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Die neue Wohnmobilsaison beginnt - Stellplatzfuehrer.de · Einen milden Winter haben wir . ... dass unser Schneeschieber bis zum Jahresende nicht zum Einsatz kommt. Und in den ersten

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  • Die neue Wohnmobilsaison beginntDie erste Tour des Jahres fhrt uns (wieder einmal) nach Ostfriesland

    Einen milden Winter haben wir. Zumindest bis Ende Dezember. Den mildesten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen, sagen die Wetter-frsche. Das muss ich einfach mal so glauben. Sicher ist, dass unser Schneeschieber bis zum Jahresende nicht zum Einsatz kommt. Undin den ersten Tagen des neuen Jahres ein einziges Mal. Doch Mitte Januar gehts los. Die kalte Jahreszeit hat uns im Griff. Mit Blitzeis undSchnee. Da tanzen vor unserem Wohnzimmerfenster die Flocken. Liegt die weie Fracht mehr als einen guten Dezimeter hoch auf demHof und im Garten. Das Thermometer fllt in den zweistelligen Minus-Bereich. Die Meisen, Spatzen, Rotkehlchen, Drosseln und da-heimgebliebenen Stare fallen wie eine Heerschar wildgewordener Hunnen ber unser Futterhuschen her. Auch die Maulwrfe - die mirim vergangenen Sommer einiges Kopfzerbrechen bereiteten schaufeln sich nicht mehr zur Oberflche von Rasen und abgerumtenGemsebeeten. Nach zwei Wochen ist der Schnee wieder verschwunden. Die Temperatur wieder ber dem Nullpunkt und das Wetternorddeutsch. Regen kommt von oben. Mehr als genug.

    Mglichst frh will ich heuer auf Achse sein. Doch das Wetterspielt bis in den April nicht mit. Nasskalt ist es. Regen mit Schneedurchsetzt (rechts Foto vom 25. April aus unserem Garten). Zwi-schen ein bis vier Grad warm. Mit Tagen, an denen Friesen-nerz und dicke Jacke die richtigen Kleidungsstcke sind. Erstim Mai macht der Frhling seinem Namen Ehre. Wir wollenwieder einmal die norddeutsche Kste besuchen. Als bleiben-den Eindruck nimmt man aus Ostfriesland das Gefhl der Wei-te und den Anblick von Windmhlen und zahllosem Weideviehmit, steht im Baedeker. Das hilft mir nicht weiter. Na gut, mei-ne Ausgabe ist von 2002. Inzwischen schreiben wir 2016. Sth-lerne Windkraftanlagen haben die Dominanz der historischenWindmhlen lngst abgelst. Geblieben sind die Schafe, die,,Deichbeamten. Sie halten den Bewuchs kurz, treten die Gras-narbe und damit den Deich fest, liefern whrend ihres Lebenswarme Wolle (die auf dem Markt heute nicht mehr viel Kohle

    Inzwischen ist es Mai geworden. Am Tag der Arbeit ringt sich das Tagesgestirn endlich dazu durch, auch bei uns Frhling werden zulassen. Die Temperaturen steigen allmhlich in die Wohlfhlzone. Am 8. Tag des Wonnemonats verzichten wir zum ersten Mal am Abendauf die wohlige Wrme unseres Kachelofens. Die Quecksilbersule zeigt tagsber 25 bis 27 Grad. Und die ziemlich frische Abendbriseaus Osten ist auf Hemdsrmeltemperatur angestiegen. So gehts bis Pfingsten. Nach den Feiertagen und damit belegten Stellpltzen sollder Troll die Sporen erhalten. Nun kanns losgehen. Aus dem Plattdeutschland ins Ostfriesische.

    in die Kassen der Schfer bringt) und nach ihrem gewaltsamen Ableben einen vorzglichen Braten.

    Neu ist die Schlagzeile in der Tageszeitung ,,Abgabenflut an der Kste Kommunen wollen am Urlauberboom vermehrt mitverdienen.Fremdenverkehrsabgaben werden erhht. Die Gemeinde Wangerland stellt die Kosten fr Rettungsschwimmer, Reinigung und Sanitr-gebude in Rechnung. In Hooksiel und Horumersiel mssen knftig fr einen Strandbesuch drei Euro abgedrckt werden. ,,Ein allgemei-nes Recht zum Strandspaziergang gibt es nicht, befand das Oberverwaltungsgericht. Und auch die Gewerbetreibenden, Hoteliers,Strandkorbaufsteller, Stellplatzvermieter werden zur Kasse gebeten. Das treibt auch unsere Kosten in die Hhe. Aber hlt es mich nichtdavon ab, die erste Tour des neuen Jahres wieder Richtung Ostfriesland zu planen. Wikipedia, die Internetwerbung der Kstenorte, derStellplatzfhrer, Promobil, Ostfrieslands Marktfhrer in Sachen Tee, Bnting in Leer, und die Ostfriesland-Tourismus GmbH helfen mirdabei.

    Die Anfnge Ostfrieslands liegen

    im 8. Jahrhundert

    Obwohl ganz im Nordwesten der Republikgelegen, heit es doch ,,Ostfriesland, denn,,Westfriesland gehrt schon zu den Nieder-landen. Ostfriesland besteht aus der kreis-freien Stadt Emden sowie den LandkreisenAurich, Leer und Wittmund. Sie bilden etwadas Gebiet des ehemaligen Frstentums Ost-friesland, das ab 1744 als RegierungsbezirkAurich innerhalb Preuens und spterNiedersachsens fortbestand. Die Region lebtvor allem vom Tourismus. Als das Europi-sche Tourismus-Institut 2002 eine Umfragestartet und 1451 Deutsche fragt, wo Ostfries-land denn eigentlich auf der Landkarte liegt,da wussten weniger als die Hlfte gerade maldie ungefhre Gegend. Die brigen zeigtenauf vllig andere Landstriche irgendwo zwi-schen Amsterdam in den Niederlanden undKopenhagen in Dnemark. Jeder fnfte Be-fragte hatte gar von Ostfriesland berhauptnoch nichts gehrt. Viele Deutsche haben

  • Probleme mit der Lage Ostfrieslands, da sie es dem Namen nach irgendwo im Osten vermuten, es aber stattdessen im uersten Westender Republik liegt. Das ist den Ostfriesen natrlich egal, denn Ostfriesland gab es schon, als an Deutschland noch lange nicht zu denkenwar. Ostfriesland war immer schon ein Teil Frieslands. Und dessen Geschichte beginnt irgendwann im 8. Jahrhundert, also kurz nach derVlkerwanderung. Friesland reichte damals entlang der Nordseekste, beginnend an der Rheinmndung bis hin ins heutige Dnemark.

    Friesland insgesamt ist trotz oder gerade wegen der Jahrhun-derte langen Geschichte sehr lebendig. Es gibt sogar einegesamtfriesische Interessenvertretung, den InterfriesischenRat. Und hier finden wir auch alle friesischen Gebiete wieder:Die Sektion West umfasst die Provinz Frysln in den Nie-derlanden. Die Sektion Ost umfasst Ostfriesland, den Land-kreis Friesland, die Stadt Wilhelmshaven, das Saterland, Ge-biete des ehemaligen Rstringens (das heutige Butjadingen, dasStadland, groe Teile des heutigen Jadebusens und einige Ge-biete des Jeverlandes und der Friesischen Wehde) sowie dasLand Wursten (eine Landschaft zwischen Bremerhaven undCuxhaven). Die Sektion Nord umfasst Nordfriesland sowiedie Insel Helgoland. Neben den Dnen, Sorben, Sinti und Roma

    ,,Eala frya Fresena - seid gegrt, freie Friesen! So lautete der Gru der stolzen Friesen im Mittelalter. Und die Friesen waren wirklichfrei! Es war ihnen gelungen, Begehrlichkeiten auswrtiger Grafen immer wieder abzuwehren. Ab 1100 etwa konnten die Friesen sichfriesch und fry nennen. Die Selbsthilfe gegen die Normanneneinflle und die Verteidigung gegen die Gefahr der Unfreiheit gab denFriesen ein starkes Selbstbewusstsein, das sich auch beim Deichbau bewhrte. Nur mit Hilfe aller war es mglich, den Seedeich zuerrichten und was genauso wichtig war ihn zu erhalten. Ein einziger nachlssiger Landbesitzer hinter dem Deich konnte Hunderte vonMenschen in Elend und Tod strzen, wenn er das Deichstck, fr das er verantwortlich war, nicht hegte und pflegte oder die Siele, die dasLand entwsserten, nicht in Ordnung hielt. Sind Sie neugierig geworden auf die ,,Friesische Freiheit? Mehr darber erfahren Sie in derBroschre ,,Eala frya Fresena. Die Friesische Freiheit im Mittelalter, hrsg. von der Ostfriesland-Stiftung der Ostfriesischen Landschaft2003. Sie knnen sie im Shop der Ostfriesischen Landschaft bestellen: www.ostfriesischelandschaft.de.

    Unsere Ostfrieslandreise im vergangenen Jahr ging von Neuharlingersiel Richtung Westen. ber Dornumersiel und Dornum erreichtenwir Greetsiel auf der Krummhrn. Nun laufen wir als erste Station Carolinensiel an. Dann gehts weiter Richtung Osten. Richtung Weser-mndung ber Schillig, Horumersiel und Hooksiel und nach Wilhelmshaven. Und wenn die Zeit und das Wetter es zulassen nach Tossens,Fedderwardersiel im Butjadingerland und weiter nach Brake ein Stckchen weseraufwrts.

    gehren die Friesen zu den staatlich anerkannten Minderheiten innerhalb Deutschlands.

    Eerstmaal een Koppke Tee

    Das Nationalgetrnk Ostfrieslands ist der Tee. In zarter Tee-tasse, mit ,,Kluntjepott und ,,Kluntjezange, mit dickbau-chiger Kanne und dem Stvchen. Wie bei Ostfriesens gibtsauch bei uns bis zu sechs Teepausen am Tag mit drei TassenTee pro ,,Sitzung. Erst gibts Kandiszucker in die Tasse,dann den Tee und zum Schluss mit dem Rohmlepel ein we-nig Sahne. Keinesfalls umrhren oder schtteln. Sind dieWlkchen da, heit es abwarten und Tee trinken. Es geht indrei Etappen an den Genuss: Erst die Sahne, dann den her-ben Tee und zum Schluss den sen Zucker. Lecker.Nach der dritten Tasse ist Pause bis zur nchsten ,,Sitzung. Dann wird der Lffel in die Tasse gelegt. Man danktdamit fr den Tee. Ostfrieslands ltestes Teehaus ist brigens Bnting in Leer. 1806 gegrndet, mit vielen Tee-sorten und einem Teemuseum.

