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Bachelorarbeit - MOnAMi | MOnAMi · 2015-07-23 · Referat Ziel dieser Diplomarbeit, ist es die Darstellung sowie die Angabepflichten von Finanzinstrumenten am Beispiel von 2 ATX-

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  • HOCHSCHULE MITTWEIDA - UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES

    Studiengang Betriebswirtschaft

    Bachelorarbeit

    vorgelegt von: Christoph Süß Matrikelnummer: 27125

    Telefon: +43 699/ 102 37 933

    Erstprüfer: Prof. Dr. Andreas Hollidt Zweitprüfer: Prof. Dr. Johannes N. Stelling

    Abgabetermin: 31.07.2012 Bearbeitungszeit: drei Monate

    Anwendung des IFRS 7 „Darstellung von Finanzinstrumenten“ am Beispiel von 2 ATX-notierten Unternehmen und deren Konzernabschlüssen

  • Fakultät Wirtschaftswissenschaften

    B A C H E L O R A R B E I T

    Anwendung des IFRS 7 „Darstellung von Finanzinstrumenten“

    am Beispiel von 2 ATX-notierten Unternehmen

    und deren Konzernabschlüssen

    2012

    Autor:

    Christoph Süß

    Studiengang:

    Betriebswirtschaft

    Seminargruppe:

    BW08w2BHA

    Erstprüfer:

    Prof. Dr. rer. pol. Andreas Hollidt

    Zweitprüfer:

    Prof. Dr. rer. oec. Johannes N. Stelling

  • Bibliografische Angaben

    Süß, Christoph

    E-Mail: [email protected]

    [email protected]

    Anwendung des IFRS 7 „Darstellung von Finanzinstrumenten“ am Beispiel von 2 ATX-notierten

    Unternehmen und deren Konzernabschlüssen

    106 Seiten, 51 Abbildungen und Screenshots aus 2 IFRS Konzernabschlüssen

    Hochschule Mittweida, Fakultät Fachwissenschaften

    Diplomarbeit 2012

    Referat

    Ziel dieser Diplomarbeit, ist es die Darstellung sowie die Angabepflichten von Finanzinstrumenten am

    Beispiel von 2 ATX- notierten Unternehmen und deren per 31.12.2011 bzw. verschobenen Stichtag

    veröffentlichten Konzernabschlüssen, unter Berücksichtigung des IFRS 7 zu analysieren.

    Der IFRS 7 wurde im Zuge der Erweiterung der bereits bestehenden Angabepflichten unter IAS 32

    entwickelt. Weiterhin ersetzt er die bisher bestehenden Angabepflichten des IAS 30. Im Zuge des

    IFRS 7 wurden sämtliche Angabepflichten zu Finanzinstrumenten zusammengefasst und dies gilt auch

    für Finanzinstrumente, die nicht nach IAS 39 in der Bilanz erfasst wurden. Der IAS 39, welcher durch

    den IFRS 9 ersetzt wird, regelt die Kategorisierung sowie die Bewertung von Finanzinstrumenten. Im

    Zuge dessen besteht eine starke Kausalität zwischen den bereits oben erwähnten Standards.

    Schlussfolgernd stellt der Standard IFRS 7 eine wichtige Aussagekraft über die Risikoberichterstattung

    und Fair Value- Angaben in den IFRS-Notes dar. Dem Bilanzleser soll ermöglicht werden ein Urteil

    über die Tragweite von Finanzinstrumenten und die Auswirkung auf die Vermögens- Finanz- und

    Ertragslage, zu bilden.

    mailto:[email protected]:[email protected]

  • I

    Inhaltsverzeichnis

    INHALTSVERZEICHNIS........................................................................................................................................ I

    ABBILDUNGSVERZEICHNIS ............................................................................................................................... II

    ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ............................................................................................................................. III

    1. EINLEITUNG ............................................................................................................................................. 1 1.1. Problemstellung ........................................................................................................................... 2 1.2. Zielsetzung................................................................................................................................... 4 1.3. methodische Vorgehensweise ...................................................................................................... 5

    2. DARSTELLUNG UND BILANZIERUNG VON FINANZINSTRUMENTEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES IFRS 7 ........................ 7 2.1. Grundlagen .................................................................................................................................. 7

    2.1.1. Grundsätze und Inhalte des IFRS 7 (IFRS 7.1- bis IFRS 7.20) ...................................................................... 7 2.1.2. weitere Angabepflichten im Zuge des IFRS 7.21 bis IFRS 7.30 ..................................................................24 2.1.3. Risikoberichterstattung im Zuge von Finanzinstrumenten .......................................................................36

    2.2. Anwendung und Angabepflichten des IFRS 7 .............................................................................. 47 2.2.1. Angaben zur Bilanz ................................................................................................................................49 2.2.2. Angaben zur Gesamtergebnisrechnung ..................................................................................................68 2.2.3. weitere Angaben ...................................................................................................................................73

    2.3. Risikoberichtserstattung von Finanzinstrumenten ....................................................................... 86 2.3.1. Kreditrisiko ............................................................................................................................................87 2.3.2. Liquiditätsrisiko .....................................................................................................................................90 2.3.3. Marktrisiko ............................................................................................................................................94

    3. SCHLUSS ............................................................................................................................................. 102

    LITERATURVERZEICHNIS ................................................................................................................................... V

    EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG ...................................................................................................................... IX

  • II

    Abbildungsverzeichnis

    Abbildung 1: Arten von Finanzinstrumenten ....................................................................................................................... 7 Abbildung 2: Aufbau und Zusammensetzung von IFRS 7 ...................................................................................................... 9 Abbildung 3: inhaltliche Struktur des IFRS 7 .......................................................................................................................11 Abbildung 4: Offenlegungspflichten im IFRS 7 ....................................................................................................................13 Abbildung 5: Übersicht zur Bilanzierung von finanzieller Vermögenswerte .........................................................................14 Abbildung 6: Fair Value Hierarchie .....................................................................................................................................28 Abbildung 7 Fair Value-Definition gemäß IFRS 13 und bisheriger IFRS 7 ..............................................................................31 Abbildung 8 Leitlinien zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts.....................................................................................33 Abbildung 9: Bewertungstechniken des IFRS 13 .................................................................................................................35 Abbildung 10: Leitlinien zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ..................................................................................36 Abbildung 11: Zeitbänder IFRS 7.37 ...................................................................................................................................41 Abbildung 12: Vergleich der Verfahren zur Ermittlung des VaR ...........................................................................................46 Abbildung 13: Konzernbilanz der Agrana Gruppe per 29.02.2012 .......................................................................................49 Abbildung 14: finanzieller Vermögenswerten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ...............................................................50 Abbildung 15: Forderungen aus LuL und sonstige Vermögenswerte der Agrana Gruppe per 29.02.2012..............................51 Abbildung 16: finanzielle Verbindlichkeiten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 .................................................................52 Abbildung 17: Note zu den Finanzverbindlichkeiten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 .....................................................53 Abbildung 18: Note zu den Verbindlichkeiten aus LuL und sonst. Verbindlichkeiten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ......54 Abbildung 19: Finanzinstrumente je Bewertungskategorie nach IAS 39 der Agrana Gruppe per 29.02.2012.........................55 Abbildung 20: Sicherheiten für finanzielle Verbindlichkeiten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ........................................56 Abbildung 21: Wertberichtigungsposten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ......................................................................57 Abbildung 22: Konzernbilanz der Lenzing AG per 31.12.2011 .............................................................................................59 Abbildung 23: finanzielle Vermögenswerte der Lenzing AG per 31.12.2011 ........................................................................60 Abbildung 24: sonstige Vermögenswerte der Lenzing AG per 31.12.2011 ...........................................................................61 Abbildung 25: finanzielle Verbindlichkeiten der Lenzing AG per 31.12.2011 ........................................................................62 Abbildung 26: sonstige Verbindlichkeiten der Lenzing AG per 31.12.2011 ...........................................................................63 Abbildung 27: Auszug aus den in Zukunft anzuwendenden IFRS Standards der Lenzing AG per 31.12.2011..........................65 Abbildung 28: Forderungen aus LuL inkl. Wertberichtigungsposten der Lenzing AG per 31.12.2011 ....................................66 Abbildung 29: Entwicklung des Wertberichtigungskontos der Lenzing AG per 31.12.2011 ...................................................66 Abbildung 30: Gesamtergebnisrechnung der Agrana Gruppe per 29.02.2012 .....................................................................68 Abbildung 31: Finanzerträge der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ........................................................................................69 Abbildung 32: Finanzaufwendungen der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ............................................................................69 Abbildung 33: Finanzergebnis der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ......................................................................................70 Abbildung 34: Nettoergebnisse je Klasse von Finanzinstrumenten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ................................70 Abbildung 35: Gesamtergebnisrechnung der Lenzing AG per 31.12.2011 ............................................................................71 Abbildung 36: Finanzergebnis der Lenzing AG per 31.12.2011 ............................................................................................72 Abbildung 37: Nettoergebnisse je Klasse von Finanzinstrumenten der Lenzing AG per 31.12.2011 ......................................73 Abbildung 38: Note zu den derivativen Finanzinstrumenten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 .........................................75 Abbildung 39: vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse für derivative Finanzinstrumente der Agrana Gruppe 29.02.2012 ..77 Abbildung 40: vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse aus Cash Flow Hedges der Agrana Gruppe per 29.02.2012.............77 Abbildung 41: Fair-Value Hierarchie der Agrana Gruppe per 29.02.2012 .............................................................................80 Abbildung 42: Cash Flow Hedges der Lenzing AG per 31.12.2011 .......................................................................................83 Abbildung 43: Fair-Value-Hierarchie der Lenzing AG per 31.12.2011...................................................................................85 Abbildung 44: Kreditrisiko der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ...........................................................................................88 Abbildung 45: Kreditrisiko der Lenzing AG per 31.12.2011..................................................................................................90 Abbildung 46: Fälligkeiten finanzieller Verbindlichkeiten der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ..............................................91 Abbildung 47: Fälligkeiten finanzieller Verbindlichkeiten der Lenzing AG per 31.12.2011 ....................................................93 Abbildung 48: VaR Währungsrisiko der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ..............................................................................95 Abbildung 49: VaR/CaR Zinsrisiko der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ................................................................................96 Abbildung 50: Commodity-Preis-Risiko der Agrana Gruppe per 29.02.2012 ........................................................................97 Abbildung 51: Rohstoffderivate der Lenzing AG per 31.12.2011 ....................................................................................... 101

  • III

    Abkürzungsverzeichnis

    AFS Available for Sale Assets (zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte)

    BiL Bilanz

    ED Exposure Draft

    EK Eigenkapital

    FLAC Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (zur fortgeführten

    Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

    FVPL at fair value through profit or loss (erfolgswirksam zum Fair Value bewertete

    finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten

    GuV Gewinn – und Verlustrechnung

    HfT Held for Trading (zu Handelszweckehen gehaltene Finanzinstrumente)

    HtM Held to maturity investments (bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen)

    IAS International Accounting Standards

    IASB International Accounting Standard Board

    IASC International Accounting Standard Committee

    IFRIC International Financial Reporting Interpretations Committee

    IFRS International Financial Reporting Standards

    iHv in Höhe von

    kfr. kurzfristig

    LAR Loans and Receivables (Kredite und Forderungen)

    lfr. langfristig

    LuL Lieferungen und Leistungen

    SIC Standard Interpretations Committee

    VaR Value at Risk

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    S.1

    1. Einleitung

    In den IFRS wird ein Finanzinstrument wie folgt definiert: Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der

    gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen

    Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder Eigenkapitalinstrument führt.1 Die in diesem

    Zusammenhang stehenden Verträge, die dieser Definition entsprechen, müssen in der Bilanz

    angesetzt werden, bzw. in den IFRS-Notes veröffentlicht werden.

