5. Internationales Vitamin-Symposium in Budapest vom 14. bis 16. Oktober 1965

  • Published on
    12-Aug-2016

  • View
    212

  • Download
    0

Embed Size (px)

Transcript

  • Sitzungsberichte 141

    Beschreibung der A pparatur Die Apparatur besteht aus einem Extraktionskolben (4) (Stehkolben mit wahlweise 1000,

    2000, 6000 und 10000 ml Inhalt) mit Schliff NS 45/40, einem Extraktionsaufsatz (2) Kern nnd Hfilse Sch]iff NS 45/40, einem Glasfrittenrohr (3) mit Fritte G 2 und Triehter am oberen Ende des Rohres, einem Siedekolben (5) mit Schliff NS 29/32 und einem Dimrothkfihler (1) 25 em Nantell~nge mit Sehliff NS 45/40.

    Der Extraktionskolben ist auf ein Magnetrfihrwerk aufgesetzt. Im Extraktionskolben be- finder sieh ein Teflonmagnetst~behen, das in Form und Gr0Be auf die Leistung des Magneti- sierungsger~tes abgestimmt ist. Als Heizquelle tfir das Siedek61bchen dient zweckmiiBigerweise ein Heizpilz mit 3-Stufen-Schaltung. Da die Sehliffverbindungen nach M6glichkeit nicht gefettet werden sollen, empfiehlt es sieh, Teflonmanschetten zu verwenden.

    A nwendungsbeispiele 1. Ext rakt ion von Mineral61 aus Trinkwasser.

    In Modellversuchen ermittelten wir eine Extrakt ionsdauer yon 8 Std (erschSpfende Extrakt ion) fiir die 10 l -Apparatur und einer Menge yon 100 mg Heiz61 in 10 1 Wasser. Die Ermit t lung tier Extrakt ionsausbeute wurde durch Messung der Fluorescenz- emissionspektren vorgenommen.

    2. Ext rakt ion von Insectic iden aus w~Briger LSsung.

    Die Ext rakt ion yon Inseetieiden, speziell yon ehlorierten Verbindungen aus Kin- derfert ignahrung (Babyfoods) l~Bt sieh mit der Apparatur naeh hinreichender Zer- kleinerung und Verdfinnung der K indernahrung auf 2 1 direkt aus wgBriger LSsung vornehmen. Um das Ubersehwemmen yon festen Part ike ln in den Siedekolben zu ver- meiden, f i igten wir in den unteren Tell des Extrakt ionsaufsatzes ein F i l ter aus Poly- amidwatte ein.

    Zusammen]assung Es wird eine Apparatur beschrieben, die es ermSglicht, aus w~Briger L6sung Stoffe

    mit leiehtsiedenden organisehen L6sungsmitteln zu extrahieren. Die Ausffihrung der Apparatur ist so bemessen, dab Fl i issigkeitsmengen yon 1 -10 1 extrahiert werden k6nnen. Eine ausffihrliche Besehreibung mit Angabe yon MaBen wird angegeben. Zwei Anwendungsbeispiele (Extrakt ion yon Mineral61 aus Trinkwasser und Extrak- t ion yon Insectic iden aus w~griger LSsung) werden beschrieben.

    Sitzungsberichte 5. Internationales Vitamin-Symposium in Budapest

    yore 14. bis 16. Oktober 1965

    Das Symposium wurde yon dem Wissenschaftlichen l%at ffir das Gesundheitswesen Ungarns gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Verein ffir Lebensmittelindustrie Ungarns und dem Trust der Ungarischen Pharmazeutisehen Industrie veranstaltet. AuBer den ungarischen Gastgebern nahmen Fachleute aus Bulgarien, beiden Teilen Deutschlands, Frankreich, Lybien, Polen, Rum~- nien, der Sowjetunion und der Tsehechoslowakei an der Veranstaltung tell.

    J. ~V[ASEK (Prag) erSffnete die Plenarvortr~ge mit Beitr~gen zu dem Problem des Vitamin C- Bedarfs bei Erwachsenen. T. TAs~nv, V. KOLARSK und L. KtCASTEV (Sofia) berichteten fiber den leberschfitzenden lipotropen Effekt yon Vitamin B12 bei ]%atten mit experimenteller Leber- zirrhose. F. GERL6CZ, . L~_NCOS, M. GEI~EICD2[S und J. SzA:a6 (Budapest) trugen ihre Unter- suehungsergebnisse fiber die gefi~Bschfitzende Wirkung von Vitamin E bei haemorrhagisehen Krankheitsbildern im Kindesalter vor.