    Im 17. Jahrhundert kam dererste Tee durch die Niederln-der und die Briten nach Ost-friesland. 100 Jahre spter hat-te er seinen Siegeszug in alleGesellschaftsschichten voll-bracht. Die Ostfriesen-mischung wird aus mindestens20 verschiedenen Schwarz-teesorten - vor allem aus As-sam, aber auch aus Ceylon undDarjeeling - hergestellt. Dabeidarf sich nur in Ostfrieslandgemischter Tee ,,Echter

    Ostfriesentee nennen. Alleanderen werden als ,,Ostfriesen-Mischung bezeichnet.

    Schon gewusst: Der Tee ist in Ostfriesland weiblich. Seine Zubereitung liegt allein in den Hnden der ostfriesischen Hausfrau. Und dasRecht zur Zubereitung wird seit Jahrhunderten von der Gromutter und Mutter an die Tochter weitergegeben. Pro Person gibts einenTeelffel Tee in die Kanne. Der Aufguss soll die Bltter gerade bedecken. Erst nach dem Ziehen wird nachgegossen so viel, wie Tassenausgeschenkt werden. Beim Einschenken ist die strenge Reihenfolge zu beachten.

  • Die Ostfriesische Rose

    Bereits in den Anfngen der ostfriesischen Tee-geschichte erwiesen sich Gefe aus Porzellan alsbesonders geeignet zur Teezubereitung und als Trink-gef. Die Nachfrage stieg, die Ostfriesen musstenPorzellan importieren, weil die eigene Herstellung denBedarf nicht decken konnte. Groen Zuspruch fanddie Produktion aus der Wallendorfer Porzellan-Ma-nufaktur, einer der ltesten Firmen Thringens. DieKannen und Stvchen, Zucker-, Sahnebehlter undTeedosen des Dresmer Teegood (Dresdener Tee-geschirr) gabs in zwei typischen Dekors: einer blau-en Bemalung (Blau Dresmer) und der roten Rose(Rood Dresmer). Sie wurde spter als die ,,Ostfriesi-sche Rose bekannt. Dnnwandig und gerippt ms-sen die Tassen sein, die heute von verschiedenen Her-stellern auf den Markt gebracht werden.In einer anderen Version ber die Herkunft heit es:Bei diesem Dekor handelt es sich um eine abstraktgemalte Rose. Das Ostfriesendekor oder auch Ost-friesische Rose genannt, soll erstmals in den Hochkarpaten aufgetaucht sein. Zum Ende des 18. Jahrhunderts verbreiteten vermutlichHndler das Dekor in Ostfriesland. Die Ostfriesen mssen dieses Dekor offensichtlich sehr gemocht haben, denn in der zweiten Hlfte des19. Jahrhunderts hat sich die Bezeichnung Ostfriesische Rose oder Ostfriesenrose durchgesetzt. Fllmenge 0,2 l.

    Carolinensiel In Carolinensiel gibts eine Besonderheit, die an der Nordsee einmalig ist: drei hintereinander liegende Hfen. Der ltestevon 1729/30 mitten im Ort, ist heute Museumshafen. Um 1850 machten hier jhrlich rund 1500 Schiffe fest. Aus dem ehemaligenFischerhafen Friedrichsschleuse von 1765 wurde der heutige Yachthafen. Zwischen 1953 und 1956 entstand der dritte Hafen Harlesiel.Fischkutter und Fhren liegen heute dort an der Pier.

    ,,Das Nordseebad Carolinensiel/Harlesiel, ist eines der schnsten Nordseebder an der ostfriesischen Kste, behauptet die Eigenwer-bung im Internet. ,,Wattwandern, Schwimmen oder zum Sonnenbaden ist angesagt. Na gut. Im Mai jedoch knnen wir uns davon einigesabschminken. Nix mit Wassersport, nix mit Baden und Sonnenbaden, nix mit Picknick im Freien. Es ist einfach noch zu kalt. Uns bleibtjedoch das Watt bei Ebbe und der Blick ber die endlose Nordsee bei Flut. Uns bleibt auerdem der Museumsweg mit seinen 18 Stationenund weiteren 19 Thementafeln. Er fhrt vom Museumshafen entlang der Harle bis zum Strand in Harlesiel.

  • Wo heute Carolinensiel liegt, befand sichnoch vor wenigen Jahrhunderten ein Auslu-fer der Nordsee. Um 1500 begann man mitder systematischen Landgewinnung durchEindeichung. Stck fr Stck wurde derNordsee neues, fruchtbares Marschland ab-gerungen. Zur Vermeidung von Konfliktenum das neue Land einigten sich 1666 FrstinChristine Charlotte von Ostfriesland und derHerr von Jever, Graf Anton Gnther von Ol-denburg, auf die zuknftige Grenze.Vom Treffpunkt der ostfriesischen undjeverschen Deiche sdstlich vonCarolinensiel zog man auf der Seekarte mitgoldener Tinte eine Linie bis zu einem Punktgenau zwischen den Inseln Spiekeroog undWangerooge. Die Goldene Linie ist heutenoch die Grenze zwischen dem ostfriesischenLandkreis Wittmund und dem LandkreisFriesland. Die alte Bahnlinie der ehemaligenGroherzoglichen Oldenburgischen Staatsei-senbahn nach Harlesiel und der Fhranleger nach Wangerooge liegen schon auf frieslndischem Gebiet, da sie zur Anbindung der eben-falls friesischen/oldenburgischen Insel Wangerooge dienten. Die Grenze verluft mitten durch das Hafenbecken.

    Im Jahr 1729 wurde die Eindeichung des Carolinengroden abgeschlossen. Wo die Harle auf den Deich traf, wurde ein Sielhafen angelegt,der heutige Museumshafen. Durch das Siel unter der Brcke konnte das Binnenwasser bei Ebbe ins Meer abflieen. Am 16. Mrz 1730vergab Frst Georg Albrecht von Ostfriesland die ersten Grundstcke an die ersten 23 Neusiedler. Sie umfassten nur 200 Quadratmeterund lagen rund um den Hafen. Die Siedler bekamen noch 1,2 Hektar Land zur Selbstversorgung und genossen fr zehn Jahre Steuerfrei-heit. Das war die Geburtsstunde von Carolinensiel.Namensgeberin war die Gemahlin des Frsten. Ihr machte der Frst die Domne Frstinnen-Grashaus im Carolinengroden zum Ge-schenk, von der sie bis zu ihrem Tode 1764 Einknfte bezog. Rund 70 Jahre nach der Grndung entwickelte sich Carolinensiel auchwegen seiner geschtzten Lage zum wichtigsten Hafen im nrdlichen Ostfriesland. Durch den Bau des neuen Deichs und der Friedrichs-schleuse im Jahr 1765 war er als einziger ostfriesischer Sielhafen dem Meer nicht mehr direkt ausgesetzt und vor Sturmfluten geschtzt.Der Bau eines offenen Siels und einer Klappbrcke an der Friedrichsschleuse ermglichte es den Segelschiffen, den alten Hafen problem-los zu erreichen. Von Carolinensiel aus stachen kleine Frachtensegler in See. Mit ihrem geringen Tiefgang waren sie an das Wattenmeerangepasst. Die Schiffe hatten drei bis sechs Mann Besatzung und befuhren die Nord- und Ostsee sowie das Mittelmeer. Einige von ihnen

  • berquerten sogar den Atlantik. Whrend der siebenjhrigen franzsischen Besetzung durch Napoleon ab 1806 kam der Handel im Hafenfast zum Erliegen. Die von Frankreich erlassene Kontinentalsperre untersagte den Handel mit Grobritannien. In dieser Zeit blhte derSchmuggel mit Tee, ein fr Ostfriesen wichtiges Lebensmittel. Obwohl auf Schmuggel die Todesstrafe stand, wurde der Tee ber das zudieser Zeit zu Grobritannien gehrende Helgoland angelandet.Seine Bltezeit erlebte der Hafen von Carolinensiel Mitte des 19. Jahrhunderts. Um 1860 gab es hier allein 40 Kapitne mit insgesamt 59Schiffen, auerdem zwei Werften, vier Brauereien und zahlreiche Gaststuben. Tglich liefen um die sieben Schiffe ein oder aus. Anfangdes 20. Jahrhunderts ging diese Epoche jedoch zu Ende. Die Segelschiffe konnten mit den greren, schnelleren Dampfschiffen und mitder Eisenbahn nicht mehr konkurrieren. Die Carolinensieler stellten sich auf die Fischerei um. Der Sielhafen wurde nicht mehr gepflegtund setzte sich allmhlich bis auf eine Entwsserungsrinne mit Schlick zu.

    Im Hafen an der Friedrichsschleuse waren die Fischkutter beheimatet. Sie fingen Plattfisch und Muscheln, vor allem aber Krabben. Bis indie 1930-er Jahre war in Carolinensiel eine Konservenfabrik ansssig, die Muscheln und Krabben bis nach Berlin verschickte. Vor derFriedrichsschleuse betrieb die Firma Albrecht eine Darre, auf der kleinere Krabben, der Gammel, fr die Verarbeitung zu Viehfuttergetrocknet wurden. Nach dem Bau des neuen Auenhafens in Harlesiel fanden die Carolinensieler Kutter dort eine neue Heimat.