    Generell werden Finanzinstrumente in drei verschiedenen Standards des IFRS behandelt. Der

    Standard IAS 32 befasst sich mit der Darstellung Finanzinstrumenten. IFRS 7 regelt die Angabepflicht

    für Finanzinstrumente im Anhang. Der Standard IAS 39 definiert den Ansatz und die Bewertung von

    Finanzinstrumenten.2

    Weiterhin ist zu erwähnen, dass der IFRS 9 den bereits bestehenden IAS 39 ersetzen wird und sich in

    derzeitiger Umsetzungsphase befindet. 1. Januar 2015 ist vorgeschlagenes Datum des Inkrafttretens

    von IFRS 9; vorzeitige Anwendung ab 2009 gestattet. Eine Anwendung durch Unternehmen in Europa

    kann erst nach Übernahme für die Anwendung in Europa erfolgen. Diese steht derzeit noch aus.3

    Da die Umsetzung der neuen Standards häufige Probleme bereiten wird, ist davon auszugehen, dass

    das IASB um die Entwicklung weiterer Anwendungsleitlinien ersucht werden wird. Ein Beispiel ist der

    neue Standard für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert, IFRS 13. Dieser Standard enthält zwar

    keine Änderungen mit Blick auf die Frage, wann der beizulegende Zeitwert zugrunde zu legen ist, gibt

    jedoch ausführliche Leitlinien vor, wie er zu ermitteln ist. Viele Fragen, die infolge der Finanzkrise

    aufgeworfen wurden, werden in IFRS 13 geklärt. Dies gilt beispielsweise für das Problem, wie der

    beizulegende Zeitwert auf volatilen Märkten ermittelt werden kann.4 Inkrafttreten des Standards ist

    der 01. Januar 2013.

    1 Vgl. IAS 32.11 u. IAS 39.9. 2 Vgl. Pellens; B et.al, Internationale Rechnungslegung; IFRS 1 bis 8; IAS 1 bis 41; IFRIC Interpretationen, Standardentwürfe; 7. Auflage Stuttgart; 2008 S.534. 3 Vgl. Deloitte IAS Plus Website, Standardübersicht; IFRS 9; http://www.iasplus.com 4 Vgl. Ernst & Young IFRS Outlook I. Quartal 2012; Hamburg; S. 23.

    http://www.iasplus.com

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    S.2

    Die zum Finanzvermögen geforderten notes sind im Wesentlichen geregelt:

    • in IAS 27 für Tochterunternehmen, IAS 28 für assoziierte Unternehmen, IAS 31 für

    Gemeinschaftsunternehmen und IAS 24 für Beziehungen zu nahestehenden

    Unternehmen

    • in IFRS 7 für das übrige Finanzvermögen (Finanzinstrumente).5

    Diese Bachelorarbeit wird sich im Wesentlichen mit den Gesichtspunkten, wie bereits im Titel

    ersichtlich ist, des IFRS 7 auseinandersetzen.

    Überblick zum IFRS 7

    • erweitert die bereits vorhandenen Angabepflichten zu Finanzinstrumenten gemäß

    IAS 32;

    • ersetzt geltende Angabepflichten gemäß IAS 30; und

    • fasst sämtliche Angabepflichten für Finanzinstrumente in einen neuen Standard

    Finanzinstrumente: Angaben zusammen. Durch IFRS 7 nicht übernommene Teile von IAS

    32 beschäftigen sich lediglich noch mit Aspekten der Darstellung von

    Finanzinstrumenten.6

    1.1. Problemstellung

    Die Unternehmen bzw. Konzerne, die nach IFRS/IAS bilanzieren, stehen vor der Problematik die

    Anforderungen des IFRS 7 ordnungsgemäß zu erfüllen. Im Wesentlichen erfordert der IFRS 7, den

    „Anwender“ sein Verständnis von der Signifikanz von Finanzinstrumenten zu erweitern. Hierbei soll

    vor allen dem die Art und das Ausmaß von Finanzinstrumenten auf die Vermögens- Finanz- und

    Ertragslage erkannt werden.

    Um eine sachgemäße und zielführende Interpretation des stark prinzipienorientierten Standards zu

    gewährleisten, verlangt es nach ausreichenden theoretischen Kenntnissen im Bereich der diversen

    IFRS Standards, die sich mit Finanzinstrumenten aussetzten. Insbesondere ist das Hauptaugenmerk

    auf folgende Standards zu legen:

    • IFRS 7 / IAS 32 Finanzinstrumente: Angaben / Ausweis

    • IFRS 9 / IAS 39: Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung

    5 Vgl. Lüdenbach, Norbert, Der Ratgeber zur erfolgreichen Anwendung von IFRS; 6. Überarbeitete und erweiterte Aufl. 2010, S. 180 6 Vgl. Deloitte IAS Plus Website, Standardübersicht; IFRS 7; http://www.iasplus.com

    http://www.iasplus.com

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    S.3

    • IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

    Die wirtschaftlichen und praktischen Abfolgen von Finanzinstrumenten, sowie die Implementierung

    des IFRS 7 sollte über zielführende und verlässliche Szenarien bzw. Analysen erarbeitet werden.

    IFRS 7 verlangt ausführliche Angaben zu Finanzinstrumenten. Der Standard gilt sogar für

    Finanzinstrumente, die nicht nach IAS 39 in der Bilanz erfasst wurden (IFRS7.4). Bei nicht in der Bilanz

    erfassten Instrumenten ist zwar die Definition eines Finanzinstrumentes erfüllt, nicht aber das

    Ansatzkriterium (z. B. Kreditzusagen zu marküblichen Zinsen oder wirtschaftlich, aber nicht

    zivilrechtlich übertragene Forderungen). Leasingforderungen und – verbindlichkeiten im Rahmen des

    Finanzierungsleasing (IAS 17.36) sind jedenfalls Gegenstand der Risikoangaben. Beim Operating lease

    werden i. d. R. keine Forderungen und Verbindlichkeiten für die Leasingraten angesetzt,

    Zahlungsansprüche aus einem operating lease gelten nicht als Finanzinstrumente (IAS 32.AG9) und

    müssen daher nicht dargestellt werden. Das Unternehmen hat ausreichende Informationen

    anzugeben, um den Bilanzadressaten ein Urteil zur Signifikanz von Finanzinstrumenten und deren

    Auswirkungen auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage zu ermöglichen (.7). Außerdem sind die

    Risikoangaben für die Vergleichszahlen des Vorjahres erforderlich. (ergibt sich indirekt aus IFRS

    7.44).7

    Nach Auffassung des IASB können Informationen zu den aus Finanzinstrumenten resultierenden

    Risiken sowie deren Management die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des

    Unternehmens stark beeinflussen (vgl. IFRS 7.IN2). Derartige Informationen bilden somit eine

    wesentliche Entscheidungsgrundlage für oder gegen ein finanzielles Engagement in einem

    Unternehmen. Da sich in den vergangenen Jahren die Methoden zur Messung und zum Management

    dieser Risiken erweitert haben und das Bedürfnis nach einer Verbesserung der Offenlegung zu

    Finanzinstrumenten weiter gestiegen ist, sah sich das IASB dazu veranlasst, die vormals geltenden

    Angabepflichten zu Finanzinstrumenten zu überprüfen und zu verbessern.8

    Nachdem im Juli 2004 als Beginn der Entwicklung der Entwurf ED 7 für einen

    branchenübergreifenden Standard, zur Offenlegung von Finanzinstrument zur Diskussion gestellt

    wurde, veröffentlichte der IASB am 18. 8. 2005 den neuen Standard IFRS 7 – Financial Instrument:

    Disclosures.9

    7 Vgl. Grünberger, David, IFRS 2010 Ein systematischer Praxisleitfaden; 8. Neu bearbeiten und erweiterte Auflage 2009, S. 357. 8 Vgl. Scharpf, KoR 2006, Beilage 2, S.4 f. 9 Vgl. Ernst & Young, S.3; Kehm in Löw, S.643.

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    S.4

    Die unveränderte und uneingeschränkte Übernahme in das europäische Recht folgte mit der

    Verordnung (EG) Nr. 108/ 2006 der Kommission der Europäischen Gemeinschaft am 11.11.2006.10

    Im IFRS 7, der die vorhergehenden Standards IAS 32- Financial Instruments: Disclosure and

    Presentation und IAS 30 – Disclosures in the Financial Statement of Banks and Similar Institutions

    ersetzt, werden die Angabepflichten nun gesammelt wiedergegeben und durch zusätzliche

    Vorschriften ergänzt. In dieser Ausarbeitung werden daher im Wesentlichen nur die theoretischen

    und praktischen Probleme des Standards IFRS 7, und im gewissen Ausmaß Auszüge aus dem IAS 39 /

    IFRS 9, sowie aus dem neuen Standard IFRS 13 in Betracht gezogen. Hierbei werden die Klassen von

    Finanzinstrumenten und Umfang der Angabepflichten, als auch die Risikoberichterstattung

    analysiert.

