Ueber die Zersetzung des Chloroforms durch alkoholische Kalilösung

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    11-Jun-2016

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  • auf die trocknen Sabe ory. einhas. Sawen. 121

    UeFer die Zersetzung des Chloroforms durch alkoholische Kalilijsung ;

    von Demselben. __

    Vor langerer Zeittf+t) habe ich bei der Urnsetzung von kauflicheni Chloroform durch alkoholische Iialilosung das Auf- treten eines mit griingesiiumter Flamme brennbaren Gases beobachtet, welches nicht erhalten werden konnte , wenn reines Chloroform zu den Versuchen verwandt worden war. Dieses Gas wurde als identisch niit der Verbindung Reg- n a ul t's C411sCl, die aus dem Elaylchloriir entsteht, ange- sehen, und daraus sowohl, als aus dem geringeren Chlor- gehalt jenes Chloroforms, auf eine Verunreinigung durch Elaylchloriir geschlosseu. Spater habe ich indessen auch das Auftreten eines Gases bei Anwendung von reinem Chloroform beobachtet. Dariiber weiter angestellte Versuche haben er- geben, dafs dasselbe in uni so reichlicherer Menge erhalten wird, j e verdiinnter oder je wasseriger die alkoholische Kali-

    ") Pugs. Ann. LXXXV, 512. **) Uiese Annalen XCI, 125.

  • 122 G eu t h er, Zers. d. Chloroforms durch alkohol. Kalilb'sung.

    losung ist. Es brannte, wenn es nicht durch kaltes Wasser geleitet, aber uber demselben aufgefangen war , mit gruner Flamme ; war es vorher durch Wasser gestromt, so war keine grune Farbnng bemerkbar, wohl aber ein Leuchten. Wurde dasselhe wiederholt mit Wasser geschiittelt und blieb es l ingere Zeit uber demselben stehen, so zeigte es nach dem Anzunden genau dic nichtleuchtendc blaue Flarnme des Koh- lenoxydgases , und seine ldentitiil damit niiterliegt keineni Zweifel.

    Das Chlorofom verhalt sich also gegen einc wasser- reiche oder vcrdunnte alkoholische Kaliliisung ahnlich , wie sich nach H e r rn a 1111 ++) das Brornoform gegen Kalihydrat verhalt, wobei nur Ihhlenoxyd und Bronikalium entsteht.

    Diese Bildung des Kohlenosydgases scheint rnir wenig im Ilinklang zu stehen wit der in neuerer Zeit fiir das Chloroform beliebten Auffassungsweise, wonach es das Chlorid eines dreiatomigeri Radicals CW sein soll. Ware diefs der Fall, so sollte man bei der Unisetzung desselben mit Kali um so sicherer eine vollstandige Verwandlung in Ameisensaure erwarten , j e verdunnter die Kaliliisung einwirkt , j e weniger also an eine tiefer greifende Zersetzung gedacht werden kann. Aber gerade unter diesen Unistanden findet die Bil- dung von Kohlenoxydgas statt.

    Diese Zersetzung erscheint nur verstlndlich , wenn man dem Chloroform die Forrriel : C 2 W , ilC-1 beilegt; es sind dann die folg-enden Phasen zii unterscheiden. Zunichst trennt sich die Salzsaure von den) dem Kohlenoxyd entsprechen- den Chlorkohlenstoff; sodann wird dieser xersetzt und Iioh- lenoxyd gebildet, und dieses wird, sobald es nur Kalihydrat- theilchen in geniigender Anhiiufung vorfindet , vollstandig zu Ameissnsiiure; wenn letzteres aber nicht der Fall ist, so wird es theilweise als Gas entweichen.

    *) Diese Snnalen XCV, 214.