    Harlesiel Klein, aber fein: So berschau-bar Harlesiel auf den ersten Blick auchwirken mag, der Ort hat alles, was einrichtiges Nordseebad ausmacht: Einenschnen Sandstrand mit Strandkrbenund Hundestrand, einen Hafen, in dem dieFhren zur Insel Wangerooge und Aus-flugsdampfer zu den Seehundebnkenablegen, einen groen Campingplatz, vie-le Angebote zur Kinderunterhaltung vonder Wattwanderung bis zum Minigolf undein Meerwasser-Freibad obendrein.Harlesiel ist genauso wie der einen Kilo-meter weiter im Binnenland liegende OrtCarolinensiel ein Teil der Stadt Wittmund.So liest es sich in der Eigenwerbung derKommune. Dass dabei natrlich auch einbisschen Schnfrberei im Spiel ist, liegtauf der Hand. Und da es in Carolinensiel weder einen Campingplatz fr Wohnmobile mit Herrchen und Hund noch einenWohnmobilstellplatz gibt, ist Harlesiel unser erstes Ziel.

    Nach gut zwei Stunden sind die rund 120 Kilometer bewltigt. Zwei Stunden, weil immer wieder Entschleunigung durch Lkw angesagtist. Wir laufen bei immer noch bedecktem Himmel auf dem Stellplatz Carolinensiel-Harlesiel, Schwerinsgroden, neben dem Camping-platz ein. Er hat Platz fr 70 Mobile. Nach grober Schtzung zhle ich rund 20, die hier stehen. Ebener, gepflasterter Untergrund. Kein

  • Schatten, beleuchtet. In der Badesaison Freibad inklusive. Anmeldung in der Camping-Rezeption. Hauptsaison: zwlf Euro pro Nachtund Mobil inkl. Entsorgung, Dusche und Freibadbesuch (15. 5.15. 9.). Kurtaxe: 2,50 Euro/Erwachsener. Strom 36 Anschlsse, 6 Amp.,16 Amp. auf Anfrage: drei Euro. Wasser: 50 Cent/80 Ltr. Hund: zwei Euro. Die Ausstattung ist gut. Ausgesprochen gnstig ist in beidenFllen die Nhe zur Strandbar (Brtchen, Snacks), Hundestrand, Freibad und Hafen. Und erfreulich freundlich sind auch die Damen inder Anmeldung.

    Am Nachmittag reit der Himmel auf, die Sonne versucht den tristen Vormittag wett zu machen. Wir drei - Ingrid, Calle und ich treibtsnach drauen. Auf den Deich, am Hafen entlang in dem nur ein einziger Krabbenkutter festgemacht hat. Im Jahr 2000 waren in Harlesielnoch acht Kutter beheimatet. Sie fuhren rund 396 Tonnen Speisekrabben an die Verladeanlage am Pier. Marktwert rund 2,3 MillionenDM. Auerdem hatten sie 32 Tonnen Frischfisch an Bord. Marktwert rund 345.000 Mark. Wir wandern an die See mit dem doch rechtberschaubarem Strand und einem Hundestrand, der auch auf meinem Grundstck Platz gehabt htte, wenn ich den Bewuchs entfernenwrde. Und wie immer ich habe das schon ein paar Mal erwhnt - ist das Wasser weg, wenn ich komme. Vor uns glnzt das Watt in derSonne. Die Einkehr in die Gaststtte am Deich verkneifen wir uns. Die Preise der ausgehngten Speisenkarte sprengen mein Rentner-portemonnaie. Dafr nutze ich ausgiebig die im Erdgeschoss quasi im Deich befindliche nette Toilette. Zum Nulltarif. Bei derRckkehr zum Troll im Abendsonnenschein sehen wir, dass sich der Platz doch ganz gut gefllt hat. Nicht bis zur letzten freien Flche,aber mehr als die Hlfte der Stellflchen sind besetzt.

    Die Sonne begrt uns an diesem Mittwochmorgen mit einem blauen,wolkenlosen Himmel. Mit Temperaturen weit ber dem Gefrierpunkt.Wir lassen uns Zeit, klettern gegen acht aus der Koje. Ich habe ge-schlafen wie seit Monaten nicht mehr. Kein Gang zur Toilette, keinAufwachen in spter oder auch frher Stunde. Ganz im Gegensatz zumeiner Angetrauten. Du hast geschnarcht. Zum Gotterbarmen. Ichkonnte kaum einschlafen. Ob das nun so stimmt kann ich nicht nach-prfen. Weil ich mein angebliches Schnarchen nun wirklich nicht ge-hrt habe. Muss ich nun mal so glauben.Nach gemtlichem Frhstck gehts los. Richtung Carolinensiel. ZuFu. Das schont die Rder und ich brauche Bewegung. Nach einerStunde mit vielen Unterwegspausen sind wir im Zentrum des altenFischerortes angelangt. Immer an der Harle entlang. Auf herrlichemSpazierweg. Mit ziemlich frischer Brise von vorn. Das erschwert mirdas Luftholen. Doch es gibt viele Bnke zum Pausieren. Wir besuchendie Einkaufsmeile. Bummeln am Hafen entlang. So viele Traditions-schiffe eng beieinanderliegend sind mir bisher nur in den Niederlan-den unter die Augen gekommen. Machen Stippvisite beim Denkmalder Caroline. Es ist eigentlich ein bisschen klein geraten, denke ich.Htte angesichts des Touristenzulaufs auch einen halben Meter grerausfallen drfen. Muss ein knauseriger Gemeinderat gewesen sein, der

    Der Abend klingt gemtlich aus. Bei einer nein bei etlichen TassenTee. Mein Doc wrde sich freuen, knnte er mich sehen. Sie mssentrinken, trinken, trinken, damit sich der Schleim in Ihrer Lunge leich-ter lsen kann.

    Mein Chef und ich beschlieen, noch einen Tag anzuhngen. Wenndas Wetter so bleibt, werden wir morgen Carolinensiel erkunden. Viel-leicht mit dem Fahrrad, vielleicht aber auch zu Fu. Zwei Kilometerhin und zwei wieder zurck. Wenn ich mir Zeit lasse, msste ich dasschaffen.

  • das bronzene Ebenbild errichten lie. Schlielichverdankt der Ort ihr seine Entstehung und seineEinknfte. Denn schlielich tanzt zumindest in denSommermonaten hier der Br. Lebten die Einwoh-ner frher vom Fisch- und Krabbenfang, werdenheute die Touristen gemolken. Sie lassen die Kas-sen klingeln. Garantieren mit ihren Ausgaben in derwarmen Jahreszeit das berleben in den kalten undnassen Wintermonaten.

    Mittagspause gibts heute nicht auf einer Bank imGrnen (was bei dem echt sommerlichen Wettermglich gewesen wre) sondern auf der Terrasseeines Lokals mit Blick auf den Hafen vor uns.Whrend mein Holzfllersteak in XL-Ausfhrungnach angemessener Zeit vor mir auf dem Tisch steht,hat meine Ingrid Pech. Statt des gewnschten See-lachs mit Tomate und Lauch samt Kse berbak-ken, bekommt sie auch ein Holzfllersteak serviert.Das geht natrlich wieder zurck. Der Kellner ent-schuldigt sich in aller Form und bringt nach gerau-mer Zeit das gewnschte richtige Gericht. Eben-falls in XL-Ausfhrung. Und, o Wunder, wegenseines Fehlers berechnet er beim Kassieren die Fla-sche Wasser nicht, die meine Angetraute bestellte.Das nenne ich Kundenfreundlichkeit wie sie imBuche steht und mir bisher in keiner Gaststtte be-gegnet ist.Danach gehts heimwrts, zurck zum Stellplatz.Dort widmen wir uns am Nachmittag wie knntees anders sein dem Tee. Zu der echten Ostfriesen-mischung gesellt sich ein Stck Rhabarberbise. Frjeden natrlich eins. Und drauen scheint immernoch das Tagesgestirn und beschert uns einen ech-ten Sommertag. Was mich allerdings immer nochstrt, sind die Inselhopper, die kleinen Flieger, diealle halbe Stunde vom nahen Flughafen Ferieng-ste (und was es sonst noch so gibt) vom Festlandauf die in Sichtweite liegenden Eilande Spieker-oog und Wangerooge bringen.In der Gstezeitung, die zweimal im Jahr erscheint,lese ich, dass am 20. Juli am Strand von Harlesielzum achten Male die ,,Miss-Carolinchen-Wahlstattfindet. Gesucht werden nun frhliche, kreativeMdchen zwischen sechs und zwlf Jahren. Nacheiner ,,Wissensrunde knnen dann auf dem Lauf-steg originelle Klamotten und tolle Frisuren pr-sentiert werden. Nach der Wahl drfen die Siege-rinnen ein Jahr lang das Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel bei verschiedenen Veranstaltungen im Ortund auf Messen reprsentieren. Auerdem wartenauf die kleinen Teilnehmerinnen tolle Preise. Zuschade, dass unser Enkelkind ein bisschen zu weitweg wohnt und wohl kaum fr eine solche Miss-wahl zu begeistern wre. Chancen htte dieplietsche Deern auf jeden Fall, bin ich mir sicher.

    Carolinensiel Mit der ersten Badesaison auf Wan-gerooge 1804 begann auch fr Carolinensiel dieGeschichte des Nordseetourismus. Der Ort wurdezur Durchgangsstation fr die Badegste der In-seln. Die Fhrschiffe nach Wangerooge und Spie-keroog legten zunchst von der Friedrichsschleuseab. Die Groherzogliche Oldenburgische Eisen-bahn erffnete 1888 die Bahnlinie von Jever nachCarolinensiel (1988 Stilllegung). 1890 wurde siezum Fhranleger in Harlesiel verlngert. Der Zug-

  • fahrplan richtete sich nach den Gezeiten. Der Versuch zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Carolinensiel selbst als Seebad zu etablieren,scheiterten an der Konkurrenz der Inseln.Die Entwicklung zum Nordseebad begann 1953 mit dem Bau des neuen Deichs, des Schpfwerks und des Hafens in Harlesiel. Durch dieAufschttung von 20.000 Kubikmeter Sand schuf man einen eigenen Badestrand. In der Folgezeit kamen Strandhalle, Campingplatz undMeerwasserfreibad hinzu. Bis 1989 unterhielt die Deutsche Bundesbahn einen Bahnhof in Harlesiel an der Bahnstrecke JeverHarle. DerFlugplatz Harle nahm 1973 seinen Betrieb auf. Die Konzentration von Bahnstation, Fhranleger und Flugplatz im Umkreis von 500Metern war einmalig. 1980 wurde das Haus des Gastes an der Kurpromenade fertiggestellt, 1983 der Ort als Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel staatlich anerkannt. 1984 ffnete das Deutsche Sielhafenmuseum seine Tren, und von 1986 bis 1990 wurden der Museums-hafen und die Friedrichsschleuse wiederhergestellt.