    1.2. Zielsetzung

    Im Zuge der Zielsetzung für diese Arbeit wurden folgende Betrachtungsweisen eruiert, die eine

    ordnungsgemäße Anwendung des IFRS 7 in Erwägung ziehen, und sowie auf theoretische als auch

    praktische Lösungswege unter Berücksichtigung der Angabepflichten eingehen. Es soll ein Überblick

    des Standards IFRS 7 geschafft werden, der wesentliche Eckpunkte analysiert. Es werden 2 ATX-

    notierte Unternehmen und deren IFRS-Konzernabschlüsse anhand der Angabepflichten des IFRS 7

    analysiert. Weiters werden die Auswirkungen von Finanzinstrumenten auf Bilanz, GuV und gesondert

    für weitere Angaben in Betracht gezogen und anhand von Beispielen durchleuchtet. Dies soll dem

    Bilanzersteller ein Leitfaden sowie eine gewisse Bilanzierungsrichtlinie für die Angabepflichten des

    IFRS 7 bieten. Bilanzlesern, Bilanzadressaten und Investoren soll ermöglicht werden eine

    Einschätzung von der Bedeutung der Finanzinstrumente zu treffen, und deren Auswirkung auf die

    Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmen zu eruieren können. In weiterer Folge soll

    erkannt werden welche Art und welches Ausmaß von Risiken Finanzinstrumente bergen und wie

    diese das bilanzierende Unternehmen steuert.

    Neben den theoretischen Problemstellungen des IFRS 7 sollen auch praktische Analysen zeigen wie

    stark das Ausmaß der Angabenpflichten des IFRS ist, und welche ausführlichen Angaben bezüglich

    des Risikomanagement sind. Des Weiteren wird die Klassenbildung gemäß IFRS 7 analysiert, da je

    nach wirtschaftlicher Beschaffenheit die Finanzinstrumente in geeignete Klassen eingestuft werden.

    Bei der Klassenbildung hat das Unternehmen zu entscheiden, welchen Detaillierungsgrad und welche

    Schwerpunkte es setzt, um einerseits alle charakteristischen Informationen zu vermitteln und

    andererseits die wesentlichen Aussagen nicht durch exzessive Detailangaben zu verschleiern.11

    10 Vgl. Scharpf, Kor 2006, Beilage 2, S.3-5; Löw, BB 2005, S. 2175. 11 Vgl. Grünberger, David, IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; S.303.

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    1.3. methodische Vorgehensweise

    Im Wesentlichen beschäftigt sich der Hauptteil dieser Arbeit mit drei Teilabschnitten. Im ersten

    Abschnitt werden die theoretischen Grundalgen zu den Angabepflichten des „IFRS 7 Angaben zu

    Finanzinstrumente“ näher betrachtet und erläutert. Hierbei wird vor allen dem direkt auf den

    Standardtext, welcher durch das „Endorsementverfahren“ der Kommission der Europäischen

    Gemeinschaft unverändert und uneingeschränkt übernommen wurde, eingegangen. Im Zuge der

    theoretischen Erläuterungen soll ein Grundriss entstehen, welcher die Angabepflichten für

    Finanzinstrumente gemäß IFRS 7 genau erläutert, und somit die Basis für anwendende Unternehmen

    darstellt. Die Anwendung des IFRS 7 findet sich besonders im Bankensektor sowie auch im

    industriellen Sektor wieder. Weiters soll im ersten Abschnitt dargestellt werden welche weiteren

    IFRS Standards auf den IFRS 7 maßgebenden Einfluss haben. Hierbei wird indirekt auf den „IAS 39

    Finanzinstrumente : Ansatz und Bewertung“, welcher durch den IFRS 9, der das Ablöseprojekt des IAS

    39 darstellt, eingegangen. Infolgedessen wird auch ein Ausblick auf den „IFRS 13: Bemessung des

    beizulegenden Zeitwert“ gewährt.

    IFRS 7 ist von jedem nach IFRS rechnungslegenden Unternehmen anzuwenden.12 Im Ergebnis folgt

    also auch der Anwendungsbereich von IFRS 7 der Gesamtkonzeption der IFRS, nicht

    branchenbedingte Besonderheiten zu behandeln, sondern vielmehr geschäftstypische Bilanzierungs-

    und Offenlegungsregeln vorzugeben.13

    Im zweiten Abschnitt wird daher dargestellt welche praktischen Lösungsansätze für die Anwendung

    des IFRS 7 und dessen Angabepflichten von 2 ATX notierten Unternehmen und deren IFRS-

    Konzernabschlüssen gewählt wurden. Zu erst wird analysiert, welche Angaben zur Bilanz (IFRS 7.8 -

    7.19) erforderlich sind und ob diese vom bilanzierenden Unternehmen ausreichend angeführt

    wurden, um dem Bilanzleser ein getreues Bild über die Auswirkung von Finanzinstrumenten zu

    geben. Im Rahmen der Angaben zur Bilanz verlangt IFRS 7.8 die Offenlegung der Buchwerte für jede

    Kategorie von finanziellen Vermögenswerten sowie finanziellen Verbindlichkeiten, wie sie in IAS 39

    definiert sind. Die Offenlegung kann dabei entweder in der Bilanz selbst oder im Anhang erfolgen.14

    In weiterer Folge sollen die Angabepflichten zur Gesamtergebnisrechnung und zu weiteren Angaben

    unter Berücksichtigung der 2 IFRS-Konzernabschlüsse analysiert werden und mit praktischen

    Auswirkungen dargestellt werden. Neben den Angaben zur Bilanz enthält IFRS 7 weitere

    Offenlegungsvorgaben hinsichtlich der Gesamtergebnisrechnung, die in IFRS 7.20 in Form von

    12 Vgl. Poole/Spooner, 5 ed., S. 723. 13 Vgl. Scharpf, KoR 2006, Beilage 2, S.3 und S.5. 14 Vgl. Löw, BB 2005, S. 2175.

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    S.6

    Mindestanforderungen für die diesbezüglichen Angaben von Finanzinstrumenten genannt werden.15

    Weitere Angaben betreffen gemäß IFRS 7.21-7.30 folgende Punkte:

    • Rechnungslegungsmethoden (IFRS 7.21)

    • Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (IFRS 7.22- 7.24)

    • Beizulegender Zeitwert (Fair Value) (IFRS 7.25- 7.30)

    Im dritten und letzten Abschnitt sollen die Angaben der 2 IFRS bilanzierenden ATX-Unternehmen zur

    Risikoberichterstattung analysiert werden und mit praktischen Problemfällen kommentiert werden.

    Im Rahmen der Offenlegung zu Art und Ausmaß der sich aus Finanzinstrumenten ergebenden Risiken

    hat das bilanzierende Unternehmen sowohl qualitative als auch quantitative Informationen zu den

    finanziellen Risiken, denen es zum Abschlussstichtag ausgesetzt ist, offenzulegen.16 Die Angaben

    konzentrieren sich hierbei auf die Offenlegung zu Kreditrisiken und Marktrisiken und sollen sowohl

    Art und Umgang der Risiken als auch deren Steuerung durch das bilanzierende Unternehmen

    verdeutlichen.17

    Für alle Geschäftsjahre nach dem 01.01.2007 sind die Angabepflichten zu Finanzinstrumenten sowie

    finanziellen Risiken von den nach IFRS bilanzierenden Unternehmen verpflichtend zu beachten.

    Daher wurde im Zuge dieser Arbeit eine Aufnahme durchgeführt, wie die

    Offenlegungsanforderungen des IFRS 7 von 2 ATX-notierten Unternehmen und deren

    veröffentlichten Konzernabschlüsse per 29.02.2012 und 31.12.2011 umgesetzt wurden.

    15 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.81. 16 Vgl. Löw, BB 2005; S.2178. 17 Vgl. KPMG, Stuttgart 2007, S.115 f.; Beyer; S145.

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    2. Darstellung und Bilanzierung von Finanzinstrumenten unter Berücksichtigung

    des IFRS 7

    2.1. Grundlagen

    2.1.1. Grundsätze und Inhalte des IFRS 7 (IFRS 7.1- bis IFRS 7.20)

    Zur Definition der finanziellen Vermögenswerte muss zunächst der übergeordnete Begriff des

    Finanzinstruments erläutert werden, der in IAS 32.11 definiert ist. Finanzinstrumente sind Verträge,

    die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert (financial asset) und

    bei dem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit (financial liability) oder einem

    Eigenkapitalinstrument (equity instrument) führen. Neben finanziellen Vermögenswerten sind somit

    auch finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapitalinstrumente (z. B. ausgegebene Aktien)

    Finanzinstrumente. Die IFRS enthalten mehrere Standards, die sich auf Finanzinstrumente beziehen

    (insbesondere IAS 32, IFRS 9 und IFRS 7). IFRS 9 regelt die Bewertung und ist somit der zentralste

    Standard; er ersetzt ab 2015 IAS 39. Da es bei Finanzinstrumenten um die Beurteilung eines

    Vertrages geht und zugleich bei einem Unternehmen die Aktivseite und bei einem anderen die

    Passivseite betroffen ist, gibt es beispielsweise keinen eigenen Standard nur für finanzielle

    Vermögenswerte oder nur für finanzielle Verbindlichkeiten. So kann beispielsweise ein

    Termingeschäft bei wechselnden Marktverhältnissen von einem Vermögenswert zu einer

    Verbindlichkeit werden und umgekehrt. Es wäre somit nicht praktikabel, dessen Bewertung in

    verschiedenen Standards zu regeln. Für die Bilanzierung macht es aber einen grundlegenden

    Unterschied, ob es sich um einen Vermögenswert, eine Verbindlichkeit oder ein

    Eigenkapitalinstrument handelt. Der Standard IFRS 7 enthält die Bestimmungen zur Offenlegung von

    Finanzinstrumenten. 18

    Abbildung 1: Arten von Finanzinstrumenten19

    18 Vgl. Grünberger, David, IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; 2011; S. 111. 19 Vgl. Grünberger, David, IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; 2011; S. 111.

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    Zielsetzung dieses IFRS ist es, von Unternehmen Angaben in ihren Abschlüssen zu verlangen, durch

    die die Abschlussadressaten einschätzen können,

    • Welche Bedeutung Finanzinstrumente für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des

    Unternehmens haben; und

    • Welche Art und welches Ausmaß die Risiken haben, die sich aus Finanzinstrumenten

    ergeben, und denen das Unternehmen während der Berichtsperiode und zum

    Berichtsstichtag ausgesetzt ist, und wie das Unternehmen diese Risiken steuert.

