– 04/11 – Kleine Ballspiele .Die Einwirkungen der Kräfte werden unterschätzt, gefährliche

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  • Bundesamt fr Sport BASPO

    Inhalt Monatsthema

    Sicherheitshinweise 2Checkliste Ballspiele 3bungssammlung 4Lektionen 11Tests 17

    Kategorien

    1115-jhrig Sekundarstufe I Einsteiger und Fortgeschrittene Lernstufe: Erwerben, anwenden,

    gestalten Bewegungsfelder: Laufen, springen,

    werfen, spielen

    Kleine BallspieleWas wre der Sportunterricht ohne Blle? Kein Handball, Fussball, Basketball, Uni-hockey oder Volleyball. Die Liste liesse sich noch lange fortsetzen. Doch nicht nur Ballspielsportarten lassen sich damit ausfhren. Mit Bllen lsst sich noch viel mehr machen.

    Der Ball ist die Basis vieler Spielsportarten und aus unserer Schule kaum wegzudenken. Er wird gepasst, gedribbelt, geworfen und geschlagen. Doch bei den Spielsportarten ist noch lange nicht Schluss. Auf dem Ball balancieren, mit ihm jonglieren, sich durch ihn ausdrcken: Den Mglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

    Alle frdern und fordernDas Monatsthema Kleine Ballspiele widmet sich den kleinen Spielen, bungen und Lekti-onen, die den Ball im Zentrum haben. Gedacht sind die Inhalte vor allem fr die Stufe Sek I, vorwiegend fr die 7. und 8. Klasse. Mit etwas Kreativitt knnen die Unterrichtenden aber die Inhalte an ihre Klasse anpassen. Auch im Verein knnen diese Spiele z.B. fr eine Auf-wrmsequenz eingesetzt werden.

    In den bungen und Lektionen werden technische Komponenten wie werfen, fangen und prellen ebenso bercksichtigt wie die konditionelle Substanz und die koordinativen Kompe-tenzen. Auch psychisch-emotionale Aspekte, wie Selbstvertrauen, Motivation sowie Taktik und Wahrnehmung knnen gefrdert werden.

    Beidseitiges LernenEs gibt keine schlechte Krperseite. Diese pdagogische Aussage stimmt nicht ganz: Es gibt gute Grnde, immer beide Krperseiten zu trainieren. Einerseits frdert das seitenverkehrte ben den Lernprozess beider Krperhlften, andererseits gibt es im Spiel immer wieder Situ-ationen, in denen auch die andere Seite bentigt wird.

    Anpassen an das NiveauAlle bungen sind so gewhlt, dass Anfnger ihren Spass haben und auch Knner gefordert werden. Eine einfache bung kann durch die Variation der Ballgrsse, des Ballgewichtes oder der Durchfhrung mit mehreren, vielleicht sogar stark unterschiedlichen Bllen, zu einer gro-ssen Herausforderung werden. Dabei sollen Ballspezialisten mit ihrem Knnen den weniger Erfahrenen helfen und gemeinsam mit ihnen Aufgaben meistern. Alleine, zu zweit oder in der Gruppe ausgefhrt bieten diese bungen Spass und Herausforderung. n

    04 | 2011

  • 2mobilesport.ch 04/2011 | Kleine Ballspiele | Hintergrundberichte BASPO

    Sicherheitshinweise

    Ballspiele gehren zu den attraktivsten Inhalten im Sportunterricht. Whrend die Schler spielen, achten sie kaum auf eine korrekte und da-mit sichere Ausfhrung der Grundbewegungen. Die Lehrpersonen sind also gefordert, sichere Voraussetzungen zu schaffen.

    Im Freizeitbereich erleben klassische Spiele als Streetball-Version einen Boom, der durch die Werbestrategie von Sportartikelherstellern zustzlich gefrdert wird. Die Jugendlichen trainieren Street-Soccer, Street-Basketball und andere Ballspiele in klei-neren Teams oder zeigen ihr Knnen an gesponserten Turnieren. Die einzelnen Ball-spiele fhren nicht zuletzt auf Grund ihrer Beliebtheit die Unfallstatistiken sowohl im Freizeitbereich als auch im Sportunterricht an.