    Die fibrigen Vortr~ge waren auf 2 Sektionen verteilt. In der I. Sektion befaBte man sieh im wesentliehen mit der Vitaminversorgung bestimmter BevSlkerungsgruppen, Vitaminverlusten

  • 142 Sitzungsberiehte

    bei der Verarbeitung von Lebensmitteln und Vitaminbestimmungsmethoden. In dcr IL Sek- tion wurden vor allem Fragen des Vitaminstoffwechsels besprochen. Von den insgesamt etwa 90 Vortr~gen seien diejenigen, die sich mit lebensmittelehemischen Problemen befaBten, aus- f fitn'lieher behandelt.

    K. Ko]?Ec (Brfinn) referierte fiber das Verhalten der Ascorbins~ure in Obst und Gemiise wi~hrend der Lagerung. Der Ascorbins~uregehalt der vegetabilischen Vitamin C-Tr~ger mit noch vitalem Gewebe ist als das Ergebnis eines Gleiehgewichtszustandes zwisehen auf- und abbauendcn Vorg~ngen anzusehen. Mit fortschreitender Lagerdauer fiberwiegen die Abbauvorgi~nge, modi- fiziert durch Lagertemperatur und Atmungsintensit~t. Manche biologischen Vorgi~nge, wie das Reifen yon Friichten oder das Austreiben zweij/~hriger Gemfisearten, sind oft yon einer ErhShung des Ascorbinsi~uregehaltes begleitet. So lassen sich im wesentlichen die folgenden 3 Typen yon Lagergfitern unterseheiden: 1. Intensiv atmende Produkte mit schnellem Vitamin C-Abbau (z. B. Beerenfrfiehte); 2. Lagergfiter, deren Vitamin C-Gehalt w~hrend des letzten Lagerungs- absehnittes wieder zunimmt (z. B. WeiBkohl, verschiedene Kartoffelsorten); 3. Frfichte, deren Vitamin C-Gehalt w~hrend der Nachreife ansteigt und anschlieBend wieder vermehrt abgebaut wird. Die Zeit bis zu der der Aseorbins~uregehalt auf 75% des Ausgangswertes abgesunken ist, betri~gt nach Messungen des Vortragenden bei griinen Bohnen und Erbsen 3--7 Tage, bei Paprika etwa 40 Tage. Bei Kartoffeln steigt der Ascorbins~uregehalt naeh 100--150 Tagen wieder an. ii.pfel erreichen naeh 50--80 Tagen einen maximalen Aseorbins/~uregehalt, yon dem nach 150 Tagen nur noeh 75% vorhanden sind.

    t~. BALLA (Budapest) beriehtete fiber die guten Erfahrungen, die er bei der konserventech- nisehen Verarbeitung ~,on Paprikapiiree und Tomatensaft mit einer reehtzeitig eingeschalteten Enzyminaktivierung gemacht hat. Das Rohmaterial wurde vor der Zerkleinerung kurzfristig auf etwa 130 bis I40C erhitzt. Wenngleieh der Ascorbins~ureabbau in sauerstofffreien oder sauerstoffarmen Systernen noeh erheblich sein kann, so ist der Entzug des Sauerstoffs doch yon groBer Bedeutung. Bei Sauerstofffreiheit war eine 90% ige Hemmung der Aseorbins~ure-Oxydation zu beobaehten. Besonders bei den tIomogenisierungsvorg~ngen wirkte sieh der Sauerstoffentzug auBerordentlich gfinstig aus.

    E. K~v]~I (Budapest) priifte einige Cysteinester auf ihre fiir Vitamin C-stabflisierende Wirkung in Lebensmitteln. Cysteinamy]esterhydrochlorid erwies sich als die wirksamste der untersuehten Substanzen. Dureh Zusatz yon 100 rag/1 wird eine 0,5 10 -2 ra-Ascorbins~urel6sung bei 20 C und pH 3,9 in Gegenwart yon 3,2 mg Cu/1 und bei einer Beliiftung mit 0,5 I/rain 5 Std lang stabflisiert. Der Stabilisator zeigt keine gesehmackliehe Beeinflussung und ist thermost~bil. Ein Mmlich gut wirkendes, aber bisher noch nicht identifiziertes Gemisch yon Vitamin C-Stabilisa- toren wurde aus WeiBkohl, Blumenkohl und Kohlrabi extrahiert.