    Das Unternehmen hat ausreichende Informationen anzugeben, um den Bilanzadressaten ein Urteil

    zur Signifikanz von Finanzinstrumenten und deren Auswirkungen auf die Vermögens- Finanz- und

    Ertragslage zu ermöglichen (.7). Außerdem sin die Risikoangaben für die Vergleichszahlen des

    Vorjahres erforderlich. (ergibt sich indirekt aus IFRS 7.44).20

    Die in diesem IFRS enthalten Grundsätze ergänzen die Grundsätze für den Ansatz, die Bewertung die

    Darstellung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten in IAS 32

    Finanzinstrumente: Darstellung und IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung21

    Bestandteile des IFRS 7 sind zunächst eine Darlegung der Gründe für die Einführung des neuen

    Standards, eine Zusammenfassung der wesentlichen Regelungsinhalte und der Standardtext im

    engeren Sinn. Des Weiteren sind die Anhänge A, B und C integrale Bestandteile des Standards. Der

    Anhang A >Defined Terms< führt Definitionen auf, die im Standardtext verwendet werden. Der

    Anhang B, die verpflichtend anzuwendende >Application Guidane< (AG), enthält Leitlinien zur

    praktischen Anwendung einzelner Vorschriften des IFRS 7. Zu beachten sind hier die Detaillierungen,

    die zu den vom Standard verlangten Angaben gegeben werden. Damit erfordert es der Aufbau des

    IFRS 7, mehrere Dokumente parallel zu lesen, um die Regelungen vollständig zu erfassen. Der Anhang

    C >Amendments to other IFRSs< stellt Änderungen dar, die sich durch IFRS 7 in anderen IFRS

    ergeben. Im Gegensatz zu den noch von der Vorgängerorganisation IASC verabschiedeten IAS

    enthalten die vom IASB herausgegebenen neuen IFRS typischerweise diese drei Anhänge. IFRS 7

    weist jedoch noch einen weiteren Anhang D auf, in dem Änderungen der Regelungsinhalte

    20 Vgl. Grünberger, David, IFRS 2010 Ein systematischer Praxisleitfaden; 8. Neu bearbeiten und erweiterte Auflage 2009, S. 357. 21 Vgl. IFRS 7 Standardtext (3/7 IFRS 7 Zielsetzung 1 a-b)

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    aufgeführt werden, falls zwar der Standard selbst, nicht jedoch die neuen Regelungen zu Fair-Value

    Option vor dem 1. 1. 2007 angewendet werden.22

    Darüber hinaus besteht der Standard aus der >Basis for Conclusions< (BC) sowie der

    >Implementation Guidance< (IG). Da diese den Standard lediglich begleiten, wurden beide Teile nicht

    in den Endorsement-Prozess auf EU-Ebene einbezogen. Die >Basis for Conclusions< zeigt mögliche

    Vorgehensweisen bei der Anwendung der verschiedenen Regelungen des IFRS 7. Es werden jedoch

    keine zusätzlichen Vorschriften geschaffen.23

    Abbildung 2: Aufbau und Zusammensetzung von IFRS 724

    Der Anwendungsbereich des IFRS 7 gliedert sich gemäß des Standards folgendermaßen.

    „Dieser IFRS ist von allen Unternehmen auf alle Arten von Finanzinstrumenten anzuwenden, davon

    ausgenommen sind:

    • Anteile an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen, die gemäß IAS 27 Konzern und

    Einzelabschlüsse, IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen oder IAS 31 Anteile an

    Gemeinschaftsunternehmen bilanziert werden. In einigen Fällen darf ein Unternehmen

    jedoch nach IAS 27, IAS 28 oder IAS 31 einen Anteil an einem Tochterunternehmen, einem

    assoziierten Unternehmen gemäß IAS 39 bilanzieren; in diesen Fällen gelten die

    Angabepflichten dieses IFRS. Der vorliegende IFRS ist auch auf alle Derivate anzuwenden, die

    an Anteile an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen oder

    Gemeinschaftsunternehmen gebunden sind, es sei denn, das Derivat entspricht der

    Definition eine Eigenkapitalinstruments in IAS 32

    22 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.56. 23 Vgl. Scharpf, KoR 2006, Beilage 2, S3-5; Buchheim/Schmidt, KoR 2005, S397. 24 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.56.

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    S.10

    • Rechte und Verpflichtungen eines Arbeitgebers aus Altersversorgungsplänen, auf die IAS 19

    Leistungen an Arbeitnehmer anzuwenden ist.

    • Versicherungsverträge im Sinn der Definition von IFRS 4 Versicherungsverträge. Anzuwenden

    ist dieser IFRS allerdings auf Derivate, die in Versicherungsverträge eingebettet sind, wenn

    IAS 39 von dem Unternehmen deren getrennte Bilanzierung verlangt. Ein Versicherer hat

    diesen IFRS darüber hinaus auf finanzielle Garantien anzuwenden, wenn er zum Ansatz und

    zur Bewertung dieser Verträge IAS 39 anwendet. Entscheidet er sich jedoch gemäß § 4(d) des

    IFRS 4, die finanziellen Garantien gemäß IFRS 4 anzusetzen und zu bewerten, so hat er IFRS 4

    anzuwenden.

    • Finanzinstrumente, Verträge und Verpflichtungen im Zusammenhang mit anteilsbasierten

    Vergütungen, auf die IFRS 2 anteilsbasierte Vergütung anzuwenden, ist. Davon

    ausgenommen sind die in den Anwendungsbereich der Paragrafen 5-7 des IAS 39 fallenden

    Verträge, auf die dieser IFRS anzuwenden ist.

    • Instrumente, die nach den Paragrafen 16A und 16 B oder 16 C und des IAS 31 als

    Eigenkapitalinstrumente eingestuft werden müssen.

    Der IFRS ist auf bilanzwirksame und bilanzunwirksame Finanzinstrumente anzuwenden.

    Bilanzwirksame Finanzinstrumente umfassen finanzielle Vermögenswerte und finanzielle

    Verbindlichkeiten, die in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallen. Zu den bilanzunwirksamen

    Finanzinstrumenten gehören einige andere Finanzinstrumente, die zwar nicht in den

    Anwendungsbereich von IAS 39, wohl aber in den dieses IFRS fallen. (z. B. Kreditzusagen).

    Anzuwenden ist dieser IFRS ferner auf Verträge über den Kauf oder Verkauf eines nicht finanziellen

    Postens, die unter IAS 39 fallen (siehe IAS 39, Paragrafen 5-7)“25

    Die Regelungen des IFRS sind jedoch nicht nur auf Finanzinstrumente anzuwenden, sondern auch auf

    bestimmte nicht finanzielle Posten. So fallen Verträge über den Kauf oder Verkauf eines nicht

    finanziellen Postens (z. B. Warenterminkontrakte), die durch einen Ausgleich in bar oder in anderen

    Finanzinstrument oder durch den Tausch von Finanzinstrumenten erfüllt werden könne (IFRS 39.5),

    in den Anwendungsbereich von IAS 30 dem gemäß IFRS 7.5 auch in den Anwendungsbereich von IFRS

    7. Explizit ausgenommen und damit nicht im Anwendungsbereich von IFRS 7 sind indes Verträge, die

    zum Zweck des Empfangs oder der Lieferung von nicht finanziellen Posten gemäß dem erwarteten

    Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens abgeschlossen werden und in diesem

    25 Vgl. IFRS 7 Standardtext (3/7 IFRS 7 Anwendungsbereich 3-5.).

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    S.11

    Sinne weiter behalten werden. -sog. „Own Use Contracts“ (IAS39.5)26 Die Struktur des IFRS 7

    Standards soll mittels dieser grafischen Darstellung vereinfacht dargestellt werden.

    Abbildung 3: inhaltliche Struktur des IFRS 727

    26 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.59 27 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.61

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    S.12

    Klassenbegriff: Für Zwecke der Darstellung teilt das Unternehmen die Finanzinstrumente in

    geeignete Klassen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Beschaffenheit ein (IFRS 7.6; z. B. Forderungen

    an Privatkunden, Forderungen an Unternehmen, Forderungen an Finanzinstitute,

    Eigenkapitalinstrumente, Anleihen etc.). Die Klassenbildung sollte je nach Natur der Informationen

    gesondert erfolgen, bei den Kreditrisikoangaben etwa nach Art der Gegenpartei, bei den

    Marktrisikoangaben nach Marktrisikofaktoren. Mit der Klassenbildung werden die Finanzinstrumente

    unabhängig von den Bewertungskategorien nach IFRS 9 gegliedert (.B1). Allerdings müssen

    zumindest die zum Fair Value angesetzten Finanzinstrumente und die zu fortgeführten

    Anschaffungskosten angesetzten Finanzinstrumente getrennt voneinander dargestellt werden (.B2);

    außerdem muss eine Überleitung auf die Bilanz möglich sein. Bei der Klassenbildung hat das

    Unternehmen zu entscheiden, welchen Detaillierungsgrad und welche Schwerpunkte es setzt, um

    einerseits alle charakteristischen Informationen zu vermitteln und andererseits die wesentlichen

    Aussagen nicht durch exzessive Detailangaben zu verschleiern (.B3). Neben der Darstellung in

    Klassen sind aber auch die Buchwerte aller Bewertungskategorien finanzieller Vermögenswerte und

    finanzieller Verbindlichkeiten anzugeben (bei Verbindlichkeiten der Kategorie at fair value gesondert

    nach Handelsbestand und freiwillig designierten Instrumenten). Die Darstellung erfolgt entweder in

    der Bilanz oder im Anhang (IFRS 7.8). Die im Abschluss erfassten Nettogewinne und Nettoverluste

    sind gesondert für jede Bewertungskategorie darzustellen. Zinsaufwendungen und Zinserträge nach

    der Effektivzinsmethode sind in einer Summe anzugeben; für die Kategorie at fair value ist die

    Angabe von Zinsen nicht erforderlich (vgl. IFRS 7.20 und.B5(e)). Gesondert anzugeben ist der

    Aufwand aus Abschreibungen (impairments) von zu Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen

    Vermögenswerten; Zinsen sind gesondert für wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte

    anzugeben. Alle Umgliederungen zwischen zum Fair Value und zu fortgeschriebenen

    Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sind im Anhang zu beschreiben und zu

    begründen (IFRS 7.12). Weiters sind Vermögensübertragungen anzugeben, die zu keiner Ausbuchung

    führen (.13). 28 Die Angabepflichten nach IFRS 7 unterliegen ferner dem Grundsatz der

    Wesentlichkeit, der in IAS 1.7 verankert ist.29

    Ein Unternehmen hat Angaben zu machen, die den Abschlussadressaten ermöglichen, die Bedeutung

    der Finanzinstrumente für dessen Vermögens- Finanz- und Ertragslage zu beurteilen.30

    28 Vgl. Grünberger, David, IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; 2011; S. 303-304. 29 Zum Grundsatz der Wesentlichkeit vgl. im Überblick Baetege/Zülch in v. Wysocki / Schulze-Osterloh / Hennrichs / Kuhner, Ab. I, RN. 232-236; detailliert Küting/Weber/ Kessler/ Metz, DB 2007; Beilag 7, S.9-12; mit Handlungsempfehlungen für mittelständische Unternehmen bezogen auf die Regelungen des IFRS 7 Lüdenbach in Lüdenbach / Hoffmann, §28; RN. 275-277.. 30 Vgl. IFRS 7 Standardtext (3/7 IFRS 7 Bedeutung der Finanzinstrumente für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 7.)

