch des Wissenschaftlersauf sein intellektuelles Eigentum beschrnkt sich auf die Anerkennung undWertschtzung, die (...) in etwa mit der Bedeutung dessen bereinstimmt, wasin den allgemeinen Fonds des Wissens eingebracht worden ist.(Merton, 1972, S. 51) Seite 9
  • 10. Wissenschaftliches Publizieren Entwicklung Seite 10
  • 11. Genese: Wissenschaftliches Publizieren Aufkommen wissenschaftlicher Journale im 17. Jahrhundert Ursprung: Briefkorrespondenz, Almanache und Sitzungsakten wissenschaftlicher Gesellschaften 1665: Henry Oldenburg grndet Philosophical Transactions und verschickt Auszge eingesandter Dokumente 1765: die Royal Society bernimmt die Philosophical Transactions und fhrt eine formalisierte Begutachtung ein Publikationsdichte der frhen Journale (zeitlicher Abstand der Hefte/ Issues) richtet sich nach dem Takt des PostkutschenverkehrsVgl. Frhlich (2009) Seite 11
  • 12. Wissenschaft als wachsende InstitutionExponentionelles Wachstum der WissenschaftDe Solla Price (1963) Wissenschaftssystem verdoppelt seine Quantitt seit seinen Anfngen im 17. Jahrhundert ca. alle 15 Jahre Zahl der Wissenschaftler verdoppelt sich dreimal so schnell wie die Bevlkerungszahl Vorhersage, dass sich diese Entwicklung zum Ende des 20. Jahrtausends entschleunigt andernfalls kmen im Jahr 2000 zwei Wissenschafter auf jede Frau, jeden Mann und jeden Hund Seite 12
  • 13. Wissenschaft als wachsende InstitutionWeingart (2003) 80% bis 90% aller Wissenschaftler, die jemals gelebt haben, leben heute Ende des 19. Jhd: 50.000 Wissenschaftler Ende des 20. Jhd: > 3.000.000 WissenschaftlerMarx & Gramm (1994/2002) Menschen mit wissenschaftlich-technischer Ausbildung Mitte des 17. Jahrhunderts: < 1 Million 1850 bis 1950: Anstieg von 1 auf 10 Millionen 1950 bis 2000: Anstieg von 10 auf 100 Millionen Seite 13
  • 14. Wissenschaftliches Publizieren Ausdifferenzierung der Publikationstypen Seite 14
  • 15. PublikationstypenAusdifferenzierung der Publikationstypen Journal Monographie Konferenzband Sammelband Festschrift Lexikon Enzyklopdie Rezension Tagungsbericht Skalendokumentation Gesetzeskommentar Seite 15
  • 16. Wissenschaftliches Publizieren Ausdifferenzierung der Publikationsorgane Seite 16
  • 17. Publikationsorgane und -mengeQuantitative VernderungenZahl der wissenschaftlichen Journale liegt zwischen 40.000 und 100.000 (Weingart 2003) 50.000 und 500.000 (Frhlich 2009)je nach dem ob Jahrbcher, Newsletter wissenschaftlicherVereinigungen, Nebenreihen etc. mitgerechnet werdenDerk Haank: Anzahl der produzierten Artikel steigt pro Jahr umzwischen 6 und 7% (Poynder & Haank 2010) Seite 17
  • 18. Publikationsprozesse und -akteure in den Sozialwissenschaften Seite 18
  • 19. Publizieren in den SozialwissenschaftenSoziologie, Zeitraum 2001-2005 Publikationstyp Anteil Sammelbandbeitrge 45,2% Zeitschriftenaufstze 34,4% Monographien 7,3% Sammelbnde 6,8% Rezensionen 6,3% Zeitschriftenaufstze verteilten sich auf ber 1000 Journals davon waren 375 Peer Reviewed(WR, 2008) Seite 19
  • 20.