    O. SVAB~SK und M. MA~TI~OVSKX (Prag) sprachen fiber die Stabflit~t yon Thiamin und t~iboflavin beim Lagern geiriergetrockneten Fleisches. Beim Braten bfiBten Sehweine-, Rind- und Gefliigelfleiseh im Durehschnitt 40% an Thiamin und 8% an Riboflavin ein. W~hrend einer einj~hrigen Lagerzeit von gebratenem, gefriergetroeknetem Fleiseh traten keine weiteren Vitamin- verluste auf. Demgegenfiber verlor in ungebratenem Zustand gefriergetrocknetes Fleiseh unter gleiehen Lagerungsbedingungen mehr als 50% der beiden genannten Vitamine. Die bei der Lage- rung auftretenden Verluste an Thiamin nahmen mit steigender relativer Luftfeuehtigkeit zu (bei 65% rel. Luftfeuehtigkeit 50--70% Verlust); das Verh~lten des Riboflavins wurde dureh die Luftfeuehtigkeit nieht beeinfluBt.

    K. SZ6KE (Budapest) kommt auf Grund yon Koehversuehen mit 10 versehiedenen Gemfisen zu der Annahme, dab der im Kochwasser gel6ste Sauerstoff an der Zersetzung der Ascorbins~ure nur wenig Anteil hat, wenn das Koehgut raseh erwarmt wird.

    !YI. TELEGDY-I~OVJ~TS (Budapest) bestimmte den Vitamin B6-Gehalt verschiedener Lebens- mitgel sowie der daraus zubereiteten Speisen mit Hilfe yon Saccharomyces carlsbergensis. Dureh die Zubereitung gingen mehr Ms die HMfte des urspriinglichen Vitamin B6-Gehaltes verloren.

    R. KA~LISr (Lyon) beriehtete fiber die Erfahrungen bei der ttersteflung yon Kefir aus Milch- pulver mit Hilfe yon Propionibacterium shermanii. Der Gehalt an den Vitaminen Bj, B2, PP, Bs, Fols~ure und Citrovorum factor erhShte sich gegenfiber dem fiblieherweise zubereiteten Kefir. Besonders stark stieg der Vitamin B12-Geha]t an. Er lag mit 50 ~g/1 im Milchpulver-Kefir 50 bis 60mal h6her als in gewShnlichem Kefir.

    A. SX~Dot (Budapest) sowie J. PISKOVX und J. :DAVIDEK (Prag) beurteilten in ihren Vor- trggen verschiedene in der Praxis verbreitet angewandte Vitamin C-Bestimmungsverfahren be- sonders hinsiehtlieh ihrer Anwendung in der Betriebskontrolle der Lebensmittelindustrie.

    S. BACZYK (Posen) fiberprfifte den EinfluB verschiedener reduzierender Substanzen auf die Lichtabsorption der n-Aseorbins~ure.

    Einige Vortri~ge, so die yon J. PISKOVX und J. C~x~X, yon P. KocovX und J. C~sX sowie Yon J. BLATTN~, J. DAVIDEK und J. MA~OVSKOVX (alle Prag) befaBten sich mit der Problematik

  • T~tigkeitsberichte 143

    der Bestimmung von Thiamin, Riboflavin und Tokopherol in Lebensmitteln. Die Ergebnisse dienten der Vorbereitung einheit]ieher Bestimmungsmethoden fiir die RGW-Lgnder.

    Z. GANOWlAK, J. WIE~ZC~OWSKI und B. WITUSZ~SKA (Danzig) verglichen die Thiochrom- methode mit der mikrobiologischen Methode yon SA~TT und C~LD~ZI~, modifiziert yon BRAEK- KAS zur Thiaminbestimmung in Fischkonserven. Beide Methoden erwiesen sich als geeignet.

    J. KozIo5 und A. XOZIOLOWA (Posen) berichteten fiber die Bestimmung der Flavine in Weizen. Es wurde die Eignung neuer Ionenaustauscher und Elutionsmittel fiir die yon den Vortragenden befiirwortete direkte Fluorescenz-Messung untersucht und eine modifizierte Extraktbereitung und -reinigung vorgeschlagen.

    B. SECOMSKA (Warschau) ermittelte in 3 polnischen Weizen- bzw. l%oggenbrotsorten den Gehalt an gebundener und freier I~icotinsi~ure. Wi~hrend der gesamte ~icotinsguregehalt des Weizens etw~ 4--5mal grSl~er a]s der des Roggens ist, weisen die Brote nur relativ k]eine Unterschiede im freien I~icotins~uregehalt auf. 50--80% des Gesamt-Nicotins~uregehaltes lagen ungebunden vor.