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    S.13

    Entsprechend der Ziele des Standards gliedern sich die Offenlegungspflichten in zwei wesentliche

    Bereiche. Zum einen umfasst IFRS 7 Angaben, die eine Einschätzung der Bedeutung von

    Finanzinstrumenten für die Finanzlage und den Unternehmenserfolg ermöglichen, zum anderen

    enthält der Standard Offenlegungspflichten zu Risiken aus Finanzinstrumenten.

    Abbildung 4: Offenlegungspflichten im IFRS 731

    Für die umfangreichen Angabepflichten des IFRS 7 gilt ein besonderer Wesentlichkeitsgrundsatz. In

    der Praxis entscheidet jedes Unternehmen eigenverantwortlich, mit welchem Detaillierungsgrad es

    die geforderten Angaben macht, wie die Informationen aggregiert werden. Relevante Informationen

    dürfen dabei nicht verschleiert werden. Jedoch ist ein Anstieg des Umfangs der Berichterstattung

    durch zu viele Detailangaben ebenso zu vermeiden, wie eine zu starke Aggregation der

    offenzulegenden Informationen. Eine verlangte Angabe kann unterlassen werden, wenn diese

    Information als nicht wesentlich beurteilt wird.32

    Gemäß IFRS 7.8-7.19 sind folgende Angaben zur Bilanz anzuführen.

    Für jede der folgenden Kategorien gemäß IAS 39 ist in der Bilanz oder im Anhang der Buchwert

    anzugeben:

    • finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet

    werden, wobei diejenigen, die beim erstmaligen Ansatz als solche eingestuft werden, und

    diejenigen, die gemäß IAS 39 als zu Handelszwecken gehalten eingestuft werden, getrennt

    voneinander aufzuführen sind;

    • bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen;

    • Kredite und Forderungen;

    31 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.64. 32 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.65.

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    • zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte;

    • finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet

    werden, wobei diejenigen, die beim erstmaligen Ansatz als solche eingestuft werden, und

    diejenigen, die gemäß IAS 39 als zu Handelszwecken gehalten eingestuft werden, getrennt

    voneinander aufzuführen sind; sowie

    • finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.33

    Abbildung 5: Übersicht zur Bilanzierung von finanzieller Vermögenswerte34

    Für jede der aufgezeigten Kategorien sind die Buchwerte (carrying amounts) entweder in der Bilanz

    oder im Anhang anzugeben. (IFRS 7.8; IFRS 7.BC15). Obgleich bei der Bewertung von finanziellen

    Vermögenswerten der Kategorie Available-for-Sale unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe zugrunde

    liegen können, wird nach IFRS nicht gefordert. Hierunter fallen z. B. gehaltene

    Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegen und deren

    Fair Value nicht verlässlich ermittelt werden kann. Diese Instrumente sind zu Anschaffungskosten zu

    bewerten (IAS 39.46(c)). Daneben sind andere Vermögenswerte dieser Kategorie mit dem Fair Value

    anzusetzen. Im Zusammenhang mit der Kategorie At fair Value through Profit or Lost ist zu beachten,

    dass die Finanzinstrumente mit Handelsabsicht – analog zur Angabepflicht nach IAS 32.94(e) –

    getrennt von den im Rahmen der Fair Value-Option designierten Finanzinstrumenten anzugeben

    sind. (IFRS7.BC15). Die Entscheidung zur wahlweisen Designation bestimmter finanzieller

    Vermögenswerte oder finanzieller Verbindlichkeiten zur Bewertungskategorie At Fair Value through

    Profit or Loss ist nach Ansicht des IASB vergleichbar mit der Wahl einer Bilanzierungs- und

    Bewertungsmethode, wobei im Unterschied dazu die Nutzung der Fair Value-Option für ähnliche

    Geschäftsvorfälle nicht zwingend stetig anzuwenden ist. Eine Designation zur Kategorie At Fair Value

    through Profit or Loss ist nach der Änderung des IAS 39 im Juni 2005 nur zulässig, wenn dadurch

    33 Vgl. IFRS 7 Standardtext (3/7 IFRS 7 Bedeutung der Finanzinstrumente für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 8.) 34 Vgl. Grünberger, David, IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; 2011; S. 114

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    entweder (1) eine Ansatz – oder Bewertungsinkongruenz vermieden oder erheblich reduziert wird,

    (2) das Management und die Performance-Messung eines Portfolios von Finanzinstrumenten auf Fair

    Value-Basis gemäß einer dokumentierten Risikomanagement- oder Anlagestrategie erfolgt oder es

    sich (3) um ein Instrument handelt, das ein bestimmtes eingebettetes Derivat enthält.35

    Weitreichende Angabepflichten ergeben sich in Bezug auf Kredite und Forderungen, sofern, die Fair-

    Value Option für diese ausgeübt wird. Für diese Finanzinstrumente fehlt zumeist ein aktiver Markt,

    sodass Fair Values im Vergleich zu anderen Finanzinstrumenten weniger verlässlich ermittelbar sind.

    Für die Wertbestimmung sind dabei neben Struktur und Höhe der vereinbarten Zahlungsströme auch

    die Faktoren >Zinsänderungen< und >Änderungen des Kreditrisikos < bedeutsam, zu denen gemäß

    IFRS 7.9 (a)-(d) umfangreiche Angaben seitens des bilanzierenden Unternehmens zu machen sind.

    Offenzulegen ist das maximale Kreditrisiko des Kredits oder der Forderungen, die als erfolgswirksam

    zum Fair Value zu bewerten eingestuft wurde, sowie der Betrag, durch den diese Risikoexposition

    mittels Einsatz von Kreditderivate wie >Credit Linked Notes< und >Total Return Swaps< den

    Unternehmen, ihr Kreditrisiko aktiv zu steuern. Die Änderung des Fair Values der Kreditderivate ist

    ein diesem Zusammenhang gemäß IFRS 7.9 (d) offenzulegen, und zwar sowohl für den

    Berichtszeitraum als auch in kumulierter Form seit der Einstufung des Kredits oder der Forderung in

    die Kategorie >erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

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    • der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der finanziellen Verbindlichkeit und dem

    Rückzahlungsbetrag, den das Unternehmen vertragsgemäß zahlen muss.37

    Insgesamt kann festgestellt werden, dass die in IAS 39.9 definierten Kategorien einzig und allein für

    Zweck der Bewertung von Finanzinstrumenten entscheidend sind, nicht jedoch für Zwecke des

    Ausweises. Gemäß IAS 39.45 können Unternehmen nämlich für den Ausweis in einem IFRS-Abschluss

    andere Kategorien bilden. Mit IFRS 7.8 wird ebenfalls keine Gliederung für die Bilanz vorgegeben.

    Eine Mindestgliederung für Finanzinstrumente bilden vielmehr die in IAS 1.54 ausgeführten

    Bilanzposten. Da diese aber nicht mit den Bewertungskategorien des IAS 39 übereinstimmen, ist zu

    empfehlen, die in IFRS 7.8 verlangten Bilanzangaben im Rahmen einer Überleitungsrechnung der

    Kategorien auf die Bilanzposten offenzulegen.38

    Aufgrund unterschiedlicher Bewertungs- und Gewinnrealisierungsvorschriften sind Unternehmen

    manchmal versucht, stille Reserven durch eine gezielte Umgliederung aufzudecken oder

    Abwertungen des Fair Values durch eine gezielte Umgliederung zu vermeiden (cherry picking). Um

    Bilanzpolitik und Manipulationen zu verhindern, muss die Einordnung in eine Bewertungskategorie

    stets im Zeitpunkt der Einbuchung erfolgen, weil zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt ist, in welche

    Richtung sich der Wert zukünftig bewegt. Daraus resultiert auch das grundsätzliche Verbot späterer

    Umgliederungen. 39

    Die Möglichkeit zur Umwidmung von Finanzinstrumenten wurde im Verlauf der Finanzkrise immer

    lauter gefordert. Mit IFRS 9 ist das IASB diesem Wunsch in begrenztem Umfang nachgekommen. Die

    Umwidmung ist bei einem geänderten Geschäftsmodell bezüglich dieser Finanzinstrumente zulässig.

    Das IASB betont den außerordentlichen Charakter solcher Änderungen des Geschäftsmodells: „…

    such changes in business model would be very infrequent, significant and demonstrable and

    determined by the entity’s senior management as a result of external or internal change.“ Explizit

    keine Änderungen des Geschäftsmodells begründen:

    • Änderungen der Halteabsicht in Bezug auf bestimmte Finanzinstrumente,

    • das temporäre Verschwinden eines Marktes und

    • die Übertragung von Vermögenswerten zwischen unterschiedlichen Teilen des

    Unternehmens mit verschiedenen Geschäftsmodellen.

    Es wird damit schwierig sein, eine Umwidmung auf Basis von „rare circumstances” zu begründen.

    IFRS 9 lässt jedenfalls eine Änderung der Halteabsicht für bestimmte Finanzinstrumente („

    particular financial assets”) auch dann nicht als Grund für eine Umwidmung zu, wenn eine

    37 Vgl. Ernst & Young Die Angabevorschriften des IFRS 7, Broschüre August 2005; S. 8. 38 Vgl. Homölle in Heinrichs / Kleindiek / Watrin, IFRS RN 29.f Münchener Kommentar zum Bilanzrecht. 39 Vgl. Grünberger, David; IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfand; 10. Auflage; 2011; S. 124.