    Sehenswertes

    Caroline Die Caroline wurde 2005 zur 275-Jahr-Feier von Carolinensiel zur Erinnerung anden Begriff Cliner Wind im Museumshafen errichtet. Cliner Wind steht fr Lebens-freude, Weltoffenheit, Tatkraft und Wagemut.Galeriehollnder Die Windmhle auf einem Deich wurde als Galeriehollnder erstmals ineinem Erbpachtvertrag von 1773 erwhnt. Sie erhielt im Juni 1993 neue Flgel; ein Mahl-werk ist jedoch nicht mehr vorhanden. Die Mhle diente frher den Schiffen auch alsLandmarke. Die Rume werden heute als Ferienwohnungen genutzt. Auf dem Gelndegibt es einen Ausstellungsraum zur Geschichte.Erlebnismuseum Seit 2008 gibt es in Carolinensiel das wissenschaftliche ErlebnismuseumPhnomania. Es befindet sich im historischen Bahnhof und bietet etwa 80 verschiedeneExperimente zum Selber-Ausprobieren. Der Bahnhof wurde 1909 erbaut und ist bis 1987genutzt worden. Er gehrt zu den wenigen unter Denkmalschutz stehenden Bahnhfen inOstfriesland.Deichkirche Die Deichkirche stammt aus dem Jahr 1776. Sie ist die nrdlichste Kirche desHarlingerlandes und die einzige an der Kste, die auf einem Deich erbaut wurde. 1793errichtete man den Glockenturm getrennt vom Kirchenbau. Der Turm ist wegen hufigerStrme niedrig gebaut und trgt auf seiner Spitze einen Schwan, das Symbol der Luthera-ner. Den Innenraum dominiert eine barocke Altarkanzel. Die Orgel von Hinrich Just Ml-ler aus Wittmund wurde 1782 mit der Empore eingebaut. Bemerkenswert sind die dreiSchiffsmodelle, die als Votivgaben gestiftet wurden: links des Altars die Brigg Venus von1776, rechts davon die Fregatte Alje Mehrings aus dem Jahr 1921 und an der Nordseite dieDreimastbark Marie Emilie von 1985.

    Monika van Lengen hat die Geschichte der Kirche auf der Homepage von Carolinensielso beschrieben: Frst Georg Albrecht zu Aurich hatte 1730 den kleinen Ort auf dem derNordsee abgetrotzten Land errichten lassen und ihn nach seiner zweiten Frau ,CarolinenSyhl benannt. Obwohl das Dorf schnell zu einem bedeutenden Handelshafen wurde, habeder Landesherr in Aurich aus Geldmangel den Bau einer Kirche verboten. Nachdem Ost-friesland 1744 preuisch wurde, richteten die Carolinensieler ihre Bitten nach Potsdam anden Preuenknig Friedrich II. Doch auch der wollte kein Geld geben. Erst als sein Kriegs-minister von Hagen 1770 whrend einer Reise zum Kriegshafen Emden den Ort besuchte,berzeugten ihn die Ostfriesen von der Notwendigkeit einer Kirche. Von Hagen legtebeim Knig ein Wort ein, und bald erhielten die Carolinensieler 1500 Dukaten fr ihrGotteshaus. Die fehlende Restsumme kam durch eine ostfrieslandweite Sammlung zu-sammen, so dass 1776 die bis heute einzige Deichkirche der Erde gebaut und eingeweihtwurde. 1793 kam ein Glockenturm dazu.

    Deutsches Sielhafenmuseum Das DeutscheSielhafenmuseum liegt mit seinen vier histo-rischen Ausstellungshusern (Groot Hus,Kapitnshaus, Alte Pastorei und dem altenSeenotrettungsschuppen) rund um denMuseumshafen. Das ,,Groot Hus ist der imJahr 1840 fertiggestellte Kornspeicher am Al-ten Hafen. Er zeigt auf seinen Speicherbdeneine Ausstellung ber Land und See, die Ge-schichte der Siele und Hfen, des Deichbaussowie der Fischerei und der Segelschifffahrt.

  • Museumshafen ,,Lassen Sie die Vergangenheit wieder wachwerden, wirbt der Ort um Feriengste im Internet. ,,Im Orts-kern von Carolinensiel liegt der sehenswerte Museumshafen.Hier liegen viele historische Plattboden-Segler umgeben voneiner Kulisse aus berwiegend typisch friesischen Gebuden.Zu seiner Bltezeit im 18. und 19. Jahrhundert hatte der Ha-fen als zweitgrter ostfriesischer Siel- und Handelshafen einewichtige Bedeutung fr die gesamte Schifffahrt. Durch denHarlesieler Hafen wertlos geworden, wurde er zugeschttet.Am 9. September 1987 wurde er neu erffnet. Ein besondererHhepunkt ist das jhrlich, jeweils am zweiten Wochenendeim August stattfindende Sielhafenfest, ein beliebtes Treffenvon Traditionsschiffen.

    Sehenswert ist darber hinaus die ca. zwei Kilometer lange,Harle-Promenade vorbei an zahlreichen Cafs, Teestuben undRestaurants, alle mit Blick auf die Harle. Weiter geht es zurFriedrichsschleuse, einer Klappbrcke im hollndischen Stil.Hier beginnt der Yachthafen, in dem Segelschiffe und Motor-yachten whrend der Sommersaison beheimatet sind. Den glei-chen Weg knnten wir auch mit dem Raddampfer ,ConcordiaII, einem Nachbau der alten Concordia I von 1854 antreten.Er verkehrt im Pendelverkehr vom Yachthafen in Harlesieldurch die Friedrichsschleuse vorbei am Haus des Gastes biszum Museumshafen in Carolinensiel. Weiter ber den Deicham Sieltor erreichen wir den Auenhafen. Hier nehmen dieKrabbenkutter Kurs auf die Nordsee und starten die Ausflugs-schiffe ins Wattenmeer zu den Seehundbnken oder zur InselWangerooge. Nun sind wir auch am feinsandigen Strand vonCarolinensiel/Harlesiel angelangt. Der Strand mit seinenStrandkrben ldt sommertags zum Sonnenbaden sowie zulangen Spaziergngen und die Nordsee zum baden undschwimmen ein. Aber die ausholende Eigenwerbung der ost-friesischen Kommune verschweigt: Strand und Deich-wanderung mit Hund geht gar nicht

    Besucherkommentare

    ,,Wir waren mit uns Willikind dort im Urlaub und ich musssagen, ich war echt enttuscht. Alles was ein bissel auch nurim Ansatz grn aussah, war mit dickem Stacheldraht einge-zunt und von Khen und Schafen bewohnt. Auerdem herrsch-te selbst am Hundestrand Leinenpflicht, an vielen Cafes undRestaurants lachte uns das Schild ,Hunde nicht erwnschtentgegen. Als wir dann ein Strandcaf gefunden hatten, woauch Hundi mit auf die Terrasse durfte und wir nach einemSchlchen Wasser fragten, wollten die Leut 50 Cent dafr.Die Deiche durften mit Hund auch nicht betreten werden, daja dort die Riesenschafe grasten. Ach so eins htt ich nochglatt vergessen, am Hundestrand wurde Eintritt verlangt. Frden Kampfdackel haben wir genau so viel bezahlt wie fr unszwei Menschen zusammen. LG Heidi Marlene

    ,,Ich kann das besttigen, auer dass man am Hundestrand 20Cent mehr haben wollte fr Hund als fr Mensch. Es kannaber sein, dass es Weihnachten dann nicht mehr so extrem ist,die Saison geht von April bis Oktober. Am besten hat mir bisjetzt Greetsiel und Schillig gefallen. Greetsiel ist ein schnes

    Vom Leben an Land erzhlt das ,,Kapitnshaus, in dem diegute Stube einer Kapitnsfamilie gezeigt wird. Zur Ausstel-lung gehren auch die Hafenapotheke, ein ehemaliger Kauf-mannsladen und eine Seemannskneipe. Im ,,Marie-Ulfers-Zim-mer knnen Trauungen vorgenommen werden. Die ,,AltePastorei beherbergt eine Dauerausstellung ber das maritimeHandwerk zu den Handwerksberufen Schiffszimmerer,Schmied, Seiler und Segelmacher. Daneben gibt es eine Samm-lung originalgetreuer Modelle historischer Segelschiffe unddie Gemldegalerie ,,Mensch und Meer. Die vier Gebudedes Museums stehen unter Denkmalschutz.

  • altes Fischerdorf und alle waren sehr hundefreundlich. Vokahund,,Huhu, also ich als Nordlicht kann vielleicht etwas dazu sagen:Die Badeorte Greetsiel, Schillig sind halt im Sommer sehr ber-laufen. Bei vielen kommen Hunde da manchmal nicht gut an, aberes gibt auch tolle Ecken!! Man muss sie nur kennen. Aber im Win-ter sieht alles anders aus, da wird auch am Strand kein Eintritt mehrverlangt und Hunde sind berall willkommen. Wie wre es dennmit Dangast? Da gibt es eine Domiziell, man knnte es mit denkleinen gallischen Dorf vergleichen, wo man als Mensch und alsHund nichts am Strand bezahlen muss! Ok, es gibt keine Strand-krbe, aber dafr am alten Kurhaus gratis Wasser fr die Hundeund einen Schlauch zum Abspritzen der Hunde, wenn sie mal zudreckig geworden sind. Ins alte Kurhaus drfen auch Hunde, aberbitte immer an der Leine. Denn dort gibt es soviel Gewusel vonMensch und Tier, das wrde sonst ein Chaos geben. Derschwager

