Rahmenplan Gy Physik - Bildungsserver MV für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

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  • Ministerium fr Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

    Rahmenplan

    Physik

    fr die Jahrgangsstufen 7 bis 10 am Gymnasium und an der Integrierten Gesamtschule

    Erprobungsfassung 2011

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    Impressum

    Herausgeber:

    Ministerium fr Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern

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    Vorwort

    Auch wenn der gymnasiale Bildungsgang nicht auf den Erwerb des Mittleren Schulabschlusses gerichtet ist, so mssen die Schler dennoch die in den Bildungsstandards fr den Mittleren Schulabschluss beschriebenen Kompetenzen erreichen, denn darauf basieren die Eingangs-voraussetzungen fr die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe. Deshalb greift der vorliegende Rahmenplan die curricularen Standards fr die Jahrgangsstufe 6 auf und weist curriculare Standards fr die Jahrgangsstufe 8 aus. Diese sind als "Meilensteine" auf dem Weg hin zu den von der Kultusminister-Konferenz (KMK) verabschiedeten Bildungsstandards zu ver-stehen, die ebenfalls dargestellt sind. In jenen Fchern, in denen die Eingangsvoraussetzungen fr die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe hhere Anforderungen stellen, sind auch diese im vorliegenden Rahmenplan erfasst, um die Anschlussfhigkeit an die Kerncurricula zu gewhrleisten. Damit wird fr die Doppeljahrgangsstufen 7/8 und 9/10 nachvollziehbar, in wel-chem Mae die Schler individuell zu frdern sind. Zugleich ist von ihnen bereits im Sekundar-bereich I des gymnasialen Bildungsgangs ein hohes Ma an Eigenverantwortung fr ihre Lern-prozesse und -ergebnisse zu fordern.

    Der Unterricht im gymnasialen Bildungsgang hat auch die Aufgabe, die Schler auf die Anforde-rungen eines Studiums vorzubereiten, indem sie durch die Schule in Kooperation mit auer-schulischen Lernpartnern ber den Aufbau und die Gliederung von Studiengngen sowie die Berufsbilder und -chancen informiert werden und so eine begrndete Wahl ihrer Studien-richtung treffen knnen.

    Diese Ziele sind nur zu erreichen, wenn der Unterricht den Schlern kumulatives Lernen und den Erwerb einer umfassenden Handlungskompetenz ermglicht. Ein solcher Unterricht erfor-dert Zeit fr selbststndiges Arbeiten, fr die Zusammenarbeit in der Lerngruppe und fr das Reflektieren des Lernprozesses. Prgende Merkmale des Unterrichts sind deshalb exemplari-sches und fcherverbindendes Lernen. Formen des geffneten Unterrichts sowie Projekte untersttzen die Binnendifferenzierung.

    Die Rahmenplne fr die Fcher Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Mathematik und Physik basieren auf einem ganzheitlichen Bildungsansatz. Sie sind in ihrer Gesamtheit ein prozess-orientiertes Steuerungsinstrument fr die Qualittsentwicklung von Schule und bilden zusam-men mit den Rahmenplnen fr die anderen Fcher eine Grundlage fr den schulinternen Lehrplan, mit dem die Selbststndige Schule ihr Profil schrft.

    Der Rahmenplan-Kommission danke ich fr die geleistete Arbeit; den Lehrkrften wnsche ich viel Erfolg bei der Gestaltung des Unterrichts.

    Henry Tesch Minister fr Bildung, Wissenschaft und Kultur

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    Inhaltsverzeichnis

    1 Bildung und Erziehung in der Orientierungsstufe und im Sekundarbereich I .......... 5

    2 Der Beitrag der naturwissenschaftlichen Fcher zum Kompetenzerwerb ................ 5 2.1 Gemeinsamkeiten beim Kompetenzerwerb in den naturwissenschaftlichen Fchern ...... 5 2.2 Der Unterricht im Fach Physik ....................................................................................... 10

    3 Zur Arbeit mit dem Rahmenplan ................................................................................ 10

    4 Curriculare Standards und Eingangsvoraussetzungen fr die gymnasiale Oberstufe ..................................................................................................................... 12

    4.1 Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung ..................................................................... 12 4.2 Kompetenzbereich Kommunikation ............................................................................... 14 4.3 Kompetenzbereich Bewertung ...................................................................................... 15

    5 Kompetenzen und Inhalte ........................................................................................... 16 5.1 Kompetenzen und Inhalte in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 ............................................ 16 5.1.1 Masse, Kraft und kraftumformende Einrichtungen ......................................................... 16 5.1.2 Verhalten der Krper bei Erwrmung ............................................................................ 17 5.1.3 Stromstrke, Spannung und elektrischer Widerstand .................................................... 19 5.1.4 Energie und ihre rationelle Nutzung .............................................................................. 20 5.1.5 Magnetisches Feld und Induktion .................................................................................. 22 5.1.6 Radioaktivitt und Umwelt ............................................................................................. 24 5.2 Kompetenzen und Inhalte in der Jahrgangsstufe 10 ..................................................... 26 5.2.1 Mechanische Schwingungen und Wellen ...................................................................... 26 5.2.2 Kinematik und Dynamik der Translation ........................................................................ 27

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    1 Bildung und Erziehung in der Orientierungsstufe und im Sekundarbereich I

    Das Kapitel 1 wird fr alle Rahmenplne gemeinsam verffentlicht.