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    erhebliche Veränderung der Marktbedingungen ursächlich ist. Dagegen sollte die Änderung der

    Halteabsicht in Bezug auf sämtliche Finanzinstrumente einer Geschäftseinheit im Sinne eines

    „business model” noch eine Umwidmung ermöglichen. In diesem Fall müssen allerdings sämtliche

    der umzuwidmenden Finanzinstrumente auch das SPPI-Kriterium erfüllen. Die Umwidmung wirkt

    ab dem Umwidmungszeitpunkt, also prospektiv. Zuvor erfasste Gewinne, Verluste und Zinsen

    werden nicht angepasst. Bei einer Umwidmung auf eine Bewertung zu Anschaffungskosten stellt

    der Fair Value im Umwidmungszeitpunkt die neuen Anschaffungskosten dar. Bei einer Umwidmung

    auf eine Bewertung zum Fair Value ist die Differenz zwischen bisherigem Buchwert und Fair Value

    erfolgswirksam zu erfassen. Eine neue Widmung ist außerdem mit dem Umstieg auf IFRS 9 möglich,

    d. h. zuvor zum Fair Value bewertete Instrumente können im Rahmen der Erstanwendung zu

    Anschaffungskosten bewertet werden, sofern die Bedingungen im IFRS 9 erfüllt sind.40

    Gemäß IFRS 7.12 sind daher die Beträge und die Gründe der Neueinstufung von finanziellen

    Vermögenswerten anzugeben, die anstatt zu Anschaffungskosten bzw. Restbuchwert zum Fair

    value bewertet werden.41

    Anlagen dem Jahresabschluss nach «IFRS» «7».12 A. beigefügt werden:

    • Die Höhe des Betrags, der umgruppiert wurde;

    • alle Marktpreise und sonstigen Beträge der umgruppierten Finanzinstrumente für jede

    Berichtsperiode bis zur Periode der Umgruppierung;

    • wurde ein Finanzinstrument unter Berufung auf § 50B unter außergewöhnlichen

    Umständen umgruppiert, so müssen Unterlagen beigefügt werden, die beweisen, dass die

    Situation außergewöhnlich war;

    • der Gewinn oder Verlust des beizulegenden Zeitwerts (fair value) für die Periode, in der die

    Umgruppierung stattfand;

    • der Gewinn oder Verlust, der durch das Finanzinstrument generiert hätte werden können,

    wenn keine Umgruppierung stattgefunden hätte. Dies ist für die Periode der

    Umgruppierung sowie für alle darauffolgenden Perioden beizulegen;

    • der effektive Zinssatz und die geschätzten Zahlungsströme, die das Unternehmen am Tag

    der Umgruppierung für das Finanzinstrument erwartet.42

    Werden finanzielle Vermögenswerte gemäß IAS 39.15- 39.37 an einen Dritten übertragen, so muss

    diese Übertragung nicht zwingend zu einer vollständigen Ausbuchung der entsprechenden

    40 Vgl. Grünberger, David; IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; 2011; S. 124. 41 Das IASB sieht diese Angaben als wesentlich an, da eine Klassifizierung bzw. der Transfer eines Finanzinstruments einen entscheidenden Effekt auf die Bewertung hat, vgl. IFRS 7.BC23. 42 Vgl. Kerstin Strasser/Georg Plötz, IFRS/IAS im Belastungstest der Finanzkrise, ÖBA 2010, 420 (425).

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    S.18

    Vermögenswerte aus der Bilanz des übertragenden Unternehmens führen. Beispiele für

    Transaktion, bei denen eine vollständige Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte auf Seite

    des übertragenden Unternehmens unterbleibt, sind Verbriefungstransaktionen von Forderungen,

    Wertpapierleih- oder Wertpapierpensionsgeschäfte. IFRS 7.13 verlangt in diesem Zusammenhang

    nähere Informationen zu nicht vollständig ausgebuchten Finanzinstrumenten. Die Angabepflichten

    sollen dazu dienen, dass eine Beurteilung der zurückbehaltenen Risiken durch einen externen

    Dritten möglich ist. Die notwendigen Informationen sind für jede Klasse von finanziellen

    Vermögenswerten zu geben. Angaben zur Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten werden

    hingegen nicht verlangt.43

    Folgende Angaben sind anzuführen:

    • Erläuterung der Art der finanziellen Vermögenswerte (z. B. Forderung aus LuL, Forderungen

    aus Darlehen, Schuldscheindarlehen, verzinsliche Wertpapiere und Aktien)

    • Erläuterung zu Chancen und Risiken

    • Buchwerte der weiterhin bestehenden finanziellen Vermögenswerte sowie der ggf.

    assoziierten Verbindlichkeiten

    Im Zusammenhang mit gewährten und erhaltenen Sicherheiten sind weitere Angaben erforderlich.

    Der Sicherungsgeber (Kreditnehmer) hat im Anhang zu den als Sicherheit für Verbindlichkeiten bzw.

    als Sicherheit für Eventualverbindlichkeiten verpfändeten Vermögenswerten folgende Angaben zu

    machen:

    • den Buchwert der als Sicherheit gestellten finanziellen Vermögenswerten einschließlich

    solcher Beträge, die gemäß IAS 39.37(a) umgegliedert wurden, und die bezüglich dieser

    gewährten Sicherheiten geltenden vertraglichen Vereinbarungen. (IFRS7.14). Sofern der

    Sicherungsgeber nicht bereits ausgefallen ist, hat der Sicherungsnehmer (Kreditgeber)

    folgenden Angaben zu den hereingenommenen Sicherheiten, die er nach den vertraglichen

    Vereinbarungen veräußern oder weiterverpfänden, kann zu machen (IFRS 7.15)

    • Fair Value der erhaltenen Sicherheiten

    • Fair Value von allen bereits verwerteten Sicherheiten; da der Sicherungsnehmer die

    Sicherheiten bereits verwertetet, ist anzugeben, ob der Sicherungsnehmer verpflichtet ist,

    diese Sicherheiten wieder an den Sicherungsgeber zurückzugeben und

    • die bezüglich der Verwendung der Sicherheiten geltenden Vereinbarungen.44

    43 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.75. 44 Vgl. Ernst & Young Die Angabevorschriften des IFRS 7; Broschüre; August 2005; S. 10.

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    S.19

    Besteht bei einem finanziellen Vermögenswert eine Wertminderung, so kann die Angabe zur

    Risikovorsorge entweder durch die direkte Reduzierung des Buchwerts des Vermögenswerts erfolgen

    oder durch die Nutzung eines Wertberichtigungskonto erfasst werden. Bei den betrachteten

    Wertberichtigungen kann es sich um Wertberichtigungen auf Portfoliobasis oder auch um

    Einzelwertberichtigungen handeln, die nach IAS 39.58 zu bilden sind. Konkret ist nach IFRS 7.16 eine

    Überleitungsrechnung des Wertberichtigungskontos vom Anfangs- auf den Endbestand des

    Berichtszeitraums bereitzustellen. Diese Angaben sind für jede Klasse von Finanzinstrumenten zu

    erteilen. D. h., die Veränderungen des Wertberichtigungskontos, die während des Berichtszeitraums

    auftreten, sind gesondert für jede Klasse von Finanzinstrumenten aufzustellen. Nach IFRS 7.16 ist der

    Wertberichtigungsspiegel zudem nicht zu erläutern. Allerdings sind weitere Abgabepflichten des IFRS

    7, die sich mit Wertberichtigungen beschäftigen, bedeutsam. Diese lassen u. U. zusammengefasst

    darstellen, und zwar:

    • der Betrag der Wertminderung je Klasse von Finanzinstrumente als erfolgsbezogen Angabe

    gemäß IFRS 7.20 (e);

    • Angaben zu den grundlegenden Rechnungslegungsmethoden gemäß IFRS 7.21 sowie

    • Angaben im Rahmen der quantitativen Risikoberichtserstattung zum Kreditrisiko gemäß IFRS

    7.36-7.3945

    Zusammengesetzte Finanzinstrumente (compound instruments) enthalten sowohl eine

    Schuldkomponente als auch eine Eigenkapitalkomponente (IAS 32.28 ff.). Betroffen sind z. B.

    emittierte Wandel- und Optionsanleihen (convertibles), die dem Inhaber das Recht auf Tilgung durch

    eine fixe Stückzahl von Aktien des Unternehmens gewähren (IAS 32.39). Die Schuldkomponente wird

    daher als Schuld, die Optionskomponente im Eigenkapital dargestellt. Die Aufteilung erfolgt nach der

    Restwertmethode (IAS 32.31). Vom Emissionserlös wird zuerst der Fair Value der Schuldkomponente

    abgezogen. Der Fair Value der Schuld wird nach den Bestimmungen in IFRS 13 berechnet und

    entspricht regelmäßig dem Barwert der erwarteten Auszahlungen (Zinsen und Tilgungsbeträge); als

    Diskontierungssatz wird die marktübliche Verzinsung unter gleichen Risikobedingungen

    herangezogen. Der Rest entfällt auf die Eigenkapitalkomponente und wird im Eigenkapital

    ausgewiesen (i. d. R. unter den Kapitalrücklagen). In Summe wird daher der Fair Value des

    Compoundinstrument (entspricht dem Emissionsbetrag) auf das Eigenkapital und auf die Schulden

    verteilt. Die Aufteilung selbst muss daher erfolgsneutral erfolgen (IAS 32.31). 46

    45 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.78. 46 Vgl. Grünberger, David; IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; 2011; S. 163.