    ,,Zum Urlaub an der deutschen Nordseekste muss man zunchstbercksichtigen, dass wegen der Deichbewirtschaftung der Deichfr Hunde grundstzlich tabu ist. Dies ist aber doch nichts Unge-whnliches, da Deiche an Ems und gar hier im Ruhrgebiet an Ruhrund Rhein im Vorgelnde an Schafzchter verpachtet sind, dieHausrecht haben. Greetsiel ist zwar sehr hundefreundlich. Aber dortgibt es ja bekanntermaen keinen Strand. Besser wird es dann inNemersiel, wo ein Hundestrand mit Rundwanderweg eingerich-tet ist. Welpenprgebereich und eingezunte Tobewiesen sind vor-handen. In Neuharlingersiel mit seinem tollen Hafen gibt es keinenHundestrand. Der nchste Hafen ist eben Carolinensiel. Vorteil:Weil es dort drei Geschftsstraen gibt mit allen mglichen Ge-schften des tglichenLeben. Dort gibt es zwar auch keinen ausge-wiesenen Hundestrand. Aber auerhalb der Saison darf der Vier-beiner sehr wohl an den Strand! Es sind auch Hundekotbeutel-Au-tomaten vorhanden. Ansonsten gibt es fr einen Spaziergang dierund 2 km lange Promenade direkt an der Harle entlang. Bis aufeinen kurzen Bereich am Yachthafen in Harlesiel gibt es an derPromenade keinen Autoverkehr. Wem das nicht reicht, der kannauch von Carolinensiel landeinwrts auf unbefestigten Wegen ander Harle entlang laufen, wo unser Retriever seine spezielle An-schleichtechnik entwickeln kann, um Enten aufzuscheuchen. Wennauch die deutsche Nordseekste im Hinblick auf Hunde-freundlichkeit nicht mit beispielsweise Dnemark oder den Nie-derlanden mithalten kann, spricht fr die deutsche Nordseekstedie schnelle Erreichbarkeit (von Duisburg aus rund 300 km).

    Nun geht unsere Reise weiter Richtung Osten. Vom Harlingerlandin Ostfriesland nach Friesland, genauer: ins Wangerland.

  • Auf ins Wangerland

    In der Eigenwerbung des Wangerlandes, der flchenmig grtenGemeinde des Landkreises Friesland heit es: Schnes, flachesWangerland an der Nordsee, mit Orten wie Hooksiel und Hohen-kirchen, Wiarden und Wppels, wo die Traktoren knattern und dasBier friesisch herb schmeckt, da wird gefeudelt, geklnt, geschnacktund rund um die Uhr Moin gesagt. Die Begrung ist lngst berdie Grenzen hinaus salonfhig, denn seit den 80-er Jahren ist dasMoin fester Bestandteil im Duden, und sptestens damit hat einWort es ja irgendwie geschafft. Moin sagen ist typisch nord-deutsch, und das kann man hier oben in der Region den ganzenTag. Moin bedeutet nmlich nicht morgens sondern kommt vomMittelniederdeutschen Wort moi, das bedeutet schn, ange-nehm.

    Den Friesen wird auch eine ganze Menge nachgesagt: dass sie im-mer mit Friesennerz und Gummistiefeln rumlaufen; dass sie Kheals Sport ber die Weiden schubsen; Schollen im Watt braten; dasssie mehr als drei Sorten Fisch kennen; wissen wie man Krabbenrichtig pult; dass sie gerne Bollerwagentouren machen, boeln umanschlieend Grnkohl mit Pinkel zu essen; dass sie ohne mit derWimper zu zucken Labskaus essen knnen; dass sie wegen des vie-len Regens nicht suizidgefhrdet sind; neben Jever Pilsener undsteifen Grog nur Tee mit Kluntje trinken und alle berdurchschnitt-lich gro und blond sind. Ach ja und khl sollen sie sein. Und wort-karg. Humor? Nicht vorhanden. Und wenn doch, dann versteht ihnkeiner.Wer wissen will, ob das stimmt, sollte das Wangerland besuchen.Ohne Ausdrcke wie rammdsig, schnacken, loopen und dun wredie Sprache doch viel zu nchtern. Wenn wir einem Wangerlnderein Lcheln entlocken wollen, dann loben wir seine Region. Wenner dann anfngt zu queesen, also rumzunrgeln, dann lcheln wirihn einfach an. Viele Wangerlnder sprechen Plattdeutsch, und werPlatt spricht, darf fast immer ungestraft beleidigen: Ausdrcke wieTorfkopp, Tffel oder Bangbx klingen geradezu sympathisch. KeinVergleich zu Vollidiot, Bldmann oder Feigling. Denn auchhier oben gilt: Scheie sagt man nicht. Aber Schiet, das darfman sagen.

    Wir haben keinen Grund, um halb zehn son Schiet zu sagen, alswir uns auf den Weg Richtung Minsen machen, um dem lttenSeewiefken Moin zu sagen. Vom blauen und wolkenlosen Himmelstrahlt die Sonne. Die Brise des Vortags ist einem lauen Lftchengewichen und die Temperaturen auf sommerliche Hhen geklet-tert. Ach was sage ich: Kein sommerliches, sondern hochsommer-liches Wetter ldt uns an diesem Morgen zur Weiterfahrt ein. Ichmuss es allerdings langsam angehen lassen. Ingrid nimmt mir dasLeeren der Toilettenkassette ab. Damit sie sich nicht allein auf dengut hundert Meter langen Weg zum Ausguss machen muss, begleiteich sie, kann ihr aber an diesem Morgen aber leider nur verbal bei-

    Minsen Auch wenn Minsen-Frrien sehr bersichtlich ist, gibt esin dem kleinen Ort eine ganze Menge zu entdecken. Auf hoher Wurtfindet man in Minsen zum Beispiel die St.-Severinus-und-Jacobuskirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde und heute durchden hervorragenden Altar aus dem 17. Jahrhundert und das Dek-kenfresko aus dem Mittelalter Anziehungspunkt ist. Die Kirche liegtauch auf der Strecke des Pilgerweges. Ein paar Schritte weiter fin-det man ein Gstehaus, das sehenswerte Nationalparkhaus mitNordseeaquarien und Informationen zum Nationalpark undUNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer sowie eine Dauerausstellungzum Thema erneuerbare Energien. Ganz in der Nhe von Minsen-Frrien, in Norderaltendeich, befindet sich das Wangerlnder Wahr-zeichen das Seewiefken. Die Bronzeplastik einer Meerjungfrau,die auch das Wangerlnder Gemeindewappen ziert. Seit 1992 stehtsie auf einem Sockel mit dem Rcken zum Meer gerichtet, mit stol-zem Blick auf die Kirche der Ortschaft Minsen. Karin Mennen,eine in Horum lebende Knstlerin hat die Skulptur geschaffen.

    Als eine Art Geheimtipp im friesischen Wangerland darf der be-schauliche Kstenbadeort Minsen gelten, der nur etwa 600 Ein-wohner zhlt und durch schmucke Klinker, liebevoll gepflegte Vor-grten sowie behagliche Ferienquartiere besticht. Und natrlichdurch das kstentypische Reizklima, das die Abwehrkrfte mobili-siert und stabilisiert. Aufgrund seiner Halbinsellage ist Minsen, dasder ostfriesischen Insel Wangerooge auf Sichtweite gegenber liegt,von Petrus immer etwas begnstigt. Das alte Kirchdorf Minsen lagvor der jeverlndischen Kste, zwischen dem Fahrwasser der Auen-jade und der Blauen Balje. Einst hatten die Minser eine Meermaid

    stehen. Mir bleibt bei der geringsten Anstrengung die Luft weg. Dahaben mir die blichen Plverchen nach dem Aufstehen nicht ge-holfen. Nur langsam, ganz langsam komme ich ,,in Fahrt.Aber irgendwann starte ich durch. Es sind nur wenige Kilometernach Norderaltendeich. Ein Eingeborener weist mir in Minsen denWeg. Dann steuern wir geradenwegs auf die in Bronze gegosseneSagengestalt zu, die seit etlichen Jahren auf ihrem Sockel in Rich-tung Dorf schaut.

  • gefangen, schleppten sie aufs Land und machten sich einen Spa daraus, sie auf alle erdenkliche Weise zu qulen. Soviel sie auch bittenund betteln mochte, man lie sie nicht wieder zurck ins Wasser. Endlich beschloss man, sie freizulassen, wenn sie ein Mittel gegen alleNot und Armut sagte. Da sprach die Seejungfer rtselhafte Worte: Klln oder Dill, ik segg jo nich wot got fr is, un wenn ji mi ok fillt!In einem unbewachten Augenblick vermochte sie ihren Peinigern zu entgleiten und entwischte ber das Watt, schneller als eine Schwalbeoder ein Pfeil.Die Leute sahen verwundert ihr blau-grnes Haar auf ihren weien Schultern tanzen. Als sie nun wieder im Wasser war, wandte sie ihrenKopf noch einmal zum Lande, und ihre Augen funkelten unbeschreiblich. Dann tauchte sie ihre weie Hand in die See spritzte Tropfengegen die Dnen des Dorfes. Pltzlich verschwand sie in den Wogen der Jade. Wind und Wasser waren merkwrdig ruhig. Am anderenMorgen war alles grne Land von Minsen wei wie mit Schnee bedeckt. Dicht aneinandergedrngt saen und standen dort Tausende undAbertausende von Mwen. So viele Seemwen hatten die Dorfbewohner noch niemals gesehen und niemand konnte begreifen, was dasbedeuten solle. Gegen Mittag zogen im Westen dunkle Wolken auf, und der Himmel verfinsterte sich immer mehr. Zugleich erhob sich einBrausewind und es fielen Regentropfen, die prasselten wie Erbsen gegen die Fensterscheiben. Die Seemwen flogen scharenweise berdas Dorf hinweg und ihr Kreischen bertnte den heulenden Sturm. Das Unwetter dauerte die ganze Nacht hindurch. Derweil schwoll dieFlut immer hher. In den Morgenstunden sprang der Wind nach Nordwesten um.Pltzlich brach das Wasser durch den schtzenden Dnenwall und rollte ber Alt-Minsen hinweg. Ein Etmal lang tobte das wilde Meer,dann war alles vorbei. Als die Sonne wieder im Osten aufging, war das Dorf mit Mann und Maus vergangen. Nur eine kahle Sandbankblieb, wo bei Ebbe die Mwen sich ausruhen. Man nennt sie Minser Olloog.Foto gemacht und weiter gehts. Ich schenke mir den Besuch der kleinen Kirche samt Deckenfresko, lasse das Nationalparkhaus samtseinen Aquarienlinks liegen. Schillig ist das nchste Ziel.