    Trotz der vielen Vortr~ige blieb infolge der straffen und disziplinierten Vortragsweise ausreichend Zeit ffir Diskussionen. Den Tagungsteiluehmem wurde zum AbsehluB noch Gelegenheit gegeben, die Konservenfabrik in Nagy-kSrSs, in der vor allem Paprika und Tomaten verarbeitet werden, zu besichtigen. M. Zobel (Potsdam-Rehbrficke)

    VII. Internationaler Ern~ihrungskongreI~ in Hamburg yore 3. bis 10. August 1966

    Der VII. Internationale Ern~hrungskongreB wurde im Auftrag der International Union of Nutritional Sciences (IUNS) yon der Deutschen Gesellschaft fiir Erni~hrung (DGE) veranstaltet. President des Kongresses war Professor Dr. reed. JOACHIM Ki~NV (Direktor des Physiologisch- Chemischen Instituts der Universitiit ]=Iamburg). Als Pri~sident der Deutsehen Gesellschaft ffir Ern~hrung war Professor Dr. Ing. J. SC~O~i)LLER (Berlin) verantwortlich. Die Zahl der Teilneh- mer betrug ann~hernd 2000 aus fiber 80 Landern.

    Im Rahmen des Kongresses wurden Plenarsitzungen, Symposien und Rundgespri~ehe veran- staltet und freie Vortr~ige gehalten. Die KongreBsprachen waren franzSsisch, englisch und deutsch. Durch qua]ifizierte Simultanfibersetzung wurde ffir gute Ubertragung in die fremden Sprachen gesorgt. Die Kongrel~veranstaltungen fanden parallellaufend in verschiedenen HSrs~ilen der Universit~t Hamburg start. Die Zahl der insgesamt gehaltenen Vortr~ige betrug etwa 730. Die Themen der Plenarsitzungen betrafen Ern~hrung und Gesundheit, Regulation yon Hunger und S&ttigung, Ern~hrung unter verschiedenen geographischen und klimatischen Bedingungen, Geschichte und Entwicklung der Erniihrung seit pr~historischen Zeiten, Ern~hrung im tech- nischen Zeitalter und Probleme der We]tern~hrung in der Zukunft. Die iibrigen Veranstaltungen entsprachen z. T. ebenfalls diesen Leitthemen; dariiberhinans wurden auch alle sonstigen Ge- biete der Ernahrung behandelt, wie z. B. Lebensmitteltechnologie, Lebensmittelmikrobiologie, Ern~hrungserziehung, Krisenverpflegung und Haushaltsbevorratung, Gemeinschaftsverpflegung, kfinstliche und biogene l~remdstoffe, Ern~hrung aus dem Meer und Ern~hrung in unbewohn- baren Gebieten und im Weltraum.

    In Verbindung mit dem Erni~hrungskongreB wurde eine Ausstellung mit dem Thema ,,Wissen schfitzt vor Mangel und Fehlern~hrung" veranstaltet, fiir die Frau Dr. I. LA~DGREBE-WoLFF und Dr. G. HEINICKE die Yerantwortung trugen. Der Kongrel~ war Ms Ganzes ausgezeichnet or- ganisiert und gab ein umfassendes Bild yon der heutigen Situation auf dem Gebiet der Erni~hrung und allen angrenzenden Gebieten. Den Kongrel]teilnehmern wurde die Kurzfassung der Vortr~ge in Form eines Buches yon 353 Druckseiten zur Verffigung gestellt. Die Vortr~ge sollen in einem sechsb~ndigen KongreBbericht ver6ffentlicht werden. Die Referierung einschl~giger Vortr~ge in dieser Z. wird nach dem Erscheinen dieses Kongrel~berichtes erfolgen.

    S. W. Souci (Miinchen)

    T itigkeitsberichte Institut ~iir Hygiene und Arbeitssehutz in (~luj (Rum~nien)*

    Auf Grund einer :Einfiihrung der Direktoren des Instituts, Prof. Dr. I. PRODAh ~ und Dr. A. IvA~os, stellt der vorliegende Band eine Sammlung der wichtigsten Arbeiten des Instituts aus

    * R6sum6s des Travaux 1960--1964. Druckschriit, verSffentlicht durch d~s ,,Institut d'Hygi~ne et de Protection du Travail Cluj du Minist~re de la Sant6 et des Pr6voyances Sociales". 197 S. R. S. Roumanie 1965.

Recommended

View more >