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    S.20

    Bei Compound instruments wird der Emissionserlös grundsätzlich zwischen dem Eigenkapital und

    den Schulden aufgeteilt. Daneben kennt IAS 32 noch eine weitere Form des Hybridkapitals:

    synthetische Verbindlichkeiten. Bei diesen gibt es zwar eine zukünftige Zahlungsverpflichtung, aber

    keinen einsprechenden Emissionserlös. Es handelt sich um Options- oder Termingeschäfte, die das

    Unternehmen zur Rücknahme eigener Aktien zu einem Fixbetrag verpflichten (cash for share-

    Verträge, die keinen Barausgleich durch Geldzahlung zulassen). Zwar werden Derivate sonst mit dem

    Fair Value bilanziert. In diesem Sonderfall wird das Derivat aber aufgelöst, d. h. nicht das Derivat als

    solches wird bilanziert, sondern stattdessen die dahinterliegende Schuld. Die „synthetische” oder

    „fiktive” Schuld wird mit dem diskontierten Rücknahmepreis des Eigenkapitals bewertet. Die

    Verbuchung ist erfolgsneutral: Der entsprechende Betrag wird vom Eigenkapital ins Fremdkapital

    umgegliedert. Hat das Unternehmen für die Ausgabe des Derivats eine Prämie vereinnahmt, dann

    wird diese Prämie im Eigenkapital erfasst (z. B. Gegenbuchung der erhaltenen Optionsprämie unter

    den Kapitalrücklagen). IAS 32 wählt daher eine sehr vorsichtige Bilanzierungsweise, die über die

    eigentliche „Abgrenzung” von Eigenkapital und Schulden hinausgeht und potenzielle künftige

    Belastungen aus eigenkapitalbezogenen Transaktionen vorwegnimmt. Auf die Wahrscheinlichkeit der

    Ausübung kommt es nicht an; eine synthetische Schuld wird unabhängig von der Wahrscheinlichkeit

    der Inanspruchnahme angesetzt und bewertet (anders bei Rückstellungen nach IAS 37, deren Ansatz

    und Bewertung von der Wahrscheinlichkeit abhängt). Bei der Gegenpartei liegt dagegen ein Derivat

    und keine „synthetische Forderung” vor (asymmetrische Bilanzierung). 47

    IFRS 7.17 bestimmt, dass über bestimmte Emissionen von Finanzinstrumenten separat zu berichten

    ist.48

    IFRS 7.18-19 verlangen umfangreiche Angaben zu Zahlungsverzug und Vertragsbruch bei eigenen

    Darlehensverbindlichkeiten. Diese Informationen sollen es den Abschlussadressaten ermöglichen,

    die Bonität des bilanzierenden Unternehmens sowie dessen Chancen, künftig Kredite zu erhalten,

    einzuschätzen.49

    Insofern sind bezüglich der erfassten finanziellen Verbindlichkeiten (loans payable) folgende

    Angaben zu machen (IFRS 7.18):

    • Einzelheiten über während der Berichtsperiode aufgetretene Zahlungsstörungen (defaults)

    jeglicher Art bezüglich Kapitalbetrag, Zinsen, eines Tilgungsfonds (sinking fund) oder einer

    Tilgungsvereinbarung (redemption terms) bezüglich dieser Verbindlichkeiten,

    47 Vgl. Grünberger, David; IFRS 2012 Ein systematischer Praxisleitfaden; 10. Auflage; 2011; S. 167. 48 Vgl. KPMG, Stuttgart 2007, S.60. 49 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.78.

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    S.21

    • Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten, bei denen zum Bilanzstichtag eine

    Zahlungsstörung vorliegt und

    • Ob die Zahlungsstörung beseitigt wurde, oder ob die Konditionen der Verbindlichkeiten neu

    verhandelt wurden, bevor der Abschluss zur Veröffentlichung freigegeben (authorised for

    issue) wurde.

    In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass der Eintritt von Zahlungsstörungen oder anderen

    Vertragsverletzungen dazu führen kann, dass die Einleitung der Verbindlichkeit als kurz- oder

    langfristig nach IAS 1 beeinflusst wird (IFRS 7. IG12).50

    Bei den Vertragsverletzungen, die mit IFRS 7.19 angesprochen sind und die Angabepflichten des IFRS

    7.18 auslösen, kann es sich beispielsweise um Verstöße gegen finanacial covenants, die die

    Einhaltung von Grenzwerten ausgewählter finanzieller Kennzahlen vorsehen, oder gegen affirmative

    convenants, die Verhaltensregeln vorgeben, handeln.51

    Eine äußerst aktuell umstrittener Punkt ist auch der von Ernst & Young im IFRS Outlook (I. Quartal

    2012) veröffentlichte Diskussionspunkt bezüglich der Vorschriften von Saldierung finanzieller

    Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

    Die Vorschriften zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

    in der Bilanz werden seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert. Die Möglichkeiten zu Saldierung sind

    nach den derzeit geltenden Regelungen der IFRS stärker eingeschränkt als nach den entsprechenden

    US-GAAP-Vorschriften. Die gilt insbesondere für Derivate, die im Rahmen eines

    Globalverrechnungsvertrags (master Netting agreement) mit derselben Vertragspartei gehandelt

    werden. Im Januar 2011 hatten das IASB und das FASB einen gemeinsamen ED veröffentlicht, um die

    bestehenden Regelungen zu vereinheitlichen. Die Änderungen an IAS 32 betreffen die

    Anwendungsleitlinien zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen

    Verbindlichkeiten in der Bilanz. Ziel ist die Vereinheitlichung der Anwendung derzeitigen

    Saldierungskriterien in der Praxis. Die Änderungen beinhalten zum einen eine Klarstellung

    hinsichtlich der Auslegung des Kriteriums „hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch

    auf Verrechnung“. Die Änderungen an IAS 32 treten erstmals für das Berichtsjahr in Kraft, die am

    oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Die Änderungen sind rückwirkend anzuwenden. Eine

    frühere Anwendung ist zulässig. Die neuen Angabevorschriften in IFRS 7 betreffen den betragsmäßig

    größten Unterschied in den Bilanzen der nach IFRS bzw. US-GAAP bilanzierenden Unternehmen. Dies

    50 Vgl. Ernst & Young Die Angabevorschriften des IFRS 7, ; Broschüre; August 2005; S. 12. 51 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.81.

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    S.22

    gilt insbesondere für Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche. Durch die neuen

    Angabepflichten, die den neuen US-GAAP Vorschriften ähneln, sollen die Abschlussadressaten

    nützliche Informationen (a) zur Beurteilung der Auswirkungen oder potenziellen Auswirkungen von

    Verrechnungsverträgen auf die Finanzlage eines Unternehmens und (b) zur Analyse und zum

    Vergleich von Abschlüssen, die nach IFRS und nach US-GAAP erstellt wurden, erhalten. 52

    Nach den Änderungen zu IFRS 7 muss ein Unternehmen künftig Informationen zu

    Verrechnungsrechten und damit verwandten Vereinbarungen wie z. B. Sicherungsvereinbarungen,

    offenlegen. Durch diese Änderungen soll die Abschlussadressaten über die Auswirkungen solcher

    Rechte und Vereinbarungen auf die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens informiert und

    ein Vergleich zwischen den Bilanzen der nach IFRS und US-GAAP bilanzieren Unternehmen

    ermöglicht werden. Die neuen Angabevorschriften gelten für saldierte Finanzinstrumente. Sie gelten

    auch für solche Finanzinstrumente, die einer durchsetzbaren Globalaufrechnungsvereinbarung oder

    einer vergleichbaren Vereinbarung unterliegen, aber nicht saldiert wurden. Die vorstehend

    erwähnten „verwandten Vereinbarungen“ umfassen Clearingverträge für Derivate,

    Rahmenvereinbarung für Pensions- und Wertpapierleihgeschäfte und alle diesbezüglichen Rechte auf

    finanzielle Sicherheiten. Die Unternehmen haben in ihrem Abschluss künftig mindestens die

    folgenden quantitativen Angaben zu machen:

    • die Bruttobeträge für die bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen

    Verbindlichkeiten

    • die Beträge, die in Übereinstimmung mit den Kriterien des IAS 32 bei der Ermittlung der in

    der Bilanz dargestellten Nettobeträge saldiert wurden

    • die in der Bilanz ausgewiesenen Nettobeträge

    • die Beträge, die einer durchsetzbaren Globalaufrechnungsvereinbarung oder einer ähnlichen

    Vereinbarung unterliegen und nicht bereits unter (b) erfasst wurden, einschließlich

    o Beträge in Verbindung mit bilanzierten Finanzinstrumenten, die nicht alle oder keine der Saldierungskriterien des IAS 32 erfüllen, und

    o Beträgen für gestellte oder erhaltene Sicherheiten in Form von Finanzinstrumenten (einschließlich Barsicherheiten)

    • den nach Abzug der Beträge gemäß Buchstabe (d) von den Beträgen gemäß Buchstabe (c)

    resultierenden Nettobetrag53

    52 Vgl. Ernst & Young IFRS Outlook I. Quartal 2012; „Saldierung von Finanzinstrumenten"; S.5. 53 Vgl. Ernst & Young IFRS Outlook I. Quartal 2012 „Saldierung von Finanzinstrumenten“; S.10.

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    S.23

    IFRS 7.20 Gesamtergebnisrechnung:

    Die nachfolgend genannten Ertrags- und Aufwandsposten bzw. Gewinn- und Verlustposten (income,

    expense, gains or losses) sind wahlweise in der GuV oder im Anhang anzugeben (on the face of the

    financial statements or in the notes):

    • Nettogewinne oder -verluste (net gains or losses) aus

    o erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen Verbindlichkeiten (At Fair Value through Profit or Loss), wobei die

    Nettogewinne oder -verluste aus Finanzinstrumenten, die (1) beim erstmaligen

    Ansatz als solche designiert wurden (Fair Value-Option) und (2) die zu

    Handelszwecken (Held for Trading) i.S. v. IAS 39 gehalten werden, gesondert

    auszuweisen sind.

    o zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (Available-for-Sale). Es ist ferner der Betrag des Bewertungsgewinns oder -verlusts, der in einem

    gesonderten Posten des Eigenkapitals (Neubewertungsrücklage) gebucht wurde,

    anzugeben; der Betrag, der während der Berichtsperiode dem Eigenkapital

    (Neubewertungsrücklage) entnommen und in die GuV umgebucht wird, ist ebenfalls

    anzugeben.

    o bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen (Held-to-Maturity), o Krediten und Forderungen (Loans and Receivables). o finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten (at

    amortized cost) bewertet werden.

    • Gesamtzinserträge und Gesamtzinsaufwendungen (total interest income and total interest

    expense) aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten (berechnet

    nach der Effektivzinsmethode), die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.

    • Provisionserträge und Provisionsaufwendungen (fee income and expense), die nicht in die

    Bestimmung des Effektivzinssatzes (IAS 18.Appendix 14) einbezogen wurden. Diese

    Angabepflicht bezieht sich auf:

    o finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden (At Fair Value through Profit or

    Loss), und auf

    o Treuhandtätigkeiten (trust and other fiduciary activities), die sich auf eine Verwaltung oder Platzierung von Vermögenswerten für fremde Rechnung, auf

    Treuhandeinrichtungen (trusts), auf Pensionsfonds (retirement benefit plans) usw.

    beziehen.

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    S.24

    • Zinserträge aus wertgeminderten (wertberichtigten) finanziellen Vermögenswerten, die

    gemäß IAS 39.AG93 ermittelt werden.