    Das Risiko, sich bei einem Ballspiel zu verletzen, ist um zwei Drittel hher als bei den meisten Individualsportarten. Die hufigsten Verletzungen sind Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen und Brche. Betroffen sind in fast drei Vierteln aller Flle die Extremitten: Zu etwa 40% die Hnde und Arme, zu 35% die Beine und Fsse.

    Lehrperson sorgt sich um AblufeWhrend sich die Schler in der Welt des Spieles befinden, haben sie oft keine freie mentale Kapazitt, um auf eine korrekte und damit sichere Ausfhrung der Grund-gesten zu achten. Die Einwirkungen der Krfte werden unterschtzt, gefhrliche Situationen nicht mehr antizipiert. Der Wettkampfgeist ist strker als der Fairplay-Gedanke. Deshalb ist es Aufgabe der Lehrperson, durch geeignete Massnahmen ein sicheres Spiel-Umfeld zu schaffen und einen reibungslosen Ablauf zu gewhrleisten.

    Umgebung beachtenVoraussetzung fr jede Art der Unfallverhtung ist ein gutes menschliches Umfeld. Sowohl das Vertrauen in die Lehrperson als auch sportliches Fairplay der Schler untereinander tragen viel zur Sicherheit im Sportunterricht bei. Eine Anlage muss gewissen Normen entsprechen, damit ein sicheres Spiel mglich ist. Beispielsweise sollten Hallenwnde bis auf 2,70 Meter Hhe frei von Rissen, vorstehenden Gegen-stnden und scharfen Kanten sein. Die Hallenbodenpflege mit einem geeigneten Mittel verhindert, dass die Schler rutschen oder kleben bleiben.

    Material und OrganisationEin weiteres Augenmerk gilt dem Material und der persnlichen Ausrstung. Blle sollten nicht zu hart gepumpt sein und die Schler drfen nicht in Socken herum-rennen. Der umfangreichste Bereich ist die Spielorganisation. Hier ist die Lehrperson dafr verantwortlich, dass die Schler mit den geeigneten didaktischen Massnahmen gefhrt werden. Sowohl whrend des Spiels als auch im Training sollen eine berlegte Organisation und alternative Zusatzaufgaben Wartezeiten vermeiden und damit ein Absinken der Konzentration verhindern helfen.

    Eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten finden Sie auf der nchsten Seite. n Quelle: bfu SafetyTool Ballspiele

  • 3 BASPO mobilesport.ch 04/2011 | Kleine Ballspiele | Hilfsmittel

    Checkliste Ballspiele

    Menschliches Umfeld Hinweise und Risiken

    Verstehen die Schler den Begriff Fairplay und knnen sie abgemachte Regeln einhalten? Umgang mit Sieg und Niederlage

    Bercksichtige ich bei der Teambildung gruppendynamische Aspekte? Leistungsausgleich

    Wie ist die Stimmung innerhalb der Klasse? Aggressionen nicht verstrken

    Anlage und Voraussetzungen

    Ist die Halle fr Ballspiele sicherheitstechnisch geeignet? Ist der Sturzraum neben dem Spielfeld gross genug?

    bfu-Dokumentation Sporthallen, R 9208

    Sind alle Tren und Gertetore beim bungs- und Spielbetrieb geschlossen? Hindernisse

    Sind die Spielfeldmarkierungen gut sichtbar und klar gekennzeichnet? Mit Bodenmarkierungen

    Werden Krbe, die direkt an der Wand angebracht sind, nur fr Positions- und Sprungwrfe gebraucht? Aufprallgefahr

    Sind Rasenpltze in einem spieltauglichen Zustand (ebene Spielflche, keine herumliegen- den Gegenstnde, Nsse)?

    bfu-Merkblatt Freianlagen, Mb 0305

    Werden Allwetterspielpltze regelmssig von organischen Ablagerungen gesubert? Rutschgefahr

    Verzichte ich darauf, auf Hartbetonpltzen zu spielen? Schlge, Schrfgefahr

    Material, Gerte, persnliche Ausrstung

    Tragen meine Schler geeignete Sportkleider und passende Turnschuhe? Schuhe: Abntzung, Dmpfung

    Tragen Schler mit Sichteinschrnkungen Kontaktlinsen oder geeignete Brillen?

