Landschaftspflegerischer Fachbeitrag zum Entwurf des ... Gemeinde Ober-M¶rlen, Ortsteil Ober-M¶rlen

  • View
    214

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of Landschaftspflegerischer Fachbeitrag zum Entwurf des ... Gemeinde Ober-M¶rlen, Ortsteil...

  • Gemeinde Ober-Mörlen, Ortsteil Ober-Mörlen

    Landschaftspflegerischer Fachbeitrag

    zum Entwurf des Bebauungsplanes

    „Schießhütte II“ 1. Bauabschnitt

    Planstand: 02.11.2018

    Bearbeitung:

    Christian Gropp, M.Sc. Biologie

  • Gemeinde Ober-Mörlen, OT Ober-Mörlen: Bebauungsplan „Schießhütte II“ 1. BA – Landschaftspflegerischer Fachbeitrag 1

    Planungsbüro Holger Fischer, 35440 Linden 11/2018

    Inhalt

    1. Beschreibung der Planung ................................................................................................................ 2

    2. Lage, Nutzung und naturräumliche Einordnung ............................................................................. 2

    3. Übergeordnete Planungen ................................................................................................................. 3

    4. Bestandsaufnahme und -bewertung hinsichtlich der Belange des Umweltschutzes ................. 3

    4.1 Boden, Wasser und Klima ........................................................................................................... 3

    4.2 Biotop- und Nutzungstypen – Tiere und Pflanzen ...................................................................... 5

    4.3 Artenschutzrecht ....................................................................................................................... 11

    4.4 Biologische Vielfalt .................................................................................................................... 14

    4.5 Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung und Europäische Vogelschutzgebiete ....................... 15

    4.6 Gesetzlich geschützte Biotope .................................................................................................. 16

    4.7 Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit ......................................................... 16

    4.8 Auswirkungen auf Kultur- und sonstige Sachgüter ................................................................... 17

    4.9 Vermeidung von Emissionen / Nutzung erneuerbarer Energien .............................................. 17

    4.10 Auswirkungen auf Gebiete zur Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität ................................ 18

    5. Eingriffs- und Ausgleichsplanung (Eingriffsregelung) ................................................................ 18

    5.1 Kompensationsbedarf ............................................................................................................... 18

    Referenzliste der Quellen, die für die im Bericht enthaltenen Beschreibungen und Bewertungen

    herangezogen wurden ............................................................................................................................... 0

  • Gemeinde Ober-Mörlen, OT Ober-Mörlen: Bebauungsplan „Schießhütte II“ 1. BA – Landschaftspflegerischer Fachbeitrag 2

    Planungsbüro Holger Fischer, 35440 Linden 11/2018

    1. Beschreibung der Planung

    Die Gemeindevertretung der Gemeinde Ober-Mörlen hat in ihrer Sitzung am 06.02.2018 die Aufstellung

    des Bebauungsplanes „Schießhütte II“ 1. Bauabschnitt beschlossen. Planziel des Bebauungsplanes ist

    die Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebietes im Sinne § 4 BauNVO.

    Es handelt sich hierbei um den ersten Bauabschnitt einer standörtlich auf die Darstellung geplanter

    Wohnbauflächen im Regionalen Flächennutzungsplan zurückgehenden Siedlungserweiterung. Der

    räumliche Geltungsbereich des ersten Bauabschnittes umfasst eine Teilfläche im Westen der Fritz-Bell-

    Straße und eine Teilfläche in Verlängerung der Dr. Werner-Stoll-Straße. Für die Abgrenzung maßgeblich

    ist die Möglichkeit der andauernden bzw. temporären Entwässerung im Mischsystem.

    Während die Teilfläche in Verlängerung der Fritz-Bell-Straße sowie die Bauzeile westlich entlang der

    verlängerten Dr. Werner-Stoll-Straße einer Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern zugeführt werden

    soll, ist für den Bereich östlich der verlängerten Dr. Werner-Stoll-Straße der Bau einer

    Seniorenwohnanlage und der Bau von Mehrfamilienhäusern, deren Bewohner auch die Angebote der

    Seniorenwohnanlage in Anspruch nehmen können, geplant.

    2. Lage, Nutzung und naturräumliche Einordnung

    Das Plangebiet liegt im Südwesten der Altortslage von Ober-Mörlen. Beide Teile des Plangebietes sind

    über einen Feldweg verbunden. Das westliche Teilgebiet besteht vorwiegend aus Gärten. Im östlichen

    Teilgebiet liegen weitere Gartenanlagen sowie Grünländer trockener bis frischer Standorte, die teils für

    die Viehhaltung genutzt werden. Weiterhin liegt eine extensive Streuobstwiese in diesem Teilbereich. Am

    Feldweg, der die beiden Teilflächen verbindet, verläuft in Laufrichtung eine Entwässerungsmulde. Eben-

    so besteht eine weitere Entwässerungsmulde östlich der „Dr. Werner-Scholl Straße“. Die Größe des

    Plangebietes beträgt insgesamt rd. 2,43 ha.