    Schillig ist ein Badeort in der Gemeinde Wangerland im niederschsischen Landkreis Friesland, finde ich bei Wikipedia. Mit ber sechsKilometern Strand, zum Teil Rasen, zum Teil Sand. Er ist Teil des Ortsteils Horumersiel-Schillig und liegt an der uersten Nordost-Spitze der ostfriesischen Halbinsel, jedoch im Oldenburger Teil. Der Name leitet sich vom Begriff Schill (wie Schale, wortverwandt mitdem englischen shell) fr Muscheln ab. Die ausgedehnten Vorkommen lagerten Meeresstrmung und Brandung hier ab. Frher wurdensie fr die Herstellung von Kalk abgebaut. Auf die besondere Bedeutung von Muscheln weist am zentralen Platz am Ortseingang eineweie Muschel-Skulptur hin. Durch seine exponierte Lage in der nord-stlichen Ecke der ostfriesischen Halbinsel war Schillig bei Sturm-fluten immer besonders gefhrdet. Seit dem 15. Jahrhundert gingen dadurch in Richtung Horumersiel mehrere Deiche und Lndereienverloren, die spter wieder zurckgewonnen wurden. Die Weihnachtsflut 1717 riss in den Seedeich zwischen Schillig und Horumersieleinen Kolk von 82 Meter Breite und sieben Meter Tiefe, der heute in die Kuranlagen einbezogen ist.,,Nordsee Camping Schillig ist die Wohnmobil-Idylle im Grnen, heit es in der Eigenwerbung. Die Stellpltze verteilen sich auf einerbefestigten Wiese. Die Lage ist beschaulich und familir. In direkter Nachbarschaft erstreckt sich einer der schnsten Sandstrnde.Einkaufsmglichkeiten, Freizeitangebote und Service-Einrichtungen sind in unmittelbarer Nhe. Von hier gibts angeblich den fantasti-schen Blick auf die Inseln Mellum und Minsener Oog. Wir blicken eigentlich nur auf einen riesigen Campingplatz mit passablen Schran-ken fr die Ein- und Ausfahrt. Davor die Stellflchen fr Wohnmobile. Mitten im Grnen. Bei genauer Betrachtung eigentlich Abstellplt-ze fr Mobilisten, die keine groen Ansprche ans Umfeld stellen. Und in der Ferne, kaum zu erkennen die Nordsee. Ob nun Niedrigwas-ser also Ebbe oder Hochwasser also Flut gerade das Bild beherrschen, knnte ich vielleicht mit meinem Fernglas ausmachen.Ich drehe also um, verzichte auf Schillig und die Wohnmobil-Idylle im Grnen. Weiter gehts an diesem echten Hochsommertag RichtungHorumersiel.

  • Horumersiel Direkt am sdlichen Ortsrand von Schillig beginnt das Nordseeheilbad Horumersiel im Wangerland an der Nordsee. Dasmacht das seit 1985 anerkannte Nordseeheilbad zu einem besonders interessanten Logenplatz, von dem aus man all die Ozeanriesen,Fischkutter und vielen Segelboote im Blick hat. Der kilometerlange Rasenstrand direkt an der Nordsee ist besonders beliebt bei Men-schen, die etwas sandempfindlich sind. Hier kann man wunderbar auf einer gepflegten Wiese entspannen und aufs Meer gucken ohne vomSand paniert zu werden. Selbstverstndlich gibt es hier auch einen ausgewiesenen Hundestrand und zahlreiche sanitre Einrichtungen.Horumersiel-Schillig gehrt mit jhrlich ca. 1,2 Millionen Gstebernachtungen zu den beliebtesten Urlaubsorten Deutschlands. Schon1860, als in anderen Regionen Deutschlands vom Tourismus noch keine Rede war, wurde hier das erste offizielle Strandbad erffnet.Dieser Tradition fhlt man sich auch heute noch verpflichtet.Die typische friesische Gastlichkeit, gepaart mit modernsten Einrichtungen, ca. 6.000 Gstebetten aller Kategorien und einem der grtenCampingpltze Deutschlands machen den Ort so beliebt, steht in der Eigenwerbung. Gerade Familien mit Kindern gehren in Horumersiel-Schillig, das mehrfach im Bundeswettbewerb fr Familienferien ausgezeichnet wurde, zu den Stammgsten. Das alles lese ich in dort.Und der Daus, das meiste stimmt sogar. Dass man den Rasenstrand nur gegen Gebhr betreten darf, wird natrlich nicht erwhnt. Undauch nicht, dass am Eingang desselben ein aufmerksamer Posten im Kassenhuschen darber wacht, dass der Gemeinde kein vorbeiflitzenderGast entgeht. Mich strts wenig. Wir stehen auf der gegenberliegenden Hafenseite. Mit dem Watt vor der Haustr und dem Blick auf dasin Dunst liegende Wilhelmshaven.

    Inzwischen hat sich der Himmel bezogen. DerWind hat etwas aufgefrischt und die Sonne legtimmer wieder mal eine krzere oder lngerePause ein. Doch den gestrigen Wetterbericht Bewlkung, Sonne, Regenschauer straft sie im-mer noch Lgen. Meine Ingrid und ich machenes uns vor dem Troll bequem und beobachtendie Mobile, die am spten Nachmittag noch einPltzchen zum Ausruhen suchen. Nach einervergeblichen Runde verschwinden sie wiederber die lange Anfahrt auf dem Deich. Statt der22 vorgesehen Mobile haben sich mindestens 50huslich eingerichtet. Hier geht nichts mehr.Dann Glockenschlag 17.30 Uhr kommt ei-ner der am Abend zuvor angekndigten Schau-er. Kurz und heftig. Und nachdem ich unsereSthle gerade im Wagen verstaut habe, ist es auchschon wieder vorbei. Die Sonne strahlt vom Fir-mament, als wenn nichts gewesen wre. Nur Wil-helmshaven ist noch als grauer Schemen amHorizont zu erkennen.Auf der Internetseite lese ich: Fr mobile Gste reserviert Horumersiel den Logenplatz am Meer. Unverflschte Hafenatmosphre, rund-herum der sanfte Wellenschlag der Nordsee sowie eine bequeme, zentrumsnahe Lage - das sind die groen Vorzge des Wohnmobilplatzes.Die Anlage befindet sich als Teil des groen Hafenparkplatzes direkt am Deich. Das macht das seit 1985 anerkannte Nordseeheilbadebenfalls zu einem Logenplatz, von dem aus man die Ozeanriesen, Fischkutter und Segelboote im Blick hat.

  • Wir genieen den Logenplatz bis zum Einsetzen der Dmmerung.Dann ist fr den Rest des Tages Fernsehen samt Wetterbericht ange-sagt. Morgen will ich versuchen, im Hooksiel ein Pltzchen zu erha-schen. Ich drcke mir die Daumen, denn bei einem sonnigen Wo-chenende knnte es vielleicht schwer werden.

    Hooksiel Im historischen Ortskern des Nordseebads befindet sich derunter Denkmalschutz stehende Alte Hafen mit seinen Packhusern.Er ist ein beliebter Treffpunkt und auch Veranstaltungsort fr die vielbesuchten Hafenfeste. Das Muschelmuseum und das Knstlerhaussowie die vielen kleinen maritimen Geschfte laden zum Flanierenund Shoppen ein.In der Eigenwerbung heit es: Das Land ist so platt wie die Spracheder Menschen ehrlich und sympathisch. Und das gibts nur einmal:

    Der alte historische Ortskern von Hooksiel mit seinem unter Denkmalschutz stehenden Hafen, den Packhusern und dem ehemaligenRathaus mit seinem markanten Zwiebelturm, das heute als Knstlerhaus genutzt wird, erinnert an die Zeiten, als Hooksiel ein wichtigerUmschlaghafen fr die Stadt Jever war. In der Hafenanlage von 1603 befindet sich eines der letzten intakten historischen Sielwerke. Wiein einem Freilichtmuseum zur Schifffahrt sind auerdem am Hafenbecken verschiedene Objekte aufgestellt: Anker, Seetonnen, ein Lotsen-turm und das einzig erhaltene Mudderboot (von 1837-1950 in Betrieb), das zum Entschlammen der Fahrrinne eingesetzt wurde. Anlie-gende Speicher von 1827 wurden abwechselnd gefllt und wieder geleert.Der Name Hooksiel taucht erstmals auf Urkunden im 15. Jahrhundert auf. Aber noch nicht in seiner heutigen Schreibweise, sondern alsHuck, Hueck, Hock, Hoeck und Hook. Es bedeutet ,,Nase oder ,,Vorsprung. Diese sogenannte Landnase entstand durch Deichbautenim 15. und 16. Jahrhundert. Im Hafen werden landestypische Gter umgeschlagen: Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Bohnen, Rapssaat,Kse, Butter, Speck, rohes Leder, Federn, Daunen, Vieh. Mit der Grndung des Deutschen Reiches und dem Ende der oldenburgischenHandelspolitik zur See, gehts abwrts. Erst der Tourismus bringt ab den 1890-er Jahren wieder Aufschwung. Die herrschaftlichen Bade-etablissements auf der Insel Wangerooge und die Seebadeanstalt in Dangast, beide 1804 gegrndet, wirken richtungsweisend. Baden ganzim Zeichen medizinischer Erwgung, in Badekarren, die ins Wasser gezogen werden. Das mehrmalige, kurze Eintauchen ins Nass istAuftakt des eigentlichen Vergngens mit Musik, Spiel und Tanz der adligen und wohlhabenden Gesellschaft.