    Werden Uhren, Schmuck und dergleichen vor Lektionsbeginn abgelegt und lange Haare zurck gebunden? Besteht whrend des Unterrichts ein Kaugummi- und Essverbot?

    Verletzungs- und Erstickungsgefahr

    Sind die Mannschaften mit Spielbndern (besser farbige Spielleibchen) klar gekennzeichnet? bersicht verbessern

    Werden in der Anfngerschulung leichte, griffige und nicht zu harte Blle verwendet? Fingerverletzungen bei falschen Bllen

    Trgt der Torhter eine geeignete Ausrstung und einen Tiefschutz oder schrnke ich den Wurfbereich entsprechend ein?

    Z.B. nur Bodenaufsetzer zhlen

    Sind Tore in einwandfreiem Zustand und gegen Umkippen gesichert? Werden Abpraller hinter dem Tor durch Fangnetze oder dicke Matten verhindert?

    Keine vorstehenden Netzhaken, kein splitternder Torrahmen

    Achte ich darauf, dass keine defekten Volleyballnetz-Spannleinen gebraucht werden? Sind Spannleinen gut sichtbar?

    Schnitt-, Stolpergefahr

    Werden nicht benutzte Blle in Ballbehltern aufbewahrt? Fussgelenkverletzungen

    Organisation

    Ist meine Lektion zielgerichtet und sinnvoll aufgebaut? Einstimmung, bungsteil, Spiel

    Habe ich jederzeit den berblick ber die Klasse? ber- oder Unterforderung vermeiden

    Sind Aufgabenstellung und bungsauswahl den personellen Voraussetzungen angepasst und klar verstndlich?

    ber- oder Unterforderung vermeiden

    Organisiere ich den Unterricht so, dass lange Wartezeiten vermieden werden? Abkhlung, Konzentrationsabfall

    Sind die bungs- und Spielzonen klar von den Warterumen abgegrenzt und ist der Sicherheits abstand gross genug?

    Trennung optisch markieren

    Setze ich die optimale Anzahl Spieler in Bezug auf die Spielfeldgrsse ein? Durcheinander vermeiden

    Passe ich die Spielregeln den personellen Voraussetzungen und den Zielsetzungen an? Untersttze ich den Spielverlauf aktiv?

    Taktische Tipps, Korrekturen

    Haben die Schler die Spielregeln verstanden und achte ich auf konsequentes Einhalten dieser Regeln? Hilfsschiedsrichter einsetzen

    Quelle: bfu SafetyTool Ballspiele, Arbeitsblatt 8

  • 4mobilesport.ch 04/2011 | Kleine Ballspiele | bungen BASPO

    Teamworkbung in der Gruppe: Gemeinsam wird Kraft und Krperkontrolle trainiert.

    Alle Schler sitzen im Kreis mit den Fssen zur Mitte gerichtet. Sie heben mit den Fssen den Ball (Medizinball, Gymnastikball) in der Mitte vom Boden hoch.Variation: Ohne Schuhe, barfuss durchfhren. Bei kleinen Bllen evtl. hilfreich.Material: 1 Medizinball, 1 Softball, 1 Gymnastikball, 1 Tennisball

    BalanceaktDiese bung dient zur Schulung und Verbesserung des Gleichgewichts. Die Blle dienen sowohl als Unterlage als auch zum Passen.

    A und B stehen, knien oder sitzen auf einem Medizinball und spielen sich einen Ball zu.Schwieriger: Auf Physioball oder Medizinball stehen und bung durchfhren. (Nur durchfhren wenn das Stehen auf dem Ball vorgngig bereits gebt wurde).Material: 2 Medizinblle, 1 Bal