    Naturräumlich liegt der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplans nach KLAUSING (1988) in der

    Teileinheit 234.21 „Mörlener Bucht“ (Haupteinheit 234 „Wetterau“). Das Gelände steigt im westlichen

    Teilbereich des Bauabschnittes von 179 m auf 181 m an, im östlichen Teilbereich steigt das Gelände von

    182 m auf 186 m an.

    Abb. 1: Lage des Plangebietes (gelb umrandet) im Luftbild (NaturegViewer, Zugriffsdatum: 20.03.2018, eigene Be-

    arbeitung)

  • Gemeinde Ober-Mörlen, OT Ober-Mörlen: Bebauungsplan „Schießhütte II“ 1. BA – Landschaftspflegerischer Fachbeitrag 3

    Planungsbüro Holger Fischer, 35440 Linden 11/2018

    3. Übergeordnete Planungen

    Der RegFNP stellt geplante Wohnbaufläche dar, aus der das zur Ausweisung vorgesehene allgemeine

    Wohngebiet entwickelt werden kann.

    4. Bestandsaufnahme und -bewertung hinsichtlich der Belange des Umweltschutzes

    4.1 Boden, Wasser und Klima

    Die Böden des Plangebietes bestehen aus Pseudogleye mit Parabraunerde-Pseudogleyen und Para-

    braunerden, vergleyt (Hauptgruppe „Böden aus äolischen Sedimenten“). Als Grundlage für Planungsbe-

    lange aggregiert die Bodenfunktionsbewertung (Quelle: BodenViewer Hessen, siehe Abb. 2) verschiede-

    ne Bodenfunktionen (Lebensraum, Ertragspotenzial, Feldkapazität, Nitratrückhalt) zu einer Gesamtbe-

    wertung. Die Bodenfunktionsbewertung für die im östlichen Teil des Plangebietes vorhandenen Böden

    wird als „hoch“ angegeben. Bezüglich der Bodenfunktionsbewertung im westlichen Bereich des Plange-

    bietes enthält der Boden-Viewer des Landes Hessen keine Angaben. Für das gesamte Plangebiet be-

    steht mit einem K-Faktor von > 0,4 – 0,5 eine sehr hohe Erosionsanfälligkeit für die vorhandenen Böden.

    Abb. 2: Bewertung auf Grundlage der Bodenfunktionsbewertung: sehr hoch = rot, hoch = orange, mittel = gelb,

    gering = hellgrün, sehr gering = dunkelgrün, Plangebiet: blau umrandet (Quelle: bodenviewer.hessen.de, Stand: 01.03.2018)

    Aus Sicht des Bodenschutzes sind im Rahmen von Bauausführungen die folgenden eingriffsminimieren-

    den Maßnahmen zu empfehlen (aus HMUELV 2011: Bodenschutz in der Bauleitplanung):

     Sachgerechte Zwischenlagerung und Wiedereinbau des Oberbodens (DIN 18915, DIN 19731),

     Fachgerechter Umgang mit Bodenaushub und Verwertung des Bodenaushubs,

     Berücksichtigung der Witterung beim Befahren der Böden,

     Beseitigung von Verdichtungen im Unterboden nach Bauende und vor Auftrag des Oberbodens,

     Baustelleneinrichtung und Lagerflächen im Bereich bereits verdichteter bzw. versiegelter Böden.

    Zudem wird auf eine sparsame sowie schonende Nutzung der vorhandenen Böden innerhalb des

    Plangebietes verwiesen (§1 Abs. 3 Nr. 1 und 2 BNatSchG).

    Über die beschriebenen eingriffsminimierenden Maßnahmen lässt sich grundsätzlich eine wirksame Mi-

    nimierung der Auswirkungen erreichen.

  • Gemeinde Ober-Mörlen, OT Ober-Mörlen: Bebauungsplan „Schießhütte II“ 1. BA – Landschaftspflegerischer Fachbeitrag 4

    Planungsbüro Holger Fischer, 35440 Linden 11/2018

    Das Plangebiet liegt in der qualitativen Schutzzone 1 des Heilquellenschutzgebietes „Oberhessisches

    Heilquellenschutzgebiet“ sowie in der Quantitativen Schutzzone D des Heilquellenschutzgebietes „HQSG

    Bad Nauheim“. Die Ge- und Verbote der Schutzgebietsverordnungen für Heilquellenschutzgebiete sind

    einzuhalten. Zudem liegt das Plangebiet etwa 170 m südöstlich des Wasserschutzgebietes „WSG Ober-

    Mörlen, Stockbornquelle“ entfernt. Das Plangebiet liegt weder in einem festgesetzten Überschwem-

    mungsgebiet noch in einem Abflussgebiet. Zudem weist es keine Oberflächengewässer auf.

    Durch die Planung sind keine erheblichen Eingriffswirkungen auf das Kleinklima der Umgebung zu

    erwarten. Die kleinklimatischen Auswirkungen des Vorhabens werden sich bei Durchführung der Planung

    (durch Flächenversiegelung, Rodung von Bäumen) vor allem auf das Plangebiet selbst konzentrieren, wo

    mit einer Einschränkung der Verdunstung und einem Anstieg der Durchschnittstemperatur zu rechnen ist.

    Wirksame Möglichkeiten zur Minimierung der beschriebenen Effekte bestehen vor allem in einer

    großzügi