    2 Der Beitrag der naturwissenschaftlichen Fcher zum Kompetenzerwerb

    Heranwachsende haben ein breites Interesse an Phnomenen der natrlichen Welt und der von Menschen geschaffenen Technik. Der Unterricht in den Fchern Biolo-gie, Chemie und Physik greift dieses Interesse auf, indem er sich verstrkt Alltags-phnomenen und -situationen aus Natur und Technik zuwenden soll. Im naturwis-senschaftlichen Unterricht im Sekundarbereich l ist in allen Schulformen und Jahr-gangsstufen das Verstehen und Anwenden strker zu akzentuieren, also dem kontextorientierten Lernen einen greren Stellenwert einzurumen.

    Der Unterricht im Sekundarbereich l des gymnasialen Bildungsgangs greift die All-tagserfahrungen und -vorstellungen der Schler sowie ihre in der Orientierungsstufe erworbenen Kompetenzen auf und ermglicht ihnen, sich mit naturwissenschaft-lichen Konzepten, Sicht- und Arbeitsweisen vertraut zu machen. Dabei soll die Freu-de der Lernenden am Entdecken genutzt und gefrdert werden. Durch eigenes Erle-ben und Handeln, beim theoriegeleiteten Fragen, Beobachten und Beschreiben, beim Experimentieren, Auswerten und Bewerten und nicht zuletzt beim Prsentieren und Kommunizieren der Ergebnisse werden fr die Schler altersgem naturwis-senschaftliche Zusammenhnge und Gesetzmigkeiten sichtbar sowie anschluss-fhige und vernetzte Begriffs- und Konzeptentwicklungen mglich.

    Kompetenzen sind nur in konkreten Situationen zu erwerben. Je nher und je hufi-ger sich Lernsituationen an Anwendungszusammenhngen orientieren, desto bes-ser kann es gelingen, bergeordnete Zusammenhnge herauszuarbeiten. Kontexte werden konsequent dazu genutzt, fachliche Konzepte weiterzuentwickeln und vor-handene Kompetenzen in neuen Situationen anzuwenden.

    Naturwissenschaftliche Phnomene und Zusammenhnge knnen so komplex und vielfltig sein, dass eine ganzheitliche und interdisziplinre Herangehensweise zu ihrem Verstndnis notwendig ist. Der naturwissenschaftliche Unterricht in den Ein-zelfchern bezieht daher fachbergreifende und fcherverbindende Aspekte ein.

    2.1 Gemeinsamkeiten beim Kompetenzerwerb in den naturwissen-schaftlichen Fchern

    Die fach- und abschlussbezogenen KMK-Bildungsstandards fr die naturwissen-schaftlichen Fcher sind in weitgehend hnlicher Weise konstruiert und umfassen die Kompetenzbereiche Fachwissen (s. Abschnitt 2.2), Erkenntnisgewinnung, Kom-munikation und Bewertung.

    Im Folgenden werden fr die drei letztgenannten Bereiche jene Kompetenzen im berblick dargestellt, die die Lernenden in den Fchern Biologie, Chemie und Phy-sik bis zum Ende des Sekundarbereichs l fr den Mittleren Schulabschluss erwer-ben sollen. Diese Kompetenzbereiche sind integraler Bestandteil des Lernprozes-ses, weil die damit verbundenen Schlerttigkeiten Grundlage fr den naturwissen-schaftlichen Unterricht insgesamt sind. Nicht nur aus zeitkonomischen Grnden, sondern auch um den Schlern diese Gemeinsamkeiten der Naturwissenschaften zu verdeutlichen, ist unabhngig von der fachbezogenen Spezifizierung der Kom-petenzen (s. Kapitel 4) fcherverbindendes Arbeiten naheliegend. Dies gilt auch

    Lernen in

    Kontexten

    KMK-Bildungs-

    standards fr die

    naturwissenschaft-

    lichen Fcher

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    und in besonderer Weise fr die Verwendung der Sprache und Fachsprache in den Naturwissenschaften.

    Der Sekundarbereich I des gymnasialen Bildungsgangs ist jedoch nicht auf den Mitt-leren Schulabschluss gerichtet, sondern mndet in die Qualifikationsphase der gym-nasialen Oberstufe. Die Rahmenplne (Kerncurricula, 2006) greifen zwar die KMK-Bildungsstandards auf, erweitern diese z. T. aber in den Eingangsvoraussetzungen fr die Qualifikationsphase. Folglich gilt es, die Lernprozesse in den Jahrgangsstu-fen 7 bis 10 bereits mit Blick auf diese Eingangsvoraussetzungen zu gestalten, um einen erfolgreichen Fachunterricht in den Jahrgangsstufen 11 und 12 zu gewhr-leisten. In dem fachbezogenen Kapitel 4 sind die Eingangsvoraussetzungen aus dem Kerncurriculum deshalb mit ausgewiesen.

    Die Schler

    beobachten und beschreiben Phnomene und Vorgnge und fhren sie auf be-kannte naturwissenschaftliche Zusammenhnge zurck,

    analysieren hnlichkeiten durch kriteriengeleitetes