    Fr mobile Gste reserviert Hooksiel die Pltze an Strand und Meer. Der kleine Ort Hooksiel liegt allerdings nicht direkt an der Nordsee,sondern an der Jade und war frher Umschlaghafen fr Jever. 1546 beim Bau eines offenen Siels und eines Hafens gegrndet. Whrendder Napoleonischen Kontinentalsperre von 1806 bis 1814 entdeckten die Einwohner eine andere lukrative Ttigkeit: den Schmuggel mitGtern aus Helgoland, damals britisches Hoheitsgebiet. Danach legten nur noch Fischerkutter an. Die plietschen Einwohner suchten eineandere Erwerbsquelle und grndeten 1911 einen Badeverein. Sand fr einen Strand wurde aufgeschttet und eine sogenannte Giftbude(aus dem englischen gift = Geschenk) gebaut. In der Holzhtte gab es Souvenirs, Lebensmittel und Getrnke. Daraus entwickelte sich imLaufe der Zeit der Kstenbadeort Hooksiel. In den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fand eine groe Eindeichung statt, die demHafen den direkten Zugang zum Meer abschnitt. Es entstand ein neuer, grerer Auenhafen und gleichzeitig ein rund 70 Hektar groerBinnensee, das Hooksmeer. Der alte Hafen wurde mit diesem verbunden und erhielt damit wieder Zugang zur Nordsee.

  • Obs mein Daumendrcken war oder die Growetterlage. Ich wei es nicht. Aufjeden Fall gibts am Morgen einen grauen Himmel. Von Horizont zu Horizont. DerWind hat aufgefrischt. Vorbei mit Sommermorgen. Jetzt wirds herbstlich odernorddeutsch frhlingshaft. Ich lasse es gezwungenermaen ruhig angehen. Die Luftmacht mir mal wieder zu schaffen. Dabei soll der Salzgehalt eigentlich die besteMedizin sein. Doch davon ist derzeit nichts zu spren. Gemtlich wird aufgestan-den, gemtlich wird gefrhstckt, gemtlich gehts ans Aufrumen und ebenso ge-mtlich wird der Strom abgeklemmt. Dann drehe ich den Zndschlssel und startedurch. Es sind ja nur wenige Kilometer von Horumersiel nach Hooksiel.Da der Himmel bedeckt bleibt, sich hin und wieder leichter Nieselregen breit macht,entscheide ich mich fr den innerstdtischen Stellplatz am Hallenwellenbad. Hiergibts auch Strom sowie eine Ver- und Entsorgungsstation Aquastar mit Cleanstar-Kassetten und Bodeneinlass. Zehn Euro plus Kurtaxe werden hier pro Nacht undMobil fllig. Direkt daneben liegt das Meerwasserhallenwellenbad, in dem sich auch die Sanitranlagen befinden. Das Schwimmbadsteht den Nutzern des Stellplatzes tglich 90 Minuten kostenlos zur Verfgung. Das Zentrum mit dem ,,Alten Hafen, das Freizeitgelndeund das ,,Hooksmeer mit diversen Wander- und Radwanderwegen sowie Wassersportangeboten sind in wenigen Gehminuten erreichbar,so behauptet die Eigenwerbung.

    Wir machen uns kurz nach dem Eintreffen auf dem gemtlichen Platz auf Schusters Rappen. Fr 500 Meter zum Zentrum, so die Angabenin einschlgigen Wohnmobilfhrern und im Internet, kann ich mir das Abladen unserer E-Bikes schenken. Doch aus den angekndigten500 Metern werden (nicht genau gemessen) gut zweieinhalb Kilometer bis in die Fugngerzone (gefhlt sogar fnf Kilometer) und anden historischen Hafen mit seinen angeblich ebenso historischen Schiffen. Aus der groen Fugngerzone mit den zahlreichen Geschf-ten zum ausgiebigen Shoppen werden allerdings nur wenige hundert Meter mit einem gut berschaubarem Angebot. Textilisten,Souvenirldchen und Gaststtten geben sich ein Stelldichein. Und der Hafen hat ebenfalls mehr versprochen als gehalten wurde.

    Historisch ist er ja, aber von Traditionschiffen kann nun wirklich keine Rede sein. Da liegt ein Kutter, wie er in vielen Hfen an der Kstezu finden ist, ein Motorboot und eine kleine Yacht. Auf der gegenberliegenden Seite ein kleines Fischerboot, eher ein Btchen. VormSieltor dmpelt ein winziger Kahn, an dessen offenliegender Maschine sich zwei Mnner zu schaffen machen. Das wars, wenn man vonder eindrucksvollen Fassade der ehemaligen Packhuser absieht, die inzwischen zu Gaststtten und Wohnhusern wurden. Eins aber hatHooksiel, was andere nicht haben. Ein Weihnachtsldchen, das auch im Sommer ein reichhaltiges Angebot zum ,,Fest der Feste feilhlt.Samt Weihnachtsmann vor der Tr und den mehr oder weniger groen Geschenkepckchen.

    Aber immerhin, wir haben Glck gehabt. Petrus lsst seine Himmelsschleusen geschlossen. Auch auf dem Rckweg zum Troll. Erst amNachmittag gibts dann den angekndigten Regen. Nicht als einzelne Schauer, sondern als einen Schauer, der uns im schtzenden Troll

  • natrlich egal ist. Bei einer Tasse Ostfriesentee kann man es drinnen gut aushal-ten, wenns drauen anfngt feucht zu werden. Mehrmals steuern Wohnmobileden Platz an, drehen eine Runde und verschwinden wieder. Am Ende bleiben unsdrei Nachbarn, die hier bernachten wollen. Ich habe auch nur fr eine Nacht denObolus an der Badekasse abgedrckt. Morgen, am Sonnabend, wollen wir versu-chen im Wohnmobilhafen an der Ostdne einen Platz zu ergattern. ber zweiKilometer vor der Stadt aber mit Sicht aufs Wasser und Watt, vorbeiziehendeSchiffe und Mwen am Himmel. So jedenfalls verspricht es der Gastgeber frsWangerland auf vielen bunt bedruckten Seiten. Bis zur Nordsee sollen es nurwenige Schritte sein. Warten wirs ab.

    Was uns heute bleibt, ist ein verregneter Abend mit Temperaturen, bei denen sichauch ein Wetterfrosch die Decke ber den Kopf ziehen wrde. Wie gut, dass unserTroll eine funktionierende Heizung hat. Und uns bleibt - wie an jedem Abend - die,,echte Ostfriesenmischung, der Tee. Mit einem Kluntje und einem LffelchenSahne lsst es sich aushalten, auch wenn das Wetter inzwischen typisch ostfrie-sisch geworden ist.ber Nacht hat der Regen nachgelassen. Die Quecksilbersule hat wieder eineangenehme Hhe erreicht. Wir frhstcken in aller Ruhe, entsorgen, und danngehts los. Zum Wohnmobilplatz ,,An der Ostdne. Mit Strand, Kinderspielplt-zen, Bademglichkeit in der Nordsee, Hundefreilaufflche und Hundedusche. DochStraat vert Diek kennt mein Navi nicht. Gebe ich also meine zweite AdresseBderstrae ein. Danach wird gestartet. Doch schon nach etlichen hundert Me-tern kommen mir Zweifel. Die Dame im Navi will nach links. Dort aber gehtsoffensichtlich aus Hooksiel heraus und ins freie Feld. Ein morgendlicher Spazier-gnger hilft uns weiter. Sie mssen rechts abbiegen und dann immer geradeaus.Am Ende links und dann sind Sie da. Biege ich also rechts ab, fahre bis ans Endeder Strae. Dann muss ich mich entscheiden: links oder rechts. Nach der Anwei-sung gehts nach links. Und siehe da, der Campingplatz liegt vor uns, und davor wiederum weist ein Schild zum Wohnmobilstellplatz aufder rechten Seite. Also nach rechts durch eine Schranke. Wenige Meter weiter stehen wir dann vor dem Anmeldehuschen. Nach einschl-giger Literatur solltens zwei Kilometer sein. Mein Tacho hat aber (unbestechlich, wie er einmal ist) gute vier Kilometer aufgezeichnet.Wir stehen in der dritten Reihe auf Schotter, auf grozgiger Parzelle, mit Stromanschluss und unverbaubarem Blick auf die See. Wennman mal von den Rckseiten der vor uns stehenden Hymer-, Chausson-, Brstner-, Pssl-, LMC- und Carthago-Mobile absieht.

  • Ich qule mich also mit dem Sauerstoffkonzentrator die steile Treppe hoch zum Empfang. Gebe meine Daten auf (erstmal fr eine Nacht)und lege meinen Schwerbehindertenausweis vor (wegen Ersparnis der Kurtaxe). Sie haben blo 80 Prozent, erklrt mir die Damehinterm Tresen, ,,dann gibts keinen Erlass. Das kann nicht sein, kommts von mir. ,,Bisher ist mir die Kurtaxe immer erlassen worden.Alle haben die 80 Prozent anerkannt. Fr hundert Prozent msste ich mir jetzt noch ein Bein abnehmen lassen. Wollen Sie das? DerBetreiber des Platzes steht neben der Dame, die mir fr unseren Kampfdackel von fnf Kilo Startgewicht 3,10 Euro Tagesgebhr berech-net und grinst. Erlass der Kurtaxe ist ok, gibt er Anweisung. Nun klappts. 2,90 Euro gespart, 17,50 Euro gezahlt. Und die dreiEurozehnfr Calle sind an der Nordseekste fast berall blich. Da kann ich eigentlich noch froh sein. In Zingst an der Ostsee msste ich fr denLtten, der immer an Ingrids Rockzipfeln hngt, vier Euro hinblttern zuzglich der ortsblichen Kurtaxe. Da kommen dann leicht siebenEuro fr einen winzigen Vierbeiner zusammen. Pro bernachtung.

    Ich parke den Troll ein und das E-Kabel aus. Meine Angetraute hilft dabei, weil es mir auch heute wieder einmal verdammt schwer fllt.Dann stehen wir mit der Schnauze Richtung Nordsee. Die ist natrlich wieder einmal nicht da. Ich muss mit dem in der Sonne glnzendenWatt vorliebnehmen. Der Wind hat inzwischen wieder aufgefrischt und ist zu einer angenehmen Brise geworden. Vom Land RichtungMeer. Fr uns von achtern, also von hinten. Was er nun leider nicht liefert, ist die klare, reine, salzhaltige Seeluft, die meiner kaputtenLunge gut tun wrde. Statt dessen gibts Geruch nach Glle, die die Landwirte auf ihre Wiesen und cker aufgebracht haben. Wir dreiverbringen den restlichen Tag vor und im Troll. Lassen uns durchpusten, von der Sonne bescheinen und beschlieen, noch einen Tag an-bzw. abzuhngen. Ohne groartigen und mit vielen Pausen durchsetzten Spaziergang.Was wir uns aber gnnen, ist die kleine Wanderung auf die nahegelegene Dne an der See mit dem benachbarten Campingplatz.Morgen, Sonntag, solls dann von 16 bis 19 Uhr ein Event mit und von ,,Stellpltze zum Wohlfhlen geben. ,,Mein Platz auf Achse, eineMischung aus Technik-, Produkt- und Prsentationsveranstaltung. Gepaart mit einer Beratungs- und Verkaufsschau. Mit einer gemtli-chen und geselligen Platzparty bei Bier und Grillspezialitten. Mit Comedy und Entertainment. Laut Vorankndigung eine bunte Mi-schung fr Reisemobil- und Caravanfreunde. Und weil die Veranstalter sich laut Ankndigung auf unseren Besuch freuen, wollen wir sienatrlich nicht enttuschen. Morgen will ich mal sehen, wie gro die Freude wirklich ist.