    • Betrag des Aufwands für Wertminderungen (impairment loss) für jede Klasse (class)

    finanzieller Vermögenswerte.54

    Die aufgeführten Angaben sind entweder in der Gesamtergebnisrechnung oder im Anhang zu

    präsentieren. Entschließt sich das bilanzierende Unternehmen dazu die Angaben in die

    Gesamtergebnisrechnung aufzunehmen, ist die Mindestgliederung der Gesamtergebnisrechnung

    gemäß IAS 1.82 i.V.m IAS 1.85 um weitere aussagekräftige Posten zu ergänzen, da die

    Mindestgliederung außer den Finanzierungsaufwendungen (finance cost) keine Posten enthält, der

    die Erfolgswirkung von Finanzinstrumenten offenlegt.55

    2.1.2. weitere Angabepflichten im Zuge des IFRS 7.21 bis IFRS 7.30

    Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bzw. den Rechnungslegungsmethoden

    werden gemäß IFRS 7.21B von den bilanzierenden Unternehmen verlangt. Der Standardtext im

    engeren Sinne enthält hierzu lediglich einen Verweis auf die grundlegenden Angabepflichten nach

    IAS1.117, ohne dabei den Umfang der Angaben näher zu bestimmen. Nach den allgemeinen Regeln

    des IAS 1 müssen die bilanzierenden Unternehmen die zur Erstellung des Abschlusses verwendeten

    Bewertungsgrundlagen sowie die angewendeten Rechnungslegungsmethoden offenlegen, die für das

    Verständnis der Abschlüsse relevant sind. Eine Konkretisierung dieser sehr allgemeinen Regelung

    erfolgt in IFRS7.B5 mit Verweis auf IAS 1.122.56

    Von besonderer Bedeutung dürfte die Angabe der Kriterien sein, nach welchen sich die Beurteilung

    einer Wertminderung (impairment) richtet. Diese Angabe ergänzt die nach Klassen anzugebenden

    Wertminderungsaufwendungen nach IFRS 7.20(e).57

    Zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Finanzinstrumenten sind gemäß IFRS 7.B5 im

    Einzelnen u.a. folgende Angaben zu machen:

    • Bei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam

    zum Fair Value zu bewerten designiert wurden (Fair Value-Option):

    o Art der finanziellen Vermögenswerte oder der finanziellen Verbindlichkeiten;

    54 Vgl. Scharpf; Kor 2006; S.24. 55 Vgl. zu einer Darstellung der Gesamtergebnisrechnung und ihrer Mindestgliederung im Überblick Zülch/Hendler, S. 116-133 Zülch / Fischer / Erdman, WPg 2007 S.963-968. 56 Vgl. Zülch, Hoffman, Wünsch, IFRS 7 Angaben zu Finanzinstrumenten; Kommentierung Best Practice Checklisten; 2011; S.84. 57 Vgl. Scharpf Kor 2006 S.27.

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    S.25

    o Kriterien für die Zuordnung zu dieser Kategorie im Rahmen der erstmaligen Erfassung42);

    o Art und Weise, wie das Unternehmen die in IAS 39.9, IAS 39.11A bzw. IAS 39.12 geregelten Voraussetzungen für die entsprechende Kategorisierung erfüllt hat. Bei

    Instrumenten, die gemäß der in (b)(i) der in IAS 39.9 enthaltenen Definition als

    erfolgswirksam zum Fair Value zu bewertende finanzielle Vermögenswerte bzw.

    finanzielle Verbindlichkeiten (At Fair Value through Profit or Loss) kategorisiert

    werden, umfassen die Angaben auch eine Erläuterung der Umstände der sich

    ansonsten ergebenden Ansatz- und Bewertungsinkongruenzen. Bei Instrumenten,

    die gemäß der in (b)(ii) der in IAS 39 enthaltenen Definition als erfolgswirksam zum

    Fair Value zu bewertende finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle

    Verbindlichkeiten designiert werden, umfassen die Angaben auch eine Erläuterung

    der Vereinbarkeit der Einstufung als erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten mit

    der dokumentierten Risikomanagement- oder Anlagestrategie des Unternehmens.

    o Die Kriterien für die Zuordnung finanzieller Vermögenswerte zur Kategorie als zur Veräußerung verfügbar (Available-for-Sale) 43).

    o Ob Kassakäufe bzw. -verkäufe (regular way purchases or sales) von finanziellen Vermögenswerten am Handelstag oder am Erfüllungstag erfasst werden (s. IAS

    39.38).

    • Wenn ein Wertberichtigungskonto verwendet wird:

    o Kriterien für eine Direktabschreibung bzw. Direktzuschreibung und wann eine indirekte Abschreibung mittels eines Wertberichtigungskontos vorgenommen wird.

    o Kriterien, wann Beträge aus dem Wertberichtigungskonto ausgebucht werden, um den Buchwert direkt zu reduzieren (s. auch IFRS 7.16).

    • Wie Nettogewinne oder Nettoverluste bei den einzelnen Kategorien (categories) von

    Finanzinstrumenten ermittelt werden (s. hierzu auch IFRS 7.20(a)), z. B., ob in die

    Nettogewinne oder -verluste bei erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Posten Zins-

    oder Dividendenerträge eingehen.

    • Die Kriterien, anhand derer das Unternehmen einen Wertminderungsbedarf beurteilt (s.

    auch IFRS 7.20(e)).

    • Bei finanziellen Vermögenswerten, deren Konditionen geändert wurden, da sie ansonsten

    überfällig oder wertgemindert wären: die Bewertungsmethoden (s. auch IFRS 7.36(d)).58

    58 Vgl. Scharpf; Kor 2006; S.27-28.

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    S.26

    IFRS 7.22 ff. sehen zusätzliche Angaben zum Hedge Accounting vor. Zu unterscheiden sind dabei die

    drei Arten von Sicherungsbeziehungen, die IAS 39 kennt: Fair Value Hedges, Cash-flow Hedges und

    Hedges of a net investment in a foreign entity. Verlangt werden u.a. Beschreibungen, welche Arten

    von Hedges i.S.d. IAS 39 das Unternehmen verfolgt und welche Instrumente hierzu eingesetzt

    werden. An quantitativen Informationen sind insbesondere solche zu Ineffektivitäten verlangt. Da im

    Rahmen einer Sicherungsbeziehung i.S.d. IAS 39 die Sicherungswirkung nicht zwingend 100 %

    betragen, sondern lediglich in einer Bandbreite von 80-125 % liegen muss (retrospektive Effektivität),

    entstehen i.d.R. Ineffektivitäten. Über diese (ergebniswirksamen) Beträge ist gesondert zu

    informieren. Weitere Angaben betreffen Cash-flow Hedges; Stark vereinfacht formuliert sollen

    Schwankungen von Zahlungsströmen in künftigen Perioden ausgeglichen (gesichert) werden. Dabei

    können auch hoch wahrscheinliche noch nicht bilanziell erfasste Geschäftsvorfälle (Forecast

    Transactions) gesicherte Grundgeschäfte sein. Bis zum Zeitpunkt des Ausgleichs werden Änderungen

    des Fair Value des Sicherungsinstruments im Eigenkapital "geparkt", d. h. ergebnisneutral erfasst. Die

    Angaben betreffen die Beträge, die dem Eigenkapital zugeführt oder diesem entnommen wurden,

    die künftigen Perioden, in denen mit dem Ausgleich gerechnet wird, sowie Informationen zu Forecast

    Transactions selbst59

    Weitere Angabepflichten ergeben sich für die Absicherung von Zahlungsströmen nach IFRS 7.23. Das

    bilanzierende Unternehmen ist aufgefordert, den Zeitraum anzugeben, in denen sie voraussichtlich

    erfolgswirksam erfasst werden. Gemeint sind hierbei die abgesicherten Zahlungsströme des

    Grundgeschäfts. Jede künftige Transaktion, die gemäß IAS 39.86(b) als Teil von

    Sicherungsbeziehungen bilanziert wurde, der deren Eintritt aber nicht mehr zu erwarten ist, sodass

    die Sicherungsbeziehung beendet wurde, ist anzugeben. Der effektive Teil der Absicherungen, der im

    Berichtszeitraum im Einklang mit IAS 39.95 (a) direkt im Eigenkapital verbucht wird, ist isoliert

    offenzulegen. Um diese Angabepflicht zu erfüllen, ist es ausreichend, wenn der Saldo der

    entsprechenden Eigenkapitalbuchungen angegeben wird. Darüber hinaus sind die Beträge

    anzugeben, die im Berichtszeitraum aus dem Eigenkapital in das Periodenergebnis umgegliedert

    wurden. Hier ist im Detail darüber zu berichten, welche Posten der Gesamtergebnisrechnung in

    welcher Höhe betroffen sind.60

    Für Fair Value Hedges wiederum fordert IFRS 7.24 (a) die Angabe von Gewinnen und Verlusten

    getrennt nach Grund- und Sicherungsgeschäften. Unter einem Fair Value Hedge wird gemäß IAS

    39.86 (a) die Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung des fair value eines bilanzierten

    Vermögenswerts bzw. einer Verbindlichkeit oder einer bilanzunwirksamen bindenden Verpflichtung

    59 Vgl. Buchheim / Schmidt; KoR 2005; S. 400-401. 60 Vgl. Paarz S.287-290.

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    S.27

    (sog. firm commitment i.S. des IAS 39.9) verstanden. Dem Abschlussadressaten wird so eine

    Einschätzung der Effektivität der eingegangenen Fair Value Hedges ermöglicht. Die Angaben sind

    nach dem Wortlaut von IFRS 7 für den Anhang bestimmt. Ein Wahlrecht, die geforderten Angaben

    direkt in der Ergebnisrechnung aufzuführen, existiert nicht.61

    Neben den Angaben zu angewendeten Rechnungslegungsmethoden und zur Bilanzierung von

    Sicherungsbeziehung sind vom bilanzierenden Unternehmen im Bereich der sog. >weiteren

    Angaben< Informationen zum Fair Value zu berichten. Diese Angabepflichten sind in IFRS 7.25- 7.30

    niedergelegt. Gemäß IFRS 7.25 ist der Fair Value für jede Klasse von finanziellen Vermögenswerten

    und finanziellen Verbindlichkeiten anzugeben, sodass dieser mit dem jeweiligen Buchwert verglichen

    werden kann. Ausgenommen von dieser Angabepflicht sind die in IFRS 7.29 geregelten Sachverhalte.

    Im Rahmen der Offenlegung der Fair Values je Klasse von finanziellen Vermögenswerten und

    finanziellen Verbindlichkeiten ist eine Zusammenfassung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

    gemäß IFRS 7.26 nur insoweit erlaubt, wie die Buchwerte in der Bilanz zusammengefasst sind. Mit

    IFRS 7.27 wird das bilanzierende Unternehmen ferner dazu verpflichtet, f