  • Tiere im Watt und an der Kste

    In den Verffentlichungen der Schutzstation Wattenmeer einer private, gemeinntzigenNaturschutzvereinigung, die 1962 gegrndet wurde lese ich:Wrmer sind lang, dnn, glitschig und ringeln sich. Stimmt meistens. Die aufflligste Wurm-gruppe im Wattenmeer sind die Borstenwrmer mit der Gruppe der Vielborster (Polychaeta).Sie sind nur entfernt mit dem Regenwurm verwandt und sehen viel spannender aus. Die mei-sten haben seitliche Paddelfchen mit Borsten zum Graben, viele haben Fhler und Punkt-augen, manche haben Rckenplatten, und einige besitzen sogar krftige Kieferzangen, umBeutetiere zu packen. Im Wattenmeer kann man fast 100 Borstenwurmarten finden, in dergesamten Nordsee ber 500! Hinzu kommen zahlreiche Arten aus den anderen Wurmgruppen.Es gibt ruberische Wrmer, es gibt Bodenfresser und es gibt planktonfressende Filtrierer imWatt. Besonders wichtig und bekannt durch seine Spaghettihufchen ist der Wattwurm, derdurch seine Fressttigkeit die oberen 20 Bodenzentimeter alljhrlich einmal umpflgt.Muscheln Sie haben stets zwei Kalkklappen, die ihren weichen Krper umschlieen. MancheSchalen sind stachelig, gerippt oder farbig, andere sind schlicht wei. Wenn die Schale spira-lig gedreht ist, handelt es sich um eine Schnecke, auch wenn oft flschlich von ,,Seemuschelnoder ,,Muschelhrnern gesprochen wird! Muscheln fressen Plankton und andere Schweb-stoffe, die sie mit ihren Kiemen aus dem Wasser filtern, und sitzen oft im Boden vergraben, wosie vor Feinden geschtzt sind. Im Wattenmeer gibt es etwa sieben Muschelarten, in der Nord-see ber 60.Die Herzmuschel ist die wohl hufigste Muschel im Wattenmeer. Ihren Namen hat sie vomherzfrmigen Krperumriss bei seitlicher Betrachtung des Gehuses. Unverwechselbar ist siedurch die wellige Auenstruktur ihrer Schale. Herzmuscheln sitzen einen Zentimeter tief imBoden und filtrieren Plankton aus dem Wasser. Eine drei Zentimeter groe Herzmuschel fil-triert stndlich 2,5 Liter Wasser! Falls sie einmal freigesplt wird, kann sie sich mit ihremGrabfu schnell wieder in Boden vergraben.Die Miesmuschel. Ihr Vorname kommt vom mittelhochdeutschen Wort ,,mies = Moos.Dies beruht darauf, dass sie braune Fden spinnt (Byssusfden), die wie Moos aussehen. Siewerden von einer am Fu befindlichen Drse ausgeschieden und mit der Fuspitze festgehef-tet. Mit Hilfe der Fden kann sie sich gegen Verdriftung schtzen und sich aus dem Schlammherausziehen, den sie durch ihre eigene Filterttigkeit ansammelt. Diese hufige Muschelartlebt als einzige heimische Muschel oberirdisch. Dies ermglicht ihr eine enorme Filterleistungzur Nahrungsaufnahme: eine drei Zentimeter lange Miesmuschel filtriert bis zu 1 Liter Wasserin der Stunde.Krebse Die Krebstiere sind im Meer so artenreich, vielfltig und interessant wie keine andereTiergruppe. Manche sind gro und schmerzhaft, so wie Taschenkrebs und Strandkrabbe. An-dere sind klein und scherzhaft, so wie Schlickkrebs und Quallenflohkrebs. Wieder andere sindsesshaft wie die Seepocken, und manche sind nahrhaft wie die Garnelen, die auf dem Krabben-brtchen locken. Ein Teil des Erfolgsgeheimnisses der Krebstiere sind ihre Beine. Fast jedesKrpersegment kann Beine haben, und jedes Bein kann Seitenste haben, die im Lauf derEvolution zu Kiemen, Paddeln, Scheren, Fchern oder Panzerplatten umgeformt wurden. So-gar den Dsenantrieb haben Krebse - die Meerasseln - durch Nutzung ihrer Bauchbeine be-reits vor Jahrmillionen erfunden.Die Nordseegarnele Krabben sind rundliche Krebse mit krftigen Scheren. Was auf einemKrabbenbrtchen liegt, ist aber ganz anders geformt. Es sieht so aus wie das, was in Nordfries-land in der Porrenpann gebraten wird. Und wenn ein ostfriesischer Fischer Granat anbie-tet, dann verkauft er keine dunkelroten Halbedelsteine, sondern auch wieder diese lnglichenKrebse - Nordseegarnelen eben. Nordseegarnelen sind langschwnzige Zehnfukrebse vonbis zu acht Zentimeter Lnge. Sie sind sandfarben, haben kleine Scheren und lange Fhler undvergraben sich meist flach im Sand. Mit der Flut wandern sie auf die Wattflchen hinauf, mitder Ebbe zurck in die Priele.Die Strandkrabbe Die Strandkrabbe ist nicht nur der prominenteste Krebs im Watt, sondernauch eine kologische Schlsselart, denn sie tritt hufig auf, ist eine wichtige Beute fr Vgelund Fische und frisst selbst alljhrlich 10 Prozent der Biomasse im Watt auf. Wrmer, Mu-scheln, Schnecken, Aas und Algen sind die Nahrung der Krabbe.

    Jungkrabben mssen sich vor Fischen und Seevgeln frchten und vor kannibalischen Ver-wandten, besonders wenn sie sich frisch gehutet haben. Grere Exemplare werden vonBrachvgeln und Mwen zerstckelt und verschluckt. Auch tauchende Eiderenten befrdernKrabben ans Licht und dann in ihren Magen.

    Der Seehund An den Ksten des Nordatlantiks sowie in Nord- und Ostsee ist der Seehundanzutreffen. Er kann sowohl an Felsksten als auch auf den Sandbnken des Wattenmeeresleben. Als Fischfresser geht er bei Flut in den Wattstrmen auf die Jagd. Seine Tastborsten anMaul und Augenbrauen helfen ihm, im trben Wasser die Beute zu finden. Bei Ebbe lsst ersich auf Sandbnken trockenfallen. Sonnenbestrahlung ist fr seinen Stoffwechsel wichtig(Vitamin D).

  • Auch die Pflanzender Kstendnensind klein, aller-dings berwiegendaus Nhrsalz- undWassermangel .Die Kuppen derDnen werden vonder artenarmenDnenheide besie-delt. FeuchteDnentler, die imWinter von Regen-wasser berflutetwerden, sind sehrviel abwechs-lungsreicher. Siehneln mitWollgras, Sonnen-

    Die Nacht war hei. Fr mich viel zu warm. Viel zu warm auch der Morgen mit strahlendem Tagesgestirn und Temperaturen, die einenWetterfrosch von seiner Leiter ins Wasser getrieben htten. Mich plagt die COPD, die chronic obstructive pulmonary disease. Einechronische Erkrankung der Lunge, die auf entzndeten und dauerhaft verengten Atemwegen beruht. Typische COPD-Symptome sindHusten mit Auswurf und Atemnot bei Belastung. Und Belastung heit bei diesen Temperaturen und der aufkommenden Gewitterneigungbereits das Gehen in langsamster Gangart. Ich breche unsere Reise ab. Nix mehr mit Wilhelmshaven, kein Besuch im Butjadinger Land.Das muss verschoben werden. Nach dem Frhstck gibts also heute nur noch einen Kurzausflug mit dem Sauerstoffkonzentrator ber derSchulter von wenigen hundert Metern durch die an den Stellplatz angrenzenden Salzwiesen Richtung Watt. Dann macht mir meine Ingridden Troll reisefertig, klemmt die Stromleitung ab und verstaut sie im Wagen. Ich habe unterdessen hinter dem Lenker Platz genommen.Wohnmobilfahren: Kein Problem. Strengt mich nicht an, bringt mich nicht in Atemnot und macht mir zudem viel Freude.Dann starte ich durch. Es geht nach Hause. Nun lernen wir die bunte Mischung aus Technik- und Produktwerbung eben nicht mehrkennen. Und ob die Veranstalter nun sehr traurig sind, dass wir den Event in den spten Nachmittags- bzw. frhen Abendstunden nichtbesuchen werden, kann ich mir nicht vorstellen. Weil die Nordseekste, Ostfriesland und das Wangerland fr uns ja beinahe vor derHaustr liegen, dauert es auch nur rund zwei Stunden, bis wir unseren Heimathafen in Steden anlaufen. Selbst eine Umleitung beiWilhelmshaven sind in dieser Zeit noch drin.Eines ist aber ganz sicher: Morgen frh werde ich bei meinem Lufa (Lungenfacharzt) das Telefon klingeln lassen. Es ist hchste Zeit freinen Besuchstermin. Bringt er mich schnell wieder auf die Beine, gibts bald wieder einen Start mit dem Troll. Ich habe in den vergange-nen Wintermonaten noch eine interessante Tour mitten ins Herz Ostfrieslands vorbereitet.

    tau und Lungenenzian den Mooren. Ein Sonderfall sind die strandnahen Splsume, dieeine stark abweichende Pflanzenwelt beherbergen.